Norm
BDG 1979 §43Schlagworte
DienstpflichtverletzungText
DISZIPLINARERKENNTNIS
Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz hat durch RidOLG Mag. Marc Koller als Senatsvorsitzenden und die weiteren Mitglieder des Disziplinarsenats RidLG Mag. Michael Lichtenegger LL.B. und KontrInsp Christian Kircher in der Disziplinarsache gegen 1. BI ***, ***, 2. BI ***, ***, und 3. KI ***, ***, am 15. April 2015 in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen:
Das gegen BI ***, BI ***, und KI *** geführte Disziplinarverfahren des Inhalts, sie haben über einen mit 10. März 2014 endenden Zeitraum von zumindest 6 Monaten in Ansehung des Untergebrachten ***, geboren am ***, bzw. dessen hygienischer Vernachlässigungen an den Beinen BI *** gemäß Punkt 6.6.2 Abs 2 lit b und lit o Vollzugsordnung und § 42 Abs 2 StVG bestehende Fürsorgepflichten sowie die in § 68 Abs 1 StVG statuierte Meldepflicht, BI *** auch die gemäß § 166 Abs 1 StVG bestehende Betreuungspflicht, KI *** (lediglich) seine in 6.6.2 Abs 1 Vollzugsordnung zugrundegelegte Aufsichtspflicht gegenüber dem Abteilungskommandanten BI *** bzw. dessen Stellvertreters BI *** verletzt und dadurch auch gegen ihre Dienstpflichten nach § 43 Abs 1 BDG 1979, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, sowie nach § 43 Abs 2 BDG 1979 in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit iSd § 91 BDG 1979 schuldhaft ihre Dienstpflichten verletzt,Das gegen BI ***, BI ***, und KI *** geführte Disziplinarverfahren des Inhalts, sie haben über einen mit 10. März 2014 endenden Zeitraum von zumindest 6 Monaten in Ansehung des Untergebrachten ***, geboren am ***, bzw. dessen hygienischer Vernachlässigungen an den Beinen BI *** gemäß Punkt 6.6.2 Absatz 2, Litera b und Litera o, Vollzugsordnung und Paragraph 42, Absatz 2, StVG bestehende Fürsorgepflichten sowie die in Paragraph 68, Absatz eins, StVG statuierte Meldepflicht, BI *** auch die gemäß Paragraph 166, Absatz eins, StVG bestehende Betreuungspflicht, KI *** (lediglich) seine in 6.6.2 Absatz eins, Vollzugsordnung zugrundegelegte Aufsichtspflicht gegenüber dem Abteilungskommandanten BI *** bzw. dessen Stellvertreters BI *** verletzt und dadurch auch gegen ihre Dienstpflichten nach Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, sowie nach Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit iSd Paragraph 91, BDG 1979 schuldhaft ihre Dienstpflichten verletzt,
wird gemäß § 118 Abs 1 Z 2 BDG 1979 eingestellt.wird gemäß Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 eingestellt.
BEGRÜNDUNG:
Der am *** geborene BI *** trat seinen Dienst am *** in der Justizanstalt *** an. Die Definitivstellung erfolgte am ***. Am *** wurde er in die Justizanstalt *** versetzt. Er ist dort derzeit als *** tätig.
Der am *** geborene BI *** trat seinen Dienst am *** in der Justizanstalt *** an. Am *** wurde er definitiv gestellt. Er ist in der Justizanstalt *** seit *** als *** tätig.
Der am *** geborene KI *** trat seinen Dienst am *** in der Justizanstalt *** an. Seine Definitivstellung erfolgte am ***. Am *** wurde er zur Justizanstalt *** versetzt. Seit *** bekleidet er die Funktion des ***. Am *** wurde ihm das Exekutivdienstzeichen verliehen.
Die Vollzugsdirektion erstattete am 22.5.2014 gegen BI ***, am 23.5.2014 gegen KI *** und am 25.5.2014 gegen BI *** Disziplinaranzeige. Die Disziplinaranzeigen wurden samt Anlagen den Disziplinarbeschuldigten und dem Disziplinaranwalt zugestellt (ON ***). Sämtliche Disziplinarbeschuldigten nahmen dazu Stellung. Den im PVG vorgesehenen Verständigungspflichten von der beabsichtigten Erstattung der Disziplinaranzeigen wurde seitens der Dienstbehörde genüge getan (ON ***).
Darin legt diese den Disziplinarbeschuldigten ein als Verstoß gegen §§ 43 Abs 1 und 2 BDG 1979 beurteiltes Verhalten in Ansehung des Strafgefangenen *** zur Last; konkret BI *** und BI *** gegen gemäß Punkt 6.6.2 Abs 2 lit b und lit o Vollzugsordnung, § 42 Abs 2 StVG und § 66 StVG bestehende Fürsorgepflichten und die in § 68 Abs 1 StVG statuierte Meldepflicht, BI *** auch die gemäß § 166 Abs 1 StVG bestehende Betreuungspflicht, KI *** (lediglich) seine in 6.6.2 Abs 1 Vollzugsordnung zugrundegelegte Aufsichtspflicht gegenüber dem Abteilungskommandanten BI *** bzw. (gemeint auch:) dessen Stellvertreters BI *** gerichtetes Handeln über einen längeren, nicht näher eingegrenzten Zeitraum bis 10.3.2014.Darin legt diese den Disziplinarbeschuldigten ein als Verstoß gegen Paragraphen 43, Absatz eins und 2 BDG 1979 beurteiltes Verhalten in Ansehung des Strafgefangenen *** zur Last; konkret BI *** und BI *** gegen gemäß Punkt 6.6.2 Absatz 2, Litera b und Litera o, Vollzugsordnung, Paragraph 42, Absatz 2, StVG und Paragraph 66, StVG bestehende Fürsorgepflichten und die in Paragraph 68, Absatz eins, StVG statuierte Meldepflicht, BI *** auch die gemäß Paragraph 166, Absatz eins, StVG bestehende Betreuungspflicht, KI *** (lediglich) seine in 6.6.2 Absatz eins, Vollzugsordnung zugrundegelegte Aufsichtspflicht gegenüber dem Abteilungskommandanten BI *** bzw. (gemeint auch:) dessen Stellvertreters BI *** gerichtetes Handeln über einen längeren, nicht näher eingegrenzten Zeitraum bis 10.3.2014.
Mit Bescheiden der Vollzugsdirektion vom *** wurden die Disziplinarbeschuldigten vorläufig vom Dienst suspendiert.
Die Dienstbehörde teilte mit Schreiben vom 10.6.2014 mit, dass gegen die Disziplinarbeschuldigten BI *** und BI *** zu ** St *** der Staatsanwaltschaft *** ein Ermittlungsverfahren wegen §§ 312 Abs 2 StGB behängt (ON ***).Die Dienstbehörde teilte mit Schreiben vom 10.6.2014 mit, dass gegen die Disziplinarbeschuldigten BI *** und BI *** zu ** St *** der Staatsanwaltschaft *** ein Ermittlungsverfahren wegen Paragraphen 312, Absatz 2, StGB behängt (ON ***).
Mit Bescheid der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz vom *** wurde die vorläufige Suspendierung von BI ***, BI ***, und KI *** aufgehoben und gemäß §§ 123 Abs 1, 114 Abs 2 letzter Satz BDG 1979 gegen sie ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dabei wurde ihnen zur Last gelegt, sie haben über einen mit 10. März 2014 endenden Zeitraum von zumindest 6 Monaten in Ansehung des Untergebrachten ***, geboren am ***, bzw. dessen hygienischer Vernachlässigungen an den Beinen BI *** gemäß Punkt 6.6.2 Abs 2 lit b und lit o Vollzugsordnung und § 42 Abs 2 StVG bestehende Fürsorgepflichten sowie die in § 68 Abs 1 StVG statuierte Meldepflicht, BI *** auch die gemäß § 166 Abs 1 StVG bestehende Betreuungspflicht, KI *** (lediglich) seine in 6.6.2 Abs 1 Vollzugsordnung zugrundegelegte Aufsichtspflicht gegenüber dem Abteilungskommandanten BI *** bzw. dessen Stellvertreters BI *** verletzt und dadurch auch gegen ihre Dienstpflichten nach § 43 Abs 1 BDG 1979, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, sowie nach § 43 Abs 2 BDG 1979 in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit iSd § 91 BDG 1979 schuldhaft ihre Dienstpflichten verletzt.Mit Bescheid der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz vom *** wurde die vorläufige Suspendierung von BI ***, BI ***, und KI *** aufgehoben und gemäß Paragraphen 123, Absatz eins, 114, Absatz 2, letzter Satz BDG 1979 gegen sie ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dabei wurde ihnen zur Last gelegt, sie haben über einen mit 10. März 2014 endenden Zeitraum von zumindest 6 Monaten in Ansehung des Untergebrachten ***, geboren am ***, bzw. dessen hygienischer Vernachlässigungen an den Beinen BI *** gemäß Punkt 6.6.2 Absatz 2, Litera b und Litera o, Vollzugsordnung und Paragraph 42, Absatz 2, StVG bestehende Fürsorgepflichten sowie die in Paragraph 68, Absatz eins, StVG statuierte Meldepflicht, BI *** auch die gemäß Paragraph 166, Absatz eins, StVG bestehende Betreuungspflicht, KI *** (lediglich) seine in 6.6.2 Absatz eins, Vollzugsordnung zugrundegelegte Aufsichtspflicht gegenüber dem Abteilungskommandanten BI *** bzw. dessen Stellvertreters BI *** verletzt und dadurch auch gegen ihre Dienstpflichten nach Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, sowie nach Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit iSd Paragraph 91, BDG 1979 schuldhaft ihre Dienstpflichten verletzt.
Gleichzeitig wurde das Disziplinarverfahren bis zur rechtskräftigen Beendigung des gegen BI ***, BI ***, und KI *** von der Staatsanwaltschaft *** zu ** St *** geführten Verfahrens unterbrochen.
Nach umfangreichen Erhebungen wurde das zu ** St *** unter anderem gegen die drei in Rede stehenden Justizwachebeamten und die – hier nicht interessierende - Leiterin des psychologischen Dienstes der JA ***, HR Dr. ***, geführte Ermittlungsverfahren mit nachfolgender Begründung gemäß § 190 Z 2 StPO eingestellt.Nach umfangreichen Erhebungen wurde das zu ** St *** unter anderem gegen die drei in Rede stehenden Justizwachebeamten und die – hier nicht interessierende - Leiterin des psychologischen Dienstes der JA ***, HR Dr. ***, geführte Ermittlungsverfahren mit nachfolgender Begründung gemäß Paragraph 190, Ziffer 2, StPO eingestellt.
„BI ***, BI ***, KI ***, Justizwachebeamte der JA ***, sowie die Leiterin des psychologischen Dienstes, HR Dr. ***, waren verdächtig, das Vergehen des Quälens oder Vernachlässigens eines Gefangenen nach § 312 Abs 2 StGB dadurch begangen zu haben, dass sie im Zeitraum *** bis *** in *** als Beamte ihre Verpflichtung zur Fürsorge oder Obhut einem Gefangenen, nämlich dem gemäß § 21 Abs 2 StGB Untergebrachten *** gegenüber, der ihrer Gewalt unterworfen war, gröblich vernachlässigten, indem sie es unterließen, für eine Behandlung der Venenerkrankung an seinen Beinen Sorge zu tragen, das Wechseln und Kontrollieren seiner Beinbandagen zu veranlassen, sowie eine entsprechende Beinhygiene durch ihn selbst oder Dritte zu erwirken und dadurch, wenn auch nur fahrlässig, dessen Gesundheit oder dessen körperliche oder geistige Entwicklung beträchtlich schädigten. Alle vier Beschuldigten sind unbescholten und nicht geständig.„BI ***, BI ***, KI ***, Justizwachebeamte der JA ***, sowie die Leiterin des psychologischen Dienstes, HR Dr. ***, waren verdächtig, das Vergehen des Quälens oder Vernachlässigens eines Gefangenen nach Paragraph 312, Absatz 2, StGB dadurch begangen zu haben, dass sie im Zeitraum *** bis *** in *** als Beamte ihre Verpflichtung zur Fürsorge oder Obhut einem Gefangenen, nämlich dem gemäß Paragraph 21, Absatz 2, StGB Untergebrachten *** gegenüber, der ihrer Gewalt unterworfen war, gröblich vernachlässigten, indem sie es unterließen, für eine Behandlung der Venenerkrankung an seinen Beinen Sorge zu tragen, das Wechseln und Kontrollieren seiner Beinbandagen zu veranlassen, sowie eine entsprechende Beinhygiene durch ihn selbst oder Dritte zu erwirken und dadurch, wenn auch nur fahrlässig, dessen Gesundheit oder dessen körperliche oder geistige Entwicklung beträchtlich schädigten. Alle vier Beschuldigten sind unbescholten und nicht geständig.
Zu prüfen war das für die Erfüllung des § 312 Abs 2 StGB erforderliche Tatbestandsmerkmal der beträchtlichen Schädigung der Gesundheit oder der körperlichen oder geistigen Entwicklung des ***. Diesbezüglich kam Univ. Doz. Dr. *** im Gutachten vom *** zum Schluss, dass durch die gegenständlichen Vorfälle keine „beträchtliche Schädigung seiner Gesundheit oder geistigen Entwicklung“ eingetreten sei (AS *** in ON ***). OR Dr. *** führte in ihrem gerichtsmedizinischen Gutachten vom *** aus, dass sich aus medizinischer Sicht nicht ableiten lasse, dass es aufgrund der Nichtbehandlung der Gefäßerkrankung des Untergebrachten *** an den Beinen und des unterlassenen Wechselns der – laut eigenen Angaben – teilweise schon seit 2007 angebrachten Bandagen an den Beinen und der mangelnden Beinhygiene seit der Aufnahme in der Justizanstalt *** ab *** zu einer beträchtlichen Schädigung der Gesundheit oder körperlichen Entwicklung im Sinne des § 312 Abs 2 StGB gekommen sei (AS *** in ON ***). Da keine Zweifel an den Ausführungen der Gerichtsgutachter in ON *** und ON *** vorliegen, ist das Tatbestandselement des § 312 Abs 2 StGB der beträchtlichen Schädigung der Gesundheit oder der körperlichen oder geistigen Entwicklung des *** als nicht erfüllt anzusehen.Zu prüfen war das für die Erfüllung des Paragraph 312, Absatz 2, StGB erforderliche Tatbestandsmerkmal der beträchtlichen Schädigung der Gesundheit oder der körperlichen oder geistigen Entwicklung des ***. Diesbezüglich kam Univ. Doz. Dr. *** im Gutachten vom *** zum Schluss, dass durch die gegenständlichen Vorfälle keine „beträchtliche Schädigung seiner Gesundheit oder geistigen Entwicklung“ eingetreten sei (AS *** in ON ***). OR Dr. *** führte in ihrem gerichtsmedizinischen Gutachten vom *** aus, dass sich aus medizinischer Sicht nicht ableiten lasse, dass es aufgrund der Nichtbehandlung der Gefäßerkrankung des Untergebrachten *** an den Beinen und des unterlassenen Wechselns der – laut eigenen Angaben – teilweise schon seit 2007 angebrachten Bandagen an den Beinen und der mangelnden Beinhygiene seit der Aufnahme in der Justizanstalt *** ab *** zu einer beträchtlichen Schädigung der Gesundheit oder körperlichen Entwicklung im Sinne des Paragraph 312, Absatz 2, StGB gekommen sei (AS *** in ON ***). Da keine Zweifel an den Ausführungen der Gerichtsgutachter in ON *** und ON *** vorliegen, ist das Tatbestandselement des Paragraph 312, Absatz 2, StGB der beträchtlichen Schädigung der Gesundheit oder der körperlichen oder geistigen Entwicklung des *** als nicht erfüllt anzusehen.
Geprüft wurde weiters das Tatbestandselement des § 312 Abs 2 StGB der gröblichen Vernachlässigung der Verpflichtung zur Fürsorge oder Obhut gegenüber *** von Seiten der Beschuldigten. Die Obsorge- und Fürsorgeverpflichtungen der Justizwachebeamten gegenüber den Insassen sind insbesondere in Pkt. 6.6.2. Vollzugsordnung für Justizanstalten (VZO), §§ 20 Abs 2, 42 Abs 2, 66 Abs 1, 68 Abs 1 und 166 Z 1 StVG sowie in § 34 Abs 1 und 2 BDG geregelt. Diese Normen enthalten Pflichten zur Aufsicht über die Insassen, zur Gewährleistung von Ordnung und Sauberkeit der Abteilung sowie Gesundheit und Reinlichkeit der Insassen, wobei Insassen gem. § 42 Abs 2 StVG einer zwangsweisen Körperpflege zur Behebung eines ekelerregenden bzw. gesundheitsgefährdenden Zustandes unterworfen werden können. Gemäß § 66 Abs 1 StVG haben die Vollzugsbehörden für die Erhaltung der körperlichen und geistigen Sicherheit der Strafgefangenen Sorge zu tragen und sind der Gesundheitszustand der Strafgefangenen und ihr Körpergewicht zu überwachen. Gemäß § 68 Abs 1 StVG ist dem Anstaltsarzt Mitteilung zu machen, wenn Verhalten oder Aussehen des Insassen nahelegt, dass er körperlich oder geistig krank ist. Gemäß § 166 Z 1 StVG sind Insassen zur Erreichung der Vollzugszwecke entsprechend ihrem Zustand ärztlich, insbesondere psychiatrisch, psychotherapeutisch, psychohygienisch und erzieherisch zu betreuen. In Bezug auf HR Dr. *** käme ein Verstoß gegen § 166 Z 1 StVG und § 43 Abs 1 und 2 BDG in Betracht.Geprüft wurde weiters das Tatbestandselement des Paragraph 312, Absatz 2, StGB der gröblichen Vernachlässigung der Verpflichtung zur Fürsorge oder Obhut gegenüber *** von Seiten der Beschuldigten. Die Obsorge- und Fürsorgeverpflichtungen der Justizwachebeamten gegenüber den Insassen sind insbesondere in Pkt. 6.6.2. Vollzugsordnung für Justizanstalten (VZO), Paragraphen 20, Absatz 2, 42, Absatz 2, 66, Absatz eins, 68, Absatz eins und 166 Ziffer eins, StVG sowie in Paragraph 34, Absatz eins und 2 BDG geregelt. Diese Normen enthalten Pflichten zur Aufsicht über die Insassen, zur Gewährleistung von Ordnung und Sauberkeit der Abteilung sowie Gesundheit und Reinlichkeit der Insassen, wobei Insassen gem. Paragraph 42, Absatz 2, StVG einer zwangsweisen Körperpflege zur Behebung eines ekelerregenden bzw. gesundheitsgefährdenden Zustandes unterworfen werden können. Gemäß Paragraph 66, Absatz eins, StVG haben die Vollzugsbehörden für die Erhaltung der körperlichen und geistigen Sicherheit der Strafgefangenen Sorge zu tragen und sind der Gesundheitszustand der Strafgefangenen und ihr Körpergewicht zu überwachen. Gemäß Paragraph 68, Absatz eins, StVG ist dem Anstaltsarzt Mitteilung zu machen, wenn Verhalten oder Aussehen des Insassen nahelegt, dass er körperlich oder geistig krank ist. Gemäß Paragraph 166, Ziffer eins, StVG sind Insassen zur Erreichung der Vollzugszwecke entsprechend ihrem Zustand ärztlich, insbesondere psychiatrisch, psychotherapeutisch, psychohygienisch und erzieherisch zu betreuen. In Bezug auf HR Dr. *** käme ein Verstoß gegen Paragraph 166, Ziffer eins, StVG und Paragraph 43, Absatz eins und 2 BDG in Betracht.
Die Beschuldigten BI ***, ***, und BI ***, ***, verantworteten sich im Wesentlichen damit, dass sie ihre Fürsorge-, Aufsichts- und Kontrollpflichten gegenüber *** wahrgenommen und diesen zur Körperpflege angehalten hätten. Sein äußeres Erscheinungsbild sei in Ordnung gewesen. Ein schlechter Gesundheitszustand sei für sie nicht erkennbar gewesen, sie hätten den Insassen nie unbekleidet oder in kurzen Hosen gesehen. Er sei bis zur Entdeckung des Zustandes seiner Beine ganz normal gegangen, habe nicht über Schmerzen geklagt oder die Vorführung zum Anstaltsarzt verlangt. Über medizinische Informationen über den Gesundheitszustand des Insassen hätten sie nicht verfügt, so seien ihnen auch die Bypass-Herzoperation und die CVI in den Beinen sowie die Notwendigkeit einer Bandagierung nicht bekannt gewesen. KI ***, ***, verantwortete sich damit, dass er als Aufsichtsorgan seine Kontrollpflichten gegenüber den *** wahrgenommen und stichprobenartig die Ordnung und Sauberkeit auf der Abteilung und den ordentlichen Umgang mit den Insassen kontrolliert habe. Er habe nicht den Eindruck gehabt, dass *** verwahrlost aussehe, er krank sei oder Verwesungsgeruch wahrzunehmen sei, auch habe er sich auf der Abteilung frei bewegt. HR Dr. *** gab an, zwar Leiterin des psychologischen Dienstes, jedoch nicht Departmentleitern der Abteilung *** zu sein und ihre Kontrollaufgaben wahrgenommen zu haben. *** sei regelmäßig psychologisch betreut worden, habe jedoch eine Betreuung grundsätzlich abgelehnt.
Die Zeugeneinvernahmen des *** und des Insassen *** zeichneten in Bezug auf BI ***, BI ***, KI *** das Bild sorgfältiger Justizwachebeamter, die ihre Fürsorge-, Aufsichts- und Kontrollpflichten wahrgenommen hätten und bestätigten die diesbezüglichen Ausführungen der Beschuldigten. Nochmals verwiesen wird auf die Aussage des *** vom *** (AS *** in ON ***), wonach es sich bei BI *** und BI *** um zwei erfahrene Beamte handle, die ihn sieben Jahre lang korrekt behandelt hätten. Die Beamten hätten ein Gefühl für ihn gehabt, sofort reagiert, wenn er etwas gebraucht habe und sich nichts zu Schulden kommen lassen. Er habe durch die Vorgehensweise gravierende Missstände in der Justizanstalt *** aufzeigen wollen, jedoch seien diese nicht durch BI *** und BI *** verursacht worden. Dieser Aussage ist auch deshalb besonderes Gewicht zuzumessen, da *** sich im Regelfall über wenige Personen positiv zu äußern und den meisten ihn betreuenden Personen gegenüber eine abwehrende Haltung einzunehmen pflegte (siehe zB AS *** in ON ***, AS *** in ON ***). Verwiesen wird auch auf die Aussage von HR Dr. *** vom ***, wonach es sich gerade bei BI *** um einen Justizwachebeamten gehandelt habe, der immer wieder von selbst eine mögliche Erkrankung von Insassen gemeldet habe (AS *** in ON ***).
Es kann auch nicht mit der für ein Strafverfahren notwendigen Sicherheit nachgewiesen werden, dass der körperlich schlechte Zustand des *** den Justizwachebeamten unter Aufbringung der gebotenen Sorgfalt erkennbar gewesen wäre: *** selbst gab an, dass er den Justizwachebeamten gegenüber nie geäußert habe, dass er Schmerzen, oder die Vorführung zum Anstaltsarzt verlangt habe (AS *** in ON ***). Auch ist auf die Aussage des *** im psychiatrisch-psychologisch forensischen Gutachten zur Frage der Therapieevaluation und Vollzugslockerung von Dr. *** vom *** zu verweisen, wonach er in den letzten zwei Jahren den Entschluss gefasst habe, seine Füße bewusst verwahrlosen zu lassen und Justizwachebeamten gegenüber auf ihre wiederholte Nachfrage angegeben habe, er wäre duschen gewesen und benötige keine besondere Hilfe. Ziel sei gewesen, die ganze Justiz ins Wanken zu bringen (AS *** in ON ***).
Im gerichtsmedizinischen Gutachten von OR Dr. *** wird ausgeführt, dass sich eine Gewichtsabnahme als Folge der Gefäßerkrankungen medizinisch nicht mit Sicherheit annehmen, und sich medizinisch nicht eindeutig beantworten lasse, inwieweit diese Gewichtsabnahme an dem mit Anstaltskleidung bekleideten Mann von einem Laien wahrnehmbar gewesen sei (AS *** in ON ***). Auch Dr. *** gab in seiner Zeugeneinvernahme an, dass der Stand des Insassen bei seiner Untersuchung gerade und der Gang unbeeinträchtigt gewesen sei, da er problemlos vom Sessel habe aufstehen und zur Türe hinausgehen können. Das äußere Erscheinungsbild sei „ausreichend gepflegt“ gewesen, was bedeute, dass er keine gröberen Auffälligkeiten in Bezug auf Hygienemängel habe feststellen können (AS *** in ON ***).
Auch die Zeugen ***, der in der Abteilung *** einige Hafträume von *** entfernt untergebracht war, und *** konnten in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild des ***, insbesondere seinen Gang, keine Auffälligkeiten feststellen, er habe keinen verwahrlosten Eindruck gemacht (AS *** in ON ***, AS *** in ON ***). Die Aussage des ***, wonach *** noch bis kurz vor der Entdeckung des Zustandes seines Fußes ganz normal gegangen sei (AS *** in ON ***), deckt sich mit der Wahrnehmung des Dr. ***, wonach der Insasse am 10.3.2014 ohne Auffälligkeiten in den Untersuchungsraum selbständig gegangen sei (AS *** in ON ***). Dr. *** führte auch aus, dass er nicht krank gewirkt habe und der Verwesungsgeruch erst bei der Abnahme der Verbände wahrnehmbar gewesen sei. Zwar gab Dr. *** an, am *** an *** Uringeruch wahrgenommen und einen verwahrlosten Eindruck von ihm gehabt zu haben, relativierte dies jedoch in der Folge im Hinblick auf den Vergleich mit langjährigen, vom Alter vergleichbaren Insassen (AS *** in ON ***). Die Ausführungen des Zeugen ***, wonach er *** weder in kurzen Hosen noch mit einem Verband gesehen habe, und der Zustand seines Haftraumes durchschnittlich gepflegt gewesen sei (AS *** in ON ***), deckt sich mit der Verantwortung der Beschuldigten.
Einzig Mag. *** hatte von *** zumindest im Jahr *** einen verwahrlosten Eindruck, wobei sie jedoch nicht mehr sagen konnte, ob sich dieser Eindruck mit der Zeit verändert habe (AS *** in ON ***). Mag. *** erweckte bei ihrer Zeugeneinvernahme am *** einen äußerst engagierten, gewissenhaften Eindruck. Sie gab jedoch an, HR Dr. *** wegen des äußeren Erscheinungsbildes von *** keine Meldung erstattet zu haben, da „es nicht so Außergewöhnliches“ sei, „wenn sich jemand nicht frisieren möchte, wenn er lange Jahre im Gefängnis verbringt“ (AS *** in ON ***) und kann somit kein gravierender Eindruck vor Verwahrlosung vorgelegen haben. Jedenfalls habe sie nie den Eindruck gehabt, dass es *** nicht gutgehe oder er krank sei (AS *** in ON ***), er habe ihr gegenüber auch nie über Schmerzen in den Beinen geklagt (AS *** in ON ***).
In Zusammenschau der genannten Zeugenaussagen scheint die Verantwortung von BI *** und BI *** glaubwürdig, dass sie auf eine ausreichende hygienische Pflege des *** geachtet, diesen dazu angehalten und den Erfolg auch kontrolliert hätten, dass für sie eine Gesundheitsschädigung oder Schmerzen des Insassen nicht erkennbar gewesen seien, und sie somit nicht insbesondere §§ 42 Abs 2, 66 Abs 1 und 68 Abs 1 StVG zuwider gehandelt hätten. Dazu ist auch auf die Aussage des Dr. *** vom *** zu verweisen, wonach er viele chronisch psychisch kranke Personen, die in Institutionen leben, betreue und es mitunter schwierig sei, diese Personen dazu anzuhalten, einen gewissen Hygienestandard zu erreichen, man mitunter zufrieden sein müsse, wenn es gelänge, dass sie sich einmal in der Woche duschen und einmal in der Woche das Gewand wechselten (AS *** in ON ***). Weiters ist auf die Bestimmung in § 42 Abs 2 StVG der Verpflichtung der Justizwachebeamten zur Wahrung der Achtung der Menschenwürde der Insassen bei einer Überwachung der Körperpflege zu verweisen, wonach die Möglichkeit der Inspektion des nackten Körpers und der Beobachtung des Dusch- bzw. Waschvorgangs äußerst beschränkt ist.In Zusammenschau der genannten Zeugenaussagen scheint die Verantwortung von BI *** und BI *** glaubwürdig, dass sie auf eine ausreichende hygienische Pflege des *** geachtet, diesen dazu angehalten und den Erfolg auch kontrolliert hätten, dass für sie eine Gesundheitsschädigung oder Schmerzen des Insassen nicht erkennbar gewesen seien, und sie somit nicht insbesondere Paragraphen 42, Absatz 2, 66, Absatz eins und 68 Absatz eins, StVG zuwider gehandelt hätten. Dazu ist auch auf die Aussage des Dr. *** vom *** zu verweisen, wonach er viele chronisch psychisch kranke Personen, die in Institutionen leben, betreue und es mitunter schwierig sei, diese Personen dazu anzuhalten, einen gewissen Hygienestandard zu erreichen, man mitunter zufrieden sein müsse, wenn es gelänge, dass sie sich einmal in der Woche duschen und einmal in der Woche das Gewand wechselten (AS *** in ON ***). Weiters ist auf die Bestimmung in Paragraph 42, Absatz 2, StVG der Verpflichtung der Justizwachebeamten zur Wahrung der Achtung der Menschenwürde der Insassen bei einer Überwachung der Körperpflege zu verweisen, wonach die Möglichkeit der Inspektion des nackten Körpers und der Beobachtung des Dusch- bzw. Waschvorgangs äußerst beschränkt ist.
Die Aussage der Justizwachebeamten, dass ihnen nur eine eingeschränkte Kontrolle des Gesundheitszustandes des *** möglich gewesen sei, da sie über diesen nicht informiert gewesen wären und ihnen keine medizinischen Unterlagen zur Verfügung gestanden hätten, ist nicht widerlegbar: Wie obig ausgeführt, scheinen sie – ebenso wie andere Kontaktpersonen wie zB Mag. *** – von Seiten des *** nicht über Schmerzen und eine vorliegende körperliche Beeinträchtigung informiert worden zu sein. Dr. ***, Dr. *** und HR Dr. *** sagten aus, dass grundsätzlich keine Informationen über den medizinischen Zustand der Insassen an die Justizwachebeamten weitergegeben würden, sie keine Informationen zu *** weitergegeben hätten und dass die Justizwachebeamten auch keinen Zugang zu den medizinischen Informationen in der iVv hätten (AS *** in ON ***, AS *** in ON ***, AS *** in ON ***).
Die den Justizwachebeamten zugänglichen Einstufung von *** als Nicht-Risikopatienten in Bezug auf den Einsatz von Taser-Waffen in der iVv (AS *** in ON ***) wies vielmehr darauf hin, dass bei ihm keine schwerwiegende Erkrankung vorliege. Der Insasse war ärztlich auch als voll arbeitsfähig eingestuft worden, was für Außenstehende ebenfalls nicht auf gröbere gesundheitliche Probleme hindeuten konnte (AS ***in ON ***).
*** war im Jahr *** das letzte Mal zu einer allgemeinmedizinischen Untersuchung vorgeführt worden, wobei nicht erweislich ist, dass er eine weitere Vorführung verlangt oder auch verweigert habe. Gemäß Pkt. 1.2. (1) VZO obliegen allgemeine Betreuungsaufgaben vor allem den Justizwachebeamten, besondere Betreuungsaufgaben aufgrund ihres erhöhten Fachwissens den Angehörigen der Betreuungsdienste, darunter dem ärztlichen Dienst. Gem. Pkt. 7.4. (1) VZO hat der Leiter des ärztlichen Dienstes für die Gesundheit der Insassen im Sinne der §§ 66 ff StVG Sorge zu tragen. Die detaillierten Aufgaben des Abteilungskommandanten sind in Pkt. 6.6.2. VZO definiert: Eine Verpflichtung zur Kontrolle des zeitlichen Abstandes der ärztlichen Untersuchungen der Insassen fällt nicht darunter und wäre die Annahme einer solchen überschießend.*** war im Jahr *** das letzte Mal zu einer allgemeinmedizinischen Untersuchung vorgeführt worden, wobei nicht erweislich ist, dass er eine weitere Vorführung verlangt oder auch verweigert habe. Gemäß Pkt. 1.2. (1) VZO obliegen allgemeine Betreuungsaufgaben vor allem den Justizwachebeamten, besondere Betreuungsaufgaben aufgrund ihres erhöhten Fachwissens den Angehörigen der Betreuungsdienste, darunter dem ärztlichen Dienst. Gem. Pkt. 7.4. (1) VZO hat der Leiter des ärztlichen Dienstes für die Gesundheit der Insassen im Sinne der Paragraphen 66, ff StVG Sorge zu tragen. Die detaillierten Aufgaben des Abteilungskommandanten sind in Pkt. 6.6.2. VZO definiert: Eine Verpflichtung zur Kontrolle des zeitlichen Abstandes der ärztlichen Untersuchungen der Insassen fällt nicht darunter und wäre die Annahme einer solchen überschießend.
Zu bemerken ist weiters, dass der Abteilungskommandant auf ***, BI ***, aufgrund seiner Personalvertretungstätigkeiten in den letzten ein bis zwei Jahren lediglich ca. 10 Tage im Monat auf der Abteilung *** seinen Dienst verrichtete und allein im Jahr *** 28 diensthabende Beamte als Abteilungskommandanten eingesetzt waren. Berichte dieser Abteilungskommandanten an ihn ergingen nur bei außergewöhnlichen Vorfällen und hatte er sonst keine Möglichkeit der Kontrolle über Vorgänge in seiner Abwesenheit (AS *** in ON ***). Auch BI *** als *** der Abteilung *** verrichteten auf *** monatlich nur ca. 10 – 14 Dienste (AS *** in ON ***). Eine lückenlose Kontrolle des Gesundheitszustandes und der körperlichen Pflege der Insassen war den beiden Justizwachebeamten somit organisationstechnisch gar nicht möglich.
Den vorgelegten Organigrammen Beilage ./1 bis ./7 in ON *** zu Folge war HR Dr. *** Leitern des psychologischen Dienstes, aber nicht Departmentleiterin der Abteilung *** und hatte keinen persönlichen Kontakt zu ***. Die Beschuldigte ist keine Ärztin. Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit *** von ihrer Seite sind nicht nachweisbar. Den Zeugenaussagen von Mag. *** und *** und den vorgelegten Chronologie Beilage ./8 ON *** folgend wurde *** regelmäßig sozialarbeiterisch/psychologisch betreut, lehnte derartige Betreuungsangebote jedoch grundsätzlich ab.
Aus den genannten Gründen kann weder mit der für ein Strafverfahren erforderlichen Sicherheit angenommen werden, dass *** durch die zu untersuchenden Vorgänge eine beträchtliche Schädigung der Gesundheit oder der körperlichen oder geistigen Entwicklung erlitt, noch dass die Beschuldigten eine Vernachlässigung der Verpflichtung zur Fürsorge und Obhut gegenüber dem Insassen, schon gar keine gröbliche, begangen haben. Somit ist der objektive Tatbestand des § 312 Abs 2 StGB schon nicht erfüllt.Aus den genannten Gründen kann weder mit der für ein Strafverfahren erforderlichen Sicherheit angenommen werden, dass *** durch die zu untersuchenden Vorgänge eine beträchtliche Schädigung der Gesundheit oder der körperlichen oder geistigen Entwicklung erlitt, noch dass die Beschuldigten eine Vernachlässigung der Verpflichtung zur Fürsorge und Obhut gegenüber dem Insassen, schon gar keine gröbliche, begangen haben. Somit ist der objektive Tatbestand des Paragraph 312, Absatz 2, StGB schon nicht erfüllt.
Eine strafrechtliche Verfolgung der Beschuldigten wegen §§ 2, 83, 84 Abs 1 StGB kommt mangels Feststellbarkeit einer Pflichtverletzung durch Unterlassung nicht in Betracht, wobei auf die vorangegangenen Ausführungen verwiesen wird. Aufgrund der Aussagen des BI ***, BI ***, KI *** in Verbindung mit den Aussagen des Anstaltsarztes Dr. *** und des Insassen *** ist fallaktuell weder von einem wissentlichen Befugnismissbrauch noch von einem auf Rechtsschädigung gerichteten Vorsatz im Sinne des § 302 Abs 2 StGB auszugehen.Eine strafrechtliche Verfolgung der Beschuldigten wegen Paragraphen 2, 83, 84, Absatz eins, StGB kommt mangels Feststellbarkeit einer Pflichtverletzung durch Unterlassung nicht in Betracht, wobei auf die vorangegangenen Ausführungen verwiesen wird. Aufgrund der Aussagen des BI ***, BI ***, KI *** in Verbindung mit den Aussagen des Anstaltsarztes Dr. *** und des Insassen *** ist fallaktuell weder von einem wissentlichen Befugnismissbrauch noch von einem auf Rechtsschädigung gerichteten Vorsatz im Sinne des Paragraph 302, Absatz 2, StGB auszugehen.
Das Ermittlungsverfahren gegen BI ***, BI ***, KI ***, HR Dr. *** wegen §§ 302 Abs 1, 312 Abs 2 und 3 StGB war daher gemäß § 190 Z 2 StPO einzustellen gewesen.Das Ermittlungsverfahren gegen BI ***, BI ***, KI ***, HR Dr. *** wegen Paragraphen 302, Absatz eins, 312, Absatz 2 und 3 StGB war daher gemäß Paragraph 190, Ziffer 2, StPO einzustellen gewesen.
Der Disziplinaranwalt machte von der ihm eingeräumten Möglichkeit zur Stellungnahme zu einem mit Blick insbesondere auf die Begründung der Einstellung des gegen die Disziplinarbeschuldigte geführten Ermittlungsverfahrens zu erwägenden und von den Disziplinarbeschuldigten auch beantragten (ON *** und ***) Vorgehen in Richtung § 118 Abs 1 Z 1 und 2 BDG 1979 nicht Gebrauch, beantragte auch keine weiterführenden Erhebungsschritte bzw. Beweisaufnahmen (ON ***).Der Disziplinaranwalt machte von der ihm eingeräumten Möglichkeit zur Stellungnahme zu einem mit Blick insbesondere auf die Begründung der Einstellung des gegen die Disziplinarbeschuldigte geführten Ermittlungsverfahrens zu erwägenden und von den Disziplinarbeschuldigten auch beantragten (ON *** und ***) Vorgehen in Richtung Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer eins und 2 BDG 1979 nicht Gebrauch, beantragte auch keine weiterführenden Erhebungsschritte bzw. Beweisaufnahmen (ON ***).
Von der Disziplinarkommission wurde im Hinblick auf die ausführlichen Einvernahmen von BI ***, BI ***, und KI *** im Verfahren ** St *** der StA *** von der Einholung einer weiteren Stellungnahme der Disziplinarbeschuldigten abgesehen. Weitere Erhebungen sind aufgrund der umfangreichen Ermittlungen im Strafverfahren nicht erforderlich und auch nicht zielführend.
Nach den Ergebnissen des Ermittlungsverfahrens zu ** St ***, insbesondere den darin enthaltenen Einvernahmen der Beschuldigten BI ***, BI ***, und KI *** und den durchgeführten Zeugeneinvernahmen, auch den entscheidend relativierten Angaben Dris. ***, sowie den eingeholten Sachverständigengutachten können die gegen BI ***, BI ***, und KI *** erhobenen Vorwürfe, sie haben über einen mit 10. März 2014 endenden Zeitraum von zumindest 6 Monaten in Ansehung des Untergebrachten ***, geboren am ***, bzw. dessen hygienischer Vernachlässigungen an den Beinen BI *** gemäß Punkt 6.6.2 Abs 2 lit b und lit o Vollzugsordnung und § 42 Abs 2 StVG bestehende Fürsorgepflichten sowie die in § 68 Abs 1 StVG statuierte Meldepflicht, BI *** auch die gemäß § 166 Abs 1 StVG bestehende Betreuungspflicht, KI *** (lediglich) seine in 6.6.2 Abs 1 Vollzugsordnung zugrundegelegte Aufsichtspflicht gegenüber dem Abteilungskommandanten BI *** bzw. dessen Stellvertreters BI *** verletzt und dadurch auch gegen ihre Dienstpflichten nach § 43 Abs 1 BDG 1979, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, sowie nach § 43 Abs 2 BDG 1979 in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit iSd § 91 BDG 1979 schuldhaft ihre Dienstpflichten verletzt, nicht verifiziert und keine entsprechenden Feststellungen getroffen werden.Nach den Ergebnissen des Ermittlungsverfahrens zu ** St ***, insbesondere den darin enthaltenen Einvernahmen der Beschuldigten BI ***, BI ***, und KI *** und den durchgeführten Zeugeneinvernahmen, auch den entscheidend relativierten Angaben Dris. ***, sowie den eingeholten Sachverständigengutachten können die gegen BI ***, BI ***, und KI *** erhobenen Vorwürfe, sie haben über einen mit 10. März 2014 endenden Zeitraum von zumindest 6 Monaten in Ansehung des Untergebrachten ***, geboren am ***, bzw. dessen hygienischer Vernachlässigungen an den Beinen BI *** gemäß Punkt 6.6.2 Absatz 2, Litera b und Litera o, Vollzugsordnung und Paragraph 42, Absatz 2, StVG bestehende Fürsorgepflichten sowie die in Paragraph 68, Absatz eins, StVG statuierte Meldepflicht, BI *** auch die gemäß Paragraph 166, Absatz eins, StVG bestehende Betreuungspflicht, KI *** (lediglich) seine in 6.6.2 Absatz eins, Vollzugsordnung zugrundegelegte Aufsichtspflicht gegenüber dem Abteilungskommandanten BI *** bzw. dessen Stellvertreters BI *** verletzt und dadurch auch gegen ihre Dienstpflichten nach Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, sowie nach Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit iSd Paragraph 91, BDG 1979 schuldhaft ihre Dienstpflichten verletzt, nicht verifiziert und keine entsprechenden Feststellungen getroffen werden.
Gemäß § 43 BDG 1979 ist der Beamte verpflichtet, seine dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen (Abs 1 ). Der Beamte hat in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt (Abs 2).Gemäß Paragraph 43, BDG 1979 ist der Beamte verpflichtet, seine dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen (Absatz eins, ). Der Beamte hat in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt (Absatz 2,).
Eine schuldhafte Verletzung dieser Dienstpflichten im Sinne des § 91 BDG 1979 durch die Disziplinarbeschuldigten BI ***, BI ***, und KI *** war nicht feststellbar. Da somit die den Disziplinarbeschuldigten zur Last gelegten Dienstpflichtverletzungen nicht erwiesen werden konnten, war gemäß § 118 Abs 1 Z 2 BDG 1979 das Disziplinarverfahren einzustellen.Eine schuldhafte Verletzung dieser Dienstpflichten im Sinne des Paragraph 91, BDG 1979 durch die Disziplinarbeschuldigten BI ***, BI ***, und KI *** war nicht feststellbar. Da somit die den Disziplinarbeschuldigten zur Last gelegten Dienstpflichtverletzungen nicht erwiesen werden konnten, war gemäß Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 das Disziplinarverfahren einzustellen.
RECHTSMITTELBELEHRUNG:
Gegen diesen Bescheid ist das Rechtsmittel der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig. Die Beschwerde ist innerhalb von vier Wochen ab Zustellung bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Die Beschwerde hat zu enthalten
- die Bezeichnung des angefochtenen Bescheids,
- die Bezeichnung der belangten Behörde (jener Behörde, die den Bescheid erlassen hat),
- die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt oder die Erklärung über den Umfang der Anfechtung,
- das Begehren und
- jene Angaben, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht ist.
Zuletzt aktualisiert am
01.06.2015