RS OGH 1953/9/23 1Ob748/53, 7Ob114/57, 5Ob316/62, 7Ob382/65 (7Ob383/65), 6Ob99/66, 8Ob89/66 (8Ob90/6

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Veröffentlicht am 23.09.1953
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Norm

ZPO §419 A

Rechtssatz

Im Sinne des § 419 ZPO muss der Irrtum offenkundig sein, sich also aus dem ganzen Zusammenhang ohneweiters erkennbar ergeben, und zwar muss offensichtlich sein, dass das, was ausgesprochen wurde, nicht dem Willen des Gerichtes zur Zeit der Fällung der Entscheidung entsprochen hat. Handelt es sich um eine Unrichtigkeit des Spruches der Entscheidung, so muss sich aus den Entscheidungsgründen ergeben, dass der Spruch in diesem Punkte nicht dem Willen des Gerichtes entsprochen hat. Ein Berichtigung einer Entscheidung ist aber dann nicht möglich, wenn es sich um eine rechtlich unrichtige, aber so gewollte Entscheidung handelt.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 748/53
    Entscheidungstext OGH 23.09.1953 1 Ob 748/53
  • 7 Ob 114/57
    Entscheidungstext OGH 13.03.1957 7 Ob 114/57
  • 5 Ob 316/62
    Entscheidungstext OGH 22.11.1962 5 Ob 316/62
  • 7 Ob 382/65
    Entscheidungstext OGH 19.01.1966 7 Ob 382/65
    Beisatz: Auch wenn etwas ausgelassen wurde, was gewollt ist. (T1)
  • 6 Ob 99/66
    Entscheidungstext OGH 06.04.1966 6 Ob 99/66
  • 8 Ob 89/66
    Entscheidungstext OGH 19.04.1966 8 Ob 89/66
  • 4 Ob 306/78
    Entscheidungstext OGH 07.02.1978 4 Ob 306/78
    nur: Im Sinne des § 419 ZPO muss der Irrtum offenkundig sein, sich also aus dem ganzen Zusammenhang ohneweiters erkennbar ergeben, und zwar muss offensichtlich sein, dass das, was ausgesprochen wurde, nicht dem Willen des Gerichtes zur Zeit der Fällung der Entscheidung entsprochen hat. (T2) Veröff: JBl 1979,38
  • 4 Ob 358/83
    Entscheidungstext OGH 02.04.1985 4 Ob 358/83
    nur T2
  • 8 Ob 35/85
    Entscheidungstext OGH 19.06.1985 8 Ob 35/85
    nur T2
  • 7 Ob 670/87
    Entscheidungstext OGH 26.11.1987 7 Ob 670/87
    nur T2
  • 8 Ob 621/87
    Entscheidungstext OGH 25.11.1987 8 Ob 621/87
    Auch; Beisatz: Es muss sich also um eine Diskrepanz zwischen Gewolltem und Erklärtem handeln. (T3)
  • 2 Ob 131/88
    Entscheidungstext OGH 10.01.1989 2 Ob 131/88
    nur T2; Beis wie T3
  • 7 Ob 570/92
    Entscheidungstext OGH 03.09.1992 7 Ob 570/92
    nur T2; Veröff: SZ 65/116
  • 2 Ob 180/97b
    Entscheidungstext OGH 04.12.1997 2 Ob 180/97b
    Vgl auch
  • 9 Ob 67/01w
    Entscheidungstext OGH 07.06.2001 9 Ob 67/01w
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 225/01h
    Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 225/01h
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 291/01z
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 4 Ob 291/01z
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 293/02k
    Entscheidungstext OGH 20.03.2003 6 Ob 293/02k
    Auch
  • 9 Ob 150/04f
    Entscheidungstext OGH 06.04.2005 9 Ob 150/04f
    Auch; Beisatz: Eine Berichtigung ist aber nur dann zulässig, wenn die zu beurteilende Willenserklärung nicht dem wahren Willen des Gerichts entspricht. Decken sich hingegen Wille und Erklärung, kommt eine Entscheidungsberichtigung nicht in Frage. (T4)
  • 3 Ob 104/07a
    Entscheidungstext OGH 30.01.2008 3 Ob 104/07a
    Auch; nur T2; Beis ähnlich wie T4
  • 5 Ob 283/08s
    Entscheidungstext OGH 13.01.2009 5 Ob 283/08s
    Auch; Beisatz: Die Berichtigungsvorschriften der §§ 419, 430 ZPO sollen dem Gericht die Anpassung der Entscheidungserklärung an den Entscheidungswillen ermöglichen. (T5); Bem: Hier: In Verbindung mit § 41 AußStrG 2005. (T6)
  • 1 Ob 227/08a
    Entscheidungstext OGH 31.03.2009 1 Ob 227/08a
    Vgl auch; Beisatz: Dass sich bei einer Unrichtigkeit des Spruchs der Entscheidung dessen Unrichtigkeit aus den Entscheidungsgründen ergeben muss, kann nicht dahingehend interpretiert werden, dass immer der Spruch den Entscheidungsgründen angeglichen werden müsste. Dies hat nur für jene Fälle Gültigkeit, in denen tatsächlich der Spruch der Entscheidung unrichtig gefasst wurde. (T7)
  • 7 Ob 204/10s
    Entscheidungstext OGH 27.04.2011 7 Ob 204/10s
    Auch; Beisatz: Da Inhalt einer gerichtlichen Entscheidung sowohl der Sachverhalt als auch dessen rechtliche Beurteilung sind, umfasst der Entscheidungswille des Gerichts beide Bereiche und ihre Einzelelemente mit. (T8)
  • 3 Ob 64/17h
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 64/17h
    Auch
  • 9 ObA 53/17k
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 ObA 53/17k
    Auch
  • 9 ObA 68/17s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 9 ObA 68/17s
    Auch
  • 9 ObA 15/19z
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 15/19z
    Auch
  • 9 ObA 137/19s
    Entscheidungstext OGH 25.05.2020 9 ObA 137/19s
    Vgl; Beisatz: Hier: Eine Unrichtigkeit ist offenbar, wenn sie sofort „ins Auge springt“. Die Unrichtigkeit muss (zumindest) dem Grunde nach offen zu Tage treten. Die Unrichtigkeit muss sich aus dem ganzen Zusammenhang ohne weiteres erkennbar ergeben, und zwar muss offensichtlich sein, dass das, was ausgesprochen wurde, nicht dem Willen des Gerichtes zur Zeit der Fällung der Entscheidung entsprochen hat. (T9)
    Beisatz: Eine Unrichtigkeit ist nicht offenbar, wenn sie sich erst unter Heranziehung von Aktenbestandteilen ergibt. (T10)
  • 8 Ob 92/20t
    Entscheidungstext OGH 18.12.2020 8 Ob 92/20t
    nur T2
  • 9 ObA 11/21i
    Entscheidungstext OGH 24.03.2021 9 ObA 11/21i
    Beisatz: Hier: Konkordanz zwischen dem geäußerten Entscheidungswillen und dem Spruch der Entscheidung des Berufungsgerichts wurde durch Berichtigungsbeschluss hergestellt; Berichtigung des Urteilsspruchs. (T11)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1953:RS0041362

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.07.2021
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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