TE OGH 2018/6/21 12Os148/17g

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Veröffentlicht am 21.06.2018
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Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 21. Juni 2018 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Schroll als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. T. Solé, Dr. Oshidari, Dr. Michel-Kwapinski und Dr. Brenner in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Gschiel, LL.M., als Schriftführerin in der Strafsache gegen Edin D***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens der schweren Erpressung nach §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2 StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten Edin D*****, Marko Z***** und Maja S***** sowie der Staatsanwaltschaft und die Berufung des Angeklagten Zvezdan K***** gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 20. April 2017, GZ 12 Hv 15/16k-645, nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters der Generalprokuratur, Generalanwalt Mag. Stani, der Angeklagten Marko Z*****, Maja S*****, Chamsat A***** und Asludin H***** sowie ihrer Verteidiger Dr. Kier, Dr. Werner, Mag. Rast und Mag. Burger zu Recht erkannt:Der Oberste Gerichtshof hat am 21. Juni 2018 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Schroll als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. T. Solé, Dr. Oshidari, Dr. Michel-Kwapinski und Dr. Brenner in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Gschiel, LL.M., als Schriftführerin in der Strafsache gegen Edin D***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens der schweren Erpressung nach Paragraphen 144, Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten Edin D*****, Marko Z***** und Maja S***** sowie der Staatsanwaltschaft und die Berufung des Angeklagten Zvezdan K***** gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 20. April 2017, GZ 12 Hv 15/16k-645, nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters der Generalprokuratur, Generalanwalt Mag. Stani, der Angeklagten Marko Z*****, Maja S*****, Chamsat A***** und Asludin H***** sowie ihrer Verteidiger Dr. Kier, Dr. Werner, Mag. Rast und Mag. Burger zu Recht erkannt:

Spruch

In teilweiser Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerden der Staatsanwaltschaft und des Angeklagten Edin D*****, in Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Marko Z***** sowie aus Anlass der Nichtigkeitsbeschwerden wird das angefochtene Urteil, das im Übrigen unberührt bleibt,

- in den Edin D***** betreffenden Schuldsprüchen C./I./2. und M./I./2./2.1./ (letzterer ersatzlos),

- in dem Magomed B***** betreffenden Schuldspruch E./I./2./ (ersatzlos) sowie im Freispruch F./II./1./ und 2./,

- in dem Asludin H***** betreffenden (impliziten) Freispruch zu A./II./1./,

- in dem Zvezdan K***** betreffenden Schuldspruch K./,

- demzufolge in den diese Angeklagten betreffenden Strafaussprüchen (einschließlich der Vorhaftanrechnungen), weiters in den die Angeklagten Edin D*****, Chamsat A*****, Magomed B*****, Marko Z*****, Zvezdan K***** und Maja S***** betreffenden Verfallsaussprüchen über 50.000 Euro, im den Angeklagten Zvezdan K***** betreffenden Verfallsausspruch über 250 Euro sowie im Einziehungserkenntnis und im Asladin H***** betreffenden, unter einem gefassten Beschluss nach § 494a Abs 1 Z 4 StPO aufgehoben.- demzufolge in den diese Angeklagten betreffenden Strafaussprüchen (einschließlich der Vorhaftanrechnungen), weiters in den die Angeklagten Edin D*****, Chamsat A*****, Magomed B*****, Marko Z*****, Zvezdan K***** und Maja S***** betreffenden Verfallsaussprüchen über 50.000 Euro, im den Angeklagten Zvezdan K***** betreffenden Verfallsausspruch über 250 Euro sowie im Einziehungserkenntnis und im Asladin H***** betreffenden, unter einem gefassten Beschluss nach Paragraph 494 a, Absatz eins, Ziffer 4, StPO aufgehoben.

Im übrigen Umfang der Aufhebung, jedoch mit Ausnahme der Kassation des Magomed B***** betreffenden Schuldspruchs E./I./2./, und der Edin D***** betreffenden Schuldspruchs M./I.2./2.1./wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landesgericht für Strafsachen Wien verwiesen.

Die Nichtigkeitsbeschwerden der Staatsanwaltschaft und des Angeklagten Edin D***** im Übrigen sowie die Nichtigkeitsbeschwerde der Angeklagten Maja S***** werden verworfen.

Der den Strafausspruch betreffenden Berufung des Angeklagten Marko Z***** sowie der diesen Angeklagten und der den Angeklagten Chamsat A***** betreffenden Berufung der Staatsanwaltschaft wird nicht Folge gegeben.

Der den Strafausspruch betreffenden Berufung der Angeklagten Maja S***** wird nicht Folge gegeben. Der diese Angeklagte betreffenden Berufung der Staatsanwaltschaft wird dahin Folge gegeben, dass der Ausspruch teilbedingter Strafnachsicht beseitigt wird.

Auf den kassatorischen Teil dieser Entscheidung werden verwiesen:

- die Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung im Übrigen;

- die Angeklagten Edin D***** und Zvezdan K***** mit ihren Berufungen und

- die Angeklagten Marko Z***** und Maja S***** im Umfang der gegen das Verfallserkenntnis erhobenen Berufungen.

Den Angeklagten Edin D*****, Marko Z*****, Maja S*****, Zvezdan K*****, Magomed B***** und Asludin H***** fallen auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen – auch rechtskräftige Freisprüche enthaltenden – Urteil wurden

Edin D***** der Verbrechen der schweren Erpressung nach §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2 StGB (A./I./1./), des Vergehens der Nötigung nach § 105 Abs 1 StGB (C./I./2./), der Vergehen der Körperverletzung nach §§ 15 Abs 1, 83 Abs 1 StGB (E./II./1./ und E./II./2./), des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach § 278 Abs 1 StGB (L./I./), des Verbrechens des Suchtgifthandels nach § 12 zweiter Fall StGB, § 28a Abs 1 zweiter und dritter Fall, Abs 4 Z 3 SMG (M./I./1./), des Verbrechens der Vorbereitung von Suchtgifthandel nach § 12 zweiter Fall StGB, § 28 Abs 1 zweiter und dritter Fall, Abs 2 SMG (M./I./2./), des Verbrechens des Suchtgifthandels nach § 28a Abs 1 fünfter und sechster Fall, Abs 4 Z 3 SMG (M./II./) und des Vergehens der falschen Beweisaussage nach §§ 12 zweiter Fall, 288 Abs 1 StGB (N./);Edin D***** der Verbrechen der schweren Erpressung nach Paragraphen 144, Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, StGB (A./I./1./), des Vergehens der Nötigung nach Paragraph 105, Absatz eins, StGB (C./I./2./), der Vergehen der Körperverletzung nach Paragraphen 15, Absatz eins, 83, Absatz eins, StGB (E./II./1./ und E./II./2./), des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach Paragraph 278, Absatz eins, StGB (L./I./), des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Paragraph 12, zweiter Fall StGB, Paragraph 28 a, Absatz eins, zweiter und dritter Fall, Absatz 4, Ziffer 3, SMG (M./I./1./), des Verbrechens der Vorbereitung von Suchtgifthandel nach Paragraph 12, zweiter Fall StGB, Paragraph 28, Absatz eins, zweiter und dritter Fall, Absatz 2, SMG (M./I./2./), des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter und sechster Fall, Absatz 4, Ziffer 3, SMG (M./II./) und des Vergehens der falschen Beweisaussage nach Paragraphen 12, zweiter Fall, 288 Absatz eins, StGB (N./);

Chamsat A***** der Verbrechen der schweren Erpressung nach §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2, 15 Abs 1 StGB (A./), des Verbrechens der schweren Nötigung nach §§ 105 Abs 1, 106 Abs 1 Z 1, 15 Abs 1 StGB (C./I./4./), der Vergehen nach „§ 50 Abs 1 Z 1, Z 2 und Z 3 WaffG“ (F./I./), des Vergehens der Sachbeschädigung nach § 125 StGB (J./), des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach § 278 Abs 1 StGB (L./II./) und des Vergehens des Betrugs nach § 146 StGB (P./);Chamsat A***** der Verbrechen der schweren Erpressung nach Paragraphen 144, Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, 15, Absatz eins, StGB (A./), des Verbrechens der schweren Nötigung nach Paragraphen 105, Absatz eins, 106, Absatz eins, Ziffer eins, 15, Absatz eins, StGB (C./I./4./), der Vergehen nach „§ 50 Absatz eins, Ziffer eins,, Ziffer 2 und Ziffer 3, WaffG“ (F./I./), des Vergehens der Sachbeschädigung nach Paragraph 125, StGB (J./), des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach Paragraph 278, Absatz eins, StGB (L./II./) und des Vergehens des Betrugs nach Paragraph 146, StGB (P./);

         Asludin H***** des Vergehens der Nötigung nach § 105 Abs 1 StGB (C./I./5./) und des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach § 278 Abs 1 StGB (L./III./), Asludin H***** des Vergehens der Nötigung nach Paragraph 105, Absatz eins, StGB (C./I./5./) und des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach Paragraph 278, Absatz eins, StGB (L./III./),

         Magomed B***** der Verbrechen der schweren Erpressung nach §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2 StGB (A./I./1./), der Vergehen der Nötigung nach §§ 105 Abs 1, 15 Abs 1 StGB (C./I./1./, C./I./2./, C./II./2./), des Vergehens der schweren Körperverletzung nach §§ 83 Abs 1, 84 Abs 3 StGB idF BGBl 605/1987, 15 Abs 1 StGB (E./), der Vergehen der schweren Körperverletzung nach §§ 83 Abs 1, 84 Abs 2 Z 2 StGB idF BGBl 1987/605 („E./I./1./1.1./ und 2./“), des Verbrechens der schweren Körperverletzung nach (richtig:) § 84 Abs 4 StGB (E./I./3./3.2./), des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach § 278 Abs 1 StGB (L./IV./) und des Verbrechens der Verleumdung nach § 297 Abs 1 zweiter Fall StGB (O./I./); Magomed B***** der Verbrechen der schweren Erpressung nach Paragraphen 144, Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, StGB (A./I./1./), der Vergehen der Nötigung nach Paragraphen 105, Absatz eins, 15, Absatz eins, StGB (C./I./1./, C./I./2./, C./II./2./), des Vergehens der schweren Körperverletzung nach Paragraphen 83, Absatz eins, 84, Absatz 3, StGB in der Fassung Bundesgesetzblatt 605 aus 1987,, 15 Absatz eins, StGB (E./), der Vergehen der schweren Körperverletzung nach Paragraphen 83, Absatz eins, 84, Absatz 2, Ziffer 2, StGB in der Fassung BGBl 1987/605 („E./I./1./1.1./ und 2./“), des Verbrechens der schweren Körperverletzung nach (richtig:) Paragraph 84, Absatz 4, StGB (E./I./3./3.2./), des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach Paragraph 278, Absatz eins, StGB (L./IV./) und des Verbrechens der Verleumdung nach Paragraph 297, Absatz eins, zweiter Fall StGB (O./I./);

         Marko Z***** des Verbrechens der schweren Erpressung nach §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2 StGB (A./I./1./1.1./), des Vergehens der Nötigung nach § 105 Abs 1 StGB (C./I./1./), des Vergehens der Körperverletzung nach §§ 15 Abs 1, 83 Abs 1 StGB (E./II./1./) und des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach § 278 Abs 1 StGB (L./V./); Marko Z***** des Verbrechens der schweren Erpressung nach Paragraphen 144, Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, StGB (A./I./1./1.1./), des Vergehens der Nötigung nach Paragraph 105, Absatz eins, StGB (C./I./1./), des Vergehens der Körperverletzung nach Paragraphen 15, Absatz eins, 83, Absatz eins, StGB (E./II./1./) und des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach Paragraph 278, Absatz eins, StGB (L./V./);

         Zvezdan K***** der Verbrechen der schweren Erpressung nach §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2, 15 Abs 1 StGB (A./I./ und A./II./1./), des Verbrechens der schweren Nötigung nach §§ 12 zweiter Fall, 105 Abs 1, 106 Abs 1 Z 1, 15 Abs 1 StGB (C./I./3./), des Vergehens der schweren Körperverletzung nach §§ 83 Abs 1, 84 Abs 2 Z 2 StGB idF BGBl 1987/605 (E./I./1./1.1./), der Vergehen der Körperverletzung nach § 83 Abs 1 StGB (E./I./1./1.2./), des Vergehens des Diebstahls nach § 127 StGB (K./) und des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach § 278 Abs 1 StGB (L./VI./), Zvezdan K***** der Verbrechen der schweren Erpressung nach Paragraphen 144, Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, 15, Absatz eins, StGB (A./I./ und A./II./1./), des Verbrechens der schweren Nötigung nach Paragraphen 12, zweiter Fall, 105 Absatz eins, 106, Absatz eins, Ziffer eins, 15, Absatz eins, StGB (C./I./3./), des Vergehens der schweren Körperverletzung nach Paragraphen 83, Absatz eins, 84, Absatz 2, Ziffer 2, StGB in der Fassung BGBl 1987/605 (E./I./1./1.1./), der Vergehen der Körperverletzung nach Paragraph 83, Absatz eins, StGB (E./I./1./1.2./), des Vergehens des Diebstahls nach Paragraph 127, StGB (K./) und des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach Paragraph 278, Absatz eins, StGB (L./VI./),

         Maja S***** „des Verbrechens“ der schweren Erpressung nach §§ 12 dritter Fall, 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2 StGB (B./) und des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach § 278 Abs 1 StGB (richtig: L./VII./) Maja S***** „des Verbrechens“ der schweren Erpressung nach Paragraphen 12, dritter Fall, 144 Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, StGB (B./) und des Vergehens der kriminellen Vereinigung nach Paragraph 278, Absatz eins, StGB (richtig: L./VII./)

schuldig erkannt.

Danach haben – soweit für das Rechtsmittelverfahren von Relevanz – Edin D*****, Chamsat A*****, Asludin H*****, Magomed B*****, Marko Z*****, Zvezdan K***** und Maja S***** in W***** und an anderen Orten im Bundesgebiet

         A./ in einverständlichem Zusammenwirken mit dem Vorsatz, sich oder einen Dritten durch das Verhalten der Genötigten unrechtmäßig zu bereichern, andere Personen durch auf längere Zeit fortgesetzte Gewaltanwendungen und durch Drohungen mit dem Tod und der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz, zu Handlungen, die diese am Vermögen schädigten oder schädigen sollten,

         I./ genötigt, und zwar

         1./ Edin D*****, Chamsat A*****, Magomed B*****, Marko Z*****, Zvezdan K***** und der gesondert verfolgte Perica N***** von Frühjahr 2014 (Zvezdan K***** erst nach dem 5. März 2015) bis Anfang Jänner 2016 (Marko Z***** bis zumindest Ende des Jahres 2014) die Inhaber des Lokals Café C***** Alen O***** und Marinko St***** dadurch, dass sie ab Jahresende 2013 in wechselnder Beteiligung wiederholt massive Gewalt gegen Gäste des Café C***** ausübten, Edin D***** dem Alen O***** mitteilte, dass es besser für die Sicherheit im Lokal wäre, einen der Gruppierung angehörenden Türsteher einzustellen, und dass sie die Stärksten in der Stadt seien, wobei er in Gegenwart von Magomed B*****, Marko Z***** und dem unbekannten Täter „Iso“ eine in seinem Hosenbund steckende Faustfeuerwaffe zeigte und in Hinblick auf eine von Chamsat A*****, Magomed B*****, Marko Z***** und zumindest einem unbekannten Täter im Café C***** begangene Körperverletzung an zwei Gästen äußerte, Alen O***** habe miterlebt, was gestern passiert sei, er werde noch viel mehr von ihnen erleben, und sie Gelder forderten und vereinnahmten,

         1.1./ im oben angeführten Zeitraum zur Zahlung von insgesamt rund 46.800 Euro an die Gruppierung;

         „1.3.“/ von Anfang November 2015 bis Anfang Jänner 2016 zur Zahlung von 50.000 Euro, indem Magomed B***** den genannten Betrag von Alen O***** forderte und Edin D***** und Magomed B***** Perica N***** anwiesen, Alen O***** aufzufordern, sofort ein Angebot zu machen, wie viel er zahlen könne, wobei das Angebot nicht beleidigend sein dürfe, und, nachdem dieser 5.000 Euro angeboten hatte, im Wege von Perica N***** mitteilen ließen, er habe drei Varianten, die erste Variante sei, dass er zur Polizei gehe und gegen alles ankämpfe, die zweite Variante sei, dass er sein Lokal innerhalb von sieben Tagen verkaufe und flüchte, aber sogar dann werde Alen O***** von den Freunden hören, die dritte Variante sei, 50.000 Euro an die Gruppierung zu zahlen, dann würde er in Ruhe gelassen werden und sie würden sich aus dem Café C***** zurückziehen;

         2./ Chamsat A***** und Zvezdan K***** im Zeitraum von 17. Juni 2015 bis zu einem nicht mehr festzustellenden Zeitpunkt im Juni 2015 Sava V***** zur Bezahlung von 10.000 Euro, indem Chamsat A***** am 17. Juni 2015 äußerte, er werde Sava V***** umbringen, und ihn anwies, den angeführten Betrag bereit zu halten, er werde am Freitag in das Geschäft „H*****“ kommen und das Geld abholen, und indem Chamsat A***** und Zvezdan K***** am 19. Juni 2015 im „H*****“ erschienen, um den genannten Betrag zu vereinnahmen, wobei Chamsat A***** aufgrund der Abwesenheit von Sava V***** im Geschäftslokal randalierte, eine Vitrine, einen Bildschirm, einen Drucker und eine Glasscheibe zertrümmerte sowie schließlich mehrfach telefonisch gegenüber Sava V***** äußerte, dass das Geschäft geschlossen bleibe, solange er nicht bezahle und drohte, ihn, seine Familie und seine Kinder umzubringen, woraufhin schließlich die Zahlung erfolgte;

         II./ zu nötigen versucht, und zwar den Kiril Ki***** zur Übergabe von 10.000 Euro, nämlich

         1./ Zvezdan K*****, Chamsat A*****, Asludin H***** sowie die gesondert verfolgten Shamil Sa*****, Abu Ab***** und Khamzat M***** von 17. März 2015 bis 19. März 2015, indem Zvezdan K***** am 17. März 2015 Kiril Ki***** gemeinsam mit Khamzat M***** aufsuchte, wobei Khamzat M***** eine Faustfeuerwaffe sichtbar im Hosenbund trug und Zvezdan K***** die Bezahlung von 10.000 Euro forderte, sowie indem Zvezdan K*****, Chamsat A***** und Asludin H***** am 19. März 2015 an einem Treffen mit Kiril Ki***** teilnahmen, bei dem Chamsat A***** neuerlich die Bezahlung von 10.000 Euro forderte und ankündigte, dass er im Fall der Nichtzahlung Leute mit Messern zur Familie von Kiril Ki***** schicken werde;

         2./ Chamsat A***** und Asludin H***** von 20. Mai 2015 bis 19. Juni 2015, indem sie den genannten Betrag – teils im Wege von Reuven Ali***** – forderten und Chamsat A***** gegenüber Kiril Ki***** telefonisch äußerte „Ich werde dich in Wien und Ungarn nicht atmen lassen … du wirst dein Haus verlieren … du Miststück … nerve mich jetzt nicht … ich schwöre auf Allah … dir wird kein Polizist helfen können … ich werde dich mit meinen eigenen Händen zerstückeln … hast du mich verstanden.“, „ (...) Ich werde in jeder Straße Leute hinstellen, um dich zu finden … ich schwöre auf mein Leben … Chamsat schwört dir auf sein Leben … du wirst nicht einmal raus gehen können.“, „Du wirst dann Selbstmord begehen … ich werde dein Leben zerstören.“, „Ich werde dich töten. Nerv mich nicht. Du Hure. Gib Ruhe, bevor ich dich ruhig stelle. Ich werde dich ruhig stellen, du Miststück. Du hast mich bei den Leuten mein Wort geben lassen. (…) Auch wenn ich zwanzig Jahre absitzen muss, werde ich mein Versprechen halten. Ich schwöre auf Allah. (…) Deine Familie wird bis zur letzten Person gefickt.“ sowie „Kiro, ich sage dir, wenn du heute am Abend die Leute siehst, dann wirst du nicht mehr gehen können … ich werde 40 Jahre im Gefängnis sitzen,“ „(…) ich habe nichts zum Verlieren, es gibt niemanden, der um mich weinen würde, ... mir ist es scheissegal … ich bin Einzelgänger … ich werde meine Versprechen halten … wenn ich sage, ich nehme es weg, dann werde ich es auch so tun (…).“

         B./ Maja S***** von Oktober 2014 bis Anfang Jänner 2016 dadurch, dass sie Edin D***** über die Höhe der Einnahmen des Lokals Café C***** in Kenntnis setzte, dessen Anweisungen an Perica N***** weiterleitete und diesem mitteilte, dass er machen müsse, was Edin D***** von ihm verlange, und er Alen O***** dazu bringen müsse, so viel Geld wie möglich zu bezahlen, von Perica N***** aufgezeichnete Gespräche mit Alen O***** an Edin D***** übermittelte und Perica N***** Anweisungen zu den weiteren Gesprächen mit Alen O***** gab, zum Teil Schutzgeldzahlungen entgegennahm und weiterleitete sowie den Kontakt zwischen Perica N***** und Magomed B***** herstellte, zu den unter Punkt A./ angeführten strafbaren Handlungen beigetragen;

         C./ andere durch gefährliche Drohungen zu Handlungen oder Unterlassungen

         I./ genötigt, und zwar

         1./ Magomed B***** und Marko Z***** in einverständlichem Zusammenwirken im April 2014 Alen O***** zur Wiedereinstellung des Magomed B*****, indem sie Alen O***** um 1:00 Uhr nachts vor dem Café C***** abpassten und Magomed B***** in aggressivem Ton seine Weiterbeschäftigung forderte und, als Alen O***** nicht zustimmte, erwiderte, dass Alen O***** hören würde, wie sie das machen, das würde für ihn super und für sie super;

         2./ Edin D***** und Magomed B***** in einverständlichem Zusammenwirken im Oktober 2014 Alen O***** zur Beschäftigung von Maja S***** als Kellnerin im Café C*****, indem Magomed B***** im Beisein von Edin D***** äußerte, wenn Edo sage, dass etwas gemacht werde, dann werde das gemacht;

         3./ Zvezdan K***** in einverständlichem Zusammenwirken mit dem gesondert verfolgten Khamzat M***** am 17. März 2015 (vgl US 41) im Anschluss an die zu A./II./1./ angeführte Tat Kiril Ki***** durch die von Khamzat M***** in Begleitung von Zvezdan K***** getätigte Äußerung, dass er (Ki*****) keine Polizei rufen solle, da er sonst wirklich große Probleme haben werde, sie würden dann am nächsten Tag kommen und er werde keine Zähne mehr haben, außerdem würden sie sein Geschäft kaputt machen und ihm alles wegnehmen, wobei er auf eine in seinem Hosenbund steckende Faustfeuerwaffe zeigte, somit durch Drohung mit der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz, zur Abstandnahme von der Verständigung der Polizei bzw der Erstattung einer Strafanzeige wegen des Verbrechens der Erpressung; 3./ Zvezdan K***** in einverständlichem Zusammenwirken mit dem gesondert verfolgten Khamzat M***** am 17. März 2015 vergleiche US 41) im Anschluss an die zu A./II./1./ angeführte Tat Kiril Ki***** durch die von Khamzat M***** in Begleitung von Zvezdan K***** getätigte Äußerung, dass er (Ki*****) keine Polizei rufen solle, da er sonst wirklich große Probleme haben werde, sie würden dann am nächsten Tag kommen und er werde keine Zähne mehr haben, außerdem würden sie sein Geschäft kaputt machen und ihm alles wegnehmen, wobei er auf eine in seinem Hosenbund steckende Faustfeuerwaffe zeigte, somit durch Drohung mit der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz, zur Abstandnahme von der Verständigung der Polizei bzw der Erstattung einer Strafanzeige wegen des Verbrechens der Erpressung;

         4./ Chamsat A***** am 19. März 2015 Kiril Ki***** durch die im Anschluss an die zu A./II./1./ angeführte Tat getätigte Äußerung, dass Kiril Ki***** nicht zur Polizei gehen solle, weil er (Chamsat A*****) dann zwar vielleicht für drei Monate im Gefängnis sitze, er ihn (Ki*****) aber nach seiner Entlassung umbringen werde, somit durch Drohung mit dem Tod, zur Abstandnahme von der Verständigung der Polizei bzw der Erstattung einer Strafanzeige wegen des Verbrechens der Erpressung;

         5./ Asludin H***** am 19. Juni 2015 Roman Ali***** durch die gegenüber Reuven Ali***** abgegebene Äußerung, Roman Ali***** solle sich nicht einmischen, sonst werde er für das Geld verantwortlich sein, zur Abstandnahme von einem Eingreifen hinsichtlich der Geldeintreibung zum Nachteil von Sava V***** (Punkt A./I./2./);

         II./ zu nötigen versucht, und zwar

         2./ Magomed B***** am 5. März 2016 durch die im Anschluss an die zu E./I./3./3.2./ angeführte Tat getätigte Äußerung, dass Stefan P***** und Dejan J***** große Probleme bekämen, wenn sie die Polizei rufen, zur Abstandnahme von einer Verständigung der Polizei bzw von der Erstattung einer Strafanzeige wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzung;

         E./ andere am Körper verletzt und zu verletzen versucht, wobei Magomed B***** mindestens drei selbständige Taten ohne begreiflichen Anlass und unter Anwendung erheblicher Gewalt beging, und zwar

         I./ verletzt, nämlich

         1./ Magomed B***** und Zvezdan K*****

         1.1./ im Sommer 2015 in verabredeter Verbindung mit einem unbekannt gebliebenen Täter im Anschluss an die zu E./II./3./3.3./ angeführte Tat einen unbekannt gebliebenen kroatischen Gast des Café C***** durch Versetzen von Schlägen und Fußtritten, wodurch das Opfer zumindest eine Blutung aus den Ohren erlitt;

         1.2./ am 26. Oktober 2015 in einverständlichem Zusammenwirken mit mehreren unbekannten Mittätern durch Versetzen von Faustschlägen und Fußtritten gegen Körper und Kopf

         a./ Adnan Os*****, wodurch dieser eine Prellung am linken Auge, eine Rissquetschwunde an der linken Augenbraue, Hämatome an beiden Augen, eine beidseitige Bindehautblutung, eine Rissquetschwunde am Hinterkopf, Kratzspuren am Rücken, ein Hämatom am Oberarm und Rückenschmerzen erlitt;

         b./ Kresimir Az*****, wodurch dieser eine Rissquetschwunde am rechten Auge und eine Schwellung an der Stirn erlitt;

         3./ Magomed B*****

         3.1./ zu einem nicht mehr festzustellenden Zeitpunkt im Frühjahr 2014 einen unbekannt gebliebenen Gast des Café C***** durch Versetzen von Schlägen ins Gesicht, wodurch dieser mehrere Zähne verlor;

         3.2./ am 5. März 2016 Stefan P*****, indem er diesem Faustschläge versetzte, wodurch der Genannte zu Boden ging, und sodann weiter auf den bereits am Boden Liegenden einschlug und eintrat sowie ihn in den „Schwitzkasten“ nahm, bis Stefan P***** keine Luft mehr bekam, wodurch dieser einen Bruch des linken Jochbeins, einen Bruch des linken Oberkiefers, eine Gehirnerschütterung, die eine Bewusstlosigkeit zur Folge hatte, eine Schädelprellung, eine Rissquetschwunde an der Unterlippe, eine Rissquetschwunde an der Oberlippe, eine Abschürfung unterhalb des linken Auges und eine Prellung des Brustkorbs, somit eine an sich schwere Verletzung und eine länger als 24 Tage dauernde Gesundheitsschädigung, erlitt;

         II./ „zumindest“ zu verletzen versucht, nämlich

         1./ Edin D*****, Magomed B*****, Marko Z***** und ein unbekannt gebliebener Täter in einverständlichem Zusammenwirken im Sommer 2014 einen unbekannt gebliebenen Gast des Café C***** durch Versetzen von Schlägen;

         2./ Edin D***** und Magomed B***** in einverständlichem Zusammenwirken nachts zum 30. Mai 2015 (US 50) im Anschluss an die zu E./II./3./3.4./ geschilderte Tat einen unbekannt gebliebenen Türsteher des Lokals I***** durch Versetzen heftiger Faustschläge;

         3./ Magomed B*****

         3.2./ im Mai 2014 einen unbekannt gebliebenen Gast des Café C***** durch Versetzen von Schlägen;

         3.3./ im Sommer 2015 zwei unbekannt gebliebene Gäste des Café C***** durch Versetzen von Schlägen;

         3.4./ nachts zum 30. Mai 2015 einen unbekannt gebliebenen Gast des Lokals I***** durch Versetzen eines heftigen Faustschlags;

         F./ wenn auch nur fahrlässig, unbefugt „Schusswaffen der Kategorie B bzw verbotene Waffen“ besessen, und zwar

         I./ Chamsat A*****, obwohl ihm dies gemäß § 12 WaffG verboten war, I./ Chamsat A*****, obwohl ihm dies gemäß Paragraph 12, WaffG verboten war,

         1./ ab zumindest März 2015 bis zum 22. März 2016 eine Pistole der Marke Walther PPK, Kaliber 7,65, sowie zumindest sieben Stück Munition;

         2./ ab zumindest März 2015 bis zum 22. März 2016 einen Schalldämpfer;

         3./ jedenfalls am 8. Juli 2016 eine aus einem Nagel mit Griffstück bestehende selbst hergestellte Stichwaffe;

         J./ Chamsat A***** fremde Sachen „beschädigt bzw zerstört“, indem er mit seinen Fäusten eine Vitrine, einen Bildschirm, einen Drucker und eine Glasscheibe des Geschäfts „H*****“ zertrümmerte und den Fliesenboden des Geschäftslokals durch Umstürzen eines Tisches beschädigte;

         K./ Zvezdan K***** am 19. Juni 2015 dem Boris G***** fremde bewegliche Sachen, nämlich zumindest 250 Euro, mit dem Vorsatz, sich durch deren Zueignung unrechtmäßig zu bereichern, weggenommen, indem er diesen Betrag aus dessen Kellnerbrieftasche an sich nahm;

         L./ sich an einer kriminellen Vereinigung als Mitglied beteiligt, und zwar

         I./ Edin D***** durch die Begehung der unter A./I./1./, C./I./2./, E./II./1./ und E./II./2./ angeführten Straftaten sowie dadurch, dass er Anweisungen an die ihm unterstehenden Mitglieder der Gruppierung erteilte und das Vorgehen der Vereinigung festlegte;

         II./ Chamsat A***** durch die Begehung der unter A./, C./I./4./, F./I./ und J./ angeführten Straftaten sowie dadurch, dass er die Anweisungen des Edin D***** umsetzte und Anweisungen an die ihm unterstehenden Mitglieder der Gruppierung erteilte;

         III./ Asludin H***** durch die Begehung der zu C./I./5./ angeführten Straftat sowie dadurch, dass er die Anweisungen des Edin D***** umsetzte, Anweisungen an die ihm unterstehenden Mitglieder erteilte und seine „Entscheidungsbefugnis“ für die Gruppierung ausübte;

         IV./ Magomed B***** durch die Begehung der zu A./I./1./, C./I./1./, C./I./2./, C./II./2./ und E./ (ausgenommen Punkt E./I./3./3.2./) angeführten Straftaten sowie dadurch, dass er die Anweisungen der ihm übergeordneten Mitglieder der Gruppierung umsetzte, im Auftrag des Edin D***** Kontakt zu Perica N***** und Alen O***** aufnahm, die laufenden Schutzgeldzahlungen vereinnahmte und durch seine Präsenz im Café C***** teils gemeinsam mit Marko Z***** die Kontrolle über das Lokal für die Gruppierung ausübte;

         V./ Marko Z***** durch die Begehung der zu A./I./1./1.1/, C./I./1./, D./II./ und E./II./1./ angeführten Straftaten sowie dadurch, dass er durch seine Präsenz im Café C***** gemeinsam mit Magomed B***** die Kontrolle über das Lokal für die Gruppierung ausübte;

         VI./ Zvezdan K***** durch die Begehung der zu A./I./, A./II./1./, C./I./3./ und E./I./1./ angeführten Straftaten sowie dadurch, dass er die Anweisungen der ihm übergeordneten Mitglieder der Gruppierung umsetzte, Geld für die Gruppierung vereinnahmte und Kontakt zu Perica N***** hielt;

VII./ Maja S***** durch die Begehung der zu B./ angeführten Straftat sowie dadurch, dass sie ihre Präsenz im Café C***** nutzte, um die Gruppierung über alle wesentlichen Vorkommnisse informiert zu halten und so die Kontrolle über das Lokal auszuüben;römisch sieben./ Maja S***** durch die Begehung der zu B./ angeführten Straftat sowie dadurch, dass sie ihre Präsenz im Café C***** nutzte, um die Gruppierung über alle wesentlichen Vorkommnisse informiert zu halten und so die Kontrolle über das Lokal auszuüben;

M./ Edin D*****

         I./ andere dazu bestimmt, vorschriftswidrig Suchtgift, nämlich Cannabiskraut mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 3,95 % THCA und 0,34 % Delta-9-THC,

         1./ in einer das Fünfundzwanzigfache der Grenzmenge (§ 28b SMG) übersteigenden Menge aus Bosnien und Herzegowina aus- und nach Österreich einzuführen, und zwar Anfang März 2008 den unbekannt gebliebenen Täter „Miro/Tihomir“ durch die Aufforderung, ihm das Suchtgift von Bosnien und Herzegowina nach W***** zu liefern, zur Aus- und Einfuhr von zumindest 50 Kilogramm, indem der unbekannte Täter „Miro/Tihomir“ die jeweiligen Staatsgrenzen überschritt; 1./ in einer das Fünfundzwanzigfache der Grenzmenge (Paragraph 28 b, SMG) übersteigenden Menge aus Bosnien und Herzegowina aus- und nach Österreich einzuführen, und zwar Anfang März 2008 den unbekannt gebliebenen Täter „Miro/Tihomir“ durch die Aufforderung, ihm das Suchtgift von Bosnien und Herzegowina nach W***** zu liefern, zur Aus- und Einfuhr von zumindest 50 Kilogramm, indem der unbekannte Täter „Miro/Tihomir“ die jeweiligen Staatsgrenzen überschritt;

         2./ in einer das Fünfzehnfache der Grenzmenge (§ 28b SMG) übersteigenden Menge, mit dem Vorsatz, dass es in Verkehr gesetzt werde, 2./ in einer das Fünfzehnfache der Grenzmenge (Paragraph 28 b, SMG) übersteigenden Menge, mit dem Vorsatz, dass es in Verkehr gesetzt werde,

         2.1./ zu besitzen und von der österreichischen Staatsgrenze nach W***** zu befördern, und zwar Anfang März 2008 den unbekannten Täter „Miro/Tihomir“ durch die Aufforderung, ihm Suchtgift von Bosnien und Herzegowina nach W***** zu liefern, in Hinblick auf das unter Punkt M./I./1./ angeführte Cannabiskraut;

         2.2./ zu befördern, und zwar zu einem nicht mehr festzustellenden Zeitpunkt zwischen März 2008 und 2. Juni 2008 Mehmed Al***** durch die Aufforderung, 15.632 Gramm Cannabiskraut (aus der zu Punkt M./I./1./ bzw M./II./1./ angeführten Suchtgiftmenge) von der ursprünglichen „Bunkerwohnung“ in W***** an die Anschrift K***** in W***** zu bringen;

         II./ vorschriftswidrig Suchtgift, nämlich Cannabiskraut mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 3,95 % THCA und 0,34 % Delta-9-THC, in einer das Fünfundzwanzigfache der Grenzmenge (§ 28b SMG) übersteigenden Menge II./ vorschriftswidrig Suchtgift, nämlich Cannabiskraut mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 3,95 % THCA und 0,34 % Delta-9-THC, in einer das Fünfundzwanzigfache der Grenzmenge (Paragraph 28 b, SMG) übersteigenden Menge

         1./ anderen überlassen, und zwar Anfang März 2008 Mehmed Al***** 50 Kilogramm, indem er ihn anwies, das Suchtgift aus seinem Pkw zu entnehmen und in die „Bunkerwohnung“ in W***** zu verbringen;

         2./ anderen verschafft, und zwar im Zeitraum von Anfang März 2008 bis zu einem nicht mehr festzustellenden Zeitpunkt vor dem 2. Juni 2008 Sead Ge***** und unbekannt gebliebenen Abnehmern rund 34 Kilogramm (aus der unter Punkt M./I./1./ bzw M./II./1./ angeführten Suchtgiftmenge), indem er Mehmed Al***** und Sabeta Sab***** jeweils anwies, das Suchtgift in Teilmengen an die von ihm zur „Bunkerwohnung“ in W***** begleiteten Abnehmer zu übergeben;

         N./ Edin D***** zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt vor dem 26. Jänner 2017 Dimitrija Mi***** dazu  bestimmt, als Zeuge vor Gericht bei seiner förmlichen Vernehmung zur Sache im Verfahren AZ ***** des Landesgerichts ***** falsch auszusagen, indem er ihm eine handschriftlich verfasste, vorgefertigte Aussage insbesondere in Zusammenhang mit Sead Ge***** zukommen ließ, in der angebliche Wahrnehmungen des Dimitrija Mi***** festgehalten waren, die dieser jedoch tatsächlich nicht gemacht hatte, und ihn aufforderte, diese tatsächlich nicht gemachten Wahrnehmungen in der Hauptverhandlung als eigene Erlebnisse wiederzugeben, woraufhin Dimitrija Mi***** in der Hauptverhandlung vom 22. Februar 2017 tatsächlich wahrheitswidrig bestätigte, die „in ON 509 angeführten“ Wahrnehmungen gemacht zu haben.

         Darüber hinaus wurde – soweit für die Erledigung der Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft relevant – der Angeklagte Magomed B***** von dem zu F./II./ der Anklageschrift erhobenen Vorwurf, er habe, wenn auch nur fahrlässig, unbefugt „Schusswaffen der Kategorie B bzw verbotene Waffen“ besessen, und zwar

         1./ von September 2015 bis zu einem „noch festzustellenden Zeitpunkt“ eine Pistole CZ 99 und

         2./ von Ende Februar 2016 bis zu einem „noch festzustellenden Zeitpunkt“ insgesamt drei Pistolen (357, CZ 99 und CZ 88),

         gemäß § 259 Z 3 StPO freigesprochen. gemäß Paragraph 259, Ziffer 3, StPO freigesprochen.

Dagegen richten sich Nichtigkeitsbeschwerden, die die Staatsanwaltschaft auf Z 3, Z 5, Z 7, Z 9 lit a und Z 10, Edin D***** auf Z 4, Z 5, Z 5a, Z 9 lit a, Z 10 und Z 11 und Marko Z***** sowie Maja S***** auf Z 11 jeweils des § 281 Abs 1 StPO stützen. Diese Nichtigkeitsbeschwerden geben auch Anlass zu amtswegiger Wahrnehmung gemäß § 290 Abs 1 zweiter Satz erster Fall StPO.Dagegen richten sich Nichtigkeitsbeschwerden, die die Staatsanwaltschaft auf Ziffer 3,, Ziffer 5,, Ziffer 7,, Ziffer 9, Litera a und Ziffer 10,, Edin D***** auf Ziffer 4,, Ziffer 5,, Ziffer 5 a,, Ziffer 9, Litera a,, Ziffer 10 und Ziffer 11 und Marko Z***** sowie Maja S***** auf Ziffer 11, jeweils des Paragraph 281, Absatz eins, StPO stützen. Diese Nichtigkeitsbeschwerden geben auch Anlass zu amtswegiger Wahrnehmung gemäß Paragraph 290, Absatz eins, zweiter Satz erster Fall StPO.

Rechtliche Beurteilung

Zur Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft:

Diese erweist sich – in Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur – als teilweise berechtigt.

Zum Angeklagten Asludin H*****:

Soweit die Beschwerdeführerin mit Verfahrensrüge (Z 3) – an sich zutreffend – das Fehlen eines Ausspruchs gemäß § 260 Abs 1 Z 2 StPO in Bezug auf die im Referat der entscheidenden Tatsachen (§ 260 Abs 1 Z 1 StPO) zu A./II./1./ und A./II./2./ erwähnten Beteiligungshandlungen des Angeklagten (vgl US 5 f; ON 644 AS 71 ff) reklamiert, ist sie mangels Einhaltung ihrer Rügeobliegenheit (§ 281 Abs 3 StPO; vgl ON 644 AS 115 f) zur Anfechtung nicht legitimiert (vgl 13 Os 23/17g).Soweit die Beschwerdeführerin mit Verfahrensrüge (Ziffer 3,) – an sich zutreffend – das Fehlen eines Ausspruchs gemäß Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer 2, StPO in Bezug auf die im Referat der entscheidenden Tatsachen (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins, StPO) zu A./II./1./ und A./II./2./ erwähnten Beteiligungshandlungen des Angeklagten vergleiche US 5 f; ON 644 AS 71 ff) reklamiert, ist sie mangels Einhaltung ihrer Rügeobliegenheit (Paragraph 281, Absatz 3, StPO; vergleiche ON 644 AS 115 f) zur Anfechtung nicht legitimiert vergleiche 13 Os 23/17g).

Aus § 281 Abs 1 Z 7 StPO kritisiert die Beschwerdeführerin die Nichterledigung von diesem Angeklagten zur Last gelegten Erpressungsvorwürfen (Anklagepunkte A./I./1./1.1./ und 1.3./).Aus Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 7, StPO kritisiert die Beschwerdeführerin die Nichterledigung von diesem Angeklagten zur Last gelegten Erpressungsvorwürfen (Anklagepunkte A./I./1./1.1./ und 1.3./).

Für die Beurteilung des Beschwerdevorbringens ist der prozessuale Tatbegriff (§ 267 StPO) maßgeblich. Dabei ist anhand eines Vergleichs der Anklage und des Urteils zu ermitteln, ob die jeweiligen Annahmen des historischen (Lebens-)Sachverhalts deckungsgleich sind (RIS-Justiz RS0113142, RS0121607; Schroll/Schillhammer, Rechtsmittel in Strafsachen2 Rz 234). Zweifel an der Erkennbarkeit des Prozessgegenstands schlagen dabei zu Lasten des Anklägers aus (RIS-Justiz RS0102147 [T9]; 14 Os 37/05f).Für die Beurteilung des Beschwerdevorbringens ist der prozessuale Tatbegriff (Paragraph 267, StPO) maßgeblich. Dabei ist anhand eines Vergleichs der Anklage und des Urteils zu ermitteln, ob die jeweiligen Annahmen des historischen (Lebens-)Sachverhalts deckungsgleich sind (RIS-Justiz RS0113142, RS0121607; Schroll/Schillhammer, Rechtsmittel in Strafsachen2 Rz 234). Zweifel an der Erkennbarkeit des Prozessgegenstands schlagen dabei zu Lasten des Anklägers aus (RIS-Justiz RS0102147 [T9]; 14 Os 37/05f).

Vorliegend legte die Staatsanwaltschaft Asludin H***** in der Anklageschrift (ON 324) zu A./I./1./1.1./ und A./I./1./1.3./ als Verbrechen der schweren Erpressung nach den §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2 StGB qualifizierte Taten (ON 324 AS 15) zur Last, weil er im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit weiteren Mitangeklagten mit auf unrechtmäßige Bereicherung gerichtetem Vorsatz durch längere Zeit fortgesetzte Gewaltanwendungen und Drohungen, insbesondere mit dem Tod und mit der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz die Inhaber des Café C***** Alen O***** und Marinko St***** von Frühjahr 2014 bis Anfang Jänner 2016 zur Zahlung von insgesamt 46.800 Euro und von November 2015 bis Anfang Jänner 2016 zur Bezahlung von 50.000 Euro genötigt haben soll (ON 324 AS 2 f). Konkrete Tathandlungen des Asludin H***** können dem Anklagetenor nicht entnommen werden. In der Anklagebegründung führt die Staatsanwaltschaft zum „Faktenkomplex Café C*****“ hinsichtlich Asludin H***** auch nur aus, dass dieser Mitglied einer von Edin D***** geleiteten, auf die Erpressung von Schutzgeld und die Begehung weiterer schwerwiegender Straftaten gerichteten kriminellen Vereinigung war, die Lokalbetreiber durch brutale, grundlose Übergriffe auf Lokalgäste zur Einstellung von vermeintlich für die Sicherheit im Lokal sorgenden, indes der Vereinigung angehörenden Türstehern und zur Bezahlung von Geldern nötigte (ON 324 AS 20 ff). In diesem Sinne stellte der Inhaber des Café C***** Alen O***** ab Sommer 2014 Perica N***** als Türsteher ein, wobei dies „erst nach Zustimmung von Asludin H*****“ erfolgte, „der insofern die Entscheidungsgewalt für die kriminelle Vereinigung ausübte“ (ON 324 AS 22).Vorliegend legte die Staatsanwaltschaft Asludin H***** in der Anklageschrift (ON 324) zu A./I./1./1.1./ und A./I./1./1.3./ als Verbrechen der schweren Erpressung nach den Paragraphen 144, Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, StGB qualifizierte Taten (ON 324 AS 15) zur Last, weil er im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit weiteren Mitangeklagten mit auf unrechtmäßige Bereicherung gerichtetem Vorsatz durch längere Zeit fortgesetzte Gewaltanwendungen und Drohungen, insbesondere mit dem Tod und mit der Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz die Inhaber des Café C***** Alen O***** und Marinko St***** von Frühjahr 2014 bis Anfang Jänner 2016 zur Zahlung von insgesamt 46.800 Euro und von November 2015 bis Anfang Jänner 2016 zur Bezahlung von 50.000 Euro genötigt haben soll (ON 324 AS 2 f). Konkrete Tathandlungen des Asludin H***** können dem Anklagetenor nicht entnommen werden. In der Anklagebegründung führt die Staatsanwaltschaft zum „Faktenkomplex Café C*****“ hinsichtlich Asludin H***** auch nur aus, dass dieser Mitglied einer von Edin D***** geleiteten, auf die Erpressung von Schutzgeld und die Begehung weiterer schwerwiegender Straftaten gerichteten kriminellen Vereinigung war, die Lokalbetreiber durch brutale, grundlose Übergriffe auf Lokalgäste zur Einstellung von vermeintlich für die Sicherheit im Lokal sorgenden, indes der Vereinigung angehörenden Türstehern und zur Bezahlung von Geldern nötigte (ON 324 AS 20 ff). In diesem Sinne stellte der Inhaber des Café C***** Alen O***** ab Sommer 2014 Perica N***** als Türsteher ein, wobei dies „erst nach Zustimmung von Asludin H*****“ erfolgte, „der insofern die Entscheidungsgewalt für die kriminelle Vereinigung ausübte“ (ON 324 AS 22).

Das Schöffengericht ging zum „Faktum A./I./1.1./ (Freispruch H*****)“ davon aus (US 37), dass nicht festgestellt werden konnte, dass Asludin H***** an einer Schlägerei im Café C***** teilnahm, um damit Alen O***** bzw Marinko St***** zu regelmäßigen Zahlungen an Magomed B***** zu nötigen (US 37 dritter Absatz). Weiters verwies es darauf, dass sich eine Beteiligung des Asludin H***** weder aus der Aussage des Marinko St***** noch aus jener des Alen O***** ergebe (US 81). Schließlich hielten die Tatrichter fest, dass sich Asludin H***** an der mit dem Ziel der Erpressung von Alen O***** und Marinko St***** unter der Leitung des Edin D***** gegründeten kriminellen Vereinigung (US 48, 94, 95) – insofern abweichend von der unter anderem auch den Vorwurf zu A./I./1./ erfassenden Anklage (vgl ON 324 AS 11) – durch die Begehung der unter C./I./5./ angeführten Tat (Nötigung des Roman A***** im Zusammenhang mit der Erpressung des Sava V***** [vgl US 46]) sowie „dadurch, dass er die Anweisungen Edin D*****s umsetzte, Anweisungen an die ihm unterstehenden Mitglieder erteilte und seine Entscheidungsbefugnis für die Gruppierung ausübte“, beteiligte bzw beteiligen wollte (US 49, 94).Das Schöffengericht ging zum „Faktum A./I./1.1./ (Freispruch H*****)“ davon aus (US 37), dass nicht festgestellt werden konnte, dass Asludin H***** an einer Schlägerei im Café C***** teilnahm, um damit Alen O***** bzw Marinko St***** zu regelmäßigen Zahlungen an Magomed B***** zu nötigen (US 37 dritter Absatz). Weiters verwies es darauf, dass sich eine Beteiligung des Asludin H***** weder aus der Aussage des Marinko St***** noch aus jener des Alen O***** ergebe (US 81). Schließlich hielten die Tatrichter fest, dass sich Asludin H***** an der mit dem Ziel der Erpressung von Alen O***** und Marinko St***** unter der Leitung des Edin D***** gegründeten kriminellen Vereinigung (US 48, 94, 95) – insofern abweichend von der unter anderem auch den Vorwurf zu A./I./1./ erfassenden Anklage vergleiche ON 324 AS 11) – durch die Begehung der unter C./I./5./ angeführten Tat (Nötigung des Roman A***** im Zusammenhang mit der Erpressung des Sava V***** [vgl US 46]) sowie „dadurch, dass er die Anweisungen Edin D*****s umsetzte, Anweisungen an die ihm unterstehenden Mitglieder erteilte und seine Entscheidungsbefugnis für die Gruppierung ausübte“, beteiligte bzw beteiligen wollte (US 49, 94).

Zum dargestellten Anklagevorwurf erging zwar weder ein förmlicher Schuld- noch ein Freispruch. Da aber in der (den Sachverhalt ungenügend aufbereitenden) Anklageschrift die dem Angeklagten als schwere Erpressung von Alen O***** und Marinko St***** zur Last gelegten Tathandlungen nicht konkretisiert wurden, umfassen die referierten Urteilsannahmen im Zweifel den gesamten dem Angeklagten Asludin H***** zu den Anklagepunkten A./I./1./1.1./ und A./I./1./1.3./ zur Last gelegten Sachverhalt, sodass das Schöffengericht durch die unter der Überschrift „Freispruch H*****“ getroffenen Negativfeststellungen zur Beteiligung des Genannten an den Erpressungshandlungen zum Nachteil von Alen O***** und Marinko St***** implizit einen Freispruch zum Ausdruck brachte, der die Anklage erledigte (vgl RIS-Justiz RS0116266 [T9]; Hinterhofer/Oshidari, Strafverfahren Rz 9.165).Zum dargestellten Anklagevorwurf erging zwar weder ein förmlicher Schuld- noch ein Freispruch. Da aber in der (den Sachverhalt ungenügend aufbereitenden) Anklageschrift die dem Angeklagten als schwere Erpressung von Alen O***** und Marinko St***** zur Last gelegten Tathandlungen nicht konkretisiert wurden, umfassen die referierten Urteilsannahmen im Zweifel den gesamten dem Angeklagten Asludin H***** zu den Anklagepunkten A./I./1./1.1./ und A./I./1./1.3./ zur Last gelegten Sachverhalt, sodass das Schöffengericht durch die unter der Überschrift „Freispruch H*****“ getroffenen Negativfeststellungen zur Beteiligung des Genannten an den Erpressungshandlungen zum Nachteil von Alen O***** und Marinko St***** implizit einen Freispruch zum Ausdruck brachte, der die Anklage erledigte vergleiche RIS-Justiz RS0116266 [T9]; Hinterhofer/Oshidari, Strafverfahren Rz 9.165).

Soweit die Staatsanwaltschaft diesen Freispruch eventualiter mit Rechtsrüge (Z 9 lit a) bekämpft und Feststellungsmängel behauptet, verfehlt sie die Anfechtungskriterien des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes. Denn sie übersieht, dass bereits die oben dargestellten – unbekämpft gebliebenen – Negativfeststellungen einen Schuldspruch in Richtung §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 und Abs 2 Z 2 StGB ausschließen. Soweit die Rüge aus den Angaben des Perica N***** und des Zeugen Alen O***** für ihren Standpunkt günstigere Schlüsse zur Beteiligung des Asludin H***** zieht, wendet sie sich bloß unzulässig gegen die tatrichterliche Beweiswürdigung.Soweit die Staatsanwaltschaft diesen Freispruch eventualiter mit Rechtsrüge (Ziffer 9, Litera a,) bekämpft und Feststellungsmängel behauptet, verfehlt sie die Anfechtungskriterien des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes. Denn sie übersieht, dass bereits die oben dargestellten – unbekämpft gebliebenen – Negativfeststellungen einen Schuldspruch in Richtung Paragraphen 144, Absatz eins, 145, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 2, Ziffer 2, StGB ausschließen. Soweit die Rüge aus den Angaben des Perica N***** und des Zeugen Alen O***** für ihren Standpunkt günstigere Schlüsse zur Beteiligung des Asludin H***** zieht, wendet sie sich bloß unzulässig gegen die tatrichterliche Beweiswürdigung.

Zu A./II./2./ referierte (§ 260 Abs 1 Z 1 StPO) das Schöffengericht (in objektiver Hinsicht) eine weitere Erpressungshandlung des Angeklagten, ohne jedoch insoweit einen Schuld- oder Freispruch (§§ 259, 260 Abs 1 Z 2 StPO) zu fällen. Indem die Staatsanwaltschaft insoweit das Fehlen von Feststellungen in den Entscheidungsgründen mit Rechts- und Subsumtionsrüge (Z 9 lit a und Z 10) bekämpft, verkennt sie, dass Bezugspunkt materieller Nichtigkeit stets der Schuldspruch (§ 260 Abs 1 Z 2 StPO) oder der Freispruch (§ 259 StPO) ist (Hinterhofer/Oshidari, Strafverfahren Rz 9.208). Bleibt anzumerken, dass die Beschwerdeführerin zu diesem Vorwurf eine Nichterledigung der Anklage (§ 281 Abs 1 Z 7 StPO) nicht geltend macht.Zu A./II./2./ referierte (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins, StPO) das Schöffengericht (in objektiver Hinsicht) eine weitere Erpressungshandlung des Angeklagten, ohne jedoch insoweit einen Schuld- oder Freispruch (Paragraphen 259, 260, Absatz eins, Ziffer 2, StPO) zu fällen. Indem die Staatsanwaltschaft insoweit das Fehlen von Feststellungen in den Entscheidungsgründen mit Rechts- und Subsumtionsrüge (Ziffer 9, Litera a und Ziffer 10,) bekämpft, verkennt sie, dass Bezugspunkt materieller Nichtigkeit stets der Schuldspruch (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer 2, StPO) oder der Freispruch (Paragraph 259, StPO) ist (Hinterhofer/Oshidari, Strafverfahren Rz 9.208). Bleibt anzumerken, dass die Beschwerdeführerin zu diesem Vorwurf eine Nichterledigung der Anklage (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 7, StPO) nicht geltend macht.

Hingegen betont die Beschwerdeführerin zu Recht, dass in Bezug auf die vom Erstgericht verneinte Beteiligung des Angeklagten an der Erpressung zum Nachteil des Kiril Ki***** (A./II./1./) erhebliche, in der Hauptverhandlung vorgekommene Verfahrensergebnisse unberücksichtigt geblieben sind (Z 5 zweiter Fall), die eine entsprechend vorsätzlich Involvierung des Asludin H***** in das vorliegende kriminelle Geschehen indizieren. So unterblieb die gebotene Erörterung des zwischen Reuven Ali***** und Kiril Ki***** geführten Telefongesprächs, in dem von einer (Teil-)Zahlung von 2.000 Euro an den Angeklagten die Rede ist (AS 13 ON 15 in ON 265a; vgl auch ON 508 AS 31). Ebensowenig setzten sich die Tatrichter mit den Angaben des Reuven Ali***** auseinander, wonach er den Angeklagten im Namen des Kiril Ki***** um Stundung der geforderten Zahlung ersuchte (ON 292 AS 21).Hingegen betont die Beschwerdeführerin zu Recht, dass in Bezug auf die vom Erstgericht verneinte Beteiligung des Angeklagten an der Erpressung zum Nachteil des Kiril Ki***** (A./II./1./) erhebliche, in der Hauptverhandlung vorgekommene Verfahrensergebnisse

Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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