RS OGH 1976/6/24 6Ob565/76, 1Ob687/76, 8Ob572/76, 3Ob596/78, 6Ob667/78, 7Ob617/79, 1Ob520/81, 3Ob623

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 24.06.1976
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Norm

FamRAnglV §6 Abs1
UeKindG ArtV Z5
ZPO §503 Z2 C3b

Rechtssatz

1.)

Auch bei Anlegung des gebotenen strengen Maßstabes (arg ".... vollständig aufgeklärt werden") geht der Untersuchungsgrundsatz nicht soweit, dass sämtliche erdenkliche Beweise aufgenommen werden müssten; die Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes liegt vielmehr im pflichtgemäßen richterlichen Ermessen.

2.)

Die Durchführung von Beweiserhebungen, denen der Charakter eines Erkundungsbeweises zukommt, ist im Hinblick auf den Untersuchungsgrundsatz nicht schlechthin ausgeschlossen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 565/76
    Entscheidungstext OGH 24.06.1976 6 Ob 565/76
    Veröff: EFSlg 26736
  • 1 Ob 687/76
    Entscheidungstext OGH 06.10.1976 1 Ob 687/76
    nur: Auch bei Anlegung des gebotenen strengen Maßstabes (arg ".... vollständig aufgeklärt werden") geht der Untersuchungsgrundsatz nicht soweit, dass sämtliche erdenkliche Beweise aufgenommen werden müssten; die Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes liegt vielmehr im pflichtgemäßen richterlichen Ermessen. (T1)
  • 8 Ob 572/76
    Entscheidungstext OGH 22.12.1976 8 Ob 572/76
    nur T1
  • 3 Ob 596/78
    Entscheidungstext OGH 07.06.1978 3 Ob 596/78
    Vgl; Veröff: EvBl 1978/166 S 523
  • 6 Ob 667/78
    Entscheidungstext OGH 20.07.1978 6 Ob 667/78
    nur: Auch bei Anlegung des gebotenen strengen Maßstabes (arg ".... vollständig aufgeklärt werden") geht der Untersuchungsgrundsatz nicht soweit, dass sämtliche erdenkliche Beweise aufgenommen werden müssten. (T2)
  • 7 Ob 617/79
    Entscheidungstext OGH 21.06.1979 7 Ob 617/79
    nur T1; Veröff: EFSlg 34524
  • 1 Ob 520/81
    Entscheidungstext OGH 04.03.1981 1 Ob 520/81
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Es ist Sache der freien Beweiswürdigung der Vorinstanzen, ob die Aussage der Mutter glaubwürdig ist oder ob Kontrollbeweise erforderlich sind. (T3)
  • 3 Ob 623/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1981 3 Ob 623/80
    Ähnlich; nur T2
  • 5 Ob 508/82
    Entscheidungstext OGH 23.02.1982 5 Ob 508/82
    nur T2
  • 6 Ob 563/82
    Entscheidungstext OGH 10.03.1982 6 Ob 563/82
    nur T2
  • 5 Ob 576/82
    Entscheidungstext OGH 18.05.1982 5 Ob 576/82
    nur T2
  • 6 Ob 690/82
    Entscheidungstext OGH 07.07.1982 6 Ob 690/82
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 718/83
    Entscheidungstext OGH 08.09.1983 6 Ob 718/83
    nur T2
  • 5 Ob 506/84
    Entscheidungstext OGH 10.04.1984 5 Ob 506/84
    nur T1; Beisatz: Werden die Grenzen pflichtgemäßen Ermessens verkannt, stellt die Unterlassung der Aufnahme weiterer Beweise einen - im Abstammungsverfahren auch vom Revisionsgericht zu beachtenden - Verfahrensmangel dar. (T4)
  • 4 Ob 515/84
    Entscheidungstext OGH 13.11.1984 4 Ob 515/84
    nur T2; Beisatz: Die Nichtaufnahme weiterer Beweise ist nur dann ein Verfahrensmangel, wenn die Grenzen des pflichtgemäßen Ermessens verkannt werden. (T5)
  • 2 Ob 514/84
    Entscheidungstext OGH 29.01.1985 2 Ob 514/84
    nur: die Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes liegt vielmehr im pflichtgemäßen richterlichen Ermessen. (T6); Beis wie T5
  • 3 Ob 540/85
    Entscheidungstext OGH 24.04.1985 3 Ob 540/85
    nur T1; Beisatz: Wenn die Ergänzung der serologischen Untersuchung ergeben hat, dass von einem Ausschluss der Vaterschaft zum Kind keine Rede ist, sondern sich statistisch gesehen sogar ein sehr hoher Wahrscheinlichkeitsgrad für die Vaterschaft ergibt, der mit einem Wert von 99,75 Prozent auszudrücken ist, muss die Beurteilung, ob auch noch die anthropologisch - erbbiologische Ähnlichkeitsuntersuchung angeordnet wird, dem Bereich der Beweiswürdigung zugeordnet werden, ohne dass in der Antwort ein Verfahrensverstoß liegen kann. (T6a); Bem: Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen T-Nummer "T6" auf (T6a) - Mai 2013 (T6b)
    Veröff: ÖA 1987,113
  • 3 Ob 535/85
    Entscheidungstext OGH 12.06.1985 3 Ob 535/85
    nur T1
  • 7 Ob 615/85
    Entscheidungstext OGH 12.09.1985 7 Ob 615/85
    nur T1; Beis wie T5; Beisatz: Auch bei der Entscheidung, ob eine Zwangsmaßnahme, insbesondere eine zwangsweise Vorführung nach § 7 FamRAnglV angewendet werden soll, hat sich das Gericht von seinem pflichtgemäßen Ermessen leiten zu lassen. (T7)
  • 3 Ob 580/85
    Entscheidungstext OGH 13.11.1985 3 Ob 580/85
    nur T1
  • 1 Ob 510/86
    Entscheidungstext OGH 19.02.1986 1 Ob 510/86
    nur T2; Beis wie T5
  • 7 Ob 624/86
    Entscheidungstext OGH 30.07.1986 7 Ob 624/86
    Beis wie T4; Beisatz: Indirekte Genotypenbestimmung mittels Familienuntersuchung. (T8)
  • 2 Ob 681/87
    Entscheidungstext OGH 26.01.1988 2 Ob 681/87
    nur T2
  • 5 Ob 539/88
    Entscheidungstext OGH 10.05.1988 5 Ob 539/88
    nur T2
  • 7 Ob 591/88
    Entscheidungstext OGH 14.07.1988 7 Ob 591/88
    nur T1; Beis wie T5
  • 8 Ob 645/88
    Entscheidungstext OGH 06.10.1988 8 Ob 645/88
    nur T1
  • 7 Ob 634/89
    Entscheidungstext OGH 20.07.1989 7 Ob 634/89
    nur T1
  • 8 Ob 649/89
    Entscheidungstext OGH 19.10.1989 8 Ob 649/89
    nur T1
  • 8 Ob 670/89
    Entscheidungstext OGH 27.10.1989 8 Ob 670/89
    nur T1
  • 1 Ob 643/90
    Entscheidungstext OGH 03.10.1990 1 Ob 643/90
    nur T2; Veröff: RZ 1991/11 S 72
  • 8 Ob 1636/92
    Entscheidungstext OGH 08.10.1992 8 Ob 1636/92
    nur T2
  • 1 Ob 589/93
    Entscheidungstext OGH 21.12.1993 1 Ob 589/93
    nur T6; nur T2; Beis wie T4; Beisatz: Die Ermessensübung des Gerichtes ist vor allem dann einer besonders strengen Prüfung zu unterziehen, wenn der mit der in § 163 Abs 1 ABGB verankerten Vaterschaftsvermutung belastete Beklagte weitere Beweise zu deren Entkräftung beantragt, weil das serologische Gutachten seinen Ausschluss von der Vaterschaft nicht erbrachte. (T9)
    Veröff: EvBl 1994/85 S 424
  • 4 Ob 540/95
    Entscheidungstext OGH 27.06.1995 4 Ob 540/95
    Vgl; Beisatz: Die Verpflichtung, alle für die Entscheidung wichtigen Tatumstände aufzuklären, ist regelmäßig nicht erfüllt, solange die durch die Wissenschaft gebotenen Möglichkeiten der Aufklärung der Abstammung nicht genützt sind. Erst dann sind alle Tatumstände geklärt; zu den für die Entscheidung wesentlichen Tatumständen gehört nämlich auch der Umstand, ob derjenige, der die Vaterschaft anerkannt hat, aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen als Vater ausgeschlossen oder nicht ausgeschlossen ist. (T10)
  • 1 Ob 2114/96f
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 2114/96f
    Auch; nur T1; Beis wie T4; Beisatz: Die Gerichte sind aber durch den Untersuchungsgrundsatz weder in ihrer freien Beweiswürdigung beschränkt noch verpflichtet, unnötige Beweise aufzunehmen. (T11)
  • 8 Ob 344/97i
    Entscheidungstext OGH 13.11.1997 8 Ob 344/97i
    nur T1; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 4 Ob 19/99v
    Entscheidungstext OGH 04.02.1999 4 Ob 19/99v
    Vgl; Beis wie T11
  • 8 Ob 208/99t
    Entscheidungstext OGH 27.01.2000 8 Ob 208/99t
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T11
  • 9 Ob 316/99g
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 9 Ob 316/99g
    Auch; nur T1; Beis wie T9; Beis wie T10 nur: Die Verpflichtung, alle für die Entscheidung wichtigen Tatumstände aufzuklären, ist regelmäßig nicht erfüllt, solange die durch die Wissenschaft gebotenen Möglichkeiten der Aufklärung der Abstammung nicht genützt sind. (T12)
    Beisatz: Die Forderung nach einem Maximum und Optimum richterlicher Ermittlungstätigkeit wird im Regelfall nicht erfüllt, wenn sich das Verfahren auf die Vernehmung von Zeugen und Parteien beschränkt. Für die Feststellung der Vaterschaft stehen naturwissenschaftliche Methoden zur Verfügung deren Ergebnis schon seiner Objektivität wegen nicht durch Aussagen ersetzt werden kann. (T13)
    Beisatz: Die Abwägung der für und gegen ein serologisches Gutachten (und allenfalls auch weitere naturwissenschaftliche Untersuchungen) sprechenden Interessen, muss in Anbetracht des Prozesszieles, den wirklichen biologischen Vater zu ermitteln, zugunsten des klagenden Kindes ausschlagen. Ein Verzicht auf ein Abstammungsgutachten berührt die legitimen Interessen des klagenden Kindes wesentlich empfindlicher als jene des Beklagten im Falle der Einholung des genannten Gutachtens. (T14)
  • 1 Ob 297/01k
    Entscheidungstext OGH 17.12.2001 1 Ob 297/01k
    Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T11; Beis wie T12
  • 9 Ob 49/03a
    Entscheidungstext OGH 27.08.2003 9 Ob 49/03a
    Auch; nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T11 nur: Die Gerichte sind aber durch den Untersuchungsgrundsatz weder in ihrer freien Beweiswürdigung beschränkt. (T15)
  • 8 Ob 90/05a
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 8 Ob 90/05a
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T4; Beis wie T11
  • 7 Ob 74/06t
    Entscheidungstext OGH 26.04.2006 7 Ob 74/06t
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 129/11f
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 129/11f
    Vgl auch; Veröff: SZ 2011/94
  • 6 Ob 159/11t
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 159/11t
    Vgl auch
  • 6 Ob 135/11p
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 135/11p
    Vgl auch
  • 6 Ob 239/11g
    Entscheidungstext OGH 24.11.2011 6 Ob 239/11g
    Vgl
  • 6 Ob 235/11v
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 235/11v
    Vgl
  • 6 Ob 234/11x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 234/11x
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0043368

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.06.2013
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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