Norm
BDG 1979 §43Schlagworte
DienstpflichtverletzungText
BESCHEID
(EINSTELLUNGSBESCHLUSS)
Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz hat durch die Senatspräsidentin des OLG Dr. Ingrid Brandstätter als Vorsitzende sowie den Richter des OLG Dr. Werner Urbaner und KI Martin-Johann Schöpf als weitere Mitglieder des Disziplinarsenates in der Disziplinarsache gegen *** in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen:
Das mit Bescheid vom *** 2014 gegen *** eingeleitete Disziplinarverfahren wird gemäß § 118 Abs 1 Z 2 BDG 1979 e i n g e s t e l l t.Das mit Bescheid vom *** 2014 gegen *** eingeleitete Disziplinarverfahren wird gemäß Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 e i n g e s t e l l t.
Gemäß § 117 Abs 1 Z 1 BDG 1979 sind die Kosten des Verfahrens vom Bund zu tragen.Gemäß Paragraph 117, Absatz eins, Ziffer eins, BDG 1979 sind die Kosten des Verfahrens vom Bund zu tragen.
BEGRÜNDUNG:
Der am *** geborene *** ist als *** in der ***der *** beschäftigt.
Mit Bericht vom *** stellte die Staatsanwaltschaft *** den Verlauf des der gegenständlichen Disziplinarsache zu Grunde liegenden Strafverfahrens gegen *** (*** St ***/*** der StA ***; *** HR ***/*** bzw *** Hv ***/*** jeweils des Landesgerichtes ***) zusammengefasst wie folgt dar:
Nach Festnahme des Opfers wegen der Vergehen der Nötigung und der gefährlichen Drohung nach §§ 105 Abs 1, 107 Abs 1 und 2 erster Fall StGB und in dieser Richtung gestellten Antrag der Staatsanwaltschaft *** auf Verhängung der Untersuchungshaft sah das Landesgericht *** mit Beschluss vom *** nach § 173 Abs 4 StPO aufgrund rechtskräftiger Verurteilung des Opfers zu *** Hv ***/*** des Landesgerichtes ***, zu der eine Strafvollzugsanordnung betreffend die dort verhängte Freiheitsstrafe von 4 Monaten auflag, von der Verhängung der Untersuchungshaft ab, sodass am Opfer in weiterer Folge in der JA *** die genannte Strafhaft vollzogen wurde (ON *** in ON ***). Mit Strafantrittsbericht ON *** vom *** verständigte die JA *** die Staatsanwaltschaft vom errechneten Strafende am ***, *** Uhr, und mit vorläufigem Strafantrittsbericht ON *** vom *** vom errechneten Ende einer daran anschließenden, von der BPD *** verhängten fünfzigstündigen Ersatzfreiheitsstrafe am ***, *** Uhr. Nach Eingang des neuropsychiatrischen Sachverständigengutachtens (ON *** in ON ***), in welchem die Sachverständige dem Opfer die Voraussetzungen einer Unterbringung nach § 21 Abs 1 StGB sowie die mangelnde Alternative zur diesbezüglichen Maßnahmenunterbringung bescheinigte (ON *** AS *** in ON ***), beantragte die Staatsanwaltschaft *** am *** bei der Haft- und Rechtsschutzrichterin des Landesgerichtes *** die vorläufige Anhaltung des Opfers nach § 429 Abs 4 StPO nach Ablauf der Haft und verfügte die Übermittlung einer Kopie des genannten Gutachtens an die JA *** (ON *** AS *** in ON ***). Von diesem Antrag setzte das Landesgericht *** die JA *** mit Note vom *** mit dem Ersuchen in Kenntnis, das Gericht rechtzeitig von einer bevorstehenden Enthaftung des Opfers zu verständigen, dass beizeiten über den Antrag entschieden werden kann (ON *** in ON ***). Die Staatsanwaltschaft *** brachte am *** beim Landesgericht *** einen Antrag nach § 21 Abs 1 StGB gegen das Opfer ein (ON *** AS *** verso und ON *** in ON ***). Am Samstag, dem *** übersandte die JA *** sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch dem Landesgericht *** einen Strafvollzugsbericht hinsichtlich der vorerwähnten viermonatigen Freiheitsstrafe und einen Strafantrittsbericht betreffend die genannte 50-stündige Ersatzfreiheitsstrafe mit einem errechneten Strafende am ***, *** Uhr (ON *** und ON *** in ON ***). Am Montag, dem *** übersandte der Beschuldigte wiederum sowohl dem Landesgericht, als auch der Staatsanwaltschaft *** jeweils einen Strafvollzugsbericht zu den vorerwähnten Strafen, wobei hinsichtlich der letztgenannten Ersatzfreiheitsstrafe wiederum als errechnetes Strafende der ***, *** Uhr, ausgewiesen wurde (ON *** und *** in ON ***). Mit Beschluss vom *** verhängte die Vorsitzende des Landesgerichtes *** als Schöffengericht die vorläufige Anhaltung des Opfers nach § 429 Abs 4 und 5 StPO (ON *** in ON ***) nach vorangegangener Vernehmung (ON *** in ON ***). Dieser Beschluss erwuchs in Rechtskraft, ebenso die Unterbringung des Opfers nach § 21 Abs 1 StGB (ON *** und ON *** in ON ***).Nach Festnahme des Opfers wegen der Vergehen der Nötigung und der gefährlichen Drohung nach Paragraphen 105, Absatz eins, 107, Absatz eins und 2 erster Fall StGB und in dieser Richtung gestellten Antrag der Staatsanwaltschaft *** auf Verhängung der Untersuchungshaft sah das Landesgericht *** mit Beschluss vom *** nach Paragraph 173, Absatz 4, StPO aufgrund rechtskräftiger Verurteilung des Opfers zu *** Hv ***/*** des Landesgerichtes ***, zu der eine Strafvollzugsanordnung betreffend die dort verhängte Freiheitsstrafe von 4 Monaten auflag, von der Verhängung der Untersuchungshaft ab, sodass am Opfer in weiterer Folge in der JA *** die genannte Strafhaft vollzogen wurde (ON *** in ON ***). Mit Strafantrittsbericht ON *** vom *** verständigte die JA *** die Staatsanwaltschaft vom errechneten Strafende am ***, *** Uhr, und mit vorläufigem Strafantrittsbericht ON *** vom *** vom errechneten Ende einer daran anschließenden, von der BPD *** verhängten fünfzigstündigen Ersatzfreiheitsstrafe am ***, *** Uhr. Nach Eingang des neuropsychiatrischen Sachverständigengutachtens (ON *** in ON ***), in welchem die Sachverständige dem Opfer die Voraussetzungen einer Unterbringung nach Paragraph 21, Absatz eins, StGB sowie die mangelnde Alternative zur diesbezüglichen Maßnahmenunterbringung bescheinigte (ON *** AS *** in ON ***), beantragte die Staatsanwaltschaft *** am *** bei der Haft- und Rechtsschutzrichterin des Landesgerichtes *** die vorläufige Anhaltung des Opfers nach Paragraph 429, Absatz 4, StPO nach Ablauf der Haft und verfügte die Übermittlung einer Kopie des genannten Gutachtens an die JA *** (ON *** AS *** in ON ***). Von diesem Antrag setzte das Landesgericht *** die JA *** mit Note vom *** mit dem Ersuchen in Kenntnis, das Gericht rechtzeitig von einer bevorstehenden Enthaftung des Opfers zu verständigen, dass beizeiten über den Antrag entschieden werden kann (ON *** in ON ***). Die Staatsanwaltschaft *** brachte am *** beim Landesgericht *** einen Antrag nach Paragraph 21, Absatz eins, StGB gegen das Opfer ein (ON *** AS *** verso und ON *** in ON ***). Am Samstag, dem *** übersandte die JA *** sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch dem Landesgericht *** einen Strafvollzugsbericht hinsichtlich der vorerwähnten viermonatigen Freiheitsstrafe und einen Strafantrittsbericht betreffend die genannte 50-stündige Ersatzfreiheitsstrafe mit einem errechneten Strafende am ***, *** Uhr (ON *** und ON *** in ON ***). Am Montag, dem *** übersandte der Beschuldigte wiederum sowohl dem Landesgericht, als auch der Staatsanwaltschaft *** jeweils einen Strafvollzugsbericht zu den vorerwähnten Strafen, wobei hinsichtlich der letztgenannten Ersatzfreiheitsstrafe wiederum als errechnetes Strafende der ***, *** Uhr, ausgewiesen wurde (ON *** und *** in ON ***). Mit Beschluss vom *** verhängte die Vorsitzende des Landesgerichtes *** als Schöffengericht die vorläufige Anhaltung des Opfers nach Paragraph 429, Absatz 4 und 5 StPO (ON *** in ON ***) nach vorangegangener Vernehmung (ON *** in ON ***). Dieser Beschluss erwuchs in Rechtskraft, ebenso die Unterbringung des Opfers nach Paragraph 21, Absatz eins, StGB (ON *** und ON *** in ON ***).
Aufgrund dieses Sachverhaltes hat die Staatsanwaltschaft *** beim Bezirksgericht *** einen Strafantrag gegen *** wegen des Vergehens der fahrlässigen Verletzung der Freiheit der Person oder des Hausrechts nach § 303 StGB eingebracht (ON *** im Akt *** U ***/*** BG ***). Aufgrund dieses Sachverhaltes hat die Staatsanwaltschaft *** beim Bezirksgericht *** einen Strafantrag gegen *** wegen des Vergehens der fahrlässigen Verletzung der Freiheit der Person oder des Hausrechts nach Paragraph 303, StGB eingebracht (ON *** im Akt *** U ***/*** BG ***).
Mit Bescheid der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz vom *** wurde aufgrund der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Verdachtslage gegen *** gemäß § 123 Abs 1 BDG 1979 ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Darin wurde ihm – inhaltlich ident mit dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft *** vom *** – zur Last gelegt, er habe am *** in *** als an diesem Tag für die Veranlassung durchzuführender Enthaftungen zuständiger *** der Justizanstalt *** den dort eine Strafhaft und eine anschließende Ersatzfreiheitsstrafe verbüßenden *** ohne hinreichende Überprüfung des Umstandes, ob über ihn eine an die Strafhaft anschließende Untersuchungshaft oder vorläufige Anhaltung verhängt worden sei, somit fahrlässig dadurch, dass er ihn nicht an diesem Tag enthaftet oder dessen Enthaftung veranlasst habe, sodass sich *** bis *** weiter in Haft befunden habe, an seinen Rechten geschädigt und hiedurch gegen seine Dienstpflicht gemäß § 43 Abs 1 BDG 1979, seine dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft, engagiert und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, verstoßen, somit eine Dienstpflichtverletzung iSd § 91 BDG 1979 begangen. Mit Bescheid der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz vom *** wurde aufgrund der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Verdachtslage gegen *** gemäß Paragraph 123, Absatz eins, BDG 1979 ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Darin wurde ihm – inhaltlich ident mit dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft *** vom *** – zur Last gelegt, er habe am *** in *** als an diesem Tag für die Veranlassung durchzuführender Enthaftungen zuständiger *** der Justizanstalt *** den dort eine Strafhaft und eine anschließende Ersatzfreiheitsstrafe verbüßenden *** ohne hinreichende Überprüfung des Umstandes, ob über ihn eine an die Strafhaft anschließende Untersuchungshaft oder vorläufige Anhaltung verhängt worden sei, somit fahrlässig dadurch, dass er ihn nicht an diesem Tag enthaftet oder dessen Enthaftung veranlasst habe, sodass sich *** bis *** weiter in Haft befunden habe, an seinen Rechten geschädigt und hiedurch gegen seine Dienstpflicht gemäß Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979, seine dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft, engagiert und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, verstoßen, somit eine Dienstpflichtverletzung iSd Paragraph 91, BDG 1979 begangen.
Infolge des wegen desselben Sachverhaltes gegen *** beim Bezirksgericht *** zu *** U ***/*** behängenden Strafverfahrens wurde das Disziplinarverfahren bis zu dessen rechtskräftiger Beendigung gemäß § 114 Abs 2 BDG 1979 ex lege unterbrochen.Infolge des wegen desselben Sachverhaltes gegen *** beim Bezirksgericht *** zu *** U ***/*** behängenden Strafverfahrens wurde das Disziplinarverfahren bis zu dessen rechtskräftiger Beendigung gemäß Paragraph 114, Absatz 2, BDG 1979 ex lege unterbrochen.
Mit Urteil des Bezirksgerichtes *** vom (richtig:) ***, *** U ***/***, wurde *** von dem gegen ihn erhobenen Anklagevorwurf gemäß § 259 Z 3 StPO freigesprochen. Der dagegen erhobenen Berufung der Staatsanwaltschaft *** wegen Nichtigkeit und wegen des Ausspruches über die Schuld gab das Landesgericht *** mit Urteil vom ***, *** Bl ***/***, nicht Folge. Mit Urteil des Bezirksgerichtes *** vom (richtig:) ***, *** U ***/***, wurde *** von dem gegen ihn erhobenen Anklagevorwurf gemäß Paragraph 259, Ziffer 3, StPO freigesprochen. Der dagegen erhobenen Berufung der Staatsanwaltschaft *** wegen Nichtigkeit und wegen des Ausspruches über die Schuld gab das Landesgericht *** mit Urteil vom ***, *** Bl ***/***, nicht Folge.
Aufgrund der Berichte der Oberstaatsanwaltschaft *** vom ***, *** OStA ***/***, und der Staatsanwaltschaft *** vom *** und ***, *** BAZ ***/*** (in ON ***), sowie des wesentlichen Inhalts des Aktes *** U ***/*** des Bezirksgerichtes ***, insbesonders der Urteile des Bezirksgerichtes *** vom *** und des Landesgerichtes *** als Berufungsgericht vom ***, *** Bl ***/*** (ON *** und *** des Strafaktes), steht folgender (weiterer) Sachverhalt fest:
Bereits anlässlich der Festnahme des *** wurde die Staatsanwaltschaft *** von einer aufliegenden Strafvollzugsanordnung des Landesgerichtes *** im Ausmaß von vier Monaten per Fax verständigt (ON *** in ON *** im Strafakt *** U ***/*** BG ***). Daraufhin fasste die Haft- und Rechtsschutzrichterin des Landesgerichtes *** am *** einen Beschluss, wonach die Untersuchungshaft über den Beschuldigten *** gemäß § 173 Abs 4 StPO infolge Verbüßung der über ihn zu *** Hv ***/*** des Landesgerichtes *** verhängten Freiheitsstrafe von vier Monaten nicht verhängt werde (ON *** in ON ***). Der Bericht über den Antritt der 4-monatigen Freiheitsstrafe wurde am *** der zuständigen HR-Abteilung des Landesgerichtes *** übermittelt (ON *** in ON ***). Bereits anlässlich der Festnahme des *** wurde die Staatsanwaltschaft *** von einer aufliegenden Strafvollzugsanordnung des Landesgerichtes *** im Ausmaß von vier Monaten per Fax verständigt (ON *** in ON *** im Strafakt *** U ***/*** BG ***). Daraufhin fasste die Haft- und Rechtsschutzrichterin des Landesgerichtes *** am *** einen Beschluss, wonach die Untersuchungshaft über den Beschuldigten *** gemäß Paragraph 173, Absatz 4, StPO infolge Verbüßung der über ihn zu *** Hv ***/*** des Landesgerichtes *** verhängten Freiheitsstrafe von vier Monaten nicht verhängt werde (ON *** in ON ***). Der Bericht über den Antritt der 4-monatigen Freiheitsstrafe wurde am *** der zuständigen HR-Abteilung des Landesgerichtes *** übermittelt (ON *** in ON ***).
Mit Beschluss vom *** hat die Haft- und Rechtsschutzrichterin die (Anm.: bis dato nicht verhängte) Untersuchungshaft über *** gemäß § 173 Abs 4 StPO zur Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe in der Dauer von 50 Stunden unterbrochen (ON *** in ON ***). Daraus ergab sich ein Strafende mit ***, *** Uhr, wovon sowohl Landesgericht als auch Staatsanwaltschaft *** seitens der Justizanstalt verständigt wurden (ON *** in ON ***). Am *** wies die Haft- und Rechtsschutzrichterin mit einer Note die Justizanstalt *** darauf hin, dass ein Antrag auf vorläufige Anhaltung des *** gemäß § 429 Abs 4 StPO gestellt worden sei, und ersuchte um rechtzeitige Verständigung von einer bevorstehenden Enthaftung (ON *** in ON ***). Im Laufe des Monats *** teilte auch der zuständige Staatsanwalt dem *** der JA *** telefonisch mit, dass er bei Gericht eine Beschlussfassung nach § 429 Abs 4 StPO hinsichtlich *** beantragen werde. Grundlage sei die Gefährlichkeit des ***. Der genaue Inhalt dieses Gesprächs war *** am *** nicht bekannt. Dass die Staatsanwaltschaft am *** beim Landesgericht *** einen Antrag auf Unterbringung des *** in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gemäß § 21 Abs 1 StGB eingebracht hat (ON *** in ON ***) – wodurch nicht mehr die Abteilung für Haft- und Rechtsschutzangelegenheiten für die Verhängung der Untersuchungshaft bzw der vorläufigen Anhaltung nach Ablauf der Strafhaft zuständig war, sondern ein durch die Geschäftsverteilung neu zu ermittelnder Richter der Hv-Abteilung – wusste *** nicht.Mit Beschluss vom *** hat die Haft- und Rechtsschutzrichterin die Anmerkung, bis dato nicht verhängte) Untersuchungshaft über *** gemäß Paragraph 173, Absatz 4, StPO zur Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe in der Dauer von 50 Stunden unterbrochen (ON *** in ON ***). Daraus ergab sich ein Strafende mit ***, *** Uhr, wovon sowohl Landesgericht als auch Staatsanwaltschaft *** seitens der Justizanstalt verständigt wurden (ON *** in ON ***). Am *** wies die Haft- und Rechtsschutzrichterin mit einer Note die Justizanstalt *** darauf hin, dass ein Antrag auf vorläufige Anhaltung des *** gemäß Paragraph 429, Absatz 4, StPO gestellt worden sei, und ersuchte um rechtzeitige Verständigung von einer bevorstehenden Enthaftung (ON *** in ON ***). Im Laufe des Monats *** teilte auch der zuständige Staatsanwalt dem *** der JA *** telefonisch mit, dass er bei Gericht eine Beschlussfassung nach Paragraph 429, Absatz 4, StPO hinsichtlich *** beantragen werde. Grundlage sei die Gefährlichkeit des ***. Der genaue Inhalt dieses Gesprächs war *** am *** nicht bekannt. Dass die Staatsanwaltschaft am *** beim Landesgericht *** einen Antrag auf Unterbringung des *** in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gemäß Paragraph 21, Absatz eins, StGB eingebracht hat (ON *** in ON ***) – wodurch nicht mehr die Abteilung für Haft- und Rechtsschutzangelegenheiten für die Verhängung der Untersuchungshaft bzw der vorläufigen Anhaltung nach Ablauf der Strafhaft zuständig war, sondern ein durch die Geschäftsverteilung neu zu ermittelnder Richter der Hv-Abteilung – wusste *** nicht.
Im Wissen um die Gefährlichkeit des Betroffenen und den von der Staatsanwaltschaft beabsichtigten Antrag auf vorläufige Anhaltung nahm der Disziplinarbeschuldigte wahr, dass sein Kollege *** den Strafvollzugsbericht betreffend die 4?monatige Freiheitsstrafe zu *** Hv ***/*** des Landesgerichtes *** und den Strafantrittsbericht betreffend die Ersatzfreiheitsstrafe von 50 Stunden zu GZ S ***/ST/*** der BPD *** am *** der zuständigen HR-Abteilung des Landesgerichtes *** und der Staatsanwaltschaft *** übermittelt hat (ON *** und ON *** in ON ***). Am *** übersandte *** den (weiteren) Strafvollzugsbericht vom selben Tag betreffend die 50-stündige Ersatzfreiheitsstrafe mit den Vermerken „errechnetes Strafende: ***, *** Uhr“ und „zu übergeben an: weiter UH“ sowohl an die Staatsanwaltschaft *** als auch an die im Ermittlungsverfahren zuständige Abteilung *** HR des Landesgerichtes *** (ON *** und *** in ON ***).
Nach seinem Wissens- und Erfahrungsstand – *** ist seit ca *** Jahren *** – konnte er darauf vertrauen, dass entweder ein sogenannter „Enthaftungsauftrag“ ergeht oder die Untersuchungshaft bzw vorläufige Anhaltung angeordnet bzw fortgesetzt wird. Es ist jahrelang geübte Gepflogenheit des Disziplinarbeschuldigten und seiner Kollegen, dass in Fällen der sogenannten „Zwischenhaft“ immer das Strafende der zuständigen Abteilung mitgeteilt wird, woraufhin eine Reaktion seitens des Gerichtes erfolgt. Darauf darf der Justizwachebeamte auch vertrauen. Entweder wird die Enthaftung angeordnet oder die Untersuchungshaft bzw die vorläufige Anhaltung beschlossen. Dieses Verhalten hat sich in der Justizanstalt *** manifestiert und wird von sämtlichen Beamten im Bereich der Aufnahme so gehandhabt. Eine Enthaftung des *** in den ersten beiden Amtsstunden des *** (§ 148 Abs 2 erster Satz StVG) hätte eine Entscheidung des Gerichts, die am *** bis *** Uhr bedenkenlos hätte erfolgen können, unterlaufen.Nach seinem Wissens- und Erfahrungsstand – *** ist seit ca *** Jahren *** – konnte er darauf vertrauen, dass entweder ein sogenannter „Enthaftungsauftrag“ ergeht oder die Untersuchungshaft bzw vorläufige Anhaltung angeordnet bzw fortgesetzt wird. Es ist jahrelang geübte Gepflogenheit des Disziplinarbeschuldigten und seiner Kollegen, dass in Fällen der sogenannten „Zwischenhaft“ immer das Strafende der zuständigen Abteilung mitgeteilt wird, woraufhin eine Reaktion seitens des Gerichtes erfolgt. Darauf darf der Justizwachebeamte auch vertrauen. Entweder wird die Enthaftung angeordnet oder die Untersuchungshaft bzw die vorläufige Anhaltung beschlossen. Dieses Verhalten hat sich in der Justizanstalt *** manifestiert und wird von sämtlichen Beamten im Bereich der Aufnahme so gehandhabt. Eine Enthaftung des *** in den ersten beiden Amtsstunden des *** (Paragraph 148, Absatz 2, erster Satz StVG) hätte eine Entscheidung des Gerichts, die am *** bis *** Uhr bedenkenlos hätte erfolgen können, unterlaufen.
Eine Verständigung der mittlerweile zuständigen Hv-Richterin des Landesgerichtes *** war dem Disziplinarbeschuldigten mangels Kenntnis vom zwischenzeitig eingebrachten Unterbringungsantrag weder telefonisch noch per Fax möglich. Er konnte darauf vertrauen, dass aufgrund des Strafvollzugsberichtes die zuständigen Stellen bei der Staatsanwaltschaft oder bei Gericht die dadurch erforderlichen Schritte setzen werden. Die Hv-Richterin erhielt den bereits mit Haftstempel versehenen Akt am *** ohne Hinweis auf den offenen Antrag auf vorläufige Anhaltung und ohne Hinweis auf das Ende der in der Zwischenzeit vollzogenen Strafhaften zugewiesen. Zu welchem Zeitpunkt ihr die Strafvollzugsberichte vom *** und vom *** zur Kenntnis gelangt sind, kann nicht festgestellt werden. Dieser Verfahrensablauf liegt aber keinesfalls in der Sphäre des Disziplinarbeschuldigten und stellt für ihn einen atypischen Kausalverlauf dar.
Mit Urteil des Landesgerichtes *** als Schöffengericht vom ***, *** Hv ***/***, rechtskräftig seit ***, wurde gemäß § 21 Abs 1 StGB die Unterbringung des *** in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher angeordnet (ON *** und *** in ON ***). Mit Urteil des Landesgerichtes *** als Schöffengericht vom ***, *** Hv ***/***, rechtskräftig seit ***, wurde gemäß Paragraph 21, Absatz eins, StGB die Unterbringung des *** in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher angeordnet (ON *** und *** in ON ***).
Diese Feststellungen gründen sich auf die eingangs wiedergegebenen Beweismittel, insbesonders das Urteil des Landesgerichtes *** als Berufungsgericht vom ***, *** Bl ***/***, welches in seinen Entscheidungsgründen auf die glaubwürdige und nachvollziehbare Schilderung des im Rechtsmittelverfahren ergänzend einvernommenen *** verwiesen hat. Seitens der Strafgerichte wurde ein fahrlässiges Handeln iSd § 303 StGB verneint. Diese Feststellungen gründen sich auf die eingangs wiedergegebenen Beweismittel, insbesonders das Urteil des Landesgerichtes *** als Berufungsgericht vom ***, *** Bl ***/***, welches in seinen Entscheidungsgründen auf die glaubwürdige und nachvollziehbare Schilderung des im Rechtsmittelverfahren ergänzend einvernommenen *** verwiesen hat. Seitens der Strafgerichte wurde ein fahrlässiges Handeln iSd Paragraph 303, StGB verneint.
Gemäß § 95 Abs 2 BDG 1979 ist die Disziplinarbehörde an die dem Spruch eines – auch freisprechenden (vgl JBl 1990, 737) – rechtskräftigen Urteils zu Grunde gelegten Tatsachenfeststellungen gebunden und darf überdies nicht Tatsachen als erwiesen annehmen, die das Gericht als nicht erweisbar angenommen hat. Die bindende Wirkung erstreckt sich auch auf die Feststellungen zur subjektiven Tatseite (VwGH 8.2.1998, 95/09/0146) und damit auf die Frage eines schuldhaften Fehlverhaltens iSd § 91 BDG. Dies gilt auch für die Frage des Grades des Verschuldens (VwGH 24.11.1982, 82/09/0094, 0095 sowie implizit 21.9.2005, 2004/09/0087). Gemäß Paragraph 95, Absatz 2, BDG 1979 ist die Disziplinarbehörde an die dem Spruch eines – auch freisprechenden vergleiche JBl 1990, 737) – rechtskräftigen Urteils zu Grunde gelegten Tatsachenfeststellungen gebunden und darf überdies nicht Tatsachen als erwiesen annehmen, die das Gericht als nicht erweisbar angenommen hat. Die bindende Wirkung erstreckt sich auch auf die Feststellungen zur subjektiven Tatseite (VwGH 8.2.1998, 95/09/0146) und damit auf die Frage eines schuldhaften Fehlverhaltens iSd Paragraph 91, BDG. Dies gilt auch für die Frage des Grades des Verschuldens (VwGH 24.11.1982, 82/09/0094, 0095 sowie implizit 21.9.2005, 2004/09/0087).
Da die dem Einleitungsbeschluss vom *** 2014 zu Grunde liegenden Vorwürfe gegen den Disziplinarbeschuldigten im gerichtlichen Strafverfahren nicht nachgewiesen werden konnten, ist schon aufgrund der Bindungswirkung des Strafurteils auch eine schuldhafte Verletzung von Dienstpflichten iSd § 91 BDG 1979 nicht erweislich. Da die dem Einleitungsbeschluss vom *** 2014 zu Grunde liegenden Vorwürfe gegen den Disziplinarbeschuldigten im gerichtlichen Strafverfahren nicht nachgewiesen werden konnten, ist schon aufgrund der Bindungswirkung des Strafurteils auch eine schuldhafte Verletzung von Dienstpflichten iSd Paragraph 91, BDG 1979 nicht erweislich.
Zur Problematik des Vorliegens einer offenen Strafvollzugsanordnung bereits im Zeitpunkt des Vollzuges einer Festnahmeanordnung ist ergänzend auf das Resümeeprotokoll der Staatsanwaltschaft *** vom *** zu verweisen (Beilage *** zum Abschlussbericht der LPD *** vom ***, ON *** im Strafakt). Demnach haben anhand des Anlassfalles *** Verantwortliche der Staatsanwaltschaft, des Landesgerichtes und der Justizanstalt *** über mögliche „Sicherheitsnetze“ diskutiert, um derartige Fälle in Hinkunft zu verhindern.
In rechtlicher Würdigung des relevanten Sachverhaltes ist eine disziplinarrechtliche Verantwortlichkeit des *** zu verneinen. Demzufolge war das gegen ihn eingeleitete Disziplinarverfahren gemäß § 118 Abs 1 Z 2 BDG 1979 einzustellen.In rechtlicher Würdigung des relevanten Sachverhaltes ist eine disziplinarrechtliche Verantwortlichkeit des *** zu verneinen. Demzufolge war das gegen ihn eingeleitete Disziplinarverfahren gemäß Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 einzustellen.
RECHTSMITTELBELEHRUNG:
Gegen diesen Bescheid kann binnen vier Wochen nach seiner Zustellung Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erhoben werden. Die Beschwerde ist schriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Sie hat den Bescheid zu bezeichnen, gegen den sie sich richtet und einen begründeten Beschwerdeantrag zu enthalten.
Zuletzt aktualisiert am
15.12.2015