Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 1. Juni 2021 durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Mag. Hetlinger, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann und Dr. Setz-Hummel LL.M. sowie den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Haslwanter LL.M. in Gegenwart des Schriftführers Mag. Pentz in der Strafsache gegen B***** B***** und einen Angeklagten wegen Verbrechen des schweren Raubes nach §§ 142 Abs 1, 143 Abs 1 erster Fall StGB über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten B***** B***** und O***** B***** gegen das Urteil des Landesgerichts Eisenstadt als Schöffengericht vom 7. Oktober 2020, GZ 25 Hv 18/20a-161, in nichtöffentlicher Sitzung denDer Oberste Gerichtshof hat am 1. Juni 2021 durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Mag. Hetlinger, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann und Dr. Setz-Hummel LL.M. sowie den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Haslwanter LL.M. in Gegenwart des Schriftführers Mag. Pentz in der Strafsache gegen B***** B***** und einen Angeklagten wegen Verbrechen des schweren Raubes nach Paragraphen 142, Absatz eins, 143, Absatz eins, erster Fall StGB über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten B***** B***** und O***** B***** gegen das Urteil des Landesgerichts Eisenstadt als Schöffengericht vom 7. Oktober 2020, GZ 25 Hv 18/20a-161, in nichtöffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerden werden zurückgewiesen.
Zur Entscheidung über die Berufungen werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.
Den Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.
Text
Gründe:
[1] Mit dem angefochtenen Urteil wurden – soweit hier von Bedeutung – B***** B***** (zu 1 bis 3 [teils iVm § 15 StGB]) mehrerer Verbrechen und O***** B***** (zu 1 [zu ergänzen: iVm § 12 dritter Fall StGB]) eines Verbrechens des schweren Raubes nach §§ 142 Abs 1, 143 Abs 1 erster Fall StGB schuldig erkannt. [1] Mit dem angefochtenen Urteil wurden – soweit hier von Bedeutung – B***** B***** (zu 1 bis 3 [teils in Verbindung mit Paragraph 15, StGB]) mehrerer Verbrechen und O***** B***** (zu 1 [zu ergänzen: in Verbindung mit Paragraph 12, dritter Fall StGB]) eines Verbrechens des schweren Raubes nach Paragraphen 142, Absatz eins, 143, Absatz eins, erster Fall StGB schuldig erkannt.
[2] Danach haben als Mitglied einer kriminellen Vereinigung unter Mitwirkung (§ 12 StGB) anderer, im angefochtenen Urteil namentlich genannter Mitglieder dieser Vereinigung anderen mit Gewalt gegen deren Person mit auf unrechtmäßige Bereicherung gerichtetem Vorsatz fremde bewegliche Sachen weggenommen oder wegzunehmen versucht, und zwar [2] Danach haben als Mitglied einer kriminellen Vereinigung unter Mitwirkung (Paragraph 12, StGB) anderer, im angefochtenen Urteil namentlich genannter Mitglieder dieser Vereinigung anderen mit Gewalt gegen deren Person mit auf unrechtmäßige Bereicherung gerichtetem Vorsatz fremde bewegliche Sachen weggenommen oder wegzunehmen versucht, und zwar
1/ B***** B***** und O***** B***** am 9. Juli 2019 in B***** dem ***** M***** Bargeld und Wertgegenstände, indem ihn ***** N***** aufsuchte und ihm Rivotril, ein Medikament mit sedierender Wirkung, in einem Getränk verabreichen wollte, was dieser jedoch ablehnte, sodass es beim Versuch blieb, wobei B***** B***** am Tatort wartete, um das Haus nach Geld und Wertgegenständen zu durchsuchen und O***** B***** beide Frauen zum Tatort brachte und von dort wieder abholte;
2/ B***** B***** am 10. Juli 2019 in S***** dem ***** S***** 24.000 Euro Bargeld und zwei Goldringe im Wert von etwa 300 Euro, indem N***** ihm ein Medikament mit sedierender Wirkung in einem Getränk verabreichte, sodass das Opfer in einen tiefen Schlaf verfiel und in der Folge N***** und B***** B***** das Haus durchsuchten sowie das Bargeld und den Schmuck wegnahmen;
3/ B***** B***** am 16. Juli 2019 in B***** dem M***** Bargeld und Wertgegenstände, indem ihn N***** aufsuchte, um ihm Haloperidol, ein Medikament mit sedierender Wirkung, in einem Getränk zu verabreichen, wobei B***** B***** sich in der Nähe des Tatortes aufhielt, um nach Betäubung des Opfers das Haus gemeinsam mit N***** (zu ergänzen: nach Geld und Wertgegenständen) zu durchsuchen, es jedoch infolge Festnahme von N***** beim Versuch blieb.
Rechtliche Beurteilung
[3] Die dagegen von beiden Angeklagten aus den Gründen der Z 5a, 9 (lit a) und 10, von O***** B***** überdies aus Z 5, des § 281 Abs 1 StPO ergriffenen Nichtigkeitsbeschwerden sind nicht im Recht. [3] Die dagegen von beiden Angeklagten aus den Gründen der Ziffer 5 a, 9, (Litera a,) und 10, von O***** B***** überdies aus Ziffer 5,, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO ergriffenen Nichtigkeitsbeschwerden sind nicht im Recht.
[4] Die Mängelrüge des Angeklagten O***** B***** (nominell Z 5 zweiter Fall, der Sache nach Z 5 vierter Fall) übergeht mit dem Einwand fehlender Begründung der Feststellungen zur Begehung des Raubes als Mitglied einer kriminellen Vereinigung die genau dazu angestellten Erwägungen (RIS-Justiz RS0119370; vgl US 19 [Ableitung „aus dem arbeitsteiligen Zusammenwirken der genannten Personenmehrheit, ihres professionellen Vorgehens und der mehrfachen Angriffe“]). [4] Die Mängelrüge des Angeklagten O***** B***** (nominell Ziffer 5, zweiter Fall, der Sache nach Ziffer 5, vierter Fall) übergeht mit dem Einwand fehlender Begründung der Feststellungen zur Begehung des Raubes als Mitglied einer kriminellen Vereinigung die genau dazu angestellten Erwägungen (RIS-Justiz RS0119370; vergleiche US 19 [Ableitung „aus dem arbeitsteiligen Zusammenwirken der genannten Personenmehrheit, ihres professionellen Vorgehens und der mehrfachen Angriffe“]).
[5] Die Tatsachenrügen (Z 5a) wecken mit dem unzulässigen Versuch, aus vom Erstgericht angeführten Prämissen (der Aussage der Zeugin N***** sowie den Verantwortungen der Beschwerdeführer [US 11 f und 17 f]) für die Angeklagten günstigere Schlussfolgerungen zu ziehen, keine erheblichen Bedenken gegen die Richtigkeit des Ausspruchs über entscheidende Tatsachen (RIS-Justiz RS0099674). Im Ergebnis erschöpft sich dieses Vorbringen darin, die Überzeugung der Tatrichter von der Glaubwürdigkeit der Zeugin N***** nach Art einer im kollegialgerichtlichen Verfahren nicht vorgesehenen Schuldberufung zu bekämpfen (RIS-Justiz RS0099419). [5] Die Tatsachenrügen (Ziffer 5 a,) wecken mit dem unzulässigen Versuch, aus vom Erstgericht angeführten Prämissen (der Aussage der Zeugin N***** sowie den Verantwortungen der Beschwerdeführer [US 11 f und 17 f]) für die Angeklagten günstigere Schlussfolgerungen zu ziehen, keine erheblichen Bedenken gegen die Richtigkeit des Ausspruchs über entscheidende Tatsachen (RIS-Justiz RS0099674). Im Ergebnis erschöpft sich dieses Vorbringen darin, die Überzeugung der Tatrichter von der Glaubwürdigkeit der Zeugin N***** nach Art einer im kollegialgerichtlichen Verfahren nicht vorgesehenen Schuldberufung zu bekämpfen (RIS-Justiz RS0099419).
[6] Der Einwand der Angeklagten B***** B*****, aus den Aussagen der Zeugen M***** und S***** lasse sich „kein Tatbeitrag“ der Beschwerdeführerin „entnehmen“, moniert bloß das Fehlen aktenkundiger Beweisergebnisse für ihre Schuld, ohne – wie von Z 5a gefordert – gegen diese sprechende Umstände „aus den Akten“ aufzuzeigen (RIS-Justiz RS0128874). [6] Der Einwand der Angeklagten B***** B*****, aus den Aussagen der Zeugen M***** und S***** lasse sich „kein Tatbeitrag“ der Beschwerdeführerin „entnehmen“, moniert bloß das Fehlen aktenkundiger Beweisergebnisse für ihre Schuld, ohne – wie von Ziffer 5 a, gefordert – gegen diese sprechende Umstände „aus den Akten“ aufzuzeigen (RIS-Justiz RS0128874).
[7] Die Behauptung beider Beschwerdeführer (nominell „Z 9“, der Sache nach Z 10) fehlender Feststellungen zur Subsumtion nach § 143 Abs 1 erster Fall StGB verfehlt die gebotene Bezugnahme auf den Urteilssachverhalt (RIS-Justiz RS0099810; vgl hingegen US 6 und 10 iVm US 19 f). [7] Die Behauptung beider Beschwerdeführer (nominell „Z 9“, der Sache nach Ziffer 10,) fehlender Feststellungen zur Subsumtion nach Paragraph 143, Absatz eins, erster Fall StGB verfehlt die gebotene Bezugnahme auf den Urteilssachverhalt (RIS-Justiz RS0099810; vergleiche hingegen US 6 und 10 in Verbindung mit US 19 f).
[8] Weshalb die getroffenen Konstatierungen keine taugliche Sachverhaltsgrundlage für diese Qualifikation darstellten, legen auch die dagegen gerichteten Subsumtionsrügen (Z 10) nicht im Einzelnen dar (RIS-Justiz RS0099620). [8] Weshalb die getroffenen Konstatierungen keine taugliche Sachverhaltsgrundlage für diese Qualifikation darstellten, legen auch die dagegen gerichteten Subsumtionsrügen (Ziffer 10,) nicht im Einzelnen dar (RIS-Justiz RS0099620).
[9] Die Nichtigkeitsbeschwerden waren daher bei der nichtöffentlichen Beratung sofort zurückzuweisen (§ 285d Abs 1 StPO). [9] Die Nichtigkeitsbeschwerden waren daher bei der nichtöffentlichen Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO).
[10] Daraus folgt die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über die Berufungen (§ 285i StPO). [10] Daraus folgt die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über die Berufungen (Paragraph 285 i, StPO).
[11] Der Kostenausspruch beruht auf § 390a Abs 1 StPO. [11] Der Kostenausspruch beruht auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.
Textnummer
E131843European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2021:0140OS00044.21H.0601.000Im RIS seit
15.06.2021Zuletzt aktualisiert am
15.06.2021