RS OGH 2025/6/13 13Ns21/09f; 13Ns46/09g; 13Ns41/10y; 11Ns69/08y; 13Ns5/11f; 11Ns5/12t; 14Ns41/12h; 1

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 13.06.2025
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Norm

StPO §37 Abs2
  1. StPO § 37 heute
  2. StPO § 37 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 37 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2016
  4. StPO § 37 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2014
  5. StPO § 37 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  6. StPO § 37 gültig von 31.12.1975 bis 30.06.1986 aufgehoben durch BGBl. Nr. 164/1986

Rechtssatz

Aufbauend auf den Grundsätzen der Verfahrenskonzentration und des Vorrangs des Gerichts höherer Ordnung regelt § 37 Abs 2 StPO im zweiten und dritten Satz den Fall, dass für die gemeinsame Verfahrensführung mehrere untereinander gleichrangige Gerichte „höherer Ordnung" in Frage kommen, und zwar dergestalt, dass das Verfahren dem Gericht zukommt, in dessen Zuständigkeit die frühere Straftat fällt (§ 37 Abs 2 zweiter Satz StPO). Von dieser Anknüpfung an die zeitliche Abfolge der Taten besteht eine der Verfahrensökonomie dienende Ausnahme für den Fall, dass für das Ermittlungsverfahren eine Staatsanwaltschaft bei einem Landesgericht zuständig war, in dessen Sprengel eine der angeklagten strafbaren Handlungen begangen worden sein soll (§ 37 Abs 2 dritter Satz StPO). Diese Bestimmung ändert nichts am Grundsatz des Vorrangs des Gerichts höherer Ordnung. § 37 Abs 2 dritter Satz StPO betrifft maW nur den zweiten, nicht aber den ersten Satz des § 37 Abs 2 StPO.Aufbauend auf den Grundsätzen der Verfahrenskonzentration und des Vorrangs des Gerichts höherer Ordnung regelt Paragraph 37, Absatz 2, StPO im zweiten und dritten Satz den Fall, dass für die gemeinsame Verfahrensführung mehrere untereinander gleichrangige Gerichte „höherer Ordnung" in Frage kommen, und zwar dergestalt, dass das Verfahren dem Gericht zukommt, in dessen Zuständigkeit die frühere Straftat fällt (Paragraph 37, Absatz 2, zweiter Satz StPO). Von dieser Anknüpfung an die zeitliche Abfolge der Taten besteht eine der Verfahrensökonomie dienende Ausnahme für den Fall, dass für das Ermittlungsverfahren eine Staatsanwaltschaft bei einem Landesgericht zuständig war, in dessen Sprengel eine der angeklagten strafbaren Handlungen begangen worden sein soll (Paragraph 37, Absatz 2, dritter Satz StPO). Diese Bestimmung ändert nichts am Grundsatz des Vorrangs des Gerichts höherer Ordnung. Paragraph 37, Absatz 2, dritter Satz StPO betrifft maW nur den zweiten, nicht aber den ersten Satz des Paragraph 37, Absatz 2, StPO.

Entscheidungstexte

  • RS0124935">13 Ns 21/09f
    Entscheidungstext OGH 18.06.2009 13 Ns 21/09f
  • RS0124935">13 Ns 46/09g
    Entscheidungstext OGH 23.07.2009 13 Ns 46/09g
    Vgl auch; Beisatz: Diese Bestimmung ändert nichts am Vorrang des für den unmittelbaren Täter zuständigen Gerichts. (T1)
  • RS0124935">13 Ns 41/10y
    Entscheidungstext OGH 03.09.2010 13 Ns 41/10y
    Auch
  • 11 Ns 69/08y
    Entscheidungstext OGH 21.10.2010 11 Ns 69/08y
    Vgl; Beisatz: Der letzte Satz des § 37 Abs 2 StPO ist Ausnahme zum unmittelbar vorhergehenden Satz so auszulegen, dass lediglich die aktuelle Führung eines Ermittlungsverfahrens durch eine Staatsanwaltschaft Bedeutung für die gerichtliche Zuständigkeit entfaltet. (T2)
  • RS0124935">13 Ns 5/11f
    Entscheidungstext OGH 25.02.2011 13 Ns 5/11f
    Auch
  • RS0124935">11 Ns 5/12t
    Entscheidungstext OGH 22.02.2012 11 Ns 5/12t
    Auch; nur: Diese Bestimmung ändert nichts am Grundsatz des Vorrangs des Gerichts höherer Ordnung. (T3)
  • RS0124935">14 Ns 41/12h
    Entscheidungstext OGH 25.07.2012 14 Ns 41/12h
    Vgl; Beisatz: Hier: Die Ausnahmebestimmung des § 37 Abs 2 dritter Satz StPO kommt nicht zum Tragen, weil sich aus dem Akteninhalt kein von den Angaben der Anklage abweichender Ausführungsort im Sprengel jenes Landesgerichts, dessen Staatsanwaltschaft für das Ermittlungsverfahren zuständig ist, ergibt. (T4)
  • RS0124935">15 Ns 33/14t
    Entscheidungstext OGH 08.07.2014 15 Ns 33/14t
    Auch
  • RS0124935">14 Ns 41/14m
    Entscheidungstext OGH 28.08.2014 14 Ns 41/14m
    Auch; Beisatz: Der dritte Satz des § 37 Abs 2 StPO normiert somit eine – der Verfahrensökonomie dienende – Ausnahme zum zweiten Satz dieser Bestimmung, lässt aber den ersten Satz unberührt. (T5)
  • RS0124935">11 Ns 58/14i
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Ns 58/14i
    Auch; Beis wie T2
  • RS0124935">15 Ns 34/15s
    Entscheidungstext OGH 02.06.2015 15 Ns 34/15s
    Auch
  • RS0124935">15 Ns 44/15m
    Entscheidungstext OGH 17.06.2015 15 Ns 44/15m
    Auch
  • RS0124935">14 Ns 60/15g
    Entscheidungstext OGH 06.08.2015 14 Ns 60/15g
    Auch
  • RS0124935">14 Ns 76/15k
    Entscheidungstext OGH 15.09.2015 14 Ns 76/15k
    Vgl auch
  • RS0124935">15 Ns 6/16z
    Entscheidungstext OGH 01.03.2016 15 Ns 6/16z
    Auch
  • RS0124935">14 Ns 14/17w
    Entscheidungstext OGH 04.04.2017 14 Ns 14/17w
    Auch
  • RS0124935">14 Ns 27/17g
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Ns 27/17g
    Auch; Beis wie T5
  • RS0124935">13 Ns 32/17k
    Entscheidungstext OGH 10.07.2017 13 Ns 32/17k
    Auch; Beis wie T5
  • RS0124935">11 Ns 61/17k
    Entscheidungstext OGH 13.09.2017 11 Ns 61/17k
    Auch
  • RS0124935">13 Ns 4/18v
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Ns 4/18v
    Vgla uch; Beisatz: Aus dem Aufbau des § 37 Abs 2 StPO folgt, dass bei mehreren Ausführungsorten hinsichtlich der Zuständigkeitsbegründung der erste Satz dieser Norm den beiden übrigen und der dritte dem zweiten Satz vorgeht. (T6)
  • RS0124935">15 Ns 55/19k
    Entscheidungstext OGH 24.09.2019 15 Ns 55/19k
    Vgl
  • RS0124935">11 Ns 78/19p
    Entscheidungstext OGH 21.01.2020 11 Ns 78/19p
    Vgl
  • RS0124935">14 Ns 74/19x
    Entscheidungstext OGH 25.02.2020 14 Ns 74/19x
    Vgl
  • 14 Os 40/20y
    Entscheidungstext OGH 29.09.2020 14 Os 40/20y
    Vgl; Beisatz: Die WKStA hat ihren Sitz im Sprengel des Landesgerichts für Strafsachen Wien. (T7)
  • RS0124935">13 Ns 94/20g
    Entscheidungstext OGH 09.12.2020 13 Ns 94/20g
    Vgl
  • RS0124935">14 Ns 78/20m
    Entscheidungstext OGH 14.01.2021 14 Ns 78/20m
    Vgl
  • RS0124935">13 Ns 128/20g
    Entscheidungstext OGH 16.03.2021 13 Ns 128/20g
    Vgl
  • RS0124935">14 Ns 17/21t
    Entscheidungstext OGH 25.03.2021 14 Ns 17/21t
    Vgl
  • RS0124935">14 Ns 37/21h
    Entscheidungstext OGH 10.05.2021 14 Ns 37/21h
    Vgl
  • RS0124935">15 Ns 100/21f
    Entscheidungstext OGH 27.01.2022 15 Ns 100/21f
    Vgl
  • 15 Os 55/22i
    Entscheidungstext OGH 13.09.2022 15 Os 55/22i
    Vgl
  • RS0124935">14 Ns 50/23y
    Entscheidungstext OGH 28.06.2023 14 Ns 50/23y
    vgl; Beisatz wie T5
  • RS0124935">11 Ns 92/23b
    Entscheidungstext OGH 29.11.2023 11 Ns 92/23b
    vgl; Beisatz wie T7
  • RS0124935">12 Ns 39/25v
    Entscheidungstext OGH 13.06.2025 12 Ns 39/25v
    vgl; Beisatz wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124935

Im RIS seit

18.07.2009

Zuletzt aktualisiert am

10.07.2025
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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