RS OGH 2026/2/25 6Ob307/68; 6Ob47/68; 6Ob29/70; 7Ob56/71; 1Ob169/71; 5Ob288/71; 1Ob84/72; 5Ob265/73;

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Veröffentlicht am 08.01.1969
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Norm

ABGB §879 BI
ABGB §879 DIV
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992

Rechtssatz

Unter Umständen kann, wenn eine Ausbeutung gegeben ist, die Generalklausel des § 879 Abs 1 ABGB herangezogen werden, obwohl nicht alle Tatbestandsmerkmale des Wuchers vorliegen, nämlich dann, wenn ein den individuellen Fall prägendes, besonderes zusätzliches Element der Sittenwidrigkeit hinzukommt.Unter Umständen kann, wenn eine Ausbeutung gegeben ist, die Generalklausel des Paragraph 879, Absatz eins, ABGB herangezogen werden, obwohl nicht alle Tatbestandsmerkmale des Wuchers vorliegen, nämlich dann, wenn ein den individuellen Fall prägendes, besonderes zusätzliches Element der Sittenwidrigkeit hinzukommt.

Entscheidungstexte

  • RS0016476">6 Ob 307/68
    Entscheidungstext OGH 08.01.1969 6 Ob 307/68
    Veröff: SZ 42/2 = EvBl 1969/282 S 436 = JBl 1970,256
  • RS0016476">6 Ob 47/68
    Entscheidungstext OGH 20.03.1968 6 Ob 47/68
    nur: Unter Umständen kann, wenn eine Ausbeutung gegeben ist, die Generalklausel des § 879 Abs 1 ABGB herangezogen werden, obwohl nicht alle Tatbestandsmerkmale des Wuchers vorliegen. (T1)
    Veröff: SZ 41/32 = JBl 1969,278
  • 6 Ob 29/70
    Entscheidungstext OGH 03.06.1970 6 Ob 29/70
  • RS0016476">7 Ob 56/71
    Entscheidungstext OGH 12.05.1971 7 Ob 56/71
    Veröff: SZ 44/71
  • 1 Ob 169/71
    Entscheidungstext OGH 24.06.1971 1 Ob 169/71
  • 5 Ob 288/71
    Entscheidungstext OGH 04.01.1972 5 Ob 288/71
    Beisatz: Ausdrückliche Abl von SZ 8/61 (T2)
  • 1 Ob 84/72
    Entscheidungstext OGH 19.04.1972 1 Ob 84/72
  • 5 Ob 265/73
    Entscheidungstext OGH 20.03.1974 5 Ob 265/73
  • 8 Ob 236/75
    Entscheidungstext OGH 26.11.1975 8 Ob 236/75
  • 3 Ob 266/75
    Entscheidungstext OGH 30.03.1976 3 Ob 266/75
    Beisatz: Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung allein kein zusätzliches Element (hier Darlehensvertrag, dessen Rückzahlungsverpflichtungen nicht weit über das Doppelte - § 934 ABGB - verkehrsüblicher Bedingungen bei Fehlen jeder Sicherheit hinausgehen). (T3)
    Veröff: NZ 1981,81
  • 7 Ob 605/80
    Entscheidungstext OGH 12.06.1980 7 Ob 605/80
    Vgl auch
  • RS0016476">1 Ob 532/85
    Entscheidungstext OGH 20.03.1985 1 Ob 532/85
    Veröff: SZ 58/43 = RZ 1986/19 S 38 = JBl 1986,777
  • RS0016476">1 Ob 612/85
    Entscheidungstext OGH 28.08.1985 1 Ob 612/85
    Beis wie T3 nur: Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung allein kein zusätzliches Element. (T4)
  • RS0016476">1 Ob 665/85
    Entscheidungstext OGH 28.01.1986 1 Ob 665/85
    nur T4
  • RS0016476">9 Ob 231/97d
    Entscheidungstext OGH 27.08.1997 9 Ob 231/97d
    Auch
  • RS0016476">8 Ob 73/01w
    Entscheidungstext OGH 28.05.2001 8 Ob 73/01w
  • RS0016476">1 Ob 193/02t
    Entscheidungstext OGH 30.09.2002 1 Ob 193/02t
    Auch; Beisatz: Um Wucher annehmen zu können, bedürfte es allerdings, neben der Ausbeutung, also zumindest fahrlässigem Verhalten des (hier) Beklagten, auch eines der in § 879 Abs 2 Z 4 ABGB aufgezählten subjektiven Elemente. (T5)
    Beisatz: Auch bei Fehlen der in § 879 Abs 2 Z 4 ABGB genannten Voraussetzungen könnte bei auffallendem Missverhältnis der beiderseitigen Leistungen Sittenwidrigkeit des Vergleichs nach § 879 Abs 1 ABGB vorliegen, wenn ein zusätzliches diesen Mangel ausgleichendes Element der Sittenwidrigkeit hinzutritt, wie etwa die für den anderen erkennbare Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz des Anfechtenden. (T6)
  • RS0016476">6 Ob 188/04x
    Entscheidungstext OGH 23.09.2004 6 Ob 188/04x
    Beis wie T6
  • RS0016476">3 Ob 221/04b
    Entscheidungstext OGH 26.01.2005 3 Ob 221/04b
    nur: Unter Umständen kann die Generalklausel des § 879 Abs 1 ABGB herangezogen werden, obwohl nicht alle Tatbestandsmerkmale des Wuchers vorliegen, nämlich dann, wenn ein den individuellen Fall prägendes, besonderes zusätzliches Element der Sittenwidrigkeit hinzukommt. (T7)
    Beis wie T6
    Veröff: SZ 2005/9
  • RS0016476">9 ObA 15/09k
    Entscheidungstext OGH 16.11.2009 9 ObA 15/09k
    nur T7
  • RS0016476">9 Ob 20/10x
    Entscheidungstext OGH 24.03.2010 9 Ob 20/10x
    Auch
  • RS0016476">6 Ob 176/12v
    Entscheidungstext OGH 16.11.2012 6 Ob 176/12v
    Beis wie T4
  • RS0016476">6 Ob 169/13s
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 6 Ob 169/13s
    Beis wie T4
  • RS0016476">3 Ob 148/17m
    Entscheidungstext OGH 21.02.2018 3 Ob 148/17m
    nur T4
  • RS0016476">17 Ob 3/25b
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 25.02.2026 17 Ob 3/25b
    Beisatz: Hier: Nichtigkeit eines Konsulentenvertrages wegen Sittenwidrigkeit gemäß § 879 Abs 1 ABGB (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0016476

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.04.2026
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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