RS OGH 2025/12/10 11Os21/18z; 11Os131/18a; 12Os1/19t (12Os2/19i); 12Os146/18i; 13Os58/20h; 12Os85/20

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 13.03.2018
beobachten
merken

Norm

SMG §27
SMG §35 Abs1
  1. SMG § 27 heute
  2. SMG § 27 gültig ab 01.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 23/2016
  3. SMG § 27 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  4. SMG § 27 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  5. SMG § 27 gültig von 01.06.2001 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2001
  6. SMG § 27 gültig von 01.01.1998 bis 31.05.2001
  1. SMG § 35 heute
  2. SMG § 35 gültig ab 01.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 23/2016
  3. SMG § 35 gültig von 01.01.2016 bis 31.05.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2015
  4. SMG § 35 gültig von 15.12.2015 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2015
  5. SMG § 35 gültig von 14.08.2015 bis 14.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  6. SMG § 35 gültig von 01.01.2011 bis 13.08.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  7. SMG § 35 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  8. SMG § 35 gültig von 01.06.2001 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2001
  9. SMG § 35 gültig von 01.01.1998 bis 31.05.2001

Rechtssatz

Das (Diversions-)Kriterium des § 35 Abs 1 SMG und die (materielle) Voraussetzung des § 27 Abs 2 SMG („ausschließlich zum persönlichen Gebrauch“) werden insofern gleich verstanden, als nicht nur „Eigenkonsum“, sondern auch uneigennütziges Handeln zum persönlichen Gebrauch eines anderen (vgl § 35 Abs 1 SMG) den Privilegierungstatbestand erfüllt. Daraus folgt, dass – unbeschadet der Änderung in § 35 Abs 1 SMG mit BGBl I 2015/144 („§ 27 Abs 1 oder 2“ statt zuvor „§ 27 Abs 1 und 2“), die zur „Klarstellung“ dienen sollte – hinsichtlich einer Tat nach § 27 Abs 1 SMG das angesprochene Diversionskriterium genau dann erfüllt ist, wenn die Voraussetzungen des § 27 Abs 2 SMG vorliegen: Hier wie dort wird (nur) verlangt, dass die Tat ausschließlich für den eigenen persönlichen Gebrauch oder, ohne dass der Täter daraus einen Vorteil gezogen hat, für den persönlichen Gebrauch eines anderen begangen wurde. Wurden daher durch die Tat § 27 Abs 1 und 2 SMG verwirklicht, ist Diversion nach § 35 Abs 1 (iVm § 37) SMG – bei Vorliegen auch der weiteren Voraussetzungen und Bedingungen (§ 35 Abs 3 bis 7 SMG) – stets geboten. Dagegen ist diversionelles Vorgehen nach dieser Bestimmung – logisch – niemals zulässig, wenn durch die Tat nur Abs 1 (und nicht auch Abs 2) des § 27 SMG verwirklicht wurde.Das (Diversions-)Kriterium des Paragraph 35, Absatz eins, SMG und die (materielle) Voraussetzung des Paragraph 27, Absatz 2, SMG („ausschließlich zum persönlichen Gebrauch“) werden insofern gleich verstanden, als nicht nur „Eigenkonsum“, sondern auch uneigennütziges Handeln zum persönlichen Gebrauch eines anderen vergleiche Paragraph 35, Absatz eins, SMG) den Privilegierungstatbestand erfüllt. Daraus folgt, dass – unbeschadet der Änderung in Paragraph 35, Absatz eins, SMG mit BGBl I 2015/144 („§ 27 Absatz eins, oder 2“ statt zuvor „§ 27 Absatz eins und 2), die zur „Klarstellung“ dienen sollte – hinsichtlich einer Tat nach Paragraph 27, Absatz eins, SMG das angesprochene Diversionskriterium genau dann erfüllt ist, wenn die Voraussetzungen des Paragraph 27, Absatz 2, SMG vorliegen: Hier wie dort wird (nur) verlangt, dass die Tat ausschließlich für den eigenen persönlichen Gebrauch oder, ohne dass der Täter daraus einen Vorteil gezogen hat, für den persönlichen Gebrauch eines anderen begangen wurde. Wurden daher durch die Tat Paragraph 27, Absatz eins und 2 SMG verwirklicht, ist Diversion nach Paragraph 35, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 37,) SMG – bei Vorliegen auch der weiteren Voraussetzungen und Bedingungen (Paragraph 35, Absatz 3 bis 7 SMG) – stets geboten. Dagegen ist diversionelles Vorgehen nach dieser Bestimmung – logisch – niemals zulässig, wenn durch die Tat nur Absatz eins, (und nicht auch Absatz 2,) des Paragraph 27, SMG verwirklicht wurde.

Entscheidungstexte

  • RS0131952">11 Os 21/18z
    Entscheidungstext OGH 13.03.2018 11 Os 21/18z
  • RS0131952">11 Os 131/18a
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 131/18a
    Auch
  • RS0131952">12 Os 1/19t
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 12 Os 1/19t
    Auch
  • RS0131952">12 Os 146/18i
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 12 Os 146/18i
    nur: Wurden durch die Tat § 27 Abs 1 und Abs 2 SMG verwirklicht, so ist Diversion nach § 35 Abs 1 (iVm § 37) SMG – bei Vorliegen auch der weiteren Voraussetzungen und Bedingungen (§ 35 Abs 3 bis 7 SMG) – stets geboten. (T1)
    Beisatz: Nachdem im § 35 Abs 1 SMG keine spezialpräventiven Ausschlussgründe vorgesehen sind, steht auch eine allfällige Vorstrafenbelastung einer vorläufigen Verfahrenseinstellung nicht entgegen. (T2)
  • RS0131952">13 Os 58/20h
    Entscheidungstext OGH 29.07.2020 13 Os 58/20h
  • RS0131952">12 Os 85/20x
    Entscheidungstext OGH 10.09.2020 12 Os 85/20x
    Vgl
  • RS0131952">15 Os 146/19p
    Entscheidungstext OGH 30.06.2020 15 Os 146/19p
    Vgl
  • RS0131952">13 Os 84/21h
    Entscheidungstext OGH 29.09.2021 13 Os 84/21h
    Vgl
  • RS0131952">11 Os 19/22m
    Entscheidungstext OGH 05.04.2022 11 Os 19/22m
    Vgl; Beisatz: Hier: Ein Vorgehen nach § 35 Abs 2 (iVm § 37) SMG scheidet fallbezogen schon mangels Vorliegens der Voraussetzungen der Z 3 leg cit zufolge einer Verurteilung des Angeklagten wegen Vergehens des unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften nach § 27 Abs 1 Z 1 achter Fall, Abs 3 SMG im Jahr 2015 und einer weiteren dazu im Zusatzstrafenverhältnis (§ 31 Abs 1 StGB) stehenden wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels nach § 12 dritter Fall StGB, § 28a Abs 1 zweiter und dritter Fall SMG und weiterer strafbarer Handlungen nach dem SMG aus. (T3)
    Beisatz: vgl dazu auch 11 Os 131/18a. (T4)
  • RS0131952">12 Os 35/22x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2022 12 Os 35/22x
    Vgl
  • RS0131952">12 Os 133/22h
    Entscheidungstext OGH 07.12.2022 12 Os 133/22h
    Vgl
  • RS0131952">14 Os 40/23y
    Entscheidungstext OGH 23.05.2023 14 Os 40/23y
    vgl; Beisatz wie T1
  • RS0131952">13 Os 55/23x
    Entscheidungstext OGH 20.09.2023 13 Os 55/23x
    vgl; Beisatz: Hier: § 30 Abs 2 SMG (T5)
  • RS0131952">14 Os 115/23b
    Entscheidungstext OGH 28.11.2023 14 Os 115/23b
    vgl
  • RS0131952">12 Os 125/23h
    Entscheidungstext OGH 23.11.2023 12 Os 125/23h
    vgl; nur T1
  • RS0131952">14 Os 67/24w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2024 14 Os 67/24w
    vgl
  • RS0131952">15 Os 120/24x
    Entscheidungstext OGH 13.11.2024 15 Os 120/24x
    vgl
  • RS0131952">14 Os 31/25b
    Entscheidungstext OGH 13.05.2025 14 Os 31/25b
    vgl
  • RS0131952">11 Os 49/25b
    Entscheidungstext OGH 03.06.2025 11 Os 49/25b
    vgl
  • RS0131952">13 Os 86/25h
    Entscheidungstext OGH 15.10.2025 13 Os 86/25h
    vgl
  • RS0131952">12 Os 135/25g
    Entscheidungstext OGH 10.12.2025 12 Os 135/25g
    vgl; nur T1
  • RS0131952">12 Os 134/25k
    Entscheidungstext OGH 10.12.2025 12 Os 134/25k
    vgl; Beisatz wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2018:RS0131952

Im RIS seit

23.04.2018

Zuletzt aktualisiert am

26.01.2026
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten