RS OGH 2000/6/7 13Os169/99, 13Os36/01, 13Os34/02, 15Os62/02, 15Os52/02, 15Os49/03, 14Os174/03, 15Os1

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Veröffentlicht am 07.06.2000
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Rechtssatz

Keine unterschiedliche Verjährung idealkonkurrierender strafbarer Handlungen.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 169/99
    Entscheidungstext OGH 07.06.2000 13 Os 169/99
  • 13 Os 36/01
    Entscheidungstext OGH 27.06.2001 13 Os 36/01
    Auch
  • 13 Os 34/02
    Entscheidungstext OGH 29.05.2002 13 Os 34/02
    Auch
  • 15 Os 62/02
    Entscheidungstext OGH 05.09.2002 15 Os 62/02
  • 15 Os 52/02
    Entscheidungstext OGH 05.09.2002 15 Os 52/02
    Beisatz: Nach der (infolge der wesentlichen Regelungsänderung des StGB gegenüber dem StG) neueren Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes verjährt die Strafbarkeit einer mehrere strafbare Handlungen umfassenden Tat nicht in zeitlichen Etappen entsprechend den verschiedenen, für jede einzelne dieser strafbaren Handlungen geltenden Verjährungsfristen. Die Tat (§ 57 Abs 2 StGB) verliert ihre Strafbarkeit durch Verjährung dann und zur Gänze, wenn jene Verjährungsfrist abgelaufen ist, welche für die am strengsten bedrohte damit begangene strafbare Handlung normiert ist. Ausgehend von den tragenden Gründen dieses Strafaufhebungsgrundes - Abnahme des Strafbedürfnisses mit zunehmendem Abstand von der Tat aus general- wie spezialpräventiven Gründen, in zweiter Linie wegen des Zeitablaufs auch wachsende Beweisschwierigkeiten, welche Irrtümer in der Wahrheitsfindung hervorrufen können - tritt die Aufhebung der Strafbarkeit im Falle idealkonkurrierender strafbarer Handlungen ihrer Begehung entsprechend so ein, wie sie gesetzt wurden, nämlich nicht gesondert, sondern gemeinsam (13 Os 36/01). Auch bei (wenngleich kurz) nacheinander und innerhalb der Verjährungsfrist für die erste begangenen Taten, welche dadurch verbunden sind, dass sie auf derselben schädlichen Neigung beruhen, erfährt die Frist, nach deren Ablauf die Strafbarkeit aufgehoben ist, eine Verlängerung (§ 58 Abs 2 StGB), wenn die Verjährungsfrist für die spätere Tat nicht zur Gänze in die Verjährungsfrist der früheren fällt. In diesen Fällen greift ebenso keine gesonderte, sondern eine Gesamtverjährung dann Platz, wenn das geringer sanktionierte Delikt für sich besehen vor dem schwerer strafbedrohten verjähren sollte. (T1)
  • 15 Os 49/03
    Entscheidungstext OGH 12.06.2003 15 Os 49/03
  • 14 Os 174/03
    Entscheidungstext OGH 17.02.2004 14 Os 174/03
    Beisatz: Nur die Strafbarkeit von Taten, nicht aber strafbare Handlungen (=rechtliche Kategorien) verjähren. (T2)
  • 15 Os 13/04
    Entscheidungstext OGH 24.06.2004 15 Os 13/04
    Vgl auch
  • 13 Os 108/04
    Entscheidungstext OGH 06.10.2004 13 Os 108/04
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 11 Os 121/05m
    Entscheidungstext OGH 13.12.2005 11 Os 121/05m
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 15 Os 125/06f
    Entscheidungstext OGH 23.04.2007 15 Os 125/06f
    Beis wie T2
  • 13 Os 68/11s
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 13 Os 68/11s
    Auch
  • 14 Os 169/11a
    Entscheidungstext OGH 28.08.2012 14 Os 169/11a
    Auch; Keine selbständige Verjährung bei eintätigem Zusammentreffen zufolge Überschneidung der Ausführungshandlungen. (T3)
  • 14 Os 41/13f
    Entscheidungstext OGH 09.04.2013 14 Os 41/13f
  • 14 Os 49/15k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 14 Os 49/15k
  • 12 Os 128/16i
    Entscheidungstext OGH 15.12.2016 12 Os 128/16i
  • 17 Os 4/17t
    Entscheidungstext OGH 06.03.2017 17 Os 4/17t
    Beisatz: Hier: Idealkonkurrenz von Diebstahl nach § 127 StGB und unerlaubtem Umgang mit Suchtgiften nach § 27 Abs 1 Z 1 erster und zweiter Fall SMG. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113960

Im RIS seit

07.07.2000

Zuletzt aktualisiert am

23.06.2017
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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