Norm
BDG 1979 §43Schlagworte
DienstpflichtverletzungText
DISZIPLINARERKENNTNIS
Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz hat durch die Senatspräsidentin des OLG Innsbruck Dr. Ingrid Brandstätter als Vorsitzende und die weiteren Mitglieder des Disziplinarsenates StA Dr. Erika Wander und VB Markus EDER in der Disziplinarsache gegen *** nach der am 12.10.2015 in Anwesenheit des Disziplinaranwaltes StA Dr. Andreas Leo, der Disziplinarbeschuldigten ***, ihres Verteidigers RA Dr. Heinrich Oppitz sowie der Schriftführerin RiAA Mag. Dr. Veronika Tiefenthaler öffentlich durchgeführten mündlichen Verhandlung zu Recht erkannt:
*** ist
s c h u l d i g,
sie hat in ***
1.) am *** als der Staatsanwaltschaft *** dienstzugeteilte *** die Weisung des Weisungsstaatsanwaltes Mag. *** vom ***, mit ihm Rücksprache betreffend beabsichtigter (Rück)Abtretung des Verfahrens gegen *** und unbekannte Täter wegen §§ 127, 229 StGB an die Staatsanwaltschaft *** unter Hinweis auf deren Unzulässigkeit zu halten, nicht befolgt, sondern das Verfahren *** BAZ ***/*** der Staatsanwaltschaft *** an die Staatsanwaltschaft *** (rück)abgetreten (ON ***);1.) am *** als der Staatsanwaltschaft *** dienstzugeteilte *** die Weisung des Weisungsstaatsanwaltes Mag. *** vom ***, mit ihm Rücksprache betreffend beabsichtigter (Rück)Abtretung des Verfahrens gegen *** und unbekannte Täter wegen Paragraphen 127, 229, StGB an die Staatsanwaltschaft *** unter Hinweis auf deren Unzulässigkeit zu halten, nicht befolgt, sondern das Verfahren *** BAZ ***/*** der Staatsanwaltschaft *** an die Staatsanwaltschaft *** (rück)abgetreten (ON ***);
2.) am *** als *** der Staatsanwaltschaft ***, sohin als Beamtin, dadurch, dass sie im Zuge des bei der Staatsanwaltschaft *** zu *** BAZ ***/*** gegen *** wegen §§ 127, 133 Abs 1 StGB geführten Ermittlungsverfahren die Frist für die mit Beschluss der Haft- und Rechtsschutzrichterin des Landesgerichtes *** vom *** bewilligte und bis *** befristete Anordnung der Durchsuchung der Wohnräumlichkeiten des Beschuldigten *** ohne entsprechende Antragstellung bei der Haft- und Rechtsschutzrichterin aus eigenem bis zum *** verlängerte und damit den Vollzug der Durchsuchung am *** ermöglichte, ohne sich mit der diesbezüglichen Rechtslage auseinanderzusetzen oder überhaupt der Frage der abgelaufenen Befristung nachzugehen, *** fahrlässig durch eine gesetzwidrige Hausdurchsuchung an seinen Rechten, nämlich der Einhaltung der gesetzlichen Verfahrensvorschriften, wonach eine Hausdurchsuchung nur binnen einer seitens des Gerichtes festzusetzenden Frist (§ 105 Abs 1 StPO) vollzogen werden darf, geschädigt (ON ***).2.) am *** als *** der Staatsanwaltschaft ***, sohin als Beamtin, dadurch, dass sie im Zuge des bei der Staatsanwaltschaft *** zu *** BAZ ***/*** gegen *** wegen Paragraphen 127, 133, Absatz eins, StGB geführten Ermittlungsverfahren die Frist für die mit Beschluss der Haft- und Rechtsschutzrichterin des Landesgerichtes *** vom *** bewilligte und bis *** befristete Anordnung der Durchsuchung der Wohnräumlichkeiten des Beschuldigten *** ohne entsprechende Antragstellung bei der Haft- und Rechtsschutzrichterin aus eigenem bis zum *** verlängerte und damit den Vollzug der Durchsuchung am *** ermöglichte, ohne sich mit der diesbezüglichen Rechtslage auseinanderzusetzen oder überhaupt der Frage der abgelaufenen Befristung nachzugehen, *** fahrlässig durch eine gesetzwidrige Hausdurchsuchung an seinen Rechten, nämlich der Einhaltung der gesetzlichen Verfahrensvorschriften, wonach eine Hausdurchsuchung nur binnen einer seitens des Gerichtes festzusetzenden Frist (Paragraph 105, Absatz eins, StPO) vollzogen werden darf, geschädigt (ON ***).
Sie hat dadurch gegen ihre Dienstpflichten
zu 1. (ON ***) ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen (§ 43 Abs 1 BDG 1979),zu 1. (ON ***) ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen (Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979),
und in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt (§ 43 Abs 2 BDG 1979),und in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt (Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979),
ihre Vorgesetzten zu unterstützen und ihre Weisungen, soweit verfassungsgesetzlich nicht anderes bestimmt ist, zu befolgen (§ 44 Abs 1 BDG 1979),ihre Vorgesetzten zu unterstützen und ihre Weisungen, soweit verfassungsgesetzlich nicht anderes bestimmt ist, zu befolgen (Paragraph 44, Absatz eins, BDG 1979),
zu 2. (ON ***) ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen (§ 43 Abs 1 BDG 1979) zu 2. (ON ***) ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen (Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979)
und in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt (§ 43 Abs 2 BDG 1979)und in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt (Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979)
verstoßen und damit Dienstpflichtverletzungen iSd § 91 BDG 1979 begangen.verstoßen und damit Dienstpflichtverletzungen iSd Paragraph 91, BDG 1979 begangen.
Über die Disziplinarbeschuldigte *** wird hiefür gemäß § 126 Abs 2 iVm § 92 Abs 1 Z 3 BDG 1979 eine Geldstrafe in Höhe von eineinhalb MonatsbezügenÜber die Disziplinarbeschuldigte *** wird hiefür gemäß Paragraph 126, Absatz 2, in Verbindung mit Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer 3, BDG 1979 eine Geldstrafe in Höhe von eineinhalb Monatsbezügen
verhängt.
Gemäß § 117 Abs 2 BDG 1979 werden die von der Disziplinarbeschuldigten zu ersetzenden Verfahrenskosten mit EUR 100.-- bestimmt.Gemäß Paragraph 117, Absatz 2, BDG 1979 werden die von der Disziplinarbeschuldigten zu ersetzenden Verfahrenskosten mit EUR 100.-- bestimmt.
BEGRÜNDUNG:
Auf Grund der Anzeigen der Oberstaatsanwaltschaft *** vom *** (ON ***) und vom *** (ON *** in ON ***), des wesentlichen Inhalts der Akten *** U ***/*** des BG ***, *** Ds ***/*** der Disziplinarkommission des BMJ, *** St ***/*** der StA ***, der Gehaltsabrechnungen für die Monate *** 2014 und *** 2015, des wesentlichen Inhaltes des Personalaktes sowie der Verantwortung der Disziplinarbeschuldigten steht folgender Sachverhalt fest:
Die am *** geborene *** ist am *** als Vertragsbedienstete in den Justizdienst eingetreten, wurde am *** zur *** beim Bezirksgericht *** ernannt und ist seit *** im Rahmen des Ausbildungspools-*** bei der Staatsanwaltschaft *** dienstzugeteilt. Ihr derzeitiges monatliches Nettoeinkommen beläuft sich auf EUR *** zuzüglich Sonderzahlungen. Sie ist Eigentümerin zweier Haushälften, wobei sie eine Hälfte gemeinsam mit ihrem Ehegatten bewohnt. Die andere Haushälfte bewohnt ***, welche dafür keine Miete bezahlt. Die Disziplinarbeschuldigte treffen keine Sorgepflichten und sie ist schuldenfrei.
Mit rechtskräftigem Erkenntnis der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz vom *** wurde über sie wegen schuldhafter Begehung von Dienstpflichtverletzungen im Sinne des § 91 BDG 1979 gemäß § 126 Abs 2 iVm § 92 Abs 1 Z 3 BDG 1979 eine Geldstrafe in Höhe von Euro 3.000.-- verhängt.Mit rechtskräftigem Erkenntnis der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz vom *** wurde über sie wegen schuldhafter Begehung von Dienstpflichtverletzungen im Sinne des Paragraph 91, BDG 1979 gemäß Paragraph 126, Absatz 2, in Verbindung mit Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer 3, BDG 1979 eine Geldstrafe in Höhe von Euro 3.000.-- verhängt.
Laut neuro-psychiatrischem Gutachten der Sachverständigen Dr. Franziska Feldinger vom ***, erstattet aufgrund eines Ersuchens der Oberstaatsanwaltschaft ***, bestehen bei *** immer wieder auftretende depressive Episoden. Zum Untersuchungszeitpunkt bestand eine leichte bis mittelgradig depressive Episode. Seit der Erkrankung ihres *** ist bei der Disziplinarbeschuldigten eine verminderte Stress- und Frustrationstoleranz gegeben. Zum Zeitpunkt der Untersuchung konnten allerdings weder klinisch, noch testpsychologisch kognitive Einschränkungen festgestellt werden und zwar weder im Hinblick auf das Kurzzeitgedächtnis, noch auf die Konzentrationsleistung. In Stresssituationen besteht allerdings eine verminderte Leistungsfähigkeit. Aus neuropsychiatrischer Sicht wurde eine Reduzierung der Stundenanteile (20 Stunden/Woche) empfohlen sowie eine regelmäßige neuro-psychiatrische Therapie und Psychotherapie sowie eine adäquate medikamentöse Therapie.
Bei der Staatsanwaltschaft *** war gegen die Beschuldigten *** und *** zu *** BAZ ***/*** ein Ermittlungsverfahren je wegen § 83 Abs 1 StGB anhängig. *** war die für die Bearbeitung dieser Strafsache zuständige ***. Am *** legte sie dem Weisungsstaatsanwalt Mag. *** nach dem Scheitern eines diversionellen Vorgehens (Tatausgleich) den Akt mit dem Vorschlag vor, gegen die zwei Beschuldigten Strafantrag wegen § 83 Abs 1 StGB einzubringen (II.) und das zuvor von der StA *** zur Einbeziehung abgetretene Verfahren gegen *** und „unbekannte Täter“ je wegen §§ 127, 229 StGB an die StA *** abzutreten (I). Obwohl Mag. *** am *** im Tagebuch „BA: Bitte Rücksprache! (oben I. ist unzulässig!) eintrug, trat *** mit Verfügung vom *** den gesamten Akt ohne Rücksprache mit dem Weisungsstaatsanwalt zu halten an die Staatsanwaltschaft *** ab.Bei der Staatsanwaltschaft *** war gegen die Beschuldigten *** und *** zu *** BAZ ***/*** ein Ermittlungsverfahren je wegen Paragraph 83, Absatz eins, StGB anhängig. *** war die für die Bearbeitung dieser Strafsache zuständige ***. Am *** legte sie dem Weisungsstaatsanwalt Mag. *** nach dem Scheitern eines diversionellen Vorgehens (Tatausgleich) den Akt mit dem Vorschlag vor, gegen die zwei Beschuldigten Strafantrag wegen Paragraph 83, Absatz eins, StGB einzubringen (römisch zwei.) und das zuvor von der StA *** zur Einbeziehung abgetretene Verfahren gegen *** und „unbekannte Täter“ je wegen Paragraphen 127, 229, StGB an die StA *** abzutreten (römisch eins). Obwohl Mag. *** am *** im Tagebuch „BA: Bitte Rücksprache! (oben römisch eins. ist unzulässig!) eintrug, trat *** mit Verfügung vom *** den gesamten Akt ohne Rücksprache mit dem Weisungsstaatsanwalt zu halten an die Staatsanwaltschaft *** ab.
Das gegen sie wegen dieses Vorfalls zu *** St ***/*** wegen Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt nach § 302 Abs 1 StGB geführte Ermittlungsverfahren wurde am *** gemäß § 190 Z 2 StPO mangels Nachweises des von § 302 Abs 1 StGB geforderten Vorsatzes, das Recht der Republik Österreich auf Verfolgung von Straftätern zu schädigen, eingestellt.Das gegen sie wegen dieses Vorfalls zu *** St ***/*** wegen Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt nach Paragraph 302, Absatz eins, StGB geführte Ermittlungsverfahren wurde am *** gemäß Paragraph 190, Ziffer 2, StPO mangels Nachweises des von Paragraph 302, Absatz eins, StGB geforderten Vorsatzes, das Recht der Republik Österreich auf Verfolgung von Straftätern zu schädigen, eingestellt.
Bei der Staatsanwaltschaft *** war zur Aktenzahl *** BAZ ***/*** ein Ermittlungsverfahren gegen *** wegen der Vergehen des Diebstahls, der Veruntreuung und der Unterschlagung nach §§ 127, 133 Abs 1, 134 Abs 1 StGB zum Nachteil seines Dienstgebers anhängig, wobei diese Strafsache ebenfalls von *** als zuständige *** bearbeitet wurde. Das Landesgericht *** bewilligte am *** die Anordnung der Staatsanwaltschaft *** vom *** auf Durchsuchung der vom Beschuldigten genutzten Wohnräumlichkeiten gemäß §§ 117 Z2, 119 Abs 1, 120 Abs 1 StPO und befristete diese mit 15.8.2014. *** hatte diese Anordnung vorbereitet. Ohne diese bewilligte Anordnung dem Weisungsstaatsanwalt zur Unterfertigung der Anordnung auf Durchführung vorzulegen, wurde diese am *** durch die Kanzlei der Bezirksanwaltschaft der Polizei übermittelt (ON *** in ON *** in *** U ***/***). Am *** ersuchte der zuständige Sachbearbeiter der Polizei, BI ***, fernmündlich *** wegen Urlaubs um Fristerstreckung bis ***, welche diese ebenfalls fernmündlich und ohne Rücksprache mit dem zuständigen Aufsichtsstaatsanwalt *** zu halten und ohne die Fristerstreckung durch die zuständige Haft- und Rechtsschutzrichterin zu erwirken, bewilligte. Die Durchsuchung wurde am *** durchgeführt und im Zuge dieser auch Gegenstände, welche von der Geschädigten als ihr Eigentum beansprucht wurden, sichergestellt (ON *** in ON *** in *** U ***/*** BG ***). Der Beschuldigte *** bekämpfte diese Zwangsmaßnahme mit einem Einspruch wegen Rechtsverletzung gemäß § 106 Abs 1 StPO. Diesem gab das Oberlandesgericht *** mit Beschluss vom *** Folge und sprach aus, dass die gegenständliche Durchsuchung in Verletzung der das Hausrecht des Einspruchswerbers schützenden, eine Durchsuchung von Orten und Gegenständen nach § 117 Z 2 lit b StPO – außer bei Gefahr von Verzug – nur bei Anordnung der Staatsanwaltschaft aufgrund einer gerichtlichen Bewilligung zulassenden Bestimmung des § 120 Abs 1 erster Satz StPO durchgeführt wurde.Bei der Staatsanwaltschaft *** war zur Aktenzahl *** BAZ ***/*** ein Ermittlungsverfahren gegen *** wegen der Vergehen des Diebstahls, der Veruntreuung und der Unterschlagung nach Paragraphen 127, 133, Absatz eins, 134, Absatz eins, StGB zum Nachteil seines Dienstgebers anhängig, wobei diese Strafsache ebenfalls von *** als zuständige *** bearbeitet wurde. Das Landesgericht *** bewilligte am *** die Anordnung der Staatsanwaltschaft *** vom *** auf Durchsuchung der vom Beschuldigten genutzten Wohnräumlichkeiten gemäß Paragraphen 117, Z2, 119 Absatz eins, 120, Absatz eins, StPO und befristete diese mit 15.8.2014. *** hatte diese Anordnung vorbereitet. Ohne diese bewilligte Anordnung dem Weisungsstaatsanwalt zur Unterfertigung der Anordnung auf Durchführung vorzulegen, wurde diese am *** durch die Kanzlei der Bezirksanwaltschaft der Polizei übermittelt (ON *** in ON *** in *** U ***/***). Am *** ersuchte der zuständige Sachbearbeiter der Polizei, BI ***, fernmündlich *** wegen Urlaubs um Fristerstreckung bis ***, welche diese ebenfalls fernmündlich und ohne Rücksprache mit dem zuständigen Aufsichtsstaatsanwalt *** zu halten und ohne die Fristerstreckung durch die zuständige Haft- und Rechtsschutzrichterin zu erwirken, bewilligte. Die Durchsuchung wurde am *** durchgeführt und im Zuge dieser auch Gegenstände, welche von der Geschädigten als ihr Eigentum beansprucht wurden, sichergestellt (ON *** in ON *** in *** U ***/*** BG ***). Der Beschuldigte *** bekämpfte diese Zwangsmaßnahme mit einem Einspruch wegen Rechtsverletzung gemäß Paragraph 106, Absatz eins, StPO. Diesem gab das Oberlandesgericht *** mit Beschluss vom *** Folge und sprach aus, dass die gegenständliche Durchsuchung in Verletzung der das Hausrecht des Einspruchswerbers schützenden, eine Durchsuchung von Orten und Gegenständen nach Paragraph 117, Ziffer 2, Litera b, StPO – außer bei Gefahr von Verzug – nur bei Anordnung der Staatsanwaltschaft aufgrund einer gerichtlichen Bewilligung zulassenden Bestimmung des Paragraph 120, Absatz eins, erster Satz StPO durchgeführt wurde.
Wegen dieses Vorfalls wurde zur Aktenzahl *** BAZ ***/*** der Staatsanwaltschaft *** ein Ermittlungsverfahren gegen *** geführt und ihr mit Strafantrag vom *** das Vergehen der fahrlässigen Verletzung der Freiheit der Person oder des Hausrechts nach § 303 StGB zur Last gelegt. Mit Beschluss vom *** stellte das Bezirksgericht *** das Strafverfahren nach Bezahlung einer Geldbuße in Höhe von Euro 2.920.-- ein (ON *** in *** U ***/*** BG ***). Das Landesgericht *** gab der von der Staatsanwaltschaft *** gegen diese Entscheidung eingebrachten Beschwerde keine Folge (ON *** in *** U ***/*** BG ***).Wegen dieses Vorfalls wurde zur Aktenzahl *** BAZ ***/*** der Staatsanwaltschaft *** ein Ermittlungsverfahren gegen *** geführt und ihr mit Strafantrag vom *** das Vergehen der fahrlässigen Verletzung der Freiheit der Person oder des Hausrechts nach Paragraph 303, StGB zur Last gelegt. Mit Beschluss vom *** stellte das Bezirksgericht *** das Strafverfahren nach Bezahlung einer Geldbuße in Höhe von Euro 2.920.-- ein (ON *** in *** U ***/*** BG ***). Das Landesgericht *** gab der von der Staatsanwaltschaft *** gegen diese Entscheidung eingebrachten Beschwerde keine Folge (ON *** in *** U ***/*** BG ***).
Diese Feststellungen gründen sich auf die eingangs wiedergegebenen Beweismittel. Die Disziplinarbeschuldigte hat sich geständig gezeigt und ihr Fehlverhalten, wie bereits im Vorverfahren *** Ds ***/***, vor allem mit beruflicher Überlastung und Überforderung begründet. Diese Verantwortung der Disziplinarbeschuldigten findet auch in dem von ihr in der mündlichen Disziplinarverhandlung vorgelegten neuro-psychiatrischen Gutachten weitere Bestätigung und geht auch der Senat aufgrund des persönlichen Eindrucks davon aus, dass sie den beruflichen Anforderungen einer Bezirksanwältin nicht mehr vollständig gewachsen ist.
Nach § 43 Abs. 1 und 2 BDG 1979 hat ein Beamter seine Dienstpflichten unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen und in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen hat, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt. Gemäß § 44 Abs 1 BDG 1979 hat ein Beamter seine Vorgesetzten zu unterstützen und ihre Weisungen, soweit verfassungsgesetzlich nichts anderes bestimmt ist, zu befolgen. Diese Pflichten hat die Disziplinarbeschuldigte durch ihre Handlungsweise verletzt. Die Nichtbefolgung einer von einem Vorgesetzten erteilten Weisung sowie die eigenmächtig ohne Rücksprache mit dem zuständigen Aufsichtsstaatsanwalt und ohne die gesetzlich geforderte Befassung des Gerichts vorgenommene Fristerstreckung sind mit dem Erfordernis einer gewissenhaften Ausübung des Dienstes nicht vereinbar und darüber hinaus geeignet, das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben zu erschüttern. Darüber hinaus hat *** ihre Dienstpflichten gegenüber Vorgesetzten nach § 44 Abs 1 BDG 1979 verletzt, indem sie eine Weisung missachtete und ohne Rücksprache mit dem zuständigen Weisungsstaatsanwalt ein Verfahren an eine andere Staatsanwaltschaft rückabgetreten hat. Nach Paragraph 43, Absatz eins und 2 BDG 1979 hat ein Beamter seine Dienstpflichten unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen und in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen hat, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt. Gemäß Paragraph 44, Absatz eins, BDG 1979 hat ein Beamter seine Vorgesetzten zu unterstützen und ihre Weisungen, soweit verfassungsgesetzlich nichts anderes bestimmt ist, zu befolgen. Diese Pflichten hat die Disziplinarbeschuldigte durch ihre Handlungsweise verletzt. Die Nichtbefolgung einer von einem Vorgesetzten erteilten Weisung sowie die eigenmächtig ohne Rücksprache mit dem zuständigen Aufsichtsstaatsanwalt und ohne die gesetzlich geforderte Befassung des Gerichts vorgenommene Fristerstreckung sind mit dem Erfordernis einer gewissenhaften Ausübung des Dienstes nicht vereinbar und darüber hinaus geeignet, das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben zu erschüttern. Darüber hinaus hat *** ihre Dienstpflichten gegenüber Vorgesetzten nach Paragraph 44, Absatz eins, BDG 1979 verletzt, indem sie eine Weisung missachtete und ohne Rücksprache mit dem zuständigen Weisungsstaatsanwalt ein Verfahren an eine andere Staatsanwaltschaft rückabgetreten hat.
Bei der Strafbemessung wertete der Senat das Geständnis und den Umstand, dass eine der Taten vor der letzten Disziplinarverhandlung (***) begangen wurde, als strafmildernd. Erschwerend waren der äußerst rasche Rückfall nach der disziplinarrechtlichen Verurteilung vom ***, das Zusammentreffen von zwei Dienstpflichtverletzungen und die einschlägige disziplinarrechtliche Vorstrafe.
Unter Zugrundelegung dieser Strafzumessungsgründe, besonders aber aufgrund der disziplinären Vorbelastung und des äußerst raschen Rückfalls kann mit den Disziplinarstrafen des Verweises bzw der Geldbuße nicht das Auslangen gefunden werden und war gemäß § 92 Abs 1 Z 3 BDG 1979 eine Geldstrafe in Höhe von eineinhalb Monatsbezügen zu verhängen, um *** sowie andere Beamte in Zukunft von derartigen Dienstpflichtverletzungen abzuhalten.Unter Zugrundelegung dieser Strafzumessungsgründe, besonders aber aufgrund der disziplinären Vorbelastung und des äußerst raschen Rückfalls kann mit den Disziplinarstrafen des Verweises bzw der Geldbuße nicht das Auslangen gefunden werden und war gemäß Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer 3, BDG 1979 eine Geldstrafe in Höhe von eineinhalb Monatsbezügen zu verhängen, um *** sowie andere Beamte in Zukunft von derartigen Dienstpflichtverletzungen abzuhalten.
Im Hinblick auf den Verfahrensaufwand, die persönlichen Verhältnisse und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Disziplinarbeschuldigten waren die Verfahrenskosten mit € 100.-- zu bestimmen (§ 117 Abs 2 BDG 1979).Im Hinblick auf den Verfahrensaufwand, die persönlichen Verhältnisse und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Disziplinarbeschuldigten waren die Verfahrenskosten mit € 100.-- zu bestimmen (Paragraph 117, Absatz 2, BDG 1979).
RECHTSMITTELBELEHRUNG:
Gegen diesen Bescheid kann binnen vier Wochen nach seiner Zustellung durch den Disziplinaranwalt, nicht jedoch durch die Disziplinarbeschuldigte, die bereits ausdrücklich auf Rechtsmittel verzichtet hat, Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erhoben werden. Die Beschwerde ist schriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Sie hat den Bescheid zu bezeichnen, gegen den sie sich richtet und einen begründeten Beschwerdeantrag zu enthalten.
Zuletzt aktualisiert am
29.12.2015