RS OGH 1975/11/20 13Os125/75, 12Os160/75, 13Os40/77, 9Os76/76, 13Os153/77, 9Os208/77, 12Os196/77, 10

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 20.11.1975
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Norm

StGB §141 A4
StGB §142 Abs2 Gb
StGB §149
StGB §150

Rechtssatz

Keine Bindung der Geringwertigkeit an eine absolute Grenze. "Geringer Wert" ist vielmehr relativ nach den jeweiligen Umständen des Falles, allerdings (in Wahrung eines deutlichen Abstands zur strafsatzerhöhenden Wertgrenze von fünftausend Schilling) unterhalb einer maximalen Grenze von fünfhundert Schilling aufzufassen; starre Regeln lassen sich hiefür nicht aufstellen. Bei der Beurteilung hat (im Sinne der sozialen Grundhaltung des StGB, die nicht allein dem Täter, sondern auch den Opfer zustatten zu kommen hat) die Empfindlichkeit des Schadens für den Betroffenen im Vordergrund zu stehen.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 125/75
    Entscheidungstext OGH 20.11.1975 13 Os 125/75
    Veröff: SSt 46/71 = EvBl 1976/28 S 51 = JBl 1976,549 (dort falsch mit 12 Os zitiert) = RZ 1976/15 S 19
  • 12 Os 160/75
    Entscheidungstext OGH 04.12.1975 12 Os 160/75
  • 13 Os 40/77
    Entscheidungstext OGH 28.04.1977 13 Os 40/77
    Vgl; Beisatz: Geringfügigkeit der Beute bei circa dreihundertfünfzig Schilling. (T1)
  • 9 Os 76/76
    Entscheidungstext OGH 09.08.1977 9 Os 76/76
  • 13 Os 153/77
    Entscheidungstext OGH 22.11.1977 13 Os 153/77
    Veröff: EvBl 1978/109 S 305
  • 9 Os 208/77
    Entscheidungstext OGH 07.02.1978 9 Os 208/77
    Beisatz: Sechshundert Schilling weder objektiver noch subjektiver (für einen Bauarbeiter geringer Wert). (T2)
  • 12 Os 196/77
    Entscheidungstext OGH 30.03.1978 12 Os 196/77
    Beisatz: Achthundert Schilling weder objektiv noch subjektiv (für einen Pensionisten) (T3) Veröff: EvBl 1978/215 S 667
  • 10 Os 68/78
    Entscheidungstext OGH 07.06.1978 10 Os 68/78
    Beisatz: Fünfhundert Schilling noch geringfügig, soferne für den Geschädigten nicht empfindlich. (T4)
  • 10 Os 88/78
    Entscheidungstext OGH 21.06.1978 10 Os 88/78
  • 11 Os 102/78
    Entscheidungstext OGH 27.06.1978 11 Os 102/78
  • 9 Os 87/78
    Entscheidungstext OGH 27.06.1978 9 Os 87/78
    Beisatz: Fünfhundert Schilling Maximalgrenze. (T5)
  • 13 Os 112/78
    Entscheidungstext OGH 19.10.1978 13 Os 112/78
    Vgl; Beis wie T3
  • 11 Os 29/79
    Entscheidungstext OGH 24.04.1979 11 Os 29/79
    Beis wie T5; Beisatz: Bei der Wertberechnung kommt zwar auch der Empfindlichkeit des Schadens für den Betroffenen Bedeutung zu, doch ist der Verlust nicht nur nach subjektiven Gesichtspunkten zu beurteilen. (T6)
  • 12 Os 164/79
    Entscheidungstext OGH 20.12.1979 12 Os 164/79
    nur: "Geringer Wert" ist vielmehr relativ nach den jeweiligen Umständen des Falles, allerdings (in Wahrung eines deutlichen Abstands zur strafsatzerhöhenden Wertgrenze von fünftausend Schilling) unterhalb einer maximalen Grenze von fünfhundert Schilling aufzufassen. (T7)
  • 12 Os 15/80
    Entscheidungstext OGH 17.04.1980 12 Os 15/80
    nur T7; Beisatz: Sechshundert Schilling nicht geringfügig. (T8)
  • 9 Os 47/80
    Entscheidungstext OGH 09.05.1980 9 Os 47/80
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zu § 42 StGB: Wert oder Schaden über fünfhundert Schilling jedenfalls keine unbedeutende Folge. (T9)
  • 10 Os 15/80
    Entscheidungstext OGH 05.08.1980 10 Os 15/80
    Vgl auch; nur T7; Beisatz: Siebenhundertdreiundzwanzig Schilling übersteigt die Bagatellgrenze deutlich. (T10)
  • 9 Os 148/80
    Entscheidungstext OGH 11.11.1980 9 Os 148/80
    nur T7; Beisatz: Fünfhundert Schilling (= zwei Stangen Zigaretten) - geringer Wert. (T11) Veröff: SSt 51/50 = EvBl 1981/136 S 399
  • 12 Os 77/82
    Entscheidungstext OGH 01.07.1982 12 Os 77/82
    Vgl auch; nur T7; Beisatz: Geringfügigkeitsgrenze bei (circa) fünfhundert Schilling. (T12)
  • 12 Os 13/85
    Entscheidungstext OGH 07.03.1985 12 Os 13/85
    Vgl auch; nur T7; Beisatz: Bagatellgrenze von fünfhundert Schilling; bei deren Überschreitung um das Vierfache kein - bei der Strafzumessung mildernd zu berücksichtigender - geringer Schaden. (T13)
  • 9 Os 40/85
    Entscheidungstext OGH 17.04.1985 9 Os 40/85
    Vgl auch; nur T7; Beisatz: Circa neunhundert Schilling auch bei Berücksichtigung der Geldentwertung keineswegs geringwertig. (T14)
  • 10 Os 31/85
    Entscheidungstext OGH 14.05.1985 10 Os 31/85
    Vgl auch; nur: Bei der Beurteilung hat (im Sinne der sozialen Grundhaltung des StGB, die nicht allein dem Täter, sondern auch den Opfer zustatten zu kommen hat) die Empfindlichkeit des Schadens für den Betroffenen im Vordergrund zu stehen. (T15); Beisatz: Hier: Zu § 32 Abs 3 StGB. (T16)
  • 12 Os 75/85
    Entscheidungstext OGH 20.06.1985 12 Os 75/85
    Vgl auch; nur T7; Beisatz: Eintausendundzehn Schilling Bargeld keine Sache geringen Wertes. (T17)
  • 10 Os 7/85
    Entscheidungstext OGH 30.07.1985 10 Os 7/85
    Vgl auch; nur T15; Beisatz: Hier: Zu § 32 Abs 3 StGB. (T18)
  • 15 Os 115/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 15 Os 115/88
    Vgl auch; Beisatz: Zweitausend Schilling weit über der maßgebenden Bagatellgrenze (Tatzeit Ende 1987). (T19)
  • 11 Os 130/88
    Entscheidungstext OGH 25.10.1988 11 Os 130/88
    Vgl auch; nur T15; Beisatz: Die Geringfügigkeit eines Betrages hängt wesentlich von opferbezogenen Faktoren ab. (T20) Veröff: SSt 59/80 = JBl 1989,261
  • 11 Os 2/89
    Entscheidungstext OGH 21.02.1989 11 Os 2/89
    Vgl nunmehr; Beisatz: Geht man von dem der Entscheidung des OGH SSt 46/71 zugrundegelegten objektiv-subjektiven Maßstab aus, so ergibt sich aus der durch das StRÄG 1987 geschaffenen Rechtslage eine Grenze von circa eintausend Schilling, oberhalb der eine Sache nicht mehr als geringwertig angesehen werden kann. (T21) Veröff: EvBl 1989/112 S 406 = SSt 60/10 = JBl 1990,55 = RZ 1989/60 S 146
  • 11 Os 115/89
    Entscheidungstext OGH 14.11.1989 11 Os 115/89
    Vgl auch; Beis wie T21
  • 15 Os 52/91
    Entscheidungstext OGH 29.08.1991 15 Os 52/91
    Vgl auch; Beis wie T21; Beisatz: Die Beurteilung der Frage der Geringwertigkeit einer Sache ist grundsätzlich nach objektiven Gesichtspunkten, gegebenenfalls unter Berücksichtigung opferbezogener Faktoren vorzunehmen. (T22)
  • 14 Os 72/92
    Entscheidungstext OGH 30.06.1992 14 Os 72/92
    Vgl auch; Beis wie T21; Beis wie T22
  • 13 Os 114/04
    Entscheidungstext OGH 01.12.2004 13 Os 114/04
    Auch; Beisatz: Die Beurteilung hat sich der Geringfügigkeit auch nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach der Empfindlichkeit des Schadens für den Betroffenen zu orientieren, somit ist ein objektiv-individueller Maßstab anzulegen. (T23)
  • 11 Os 140/04
    Entscheidungstext OGH 12.04.2005 11 Os 140/04
    Vgl; Beisatz: Mit Blick auf die - bezogen auf die Jahre 1990 bis einschließlich 2004 - durchschnittliche jährliche Inflationsrate von etwa 2,3 % (vgl Verbraucherpreisindizes der Statistik Austria) sowie die zwischenzeitige Erhöhung der Wertgrenzen des StGB (zuletzt durch den 1. Abschn Art 1 lit A Z 3 des Budgetbegleitgesetzes 2005, BGBl I 2004/136) kann nunmehr von einem Betrag von rund 100 EUR als Obergrenze ausgegangen werden. (T24)
  • 12 Os 101/07f
    Entscheidungstext OGH 27.09.2007 12 Os 101/07f
    Vgl auch; Beisatz: Hier: 30 Euro und eine Packung Zigaretten sind auch unter Berücksichtigung des jugendlichen Alters der beiden Tatopfer jedenfalls noch eine Sache geringen Werts. (T25)
  • 14 Os 85/10x
    Entscheidungstext OGH 20.07.2010 14 Os 85/10x
    Vgl auch
  • 13 Os 61/11m
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 13 Os 61/11m
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0094478

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.09.2011
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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