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Freitag, 21. Juli 2017

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§ 207b StGB Sexueller Missbrauch von Jugendlichen
 
 Gesetzestext (Berücksichtigter Stand der Gesetzgebung: 2017-07-21)

(1) Wer an einer Person, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und aus bestimmten Gründen noch nicht reif genug ist, die Bedeutung des Vorgangs einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, unter Ausnützung dieser mangelnden Reife sowie seiner altersbedingten Überlegenheit eine geschlechtliche Handlung vornimmt, von einer solchen Person an sich vornehmen lässt oder eine solche Person dazu verleitet, eine geschlechtliche Handlung an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

(2) Wer an einer Person, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, unter Ausnützung einer Zwangslage dieser Person eine geschlechtliche Handlung vornimmt, von einer solchen Person an sich vornehmen lässt oder eine solche Person dazu verleitet, eine geschlechtliche Handlung an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

(3) Wer eine Person, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, unmittelbar durch ein Entgelt dazu verleitet, eine geschlechtliche Handlung an ihm oder einem Dritten vorzunehmen oder von ihm oder einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

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 Kommentar zu § 207b StGB

von lexlegis

Grundsätzlich ist der einvernehmliche Geschlechtsverkehr mit einer Person die das 14. Lebensjahr erreicht hat in Österreich erlaubt.

Eine Ausnahme bildet § 207b Abs 1 StGB, der auch mündige Personen unter 16 Jahren noch schützt, wenn diese innerlich offenbar noch ein Kind sind.

Abs 3 ist ein Tätigkeitsdelikt. Es genügt das "Verleiten" einer minderjährigen Person um volle Strafbarkeit zu begründen. Eine tatsächliche sexuelle Leistung muss vom Opfer nicht erbracht werden. Das Anbieten eines Entgeltes für sexuelle Leistungen ist erst erlaubt, wenn die Person das 18. Lebensjahr vollendet hat. Unter Entgelt ist jede wirtschaftlich bedeutsame Gegenleistung zu verstehen (auch Geschenke oder andere rechtliche Versprechen). Für das Zustandekommen der sexuellen Leistung muss nach allgemeinem Verständnis Einigkeit darüber bestehen, dass es durch das Entgelt zu dieser Gegenleistung kommen wird (also eine ausgemachte Bedingung darstellen) und nicht bloß die Wahrscheinlichkeit für eine solche Leistung erhöhen. Das Einladen einer Person zu einem Getränk ist also noch nicht das Verleiten durch das Anbieten eines Entgeltes zu einer sexuelle Leistung.

Informationen zum Autor/zur Autorin dieses Fachkommentars: lexlegis

(Zitiervorschlag: lexlegis in jusline.at, StGB, § 207b, 04.03.2017)

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 Entscheidungen zu § 207b StGB
Entscheidungen zu § 207b StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 207b Abs. 1 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 207b Abs. 2 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 207b Abs. 3 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
  •  Entscheidungen des VwGH (seit 02/1948)
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...Nachricht! Homosexuelle Handlungen (1 Antwort) Anton 19.03.2015 11:38:40
RE: Homosexuelle Handlungen lexlegis 19.03.2015 11:38:40