RS OGH 2026/3/18 14Os3/00; 13Os7/01 (13Os8/01); 14Os96/03; 14Os79/03; 12Os109/04; 11Os83/05y; 12Os11

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 01.02.2000
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Norm

StGB §28
StGB §29
StGB §30
StGB §31
StPO §262 C
StPO §263
StPO §267
StPO §281 Abs1 Z8
StPO §345 Abs1 Z7
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Ob das Urteil die Anklage überschreitet, ist an Hand des prozessualen Tatbegriffes zu beurteilen. Meinen Anklage und Urteil denselben Sachverhalt, dieselbe Tat, liegt Anklageüberschreitung nicht vor.

Entscheidungstexte

  • RS0113142">14 Os 3/00
    Entscheidungstext OGH 01.02.2000 14 Os 3/00
  • RS0113142">13 Os 7/01
    Entscheidungstext OGH 31.01.2001 13 Os 7/01
    Vgl auch; Beisatz: Identität von Anklagesachverhalt und Urteilssachverhalt in Hinsicht auf den Diebstahl wird durch die Annahme eines gegenüber der schriftlichen Anklage um 11.540 S erhöhten Beutebetrages nicht berührt. (T1)
  • RS0113142">14 Os 96/03
    Entscheidungstext OGH 05.08.2003 14 Os 96/03
    Vgl; Beisatz: Da Gegenstand einer Berufung stets nur die Überprüfung des erstgerichtlichen Urteils und damit ausschließlich die im Verfahren erster Instanz angeklagte Tat im Sinn des damit umschriebenen Lebenssachverhalts (prozessualer Tatbegriff) sein kann (§ 267 StPO), ist es dem Berufungsgericht verwehrt, auf einen von der Anklagebehörde vor dem Erstgericht nicht inkriminierten Sachverhalt inhaltlich einzugehen. (T2)
  • RS0113142">14 Os 79/03
    Entscheidungstext OGH 30.09.2003 14 Os 79/03
    Vgl auch; Beisatz: Der unter Anklage gestellte Lebenssachverhalt ist vom Gericht nach allen Richtungen unter den rechtlich maßgeblichen Umständen zu erforschen und jenem Gesetz zu unterstellen, das bei richtiger Auslegung darauf anzuwenden ist. Eine Tat im prozessualen Sinn (ein angeklagter historischer Sachverhalt) kann ohne weiteres mehreren selbständigen Taten im Sinn des materiellen Rechtes entsprechen, deren Verwirklichung der Ankläger alternativ oder nebeneinander als begangen ansieht. (T3)
  • RS0113142">12 Os 109/04
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 12 Os 109/04
    Vgl auch
  • RS0113142">11 Os 83/05y
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 11 Os 83/05y
    Auch; Beisatz: Der Nichtigkeitsgrund der Z 8 des § 281 Abs 1 StPO stellt nicht auf die Wortgleichheit der Anklage- und Urteilsformulierungen, sondern darauf ab, ob Anklage und Urteil denselben Lebenssachverhalt meinen. (T4)
  • RS0113142">12 Os 118/05b
    Entscheidungstext OGH 15.12.2005 12 Os 118/05b
    Auch; Beis wie T4
  • RS0113142">11 Os 121/05m
    Entscheidungstext OGH 13.12.2005 11 Os 121/05m
    Auch
  • RS0113142">11 Os 12/06h
    Entscheidungstext OGH 28.03.2006 11 Os 12/06h
    Auch
  • RS0113142">14 Os 17/06s
    Entscheidungstext OGH 04.04.2006 14 Os 17/06s
    Auch
  • RS0113142">13 Os 87/06b
    Entscheidungstext OGH 08.11.2006 13 Os 87/06b
  • RS0113142">13 Os 70/07d
    Entscheidungstext OGH 01.08.2007 13 Os 70/07d
    Auch; nur: Meinen Anklage und Urteil denselben Sachverhalt, dieselbe Tat, liegt Anklageüberschreitung nicht vor. (T5)
    Beisatz: Der Umstand, dass das Urteil den Tatzeitpunkt weiter umgrenzt als die Anklage, vermag hieran nichts zu ändern. (T6)
  • RS0113142">15 Os 46/07i
    Entscheidungstext OGH 08.08.2007 15 Os 46/07i
    Auch
  • RS0113142">11 Os 65/07d
    Entscheidungstext OGH 04.10.2007 11 Os 65/07d
    Vgl auch; Beisatz: Der Nichtigkeitsgrund des § 281 Abs 1 Z 8 StPO bezieht sich auf die Identität von angeklagtem und urteilsmäßig erledigtem Handlungssubstrat, also darauf, ob Anklage und Urteil den selben Lebenssachverhalt meinen (WK-StPO § 281 Rz 502). (T7)
  • RS0113142">13 Os 102/07k
    Entscheidungstext OGH 14.12.2007 13 Os 102/07k
    Auch
  • RS0113142">12 Os 141/07p
    Entscheidungstext OGH 13.12.2007 12 Os 141/07p
    Vgl auch; Beisatz: Der Nichtigkeitsgrund des § 345 Abs 1 Z 7 StPO stellt ausdrücklich auf den prozessualen Tatbegriff des § 267 StPO ab. Es ist lediglich von Interesse, ob der bekämpfte Schuldspruch im von der Anklagebehörde geschilderten Lebenssachverhalt als historischem Geschehen Deckung findet. Dabei bilden Anklagetenor (§ 207 Abs 2 Z 2 StPO) und Begründung der Anklageschrift (§ 207 Abs 3 StPO), die gerade der Konkretisierung der näheren Tatumstände, mit anderen Worten der genaueren Abgrenzung des Prozessgegenstandes dient, eine Einheit. (T8)
  • 16 Bkd 1/07
    Entscheidungstext OGH 08.10.2007 16 Bkd 1/07
    Vgl; Beisatz: Nach der Strafprozessordnung kann Gegenstand einer Berufung stets nur die Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils und damit ausschließlich der im Verfahren erster Instanz umschriebene Lebenssachverhalt (der prozessuale Tatbegriff, die angeklagte Tat) sein. Dem Berufungsgericht ist es verwehrt, auf einen vor dem Erstgericht nicht inkriminierten Sachverhalt einzugehen, selbst wenn die Anklagebehörde in der Berufungsverhandlung entsprechend ausdehnen würde. Gleiches hat aufgrund der Bestimmung des § 77 Abs 3 DSt über die sinngemäße Anwendung der Strafprozessordnung für den vorliegenden Fall zu gelten. (T9)
  • RS0113142">14 Os 170/07t
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 14 Os 170/07t
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Der geforderten Identität stünde daher die Annahme vom Ankläger nicht genannter Tathandlungen des alternativen Mischdelikts der betrügerischen Krida nach § 156 StGB nicht entgegen. (T10)
  • RS0113142">11 Os 108/07b
    Entscheidungstext OGH 01.04.2008 11 Os 108/07b
    Vgl auch
  • RS0113142">12 Os 81/08s
    Entscheidungstext OGH 17.07.2008 12 Os 81/08s
    Auch; nur T5; Beis wie T7
  • RS0113142">13 Os 60/08k
    Entscheidungstext OGH 23.07.2008 13 Os 60/08k
    Auch
  • RS0113142">Ds 4/08
    Entscheidungstext OGH 25.09.2008 Ds 4/08
    nur T5; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Disziplinarverfahren nach RStDG; Identität zwischen Verweisungsbeschluss und Disziplinarerkenntnis. (T11)
  • RS0113142">12 Os 91/08m
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 12 Os 91/08m
    Vgl
  • RS0113142">13 Os 31/09x
    Entscheidungstext OGH 07.05.2009 13 Os 31/09x
  • RS0113142">14 Os 88/09m
    Entscheidungstext OGH 25.08.2009 14 Os 88/09m
    Vgl
  • RS0113142">13 Os 75/09t
    Entscheidungstext OGH 15.10.2009 13 Os 75/09t
    Auch
  • RS0113142">14 Os 112/09s
    Entscheidungstext OGH 17.11.2009 14 Os 112/09s
  • RS0113142">12 Os 133/09i
    Entscheidungstext OGH 29.10.2009 12 Os 133/09i
    Vgl; Beisatz: Von einem Überschreiten der Anklage kann nur dann gesprochen werden, wenn das Urteil den Angeklagten eines Verhaltens schuldig erkennt, welches nicht Gegenstand der Anklage war. Nur an diesen Anklagevorwurf ist das Gericht gemäß §§ 262, 267 StPO gebunden. Im Übrigen hat es jedoch das Verhalten des Angeklagten im Bezug auf das inkriminierte Ereignis nach allen Richtungen zu erforschen und sich ohne Rücksicht auf die in der Anklage vertretene Anschauung ein Urteil zu bilden, in welcher Art sich das Ereignis abgespielt und in welcher Form sich der Angeklagte daran beteiligt hat. (T12)
  • RS0113142">12 Os 152/09h
    Entscheidungstext OGH 11.03.2010 12 Os 152/09h
    Vgl
  • RS0113142">11 Os 158/10k
    Entscheidungstext OGH 20.01.2011 11 Os 158/10k
    Auch
  • RS0113142">12 Os 147/10z
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 12 Os 147/10z
    Auch
  • RS0113142">15 Os 56/11s
    Entscheidungstext OGH 25.05.2011 15 Os 56/11s
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T7
  • RS0113142">11 Os 74/11h
    Entscheidungstext OGH 30.06.2011 11 Os 74/11h
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Art des Suchtgifts. (T13)
  • RS0113142">13 Os 161/11t
    Entscheidungstext OGH 10.05.2012 13 Os 161/11t
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Verletzungen abgabenrechtlicher Pflichten im Zusammenhang mit denselben wirtschaftlichen Vorgängen. (T14)
  • RS0113142">13 Os 94/12s
    Entscheidungstext OGH 18.10.2012 13 Os 94/12s
    Auch; Beisatz: Hier: Schreibfehler in der schriftlichen Fassung der Hauptfragen. (T15)
  • RS0113142">12 Os 136/12k
    Entscheidungstext OGH 31.01.2013 12 Os 136/12k
    Auch
  • RS0113142">14 Os 45/13v
    Entscheidungstext OGH 27.08.2013 14 Os 45/13v
    Vgl
  • RS0113142">14 Os 187/13a
    Entscheidungstext OGH 28.01.2014 14 Os 187/13a
    Vgl; Beisatz: Es ist ohne Belang, ob Tenor oder Begründung der Anklageschrift auf ein als Prozessgegenstand in Betracht kommendes Geschehen verweisen. (T16)
    Beisatz: Ein Urteil überschreitet die Anklage nicht, wenn der Schuldspruch in dem dort geschilderten Lebenssachverhalt als historischem Geschehen (prozessualer Tatbegriff) Deckung findet, wobei die unter Anklage gestellte Tat auch andere in den Rahmen des Gesamtverhaltens des Angeklagten fallende Handlungen, die auf denselben strafgesetzwidrigen Erfolg zielen, erfasst. (T17)
  • RS0113142">13 Os 8/15y
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 8/15y
  • RS0113142">13 Os 46/15m
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 13 Os 46/15m
    Vgl
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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