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Samstag, 27. Mai 2017

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§ 201 StGB Vergewaltigung
 
 Gesetzestext (Berücksichtigter Stand der Gesetzgebung: 2016-12-31)

(1) Wer eine Person mit Gewalt, durch Entziehung der persönlichen Freiheit oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben (§ 89) zur Vornahme oder Duldung des Beischlafes oder einer dem Beischlaf gleichzusetzenden geschlechtlichen Handlung nötigt, ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen.

(2) Hat die Tat eine schwere Körperverletzung (§ 84 Abs. 1) oder eine Schwangerschaft der vergewaltigten Person zur Folge oder wird die vergewaltigte Person durch die Tat längere Zeit hindurch in einen qualvollen Zustand versetzt oder in besonderer Weise erniedrigt, so ist der Täter mit Freiheitsstrafe von fünf bis zu fünfzehn Jahren, hat die Tat aber den Tod der vergewaltigten Person zur Folge, mit Freiheitsstrafe von zehn bis zu zwanzig Jahren oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe zu bestrafen.

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 Kommentar zu § 201 StGB

von lexlegis

Das Verabreichen von KO Tropfen erfüllte laut OGH das Tatbildmerkmal "Gewalt".  

Auch, wenn dies nicht der Fall wäre, könnte man den anschließenden Missbrauch am Opfer problemlos unter § 205 Abs 1 StGB subsumieren. Die Strafdrohungen sind deckungsgleich.

Fasst der Täter den Entschluss zum Missbrauch des Opfers erst nachdem er es wehrlos gemacht hat, ist § 201 Abs 1 StGB wegen des Grundsatzes dolus superveniens non nocet nicht anwendbar. Hier kommt ebenso eine Strafbarkeit nach § 205 Abs 1 StGB in Betracht.

Die in Abs 2 erwähnte schwere KV kann unmittelbar vor (im ersten Akt durch Anwendung der Gewalt), während oder nach dem Missbrauch resultieren und ist dem Täter über die Erfolgsqualifikation vollauf zuzurechnen. Auch eine später entwickelte (nachgewiesene) länger andauernde postraumatische Belastungsstörung erfüllt das erforderliche Tatbildmerkmal der schweren KV.

Eine besondere Erniedrigung des Opfers nach § 201 Abs 2 StGB liegt dann vor, wenn diese über das mit einer Vergewaltigung üblicherweise verbundene Maß an Erniedrigung hinausreicht. 

Das Ejakulieren in den Mund des Opfers ist laut OGH keine zwingende Begleiterscheinung eines erzwungenen und im Sinne des § 201 Abs 1 StGB tatbildlichen Oralverkehrs. Sie stellt eine für das Opfer besondere Erniedrigung dar, weshalb das Verhalten unter die mit einer höheren Strafdrohung bedachte Qualifikationsnorm des § 201 Abs 2 vierter Fall StGB zu subsumieren ist.

Informationen zum Autor/zur Autorin dieses Fachkommentars: lexlegis

(Zitiervorschlag: lexlegis in jusline.at, StGB, § 201, 04.03.2017)

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 Entscheidungen zu § 201 StGB
Entscheidungen zu § 201 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
  •  Entscheidungen des VwGH (seit 02/1948)
Entscheidungen zu § 201 Abs. 1 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
  •  Entscheidungen des VwGH (seit 02/1948)
Entscheidungen zu § 201 Abs. 2 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 201 Abs. 2StPO StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 201 Abs. 2 StGB
  •  Entscheidungen des VwGH (seit 02/1948)
Entscheidungen zu § 201 Abs. 3 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 201 Abs. 3AHG StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
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