RS OGH 2025/7/2 11Os46/86; 9Os10/86; 13Os142/07t; 13Os134/10w; 11Os94/14d; 14Os78/14y; 13Os4/15k; 15

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 13.05.1986
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Norm

StGB §28 Bb
StGB §104a
StGB §106 Abs1 Z3
StGB §202 Abs1
StGB §211 Abs3
  1. StGB § 104a heute
  2. StGB § 104a gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 104a gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  4. StGB § 104a gültig von 01.05.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  5. StGB § 104a gültig von 01.03.1997 bis 30.06.2000 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 34/2000
  1. StGB § 106 heute
  2. StGB § 106 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 106 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  4. StGB § 106 gültig von 01.07.2006 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2006
  5. StGB § 106 gültig von 01.05.2004 bis 30.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  6. StGB § 106 gültig von 01.01.1975 bis 30.04.2004
  1. StGB § 202 heute
  2. StGB § 202 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 202 gültig von 01.06.2009 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  4. StGB § 202 gültig von 01.05.2004 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  5. StGB § 202 gültig von 01.07.1989 bis 30.04.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 242/1989
  1. StGB § 211 heute
  2. StGB § 211 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 211 gültig von 01.01.1989 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 599/1988

Rechtssatz

Spezialität setzt voraus, dass zwei Deliktstypen zueinander im Verhältnis von Gattung und Art stehen, dass also ein Deliktstypus sämtliche Merkmale des anderen, darüber hinaus aber noch zusätzliche (Merkmale) enthält. Davon, dass der Tatbestand der Blutschande nach dem § 211 Abs 3 StGB solcherart den der Nötigung zum Beischlaf nach dem § 202 Abs 1 StGB in sich schließe, kann schon deshalb keine Rede sein, weil Nötigung mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung nicht zu den Tatbestandsmerkmalen der Blutschande zählt.Spezialität setzt voraus, dass zwei Deliktstypen zueinander im Verhältnis von Gattung und Art stehen, dass also ein Deliktstypus sämtliche Merkmale des anderen, darüber hinaus aber noch zusätzliche (Merkmale) enthält. Davon, dass der Tatbestand der Blutschande nach dem Paragraph 211, Absatz 3, StGB solcherart den der Nötigung zum Beischlaf nach dem Paragraph 202, Absatz eins, StGB in sich schließe, kann schon deshalb keine Rede sein, weil Nötigung mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung nicht zu den Tatbestandsmerkmalen der Blutschande zählt.

Entscheidungstexte

  • RS0091146">11 Os 46/86
    Entscheidungstext OGH 13.05.1986 11 Os 46/86
    Veröff: SSt 57/31
  • RS0091146">9 Os 10/86
    Entscheidungstext OGH 28.05.1986 9 Os 10/86
    nur: Spezialität setzt voraus, dass zwei Deliktstypen zueinander im Verhältnis von Gattung und Art stehen, dass also ein Deliktstypus sämtliche Merkmale des anderen, darüber hinaus aber noch zusätzliche (Merkmale) enthält. (T1)
    Beisatz: Keine Spezialität von Vermögensdelikten, insbesondere Erpressung gegenüber der Hehlerei. (T2)
    Veröff: EvBl 1987/63 S 253 = SSt 57/35 = JBl 1986,799 (kritisch Kienapfel) = RZ 1987/11 S 48
  • RS0091146">13 Os 142/07t
    Entscheidungstext OGH 23.04.2008 13 Os 142/07t
    Auch; Beisatz: Spezialität liegt vor, wenn zwei Deliktstypen im Verhältnis von Gattung und Art stehen, dh ein Deliktstypus sämtliche Merkmale des anderen enthält und dazu noch mindestens ein weiteres - spezielles - Merkmal. (T3)
  • RS0091146">13 Os 134/10w
    Entscheidungstext OGH 12.05.2011 13 Os 134/10w
    Auch; Beis ähnlich wie T3
  • RS0091146">11 Os 94/14d
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 94/14d
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Bloße Parallelen der Begehungsweisen bewirken keine Spezialität. (T4)
    Beisatz: § 104a Abs 1 StGB und § 106 Abs 1 Z 3 StGB stehen zueinander nicht im Verhältnis der Spezialität. (T5)
  • RS0091146">14 Os 78/14y
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 78/14y
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Keine Spezialität zwischen § 104a Abs 1 StGB und § 106 Abs 1 Z 3 StGB. (T6)
  • RS0091146">13 Os 4/15k
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 4/15k
    nur T1; Beisatz: Keine Spezialität zwischen § 164 StGB und § 165 StGB. (T7)
  • RS0091146">15 Os 85/16p
    Entscheidungstext OGH 12.10.2016 15 Os 85/16p
    Auch
  • RS0091146">13 Os 115/16k
    Entscheidungstext OGH 17.05.2017 13 Os 115/16k
    Auch
  • RS0091146">13 Os 49/18g
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 49/18g
    Vgl
  • RS0091146">11 Os 126/19t
    Entscheidungstext OGH 10.12.2019 11 Os 126/19t
    Vgl
  • RS0091146">14 Os 28/22g
    Entscheidungstext OGH 26.04.2022 14 Os 28/22g
    Vgl
  • RS0091146">14 Os 98/23b
    Entscheidungstext OGH 24.10.2023 14 Os 98/23b
    vgl; Beisatz: Spezialität kommt ausschließlich als Form scheinbarer Idealkonkurrenz vor. (T8)
  • RS0091146">14 Os 9/24s
    Entscheidungstext OGH 14.05.2024 14 Os 9/24s
    vgl; Beisatz: Die Begehungsweisen des § 88 Abs 3 StGB enthalten gegenüber jener des § 177 Abs 1 StGB zusätzliche Elemente, weil letztere Bestimmung gerade nicht auf einen gesteigerten Gefährlichkeitsgrad der Handlung (grobe Fahrlässigkeit oder fahrlässiges Versetzen in einen Minderrausch) abstellt, sodass Spezialität von § 177 StGB im Verhältnis zu § 88 Abs 3 StGB ausscheidet (gegenteilig zur Rechtslage vor BGBl I 2015/112 RIS-Justiz RS0106575). (T9)
  • RS0091146">13 Os 52/25h
    Entscheidungstext OGH 02.07.2025 13 Os 52/25h
    vgl; nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0091146

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.07.2025
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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