Entscheidungsdatum
03.02.2026Norm
AsylG 2005 §10 Abs2Spruch
,
G307 2324841-1/9E
IM NAMEN DER REPUBLIK!
Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Markus MAYRHOLD als Einzelrichter über die Beschwerde des XXXX , geboren am XXXX , StA. Kosovo sowie Bosnien und Herzegowina, vertreten durch die Rechtsanwaltskanzlei BLUM und BLUM in 4020 Linz, gegen den Bescheid des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl vom 12.09.2025, Zahl XXXX , nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am 20.01.2026, zu Recht erkannt:Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Markus MAYRHOLD als Einzelrichter über die Beschwerde des römisch 40 , geboren am römisch 40 , StA. Kosovo sowie Bosnien und Herzegowina, vertreten durch die Rechtsanwaltskanzlei BLUM und BLUM in 4020 Linz, gegen den Bescheid des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl vom 12.09.2025, Zahl römisch 40 , nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am 20.01.2026, zu Recht erkannt:
A) Der Beschwerde wird stattgegeben und der angefochtene Bescheid ersatzlos behoben.
B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.B) Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig.
Text
Entscheidungsgründe:
I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:
1. Der Beschwerdeführer (im Folgenden: BF) heiratete am XXXX eine im Bundesgebiet lebende ungarische Staatsangehörige.1. Der Beschwerdeführer (im Folgenden: BF) heiratete am römisch 40 eine im Bundesgebiet lebende ungarische Staatsangehörige.
2. In der Folge stellte der BF am XXXX einen Antrag auf Ausstellung einer Aufenthaltskarte „Angehöriger eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“, welche ihm mit einer Gültigkeit von XXXX bis XXXX ausgestellt wurde.2. In der Folge stellte der BF am römisch 40 einen Antrag auf Ausstellung einer Aufenthaltskarte „Angehöriger eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“, welche ihm mit einer Gültigkeit von römisch 40 bis römisch 40 ausgestellt wurde.
3. Am XXXX wurde die Ehe geschieden.3. Am römisch 40 wurde die Ehe geschieden.
4. Am XXXX heiratete der BF eine kosovarische Staatsangehörige. Das gemeinsame Kind wurde bereits am XXXX geboren.4. Am römisch 40 heiratete der BF eine kosovarische Staatsangehörige. Das gemeinsame Kind wurde bereits am römisch 40 geboren.
5. Am XXXX stellte der BF bei der zuständigen NAG Behörde einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels „Daueraufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“.5. Am römisch 40 stellte der BF bei der zuständigen NAG Behörde einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels „Daueraufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“.
6. Mit Bescheid der NAG Behörde vom XXXX wurde das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren hinsichtlich des Antrages des BF vom XXXX gemäß § 54 NAG von Amts wegen wiederaufgenommen (Spruchpunkt I.). Der Antrag vom XXXX auf Ausstellung einer „Aufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ wurde gemäß § 54 Abs. 7 NAG zurückgewiesen und zugleich festgestellt, dass der BF nicht in den Anwendungsbereich des unionrechtlichen Aufenthaltsrechtes falle (Spruchpunkt II.). Der Antrag des BF vom XXXX auf Erteilung eines Aufenthaltstitels „Daueraufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ nach dem NAG wurde zurückgewiesen (Spruchpunkt III.). 6. Mit Bescheid der NAG Behörde vom römisch 40 wurde das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren hinsichtlich des Antrages des BF vom römisch 40 gemäß Paragraph 54, NAG von Amts wegen wiederaufgenommen (Spruchpunkt römisch eins.). Der Antrag vom römisch 40 auf Ausstellung einer „Aufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ wurde gemäß Paragraph 54, Absatz 7, NAG zurückgewiesen und zugleich festgestellt, dass der BF nicht in den Anwendungsbereich des unionrechtlichen Aufenthaltsrechtes falle (Spruchpunkt römisch zwei.). Der Antrag des BF vom römisch 40 auf Erteilung eines Aufenthaltstitels „Daueraufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ nach dem NAG wurde zurückgewiesen (Spruchpunkt römisch drei.).
Mit Erkenntnis bzw. Beschluss des zuständigen Landesverwaltungsgerichtes (im Folgenden: LVwG) vom XXXX wurde die dagegen erhobene Beschwerde des BF als unbegründet abgewiesen (Spruchpunkt A.I.). Der Antrag des BF, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, wurde als unzulässig zurückgewiesen (Spruchpunkt B.I.)Mit Erkenntnis bzw. Beschluss des zuständigen Landesverwaltungsgerichtes (im Folgenden: LVwG) vom römisch 40 wurde die dagegen erhobene Beschwerde des BF als unbegründet abgewiesen (Spruchpunkt A.I.). Der Antrag des BF, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, wurde als unzulässig zurückgewiesen (Spruchpunkt B.I.)
7. Mit Ladung des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (im Folgenden: BFA) vom 22.01.2025, wurde der BF hinsichtlich des eingeleiteten Verfahrens zur Erlassung einer aufenthaltsbeendenen Maßnahme am 05.02.2025 geladen. Der BF teilte hierauf durch seine damalige rechtliche Vertretung mit, dass die Familie bereits am 28.01.2025 in den Kosovo ausgereist sei. Am 27.01.2025 wurde der Hauptwohnsitz des BF im Bundesgebiet abgemeldet.
8. Mit Schreiben vom 26.05.2025 forderte das BFA den BF auf, im Rahmen einer Verständigung vom Ergebnis der Beweisaufnahme zur in Aussicht genommenen Erlassung einer Rückkehrentscheidung in eventu iVm der Verhängung eines Einreiseverbots binnen zwei Wochen ab Erhalt dieses Schreibens Stellung zu nehmen und dazu näher ausgeführte Fragen zu beantworten.8. Mit Schreiben vom 26.05.2025 forderte das BFA den BF auf, im Rahmen einer Verständigung vom Ergebnis der Beweisaufnahme zur in Aussicht genommenen Erlassung einer Rückkehrentscheidung in eventu in Verbindung mit der Verhängung eines Einreiseverbots binnen zwei Wochen ab Erhalt dieses Schreibens Stellung zu nehmen und dazu näher ausgeführte Fragen zu beantworten.
9. Mit Schreiben vom 06.06.2025, beim BFA eingelangt am selben Tag, brachte der BF durch die im Spruch genannte Rechtsvertretung eine Stellungnahme ein.
10. Mit dem oben im Spruch genannten Bescheid des BFA, der RV des BF zugestellt am 24.09.2025, wurde gegen den BF gemäß § 9 BFA-VG iVm § 52 Abs. 1 Z 2 FPG eine Rückkehrentscheidung erlassen (Spruchpunkt I.), gemäß § 52 Abs. 9 FPG festgestellt, dass die Abschiebung nach in den Kosovo gemäß § 46 FPG zulässig sei (Spruchpunkt II.), und gegen den BF gemäß § 53 Abs. 1 iVm Abs. 2 Z 1 FPG ein auf die Dauer von drei Jahren befristetes Einreiseverbot erlassen (Spruchpunkt III.).10. Mit dem oben im Spruch genannten Bescheid des BFA, der Regierungsvorlage des BF zugestellt am 24.09.2025, wurde gegen den BF gemäß Paragraph 9, BFA-VG in Verbindung mit Paragraph 52, Absatz eins, Ziffer 2, FPG eine Rückkehrentscheidung erlassen (Spruchpunkt römisch eins.), gemäß Paragraph 52, Absatz 9, FPG festgestellt, dass die Abschiebung nach in den Kosovo gemäß Paragraph 46, FPG zulässig sei (Spruchpunkt römisch zwei.), und gegen den BF gemäß Paragraph 53, Absatz eins, in Verbindung mit Absatz 2, Ziffer eins, FPG ein auf die Dauer von drei Jahren befristetes Einreiseverbot erlassen (Spruchpunkt römisch drei.).
11. Mit Schreiben vom 22.10.2025, beim BFA eingelangt am 24.10.2025 (Postaufgabe am 22.10.2025), erhob der BF durch die im Spruch angeführte Rechtsvertretung Beschwerde gegen den genannten Bescheid des BFA an das Bundesverwaltungsgericht (im Folgenden: BVwG).
Darin wurden die Durchführung einer mündlichen Beschwerdeverhandlung, die ersatzlose Behebung des Bescheides, die Abänderung des Bescheides dahingehend, dass das gegen den BF verhängte Einreiseverbot aufgehoben oder zumindest dessen Dauer reduziert werde, in eventu die Aufhebung des Bescheides und beantragt, dem BFA die neuerliche Entscheidung nach Verfahrensergänzung aufzutragen.
12. Die gegenständliche Beschwerde und der zugehörige Verwaltungsakt wurden dem BVwG vom BFA am 31.10.2025 vorgelegt, wo sie am 04.11.2025 einlangten.
13. Am 20.01.2026 fand vor dem BVwG, Außenstelle Graz, eine öffentliche mündliche Verhandlung unter Beiziehung einer Dolmetscherin für die Sprache Albanisch statt, an welcher der BF und seine RV teilnahmen und seine Ehefrau und Eltern als Zeugen einvernommen wurden.13. Am 20.01.2026 fand vor dem BVwG, Außenstelle Graz, eine öffentliche mündliche Verhandlung unter Beiziehung einer Dolmetscherin für die Sprache Albanisch statt, an welcher der BF und seine Regierungsvorlage teilnahmen und seine Ehefrau und Eltern als Zeugen einvernommen wurden.
II. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen:römisch zwei. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen:
1. Feststellungen:
1.1. Der BF führt die im Spruch angegebene Identität (Name und Geburtsdatum) und ist Staatsangehöriger des Kosovo sowie Bosnien Herzegowinas (im Folgenden: BiH).
Er ist gesund und arbeitsfähig. Der BF spricht sehr gut Deutsch (Niveau B1) und kann sich in dieser Sprache fließend verständigen. Er konnte in der mündlichen Verhandlung auf alle Fragen ohne Probleme in Deutsch antworten und lagen keinerlei Verständigungsschwierigkeiten vor. Zudem spricht er Albanisch und Ungarisch.
1.2. Der BF weist im Bundesgebiet folgende Wohnsitzmeldungen auf:
? 19.08.2005 – 23.09.2010 diverse Hauptwohnsitze
? 24.09.2010 – 29.01.2019 Lücke
? 30.01.2019 – 27.01.2025 diverse Hauptwohnsitze
? 28.01.2025 – 01.06.2025 Lücke
? 02.06.2025 – 15.07.2025 Nebenwohnsitz
1.3. Aus dem Inhalt des auf den Namen des BF lautenden Sozialversicherungsdatenauszuges sind folgende Erwerbstätigkeiten des BF im Bundesgebiet ersichtlich:
? 28.05.2019 – 26.02.2021 Arbeiter
? 02.03.2021 – 21.03.2021 Arbeitslosengeldbezug
? 22.03.2021 – 31.08.2023 Arbeiter
? 16.11.2021 – 31.12.2021 geringfügig beschäftigter Arbeiter
? 01.09.2023 – 30.09.2023 Arbeiter
? 02.10.2023 – 22.01.2025 Arbeiter
? 26.01.2022 – laufend gewerbl. selbständig Erwerbstätiger
1.4. Insgesamt ist festzustellen, dass der BF in Deutschland geboren wurde. Die Familie zog später in den Kosovo, wo der BF für etwa vier Jahre die Volksschule besuchte. Anschließend hielt sich der BF im Alter von XXXX bis XXXX Jahren aufgrund eines Antrages auf Gewährung internationalen Schutzes gemeinsam mit seiner Familie in Österreich auf und besuchte hier ebenfalls die Schule. Nach negativem Abschluss der Asylverfahren verzog die Familie im Jahr 2010 nach Ungarn. Von etwa 2015 bis 2018 absolvierte der BF die Lehre zum Bäcker in BiH.1.4. Insgesamt ist festzustellen, dass der BF in Deutschland geboren wurde. Die Familie zog später in den Kosovo, wo der BF für etwa vier Jahre die Volksschule besuchte. Anschließend hielt sich der BF im Alter von römisch 40 bis römisch 40 Jahren aufgrund eines Antrages auf Gewährung internationalen Schutzes gemeinsam mit seiner Familie in Österreich auf und besuchte hier ebenfalls die Schule. Nach negativem Abschluss der Asylverfahren verzog die Familie im Jahr 2010 nach Ungarn. Von etwa 2015 bis 2018 absolvierte der BF die Lehre zum Bäcker in BiH.
1.5. Am XXXX ehelichte der BF die ungarische Staatsangehörige XXXX , geb. XXXX . 1.5. Am römisch 40 ehelichte der BF die ungarische Staatsangehörige römisch 40 , geb. römisch 40 .
In der Folge übersiedelte das Paar nach Österreich und stellte der BF hier am XXXX einen Antrag auf Ausstellung einer Aufenthaltskarte „Angehöriger eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“, welche ihm mit einer Gültigkeit von XXXX bis XXXX ausgestellt wurde.In der Folge übersiedelte das Paar nach Österreich und stellte der BF hier am römisch 40 einen Antrag auf Ausstellung einer Aufenthaltskarte „Angehöriger eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“, welche ihm mit einer Gültigkeit von römisch 40 bis römisch 40 ausgestellt wurde.
Am XXXX wurde die Ehe geschieden.Am römisch 40 wurde die Ehe geschieden.
1.6. Bereits am XXXX heiratete der BF seine nunmehrige Ehefrau, die kosovarische Staatsangehörige XXXX , geb. XXXX . Am XXXX wurde der gemeinsame Sohn XXXX , StA. Kosovo, geboren. Die Ehefrau des BF weist im Bundesgebiet eine Hauptwohnsitzmeldung von 18.04.2023 bis 27.01.2025 und der Sohn des BF von 22.05.2023 bis 27.01.2025 auf.1.6. Bereits am römisch 40 heiratete der BF seine nunmehrige Ehefrau, die kosovarische Staatsangehörige römisch 40 , geb. römisch 40 . Am römisch 40 wurde der gemeinsame Sohn römisch 40 , StA. Kosovo, geboren. Die Ehefrau des BF weist im Bundesgebiet eine Hauptwohnsitzmeldung von 18.04.2023 bis 27.01.2025 und der Sohn des BF von 22.05.2023 bis 27.01.2025 auf.
1.7. Am XXXX .2024 stellte der BF bei der zuständigen NAG Behörde einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels „Daueraufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“.1.7. Am römisch 40 .2024 stellte der BF bei der zuständigen NAG Behörde einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels „Daueraufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“.
Mit Bescheid der NAG Behörde vom XXXX .2024 wurde das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren hinsichtlich des Antrages des BF vom XXXX .2019 gemäß § 54 NAG von Amts wegen wiederaufgenommen (Spruchpunkt I.). Der Antrag vom 26.02.2019 auf Ausstellung einer „Aufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ wurde gemäß § 54 Abs. 7 NAG zurückgewiesen und zugleich festgestellt, dass der BF nicht in den Anwendungsbereich des unionrechtlichen Aufenthaltsrechtes falle (Spruchpunkt II.). Der Antrag des BF vom XXXX .2024 auf Erteilung eines Aufenthaltstitels „Daueraufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ nach dem NAG wurde zurückgewiesen (Spruchpunkt III.). Mit Bescheid der NAG Behörde vom römisch 40 .2024 wurde das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren hinsichtlich des Antrages des BF vom römisch 40 .2019 gemäß Paragraph 54, NAG von Amts wegen wiederaufgenommen (Spruchpunkt römisch eins.). Der Antrag vom 26.02.2019 auf Ausstellung einer „Aufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ wurde gemäß Paragraph 54, Absatz 7, NAG zurückgewiesen und zugleich festgestellt, dass der BF nicht in den Anwendungsbereich des unionrechtlichen Aufenthaltsrechtes falle (Spruchpunkt römisch zwei.). Der Antrag des BF vom römisch 40 .2024 auf Erteilung eines Aufenthaltstitels „Daueraufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ nach dem NAG wurde zurückgewiesen (Spruchpunkt römisch drei.).
Mit Erkenntnis bzw. Beschluss des zuständigen LVwG vom XXXX .2024 wurde die dagegen erhobene Beschwerde des BF als unbegründet abgewiesen (Spruchpunkt A.I.). Der Antrag des BF, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, wurde als unzulässig zurückgewiesen (Spruchpunkt B.I.). Mit Erkenntnis bzw. Beschluss des zuständigen LVwG vom römisch 40 .2024 wurde die dagegen erhobene Beschwerde des BF als unbegründet abgewiesen (Spruchpunkt A.I.). Der Antrag des BF, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, wurde als unzulässig zurückgewiesen (Spruchpunkt B.I.).
Der BF war aufgrund der amtswegigen Wiederaufnahme des NAG-Verfahrens, des rechtskräftigen Bescheides der NAG Behörde bzw. des rechtskräftigen Erkenntnisses des LVwG und der darin ausgesprochenen rechtskräftigen Feststellung iSd § 54 Abs. 7 NAG (rückwirkend) nie im Besitz eines zum Aufenthalt oder zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Bundesgebiet berechtigenden Aufenthaltstitels für das Bundesgebiet. Er hielt sich jahrelang unrechtmäßig im Bundesgebiet auf und ging unerlaubten Erwerbstätigkeiten nach. Der BF kommt kam seiner Ausreiseverpflichtung beharrlich nicht nach.Der BF war aufgrund der amtswegigen Wiederaufnahme des NAG-Verfahrens, des rechtskräftigen Bescheides der NAG Behörde bzw. des rechtskräftigen Erkenntnisses des LVwG und der darin ausgesprochenen rechtskräftigen Feststellung iSd Paragraph 54, Absatz 7, NAG (rückwirkend) nie im Besitz eines zum Aufenthalt oder zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Bundesgebiet berechtigenden Aufenthaltstitels für das Bundesgebiet. Er hielt sich jahrelang unrechtmäßig im Bundesgebiet auf und ging unerlaubten Erwerbstätigkeiten nach. Der BF kommt kam seiner Ausreiseverpflichtung beharrlich nicht nach.
Die Ehe wurde vom BF nur zu dem Zweck geschlossen, sich ein (unionsrechtliches) Aufenthaltsrecht in Österreich zu verschaffen. Ein tatsächliches Familienleben lag nicht vor.
1.8. Insgesamt ist festzustellen, dass sich der BF nach seiner ersten Eheschließung von 2019 bis 27.01.2025 durchgehend (unrechtmäßig) im Bundesgebiet aufhielt. Anschließend reiste er in den Kosovo, wo er bis Juni 2025 mit seiner nunmehrigen Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn im Eigentumshaus seiner Eltern lebte.
Von Juni bis Juli 2025 hielt sich der BF zuletzt kurzzeitig im Bundesgebiet auf.
1.9. Der BF ist nicht im Besitz eines zum Aufenthalt in Österreich berechtigenden Rechtstitels jedoch eines am XXXX .2025 ausgestellten deutschen Visums D, mit einer Gültigkeit von XXXX .2025 bis XXXX .2026, welches den BF zur Ausübung einer Beschäftigung gemäß § 19c Abs. 1 des deutschen Aufenthaltsgesetzes iVm § 26 Abs. 2 der deutschen Beschäftigungsverordnung als Bäcker in der XXXX in XXXX ermächtigt.1.9. Der BF ist nicht im Besitz eines zum Aufenthalt in Österreich berechtigenden Rechtstitels jedoch eines am römisch 40 .2025 ausgestellten deutschen Visums D, mit einer Gültigkeit von römisch 40 .2025 bis römisch 40 .2026, welches den BF zur Ausübung einer Beschäftigung gemäß Paragraph 19 c, Absatz eins, des deutschen Aufenthaltsgesetzes in Verbindung mit Paragraph 26, Absatz 2, der deutschen Beschäftigungsverordnung als Bäcker in der römisch 40 in römisch 40 ermächtigt.
Der BF ist in Deutschland seit dem 01.09.2025 als Bäcker bei dem im Visum genannten Arbeitgeber mit einem Monatsnettoeinkommen in der Höhe von etwa € 2.170,00 netto erwerbstätig. Sein Lebensmittelpunkt liegt aktuell in Deutschland.
1.10. Die Ehefrau und der gemeinsame Sohn des BF halten bzw. hielten sich sich innerhalb ihres visumsfreien Aufenthaltszeitraumes beim BF in Deutschland und anschließend wieder bei den Eltern der Ehefrau des BF im Kosovo auf.
1.11. Die Eltern, ein Bruder, Onkel, Tanten sowie zahlreiche Cousins und Cousinen des BF sind im Bundesgebiet aufenthaltsberechtigt bzw. teilweise österreichische Staatsangehörige.
Der BF hat ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Eltern, steht in täglichem telefonischem Kontakt zu diesen und besucht sie regelmäßig im Bundesgebiet. Der BF betreibt im Bundesgebiet eine Bäckerei, in welcher seine Eltern erwerbstätig sind.
Er hat zudem einen großen Freundes- und Bekanntenkreis im Inland.
1.12. Der BF ist strafgerichtlich unbescholten.
2. Beweiswürdigung:
2.1. Zum Verfahrensgang:
Der oben unter Punkt I. angeführte Verfahrensgang ergibt sich aus dem unzweifelhaften und unbestrittenen Akteninhalt des vorgelegten Verwaltungsaktes des BFA und des vorliegenden Gerichtsaktes des BVwG.Der oben unter Punkt römisch eins. angeführte Verfahrensgang ergibt sich aus dem unzweifelhaften und unbestrittenen Akteninhalt des vorgelegten Verwaltungsaktes des BFA und des vorliegenden Gerichtsaktes des BVwG.
2.2. Zu den Feststellungen:
Die oben getroffenen Feststellungen beruhen auf den Ergebnissen des vom erkennenden Gericht auf Grund der vorliegenden Akten und in der mündlichen Verhandlung durchgeführten Ermittlungsverfahrens und werden in freier Beweiswürdigung der gegenständlichen Entscheidung als maßgeblicher Sachverhalt zugrunde gelegt:
2.2.1. Der BF legte zum Nachweis seiner Identität einen auf seinen Namen lautenden kosovarischen (AS 167f, 187, 211ff) und bosnischen (Beilage B zum Verhandlungsprotokoll) Reisepass vor, an deren Echtheit und Richtigkeit jeweils keine Zweifel aufgekommen sind.
Die Feststellungen zum Gesundheitszustand und Sprachkenntnissen des BF fußen auf dem Akteninhalt (AS 97, 100), den Feststellungen im angefochtenen Bescheid (AS 281) sowie insbesondere auf dem vom erkennenden Richter in der mündlichen Verhandlung gewonnenen Eindruck (Seite 3f, 9).
2.2.2 Die Wohnsitzmeldungen und Erwerbstätigkeiten des BF ergeben sich aus der Einsichtnahme in das Zentrale Melderegister und dem Inhalt des auf den Namen des BF lautenden Sozialversicherungsdatenauszuges.
2.2.3. Die Feststellungen zum Leben des BF im Kosovo, der Asylantragstellung im Bundesgebiet im Jahr 2005, dem Aufenthalt in Ungarn und BiH, dem erneuten Verbleib im Bundesgebiet von 2019 bis 2025, der Ausreise im Jänner 2025 und dem letztmaligen Aufenthalt im Bundesgebiet von Juni bis Juli 2025 ergeben sich aus dem Akteninhalt, der Einsichtnahme in das Zentrale Fremdenregister, den diesbezüglichen Angaben des BF (AS 95f, 207f, 340, Verhandlungsprotokoll, Seite 4ff, 7) und den Aussagen seiner Eltern (Verhandlungsprotokoll, Seite 13, 15) sowie den Stempelvermerken im Reisepass des BF (AS 167f, 187, 211ff).
2.2.4. Die Feststellungen zur ersten Ehe des BF mit einer ungarischen Staatsangehörigen und den NAG-Verfahren erschließen sich aus dem Akteninhalt, insbesondere aus dem Bescheid der NAG-Behörde (AS 93ff), dem Erkenntnis des LVwG (AS 125ff) und der Einsichtnahme in das Zentrale Fremdenregister.
Im zitierten Bescheid der NAG-Behörde sowie dem Erkenntnis des LVwG wurde ausführlich dargelegt, weshalb es sich bei der zwischen dem BF und seiner (ersten) Ehefrau geschlossenen Ehe um eine Aufenthaltsehe handelt. Da diese Entscheidung in Rechtskraft erwuchs, bestehen keine Zweifel an der Richtigkeit der darin getroffenen Feststellungen und werden diese auch zum Gegenstand der gegenständlichen Entscheidung erhoben.
Dass der BF im Inland sohin nie über ein Aufenthaltsrecht verfügte, erschließt sich aus dem Inhalt des Erkenntnisses LVwG wie jenem des zugrundeliegenden Bescheides der NAG- Behörde, zumal die Wiederaufnahme des NAG Verfahrens ex tunc wirkt, weil bereits im Zeitpunkt der ursprünglichen Antragstellung kein Wille bestanden haben kann, ein Familienleben mit der ungarischen Staatsangehörigen zu führen.
2.2.5. Die Feststellungen zur nunmehrigen Ehefrau des BF und dem gemeinsamen Kind ergeben sich aus dem Akteninhalt, der Einsichtnahme in das Zentrale Fremdenregister und den im Akt einliegenden Kopien der Reisepässe (AS 171ff, 217f, 219, Beilage B zum Verhandlungsprotokoll).
2.2.6. Dass der BF im Besitz eines gültigen deutschen Visums ist, sein Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt und er dort erwerbstätig ist, gründet auf der im Akt einliegenden Kopie des Visums (AS 347, Beilage B zum Verhandlungsprotokoll), dem vorgelegten Arbeitsvertrag, den Lohnzetteln für Oktober bis Dezember 2025 (Beilagen A. und B. zum Verhandlungsprotokoll) sowie den eigenen Angaben des BF (AS 341, Verhandlungsprotokoll, Seite 6, 8f).
2.2.7. Die Ausgestaltung des Familienlebens des BF mit seiner Ehefrau und seinem Sohn durch besuchsweise Aufenthalte in Deutschland und dem Kosovo fußt auf den Angaben der Ehefrau des BF in der mündlichen Verhandlung (Verhandlungsprotokoll, Seite 11).
2.2.8. Der Aufenthalt zahlreicher Angehöriger sowie Freunde und Bekannter des BF im Bundesgebiet ist dem diesbezüglichen Vorbringen des BF geschuldet (AS 208, 341, Verhandlungsprotokoll, Seite 5, 9).
Die Feststellungen betreffend die Eltern des BF ergeben sich insbesondere aus dem Akteninhalt, der Einsichtnahme in das Zentrale Melderegister und den Sozialversicherungsdatenauszügen der Eltern und den Angaben des BF (AS 207, Verhandlungsprotokoll, Seite 9) und seiner Eltern in der mündlichen Verhandlung (Verhandlungsprotokoll, Seite 12f, 14f).
2.2.9. Dass der BF in Österreich strafgerichtlich unbescholten ist, ergibt sich aus dem eingeholten Strafregisterauszug.
3. Rechtliche Beurteilung:
Zu Spruchteil A):
3.1. Zur Stattgabe der Beschwerde:
3.1.1. Der mit „Voraussetzung für den rechtmäßigen Aufenthalt im Bundesgebiet“ betitelte § 31 FPG lautet auszugsweise:3.1.1. Der mit „Voraussetzung für den rechtmäßigen Aufenthalt im Bundesgebiet“ betitelte Paragraph 31, FPG lautet auszugsweise:
§ 31. (1) Fremde halten sich rechtmäßig im Bundesgebiet auf,Paragraph 31, (1) Fremde halten sich rechtmäßig im Bundesgebiet auf,
1. wenn sie rechtmäßig eingereist sind und während des Aufenthalts im Bundesgebiet die Befristungen oder Bedingungen des Einreisetitels oder des visumfreien Aufenthaltes oder die durch zwischenstaatliche Vereinbarungen, Bundesgesetz oder Verordnung bestimmte Aufenthaltsdauer nicht überschritten haben;
2. wenn sie auf Grund einer Aufenthaltsberechtigung oder einer Dokumentation des Aufenthaltsrechtes nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz zur Niederlassung oder zum Aufenthalt oder auf Grund einer Verordnung für Vertriebene zum Aufenthalt berechtigt sind;
3. wenn sie Inhaber eines von einem Vertragsstaat ausgestellten Aufenthaltstitels sind bis zu drei Monaten (Artikel 21 SDÜ gilt), sofern sie während ihres Aufenthalts im Bundesgebiet keiner unerlaubten Erwerbstätigkeit nachgehen;
4. solange ihnen ein Aufenthaltsrecht nach dem AsylG 2005 zukommt;
5. bis zur Entscheidung über einen Verlängerungsantrag (§ 2 Abs. 4 Z 17a), solange der Aufenthalt als Saisonier in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt die Dauer von neun Monaten nicht überschreitet;5. bis zur Entscheidung über einen Verlängerungsantrag (Paragraph 2, Absatz 4, Ziffer 17 a,), solange der Aufenthalt als Saisonier in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt die Dauer von neun Monaten nicht überschreitet;
[…]
Der mit „Rückkehrentscheidung“ betitelte § 52 FPG lautet wie folgt:Der mit „Rückkehrentscheidung“ betitelte Paragraph 52, FPG lautet wie folgt:
§ 52. (1) Gegen einen Drittstaatsangehörigen hat das Bundesamt mit Bescheid eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn er sichParagraph 52, (1) Gegen einen Drittstaatsangehörigen hat das Bundesamt mit Bescheid eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn er sich
1. nicht rechtmäßig im Bundesgebiet aufhält oder
2. nicht rechtmäßig im Bundesgebiet aufgehalten hat und das Rückkehrentscheidungsverfahren binnen sechs Wochen ab Ausreise eingeleitet wurde.
(2) Gegen einen Drittstaatsangehörigen hat das Bundesamt unter einem (§ 10 AsylG 2005) mit Bescheid eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn(2) Gegen einen Drittstaatsangehörigen hat das Bundesamt unter einem (Paragraph 10, AsylG 2005) mit Bescheid eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn
1. dessen Antrag auf internationalen Schutz wegen Drittstaatsicherheit zurückgewiesen wird,
2. dessen Antrag auf internationalen Schutz sowohl bezüglich der Zuerkennung des Status des Asylberechtigten als auch der Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten abgewiesen wird,
3. ihm der Status des Asylberechtigten aberkannt wird, ohne dass es zur Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten kommt oder
4. ihm der Status des subsidiär Schutzberechtigten aberkannt wird
und ihm kein Aufenthaltsrecht nach anderen Bundesgesetzen zukommt. Dies gilt nicht für begünstigte Drittstaatsangehörige.
(3) Gegen einen Drittstaatsangehörigen hat das Bundesamt unter einem mit Bescheid eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn dessen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels gemäß §§ 55, 56 oder 57 AsylG 2005 zurück- oder abgewiesen wird.(3) Gegen einen Drittstaatsangehörigen hat das Bundesamt unter einem mit Bescheid eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn dessen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels gemäß Paragraphen 55, 56, oder 57 AsylG 2005 zurück- oder abgewiesen wird.
(4) Gegen einen Drittstaatsangehörigen, der sich rechtmäßig im Bundesgebiet aufhält, hat das Bundesamt mit Bescheid eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn
1. nachträglich ein Versagungsgrund gemäß § 60 AsylG 2005 oder § 11 Abs. 1 und 2 NAG eintritt oder bekannt wird, der der Erteilung des zuletzt erteilten Aufenthaltstitels entgegengestanden wäre,1. nachträglich ein Versagungsgrund gemäß Paragraph 60, AsylG 2005 oder Paragraph 11, Absatz eins und 2 NAG eintritt oder bekannt wird, der der Erteilung des zuletzt erteilten Aufenthaltstitels entgegengestanden wäre,
1a. nachträglich ein Versagungsgrund eintritt oder bekannt wird, der der Erteilung des zuletzt erteilten Einreisetitels entgegengestanden wäre oder eine Voraussetzung gemäß § 31 Abs. 1 wegfällt, die für die erlaubte visumfreie Einreise oder den rechtmäßigen Aufenthalt erforderlich ist,1a. nachträglich ein Versagungsgrund eintritt oder bekannt wird, der der Erteilung des zuletzt erteilten Einreisetitels entgegengestanden wäre oder eine Voraussetzung gemäß Paragraph 31, Absatz eins, wegfällt, die für die erlaubte visumfreie Einreise oder den rechtmäßigen Aufenthalt erforderlich ist,
2. ihm ein Aufenthaltstitel gemäß § 8 Abs. 1 Z 1 oder 2 NAG erteilt wurde, er der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht und im ersten Jahr seiner Niederlassung mehr als vier Monate keiner erlaubten unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen ist,2. ihm ein Aufenthaltstitel gemäß Paragraph 8, Absatz eins, Ziffer eins, oder 2 NAG erteilt wurde, er der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht und im ersten Jahr seiner Niederlassung mehr als vier Monate keiner erlaubten unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen ist,
3. ihm ein Aufenthaltstitel gemäß § 8 Abs. 1 Z 1 oder 2 NAG erteilt wurde, er länger als ein Jahr aber kürzer als fünf Jahre im Bundesgebiet niedergelassen ist und während der Dauer eines Jahres nahezu ununterbrochen keiner erlaubten Erwerbstätigkeit nachgegangen ist,3. ihm ein Aufenthaltstitel gemäß Paragraph 8, Absatz eins, Ziffer eins, oder 2 NAG erteilt wurde, er länger als ein Jahr aber kürzer als fünf Jahre im Bundesgebiet niedergelassen ist und während der Dauer eines Jahres nahezu ununterbrochen keiner erlaubten Erwerbstätigkeit nachgegangen ist,
4. der Erteilung eines weiteren Aufenthaltstitels ein Versagungsgrund (§ 11 Abs. 1 und 2 NAG) entgegensteht oder4. der Erteilung eines weiteren Aufenthaltstitels ein Versagungsgrund (Paragraph 11, Absatz eins und 2 NAG) entgegensteht oder
5. das Modul 1 der Integrationsvereinbarung gemäß § 9 Integrationsgesetz (IntG), BGBl. I Nr. 68/2017, aus Gründen, die ausschließlich vom Drittstaatsangehörigen zu vertreten sind, nicht rechtzeitig erfüllt wurde.5. das Modul 1 der Integrationsvereinbarung gemäß Paragraph 9, Integrationsgesetz (IntG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 68 aus 2017,, aus Gründen, die ausschließlich vom Drittstaatsangehörigen zu vertreten sind, nicht rechtzeitig erfüllt wurde.
Werden der Behörde nach dem NAG Tatsachen bekannt, die eine Rückkehrentscheidung rechtfertigen, so ist diese verpflichtet dem Bundesamt diese unter Anschluss der relevanten Unterlagen mitzuteilen. Im Fall des Verlängerungsverfahrens gemäß § 24 NAG hat das Bundesamt nur all jene Umstände zu würdigen, die der Drittstaatsangehörige im Rahmen eines solchen Verfahrens bei der Behörde nach dem NAG bereits hätte nachweisen können und müssen.Werden der Behörde nach dem NAG Tatsachen bekannt, die eine Rückkehrentscheidung rechtfertigen, so ist diese verpflichtet dem Bundesamt diese unter Anschluss der relevanten Unterlagen mitzuteilen. Im Fall des Verlängerungsverfahrens gemäß Paragraph 24, NAG hat das Bundesamt nur all jene Umstände zu würdigen, die der Drittstaatsangehörige im Rahmen eines solchen Verfahrens bei der Behörde nach dem NAG bereits hätte nachweisen können und müssen.
(5) Gegen einen Drittstaatsangehörigen, der vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes auf Dauer rechtmäßig niedergelassen war und über einen Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt – EU“ verfügt, hat das Bundesamt eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn die Voraussetzungen gemäß § 53 Abs. 3 die Annahme rechtfertigen, dass dessen weiterer Aufenthalt eine gegenwärtige, hinreichend schwere Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit darstellen würde.(5) Gegen einen Drittstaatsangehörigen, der vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes auf Dauer rechtmäßig niedergelassen war und über einen Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt – EU“ verfügt, hat das Bundesamt eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn die Voraussetzungen gemäß Paragraph 53, Absatz 3, die Annahme rechtfertigen, dass dessen weiterer Aufenthalt eine gegenwärtige, hinreichend schwere Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit darstellen würde.
(6) Ist ein nicht rechtmäßig im Bundesgebiet aufhältiger Drittstaatsangehöriger im Besitz eines Aufenthaltstitels oder einer sonstigen Aufenthaltsberechtigung eines anderen Mitgliedstaates, hat er sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses Staates zu begeben. Dies hat der Drittstaatsangehörige nachzuweisen. Kommt er seiner Ausreiseverpflichtung nicht nach oder ist seine sofortige Ausreise aus dem Bundesgebiet aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erforderlich, ist eine Rückkehrentscheidung gemäß Abs. 1 zu erlassen.(6) Ist ein nicht rechtmäßig im Bundesgebiet aufhältiger Drittstaatsangehöriger im Besitz eines Aufenthaltstitels oder einer sonstigen Aufenthaltsberechtigung eines anderen Mitgliedstaates, hat er sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses Staates zu begeben. Dies hat der Drittstaatsangehörige nachzuweisen. Kommt er seiner Ausreiseverpflichtung nicht nach oder ist seine sofortige Ausreise aus dem Bundesgebiet aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erforderlich, ist eine Rückkehrentscheidung gemäß Absatz eins, zu erlassen.
(7) Von der Erlassung einer Rückkehrentscheidung gemäß Abs. 1 ist abzusehen, wenn ein Fall des § 45 Abs. 1 vorliegt und ein Rückübernahmeabkommen mit jenem Mitgliedstaat besteht, in den der Drittstaatsangehörige zurückgeschoben werden soll.(7) Von der Erlassung einer Rückkehrentscheidung gemäß Absatz eins, ist abzusehen, wenn ein Fall des Paragraph 45, Absatz eins, vorliegt und ein Rückübernahmeabkommen mit jenem Mitgliedstaat besteht, in den der Drittstaatsangehörige zurückgeschoben werden soll.
(8) Die Rückkehrentscheidung wird im Fall des § 16 Abs. 4 BFA-VG oder mit Eintritt der Rechtskraft durchsetzbar und verpflichtet den Drittstaatsangehörigen zur unverzüglichen Ausreise in dessen Herkunftsstaat, ein Transitland gemäß unionsrechtlichen oder bilateralen Rückübernahmeabkommen oder anderen Vereinbarungen oder einen anderen Drittstaat, sofern ihm eine Frist für die freiwillige Ausreise nicht eingeräumt wurde. Im Falle einer Beschwerde gegen eine Rückkehrentscheidung ist § 28 Abs. 2 Bundesgesetz über das Verfahren der Verwaltungsgerichte (Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetz – VwGVG), BGBl. I Nr. 33/2013 auch dann anzuwenden, wenn er sich zum Zeitpunkt der Beschwerdeentscheidung nicht mehr im Bundesgebiet aufhält.(8) Die Rückkehrentscheidung wird im Fall des Paragraph 16, Absatz 4, BFA-VG oder mit Eintritt der Rechtskraft durchsetzbar und verpflichtet den Drittstaatsangehörigen zur unverzüglichen Ausreise in dessen Herkunftsstaat, ein Transitland gemäß unionsrechtlichen oder bilateralen Rückübernahmeabkommen oder anderen Vereinbarungen oder einen anderen Drittstaat, sofern ihm eine Frist für die freiwillige Ausreise nicht eingeräumt wurde. Im Falle einer Beschwerde gegen eine Rückkehrentscheidung ist Paragraph 28, Absatz 2, Bundesgesetz über das Verfahren der Verwaltungsgerichte (Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetz – VwGVG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 33 aus 2013, auch dann anzuwenden, wenn er sich zum Zeitpunkt der Beschwerdeentscheidung nicht mehr im Bundesgebiet aufhält.
(9) Mit der Rückkehrentscheidung ist gleichzeitig festzustellen, ob die Abschiebung des Drittstaatsangehörigen gemäß § 46 in einen oder mehrere bestimmte Staaten zulässig ist. Dies gilt nicht, wenn die Feststellung des Drittstaates, in den der Drittstaatsangehörige abgeschoben werden soll, aus vom Drittstaatsangehörigen zu vertretenden Gründen nicht möglich ist.(9) Mit der Rückkehrentscheidung ist gleichzeitig festzustellen, ob die Abschiebung des Drittstaatsangehörigen gemäß Paragraph 46, in einen oder mehrere bestimmte Staaten zulässig ist. Dies gilt nicht, wenn die Feststellung des Drittstaates, in den der Drittstaatsangehörige abgeschoben werden soll, aus vom Drittstaatsangehörigen zu vertretenden Gründen nicht möglich ist.
(10) Die Abschiebung eines Drittstaatsangehörigen gemäß § 46 kann auch über andere als in Abs. 9 festgestellte Staaten erfolgen.(10) Die Abschiebung eines Drittstaatsangehörigen gemäß Paragraph 46, kann auch über andere als in Absatz 9, festgestellte Staaten erfolgen.
(11) Der Umstand, dass in einem Verfahren zur Erlassung einer Rückkehrentscheidung deren Unzulässigkeit gemäß § 9 Abs. 3 BFA-VG festgestellt wurde, hindert nicht daran, im Rahmen eines weiteren Verfahrens zur Erlassung einer solchen Entscheidung neuerlich eine Abwägung gemäß § 9 Abs. 1 BFA-VG vorzunehmen, wenn der Fremde in der Zwischenzeit wieder ein Verhalten gesetzt hat, das die Erlassung einer Rückkehrentscheidung rechtfertigen würde.(11) Der Umstand, dass in einem Verfahren zur Erlassung einer Rückkehrentscheidung deren Unzulässigkeit gemäß Paragraph 9, Absatz 3, BFA-VG festgestellt wurde, hindert nicht daran, im Rahmen eines weiteren Verfahrens zur Erlassung einer solchen Entscheidung neuerlich eine Abwägung gemäß Paragraph 9, Absatz eins, BFA-VG vorzunehmen, wenn der Fremde in der Zwischenzeit wieder ein Verhalten gesetzt hat, das die Erlassung einer Rückkehrentscheidung rechtfertigen würde.
Der mit „Schutz des Privat- und Familienlebens“ betitelte § 9 BFA-VG lautet wie folgt:Der mit „Schutz des Privat- und Familienlebens“ betitelte Paragraph 9, BFA-VG lautet wie folgt:
§ 9. (1) Wird durch eine Rückkehrentscheidung gemäß § 52 FPG, eine Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß § 61 FPG, eine Ausweisung gemäß § 66 FPG oder ein Aufenthaltsverbot gemäß § 67 FPG in das Privat- oder Familienleben des Fremden eingegriffen, so ist die Erlassung der Entscheidung zulässig, wenn dies zur Erreichung der im Art. 8 Abs. 2 EMRK genannten Ziele dringend geboten ist.Paragraph 9, (1) Wird durch eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG, eine Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß Paragraph 61, FPG, eine Ausweisung gemäß Paragraph 66, FPG oder ein Aufenthaltsverbot gemäß Paragraph 67, FPG in das Privat- oder Familienleben des Fremden eingegriffen, so ist die Erlassung der Entscheidung zulässig, wenn dies zur Erreichung der im Artikel 8, Absatz 2, EMRK genannten Ziele dringend geboten ist.
(2) Bei der Beurteilung des Privat- und Familienlebens im Sinne des Art. 8 EMRK sind insbesondere zu berücksichtigen:(2) Bei der Beurteilung des Privat- und Familienlebens im Sinne des Artikel 8, EMRK sind insbesondere zu berücksichtigen:
1. die Art und Dauer des bisherigen Aufenthaltes und die Frage, ob der bisherige Aufenthalt des Fremden rechtswidrig war,
2. das tatsächliche Bestehen eines Familienlebens,
3. die Schutzwürdigkeit des Privatlebens,
4. der Grad der Integration,
5. die Bindungen zum Heimatstaat des Fremden,
6. die strafgerichtliche Unbescholtenheit,
7. Verstöße gegen die öffentliche Ordnung, insbesondere im Bereich des Asyl-, Fremdenpolizei- und Einwanderungsrechts,
8. die Frage, ob das Privat- und Familienleben des Fremden in einem Zeitpunkt entstand, in dem sich die Beteiligten ihres unsicheren Aufenthaltsstatus bewusst waren,
9. die Frage, ob die Dauer des bisherigen Aufenthaltes des Fremden in den Behörden zurechenbaren überlangen Verzögerungen begründet ist.
(3) Über die Zulässigkeit der Rückkehrentscheidung gemäß § 52 FPG ist jedenfalls begründet, insbesondere im Hinblick darauf, ob diese gemäß Abs. 1 auf Dauer unzulässig ist, abzusprechen. Die Unzulässigkeit einer Rückkehrentscheidung gemäß § 52 FPG ist nur dann auf Dauer, wenn die ansonsten drohende Verletzung des Privat- und Familienlebens auf Umständen beruht, die ihrem Wesen nach nicht bloß vorübergehend sind. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Rückkehrentscheidung gemäß § 52 FPG schon allein auf Grund des Privat- und Familienlebens im Hinblick auf österreichische Staatsbürger oder Personen, die über ein unionsrechtliches Aufenthaltsrecht oder ein unbefristetes Niederlassungsrecht (§ 45 oder §§ 51 ff Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG), BGBl. I Nr. 100/2005) verfügen, unzulässig wäre.(3) Über die Zulässigkeit der Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG ist jedenfalls begründet, insbesondere im Hinblick darauf, ob diese gemäß Absatz eins, auf Dauer unzulässig ist, abzusprechen. Die Unzulässigkeit einer Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG ist nur dann auf Dauer, wenn die ansonsten drohende Verletzung des Privat- und Familienlebens auf Umständen beruht, die ihrem Wesen nach nicht bloß vorübergehend sind. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG schon allein auf Grund des Privat- und Familienlebens im Hinblick auf österreichische Staatsbürger oder Personen, die über ein unionsrechtliches Aufenthaltsrecht oder ein unbefristetes Niederlassungsrecht (Paragraph 45, oder Paragraphen 51, ff Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 100 aus 2005,) verfügen, unzulässig wäre.
(Anm.: Abs. 4 aufgehoben durch Art. 4 Z 5, BGBl. I Nr. 56/2018)Anmerkung, Absatz 4, aufgehoben durch Artikel 4, Ziffer 5,, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 56 aus 2018,)
(5) Gegen einen Drittstaatsangehörigen, der vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes bereits fünf Jahre, aber noch nicht acht Jahre ununterbrochen und rechtmäßig im Bundesgebiet niedergelassen war, darf mangels eigener Mittel zu seinem Unterhalt, mangels ausreichenden Krankenversicherungsschutzes, mangels eigener Unterkunft oder wegen der Möglichkeit der finanziellen Belastung einer Gebietskörperschaft eine Rückkehrentscheidung gemäß §§ 52 Abs. 4 iVm 53 FPG nicht erlassen werden. Dies gilt allerdings nur, wenn der Drittstaatsangehörige glaubhaft macht, die Mittel zu seinem Unterhalt und seinen Krankenversicherungsschutz durch Einsatz eigener Kräfte zu sichern oder eine andere eigene Unterkunft beizubringen, und dies nicht aussichtslos scheint.(5) Gegen einen Drittstaatsangehörigen, der vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes bereits fünf Jahre, aber noch nicht acht Jahre ununterbrochen und rechtmäßig im Bundesgebiet niedergelassen war, darf mangels eigener Mittel zu seinem Unterhalt, mangels ausreichenden Krankenversicherungsschutzes, mangels eigener Unterkunft oder wegen der Möglichkeit der finanziellen Belastung einer Gebietskörperschaft eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraphen 52, Absatz 4, in Verbindung mit 53 FPG nicht erlassen werden. Dies gilt allerdings nur, wenn der Drittstaatsangehörige glaubhaft macht, die Mittel zu seinem Unterhalt und seinen Krankenversicherungsschutz durch Einsatz eigener Kräfte zu sichern oder eine andere eigene Unterkunft beizubringen, und dies nicht aussichtslos scheint.
(6) Gegen einen Drittstaatsangehörigen, der vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes bereits acht Jahre ununterbrochen und rechtmäßig im Bundesgebiet niedergelassen war, darf eine Rückkehrentscheidung gemäß § 52 Abs. 4 FPG nur mehr erlassen werden, wenn die Voraussetzungen gemäß § 53 Abs. 3 FPG vorliegen. § 73 Strafgesetzbuch (StGB), BGBl. Nr. 60/1974 gilt.(6) Gegen einen Drittstaatsangehörigen, der vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes bereits acht Jahre ununterbrochen und rechtmäßig im Bundesgebiet niedergelassen war, darf eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, Absatz 4, FPG nur mehr erlassen werden, wenn die Voraussetzungen gemäß Paragraph 53, Absatz 3, FPG vorliegen. Paragraph 73, Strafgesetzbuch (StGB), Bundesgesetzblatt Nr. 60 aus 1974, gilt.
Der mit „Aufenthaltskarten für Angehörige eines EWR-Bürgers“ betitelte § 54 NAG lautet auszugsweise:Der mit „Aufenthaltskarten für Angehörige eines EWR-Bürgers“ betitelte Paragraph 54, NAG lautet auszugsweise:
§ 54. (1) Drittstaatsangehörige, die Angehörige von unionsrechtlich aufenthaltsberechtigten EWR-Bürgern (§ 51) sind und die in § 52 Abs. 1 Z 1 bis 3 genannten Voraussetzungen erfüllen, sind zum Aufenthalt für mehr als drei Monate berechtigt. Ihnen ist auf Antrag eine Aufenthaltskarte für die Dauer von fünf Jahren oder für die geplante kürzere Aufenthaltsdauer auszustellen. Dieser Antrag ist innerhalb von vier Monaten ab Einreise zu stellen. § 1 Abs. 2 Z 1 gilt nicht.Paragraph 54, (1) Drittstaatsangehörige, die Angehörige von unionsrechtlich aufenthaltsberechtigten EWR-Bürgern (Paragraph 51,) sind und die in Paragraph 52, Absatz eins, Ziffer eins bis 3 genannten Voraussetzungen erfüllen, sind zum Aufenthalt für mehr als drei Monate berechtigt. Ihnen ist auf Antrag eine Aufenthaltskarte für die Dauer von fünf Jahren oder für die geplante kürzere Aufenthaltsdauer auszustellen. Dieser Antrag ist innerhalb von vier Monaten ab Einreise zu stellen. Paragraph eins, Absatz 2, Ziffer eins, gilt nicht.
[…]
(5) Das Aufenthaltsrecht der Ehegatten oder eingetragenen Partner, die Drittstaatsangehörige sind, bleibt bei Scheidung oder Aufhebung der Ehe oder Auflösung der eingetragenen Partnerschaft erhalten, wenn sie nachweisen, dass sie die für EWR-Bürger geltenden Voraussetzungen des § 51 Abs. 1 Z 1 oder 2 erfüllen und(5) Das Aufenthaltsrecht der Ehegatten oder eingetragenen Partner, die Drittstaatsangehörige sind, bleibt bei Scheidung oder Aufhebung der Ehe oder Auflösung der eingetragenen Partnerschaft erhalten, wenn sie nachweisen, dass sie die für EWR-Bürger geltenden Voraussetzungen des Paragraph 51, Absatz eins, Ziffer eins, oder 2 erfüllen und
1. die Ehe bis zur Einleitung des gerichtlichen Scheidungs- oder Aufhebungsverfahrens mindestens drei Jahre bestanden hat, davon mindestens ein Jahr im Bundesgebiet;
2. die eingetragene Partnerschaft bis zur Einleitung des gerichtlichen Auflösungsverfahrens mindestens drei Jahre bestanden hat, davon mindestens ein Jahr im Bundesgebiet;
3. ihnen die alleinige Obsorge für die Kinder des EWR-Bürgers übertragen wird;
4. es zur Vermeidung einer besonderen Härte erforderlich ist, insbesondere weil dem Ehegatten oder eingetragenem Partner wegen der Beeinträchtigung seiner schutzwürdigen Interessen ein Festhalten an der Ehe oder eingetragenen Partnerschaft nicht zugemutet werden kann, oder
5. ihnen das Recht auf persönlichen Umgang mit dem minderjährigen Kind zugesprochen wird, sofern das Pflegschaftsgericht zur Auffassung gelangt ist, dass der Umgang – solange er für nötig erachtet wird – ausschließlich im Bundesgebiet erfolgen darf.
(6) Der Angehörige hat diese Umstände, wie insbesondere den Tod oder Wegzug des zusammenführenden EWR-Bürgers, die Scheidung der Ehe oder die Auflösung der eingetragenen Partnerschaft, der Behörde unverzüglich, bekannt zu geben.
(7) Liegt eine Aufenthaltsehe, Aufenthaltspartnerschaft oder Aufenthaltsadoption (§ 30), eine Zwangsehe oder Zwangspartnerschaft (§ 30a) oder eine Vortäuschung eines Abstammungsverhältnisses oder einer familiären Beziehung zu einem unionsrechtlich aufenthaltsberechtigten EWR-Bürger vor, ist ein Antrag gemäß Abs. 1 zurückzuweisen und die Zurückweisung mit der Feststellung zu verbinden, dass der Antragsteller nicht in den Anwendungsbereich des unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts fällt.(7) Liegt eine Aufenthaltsehe, Aufenthaltspartnerschaft oder Aufenthaltsadoption (Paragraph 30,), eine Zwangsehe oder Zwangspartnerschaft (Paragraph 30 a,) oder eine Vortäuschung eines Abstammungsverhältnisses oder einer familiären Beziehung zu einem unionsrechtlich aufenthaltsberechtigten EWR-Bürger vor, ist ein Antrag gemäß Absatz eins, zurückzuweisen und die Zurückweisung mit der Feststellung zu verbinden, dass der Antragsteller nicht in den Anwendungsbereich des unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts fällt.
Der mit „Aufenthaltsehe, Aufenthaltspartnerschaft und Aufenthaltsadoption“ betitelte § 30 NAG lautet:Der mit „Aufenthaltsehe, Aufenthaltspartnerschaft und Aufenthaltsadoption“ betitelte Paragraph 30, NAG lautet:
§ 30. (1) Ehegatten oder eingetragene Partner, die ein gemeinsames Familienleben im Sinne des Art. 8 EMRK nicht führen, dürfen sich für die Erteilung und Beibehaltung von Aufenthaltstiteln nicht auf die Ehe oder eingetragene Partnerschaft berufen.Paragraph 30, (1) Ehegatten oder eingetragene Partner, die ein gemeinsames Familienleben im Sinne des Artikel 8, EMRK nicht führen, dürfen sich für die Erteilung und Beibehaltung von Aufenthaltstiteln nicht auf die Ehe oder eingetragene Partnerschaft berufen.
(2) An Kindes statt angenommene Fremde dürfen sich bei der Erteilung und Beibehaltung von Aufenthaltstiteln nur dann auf diese Adoption berufen, wenn die Erlangung und Beibehaltung des Aufenthaltstitels nicht der ausschließliche oder vorwiegende Grund für die Annahme an Kindes statt war.
(3) Die Abs. 1 und 2 gelten auch für den Erwerb und die Aufrechterhaltung eines unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts.(3) Die Absatz eins und 2 gelten auch für den Erwerb und die Aufrechterhaltung eines unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts.
3.1.2. Auf Grund des durchgeführten Ermittlungsverfahrens und des festgestellten Sachverhaltes ergibt sich:
Gemäß § 2 Abs. 4 Z 1 FPG gilt als Fremder, wer die österreichische Staatsbürgerschaft nicht besitzt und gemäß Z 10 leg cit als Drittstaatsangehöriger jeder Fremder der nicht EWR-Bürger oder Schweizer Bürger ist.Gemäß Paragraph 2, Absatz 4, Ziffer eins, FPG gilt als Fremder, wer die österreichische Staatsbürgerschaft nicht besitzt und gemäß Ziffer 10, leg cit als Drittstaatsangehöriger jeder Fremder der nicht EWR-Bürger oder Schweizer Bürger ist.
Der BF ist aufgrund seiner kosovarischen sowie bosnischen Staatsangehörigkeit sohin Drittstaatsangehöriger iSd § 2 Abs. 4 Z 10 FPG. Der BF ist aufgrund seiner kosovarischen sowie bosnischen Staatsangehörigkeit sohin Drittstaatsangehöriger iSd Paragraph 2, Absatz 4, Ziffer 10, FPG.
Staatsangehörige des Kosovo sowie BiHs, die Inhaber eines biometrischen Reisepasses sind, sind nach Art. 4 Abs. 1 iVm Anlage II der Verordnung (EU) Nr. 2018/1806, vom 14.11.2018, Abl. L 303/39 vom 28.11.2018, von der Visumpflicht für einen Aufenthalt, der 90 Tage je Zeitraum von 180 Tagen nicht überschreitet, befreit.Staatsangehörige des Kosovo sowie BiHs, die Inhaber eines biometrischen Reisepasses sind, sind nach Artikel 4, Absatz eins, in Verbindung mit Anlage römisch zwei der Verordnung (EU) Nr. 2018 aus 1806,, vom 14.11.2018, Abl. L 303/39 vom 28.11.2018, von der Visumpflicht für einen Aufenthalt, der 90 Tage je Zeitraum von 180 Tagen nicht überschreitet, befreit.
Gemäß Art. 20 Abs. 1 des Schengener Durchführungsübereinkommens (SDÜ) können sich sichtvermerksbefreite Drittausländer im Hoheitsgebiet der Vertragsstaaten frei bewegen, höchstens jedoch drei Monate innerhalb einer Frist von sechs Monaten ab dem Datum der ersten Einreise an und soweit sie die nunmehr im Schengener Grenzkodex vorgesehenen Einreisevoraussetzungen erfüllen. Für einen geplanten Aufenthalt im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten von bis zu 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen, wobei der Zeitraum von 180 Tagen, der jedem Tag des Aufenthalts vorangeht, berücksichtigt wird, gelten für einen Drittstaatsangehörigen die in Art. 6 Abs. 1 Schengener Grenzkodex, VO (EU) 2016/399, genannten Einreisevoraussetzungen. So muss der Drittstaatsangehörige im Besitz eines gültigen Reisedokuments und, sofern dies in der sog. Visumpflicht-Verordnung VO (EG) Nr. 539/2001 vorgesehen ist, im Besitz eines gültigen Visums sein. Er muss weiters den Zweck und die Umstände des beabsichtigten Aufenthalts belegen und über ausreichende Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts sowohl für die Dauer des Aufenthalts als auch für die Rückreise in den Herkunftsstaat oder für die Durchreise in einen Drittstaat, in dem seine Zulassung gewährleistet ist, verfügen oder in der Lage sein, diese Mittel rechtmäßig zu erwerben; er darf nicht im SIS zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaates darstellen und insbesondere nicht in den nationalen Datenbanken der Mitgliedstaaten zur Einreiseverweigerung aus denselben Gründen ausgeschrieben worden sein.Gemäß Artikel 20, Absatz eins, des Schengener Durchführungsübereinkommens (SDÜ) können sich sichtvermerksbefreite Drittausländer im Hoheitsgebiet der Vertragsstaaten frei bewegen, höchstens jedoch drei Monate innerhalb einer Frist von sechs Monaten ab dem Datum der ersten Einreise an und soweit sie die nunmehr im Schengener Grenzkodex vorgesehenen Einreisevoraussetzungen erfüllen. Für einen geplanten Aufenthalt im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten von bis zu 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen, wobei der Zeitraum von 180 Tagen, der jedem Tag des Aufenthalts vorangeht, berücksichtigt wird, gelten für einen Drittstaatsangehörigen die in Artikel 6, Absatz eins, Schengener Grenzkodex, VO (EU) 2016/399, genannten Einreisevoraussetzungen. So muss der Drittstaatsangehörige im Besitz eines gültigen Reisedokuments und, sofern dies in der sog. Visumpflicht-Verordnung VO (EG) Nr. 539 aus 2001, vorgesehen ist, im Besitz eines gültigen Visums sein. Er muss weiters den Zweck und die Umstände des beabsichtigten Aufenthalts belegen und über ausreichende Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts sowohl für die Dauer des Aufenthalts als auch für die Rückreise in den Herkunftsstaat oder für die Durchreise in einen Drittstaat, in dem seine Zulassung gewährleistet ist, verfügen oder in der Lage sein, diese Mittel rechtmäßig zu erwerben; er darf nicht im SIS zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaates darstellen und insbesondere nicht in den nationalen Datenbanken der Mitgliedstaaten zur Einreiseverweigerung aus denselben Gründen ausgeschrieben worden sein.
Gemäß § 31 Abs. 1 FPG halten sich Fremde rechtmäßig im Bundesgebiet auf, wenn sie rechtmäßig eingereist sind und während des Aufenthaltes im Bundesgebiet die Befristung oder Bedingungen des Einreisetitels oder des visumfreien Aufenthaltes oder die durch zwischenstaatliche Vereinbarungen, Bundesgesetz oder Verordnung bestimmte Aufenthaltsdauer nicht überschritten haben (Z 1), oder sie auf Grund einer Aufenthaltsberechtigung oder eine Dokumentation des Aufenthaltsrechtes nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz zur Niederlassung oder zum Aufenthalt oder aufgrund einer Verordnung für Vertriebene zum Aufenthalt berechtigt sind (Z 2), oder wenn sie Inhaber eines von einem Vertragsstaat ausgestellten Aufenthaltstitels sind bis zu drei Monaten (Artikel 21 SDÜ gilt), sofern sie während ihres Aufenthalts im Bundesgebiet keiner unerlaubten Erwerbstätigkeit nachgehen (Z 3).Gemäß Paragraph 31, Absatz eins, FPG halten sich Fremde rechtmäßig im Bundesgebiet auf, wenn sie rechtmäßig eingereist sind und während des Aufenthaltes im Bundesgebiet die Befristung oder Bedingungen des Einreisetitels oder des visumfreien Aufenthaltes oder die durch zwischenstaatliche Vereinbarungen, Bundesgesetz oder Verordnung bestimmte Aufenthaltsdauer nicht überschritten haben (Ziffer eins,), oder sie auf Grund einer Aufenthaltsberechtigung oder eine Dokumentation des Aufenthaltsrechtes nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz zur Niederlassung oder zum Aufenthalt oder aufgrund einer Verordnung für Vertriebene zum Aufenthalt berechtigt sind (Ziffer 2,), oder wenn sie Inhaber eines von einem Vertragsstaat ausgestellten Aufenthaltstitels sind bis zu drei Monaten (Artikel 21 SDÜ gilt), sofern sie während ihres Aufenthalts im Bundesgebiet keiner unerlaubten Erwerbstätigkeit nachgehen (Ziffer 3,).
Der BF hielt sich von 2019 bis 2025 durchgehend im Bundesgebiet auf. Wie oben bereits festgestellt, wurde mit Bescheid der NAG-Behörde vom XXXX .2024 das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren hinsichtlich des Antrages des BF vom XXXX .2019 gemäß § 54 NAG von Amts wegen wiederaufgenommen. Der Antrag vom XXXX .2019 auf Ausstellung einer „Aufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ wurde gemäß § 54 Abs. 7 NAG zurückgewiesen und zugleich festgestellt, dass der BF nicht in den Anwendungsbereich des unionrechtlichen Aufenthaltsrechtes falle. Mit Erkenntnis des zuständigen LVwG vom XXXX .2024 wurde die dagegen erhobene Beschwerde des BF als unbegründet abgewiesen. Der BF hielt sich von 2019 bis 2025 durchgehend im Bundesgebiet auf. Wie oben bereits festgestellt, wurde mit Bescheid der NAG-Behörde vom römisch 40 .2024 das rechtskräftig abgeschlossene Verfahren hinsichtlich des Antrages des BF vom römisch 40 .2019 gemäß Paragraph 54, NAG von Amts wegen wiederaufgenommen. Der Antrag vom römisch 40 .2019 auf Ausstellung einer „Aufenthaltskarte – Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers“ wurde gemäß Paragraph 54, Absatz 7, NAG zurückgewiesen und zugleich festgestellt, dass der BF nicht in den Anwendungsbereich des unionrechtlichen Aufenthaltsrechtes falle. Mit Erkenntnis des zuständigen LVwG vom römisch 40 .2024 wurde die dagegen erhobene Beschwerde des BF als unbegründet abgewiesen.
Es steht damit rechtskräftig fest, dass der BF nie über einen gültigen Aufenthaltstitel in Österreich verfügte und sich der – nach Ablauf der sichtvermerkfreien Zeit – gesamte sechsjährige Aufenthalt und auch seine gesamten Erwerbstätigkeiten rückwirkend als rechtswidrig erweisen. Insgesamt kann der belangten Behörde nicht entgegengetreten werden kann, wenn diese die Unrechtmäßigkeit des Aufenthaltes des BF in Österreich letztlich feststellte.
Der BF reiste jedoch bereits vor Erlassung des gegenständlichen Bescheides im Jänner 2025 in den Kosovo bzw. im September 2025 nach Deutschland (aus), wo er sich nach wie vor aufhält. Im August 2025 wurde dem BF – ebenfalls vor Bescheiderlassung – ein deutsches Visum ausgestellt, welches noch immer gültig ist.
3.1.3. Die belangte Behörde stützte die erlassene Rückkehrentscheidung auf den Tatbestand des § 52 Abs. 1 Z 2 FPG. Damit hat sie den Umstand, dass der BF über ein gültiges deutsches Visum D verfügt, unberücksichtigt gelassen. Insofern wäre die Rückkehrentscheidung vielmehr aufgrund von § 52 Abs. 6 FPG und nicht auf der Grundlage von § 52 Abs. 1 Z 2 FPG zu prüfen gewesen.3.1.3. Die belangte Behörde stützte die erlassene Rückkehrentscheidung auf den Tatbestand des Paragraph 52, Absatz eins, Ziffer 2, FPG. Damit hat sie den Umstand, dass der BF über ein gültiges deutsches Visum D verfügt, unberücksichtigt gelassen. Insofern wäre die Rückkehrentscheidung vielmehr aufgrund von Paragraph 52, Absatz 6, FPG und nicht auf der Grundlage von Paragraph 52, Absatz eins, Ziffer 2, FPG zu prüfen gewesen.
3.1.4. § 52 Abs. 6 FPG normiert, dass ein nicht rechtmäßig im Bundesgebiet aufhältiger Drittstaatsangehöriger, welcher im Besitz eines Aufenthaltstitels oder einer sonstigen Aufenthaltsberechtigung eines anderen Mitgliedstaates ist, sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses Staates zu begeben hat. Dies hat der Drittstaatsangehörige nachzuweisen. Kommt er seiner Ausreiseverpflichtung nicht nach oder ist seine sofortige Ausreise aus dem Bundesgebiet aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erforderlich, ist eine Rückkehrentscheidung gemäß Abs. 1 leg. cit., zu erlassen. 3.1.4. Paragraph 52, Absatz 6, FPG normiert, dass ein nicht rechtmäßig im Bundesgebiet aufhältiger Drittstaatsangehöriger, welcher im Besitz eines Aufenthaltstitels oder einer sonstigen Aufenthaltsberechtigung eines anderen Mitgliedstaates ist, sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses Staates zu begeben hat. Dies hat der Drittstaatsangehörige nachzuweisen. Kommt er seiner Ausreiseverpflichtung nicht nach oder ist seine sofortige Ausreise aus dem Bundesgebiet aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erforderlich, ist eine Rückkehrentscheidung gemäß Absatz eins, leg. cit., zu erlassen.
Nach der Rechtsprechung des VwGH vom 21.12.2017, Ra 2017/21/0234, Rz. 14f, ist eine Fremde zuerst nachweislich zum Verlassen des Bundesgebietes aufzufordern. Erst wenn dieser Aufforderung nicht Rechnung getragen wird, könnte eine Rückkehrentscheidung gemäß § 52 Abs. 1 leg. cit. erlassen werden, es sei denn die sofortige Ausreise aus dem Bundesgebiet wäre aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erforderlich. Nach der Rechtsprechung des VwGH vom 21.12.2017, Ra 2017/21/0234, Rz. 14f, ist eine Fremde zuerst nachweislich zum Verlassen des Bundesgebietes aufzufordern. Erst wenn dieser Aufforderung nicht Rechnung getragen wird, könnte eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, Absatz eins, leg. cit. erlassen werden, es sei denn die sofortige Ausreise aus dem Bundesgebiet wäre aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erforderlich.
In diesem Zusammenhang ist zunächst darauf hinzuweisen, dass § 52 Abs. 6 FPG vor dem Hintergrund von Art. 6 Abs. 2 der Richtlinie 2008/115/EG zu lesen ist. Dort wird angeordnet, dass ein nicht rechtmäßig aufhältiger Drittstaatsangehöriger mit einem Aufenthaltstitel eines anderen Mitgliedstaates zunächst zu verpflichten ist, sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses anderen Mitgliedstaates zu begeben. Nur wenn dieser Verpflichtung nicht entsprochen wird, hat es zu einer Rückkehrentscheidung zu kommen. Demnach bedarf es also vor Erlassung einer Rückkehrentscheidung einer "Verpflichtung" des Drittstaatsangehörigen, sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses anderen Mitgliedstaates zu begeben (VwGH 10.4.2014, 2013/22/0310). Die Frage der "Unverzüglichkeit" stellt sich dann in Bezug auf die Zeitspanne, die seit Ausspruch der "Verpflichtung" ergangen ist. Wird ihr "unverzüglich" entsprochen, hat eine Rückkehrentscheidung zu unterbleiben, andernfalls ist sie zu verhängen. (VwGH vom 21.12.2017, Ra 2017/21/0234).In diesem Zusammenhang ist zunächst darauf hinzuweisen, dass Paragraph 52, Absatz 6, FPG vor dem Hintergrund von Artikel 6, Absatz 2, der Richtlinie 2008/115/EG zu lesen ist. Dort wird angeordnet, dass ein nicht rechtmäßig aufhältiger Drittstaatsangehöriger mit einem Aufenthaltstitel eines anderen Mitgliedstaates zunächst zu verpflichten ist, sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses anderen Mitgliedstaates zu begeben. Nur wenn dieser Verpflichtung nicht entsprochen wird, hat es zu einer Rückkehrentscheidung zu kommen. Demnach bedarf es also vor Erlassung einer Rückkehrentscheidung einer "Verpflichtung" des Drittstaatsangehörigen, sich unverzüglich in das Hoheitsgebiet dieses anderen Mitgliedstaates zu begeben (VwGH 10.4.2014, 2013/22/0310). Die Frage der "Unverzüglichkeit" stellt sich dann in Bezug auf die Zeitspanne, die seit Ausspruch der "Verpflichtung" ergangen ist. Wird ihr "unverzüglich" entsprochen, hat eine Rückkehrentscheidung zu unterbleiben, andernfalls ist sie zu verhängen. (VwGH vom 21.12.2017, Ra 2017/21/0234).
Im gegenständlichen Fall war der BF bereits im Zeitpunkt der Bescheiderlassung im Besitz eines gültigen Visums, sodass die belangte Behörde jedenfalls nach § 52 Abs. 6 vorzugehen gehabt hätte.Im gegenständlichen Fall war der BF bereits im Zeitpunkt der Bescheiderlassung im Besitz eines gültigen Visums, sodass die belangte Behörde jedenfalls nach Paragraph 52, Absatz 6, vorzugehen gehabt hätte.
Die Erlassung einer Rückkehrentscheidung (und darauf aufbauend) auch eines Einreiseverbotes gegen den BF hätte demnach gemäß § 52 Abs. 6 erste Alternative FPG vorausgesetzt, dass der BF (erfolglos) aufgefordert worden wäre, sich nach Deutschland zu begeben. Eine derartige Aufforderung ist aber definitiv nicht ergangen (vgl. ua. VwGH vom 28.05.2020, Ra 2020/21/0128). Im gegenständlichen Fall hielt sich der BF bereits am Jänner 2025 bzw. zuletzt ab Juli 2025 nicht mehr im Bundesgebiet auf.Die Erlassung einer Rückkehrentscheidung (und darauf aufbauend) auch eines Einreiseverbotes gegen den BF hätte demnach gemäß Paragraph 52, Absatz 6, erste Alternative FPG vorausgesetzt, dass der BF (erfolglos) aufgefordert worden wäre, sich nach Deutschland zu begeben. Eine derartige Aufforderung ist aber definitiv nicht ergangen vergleiche ua. VwGH vom 28.05.2020, Ra 2020/21/0128). Im gegenständlichen Fall hielt sich der BF bereits am Jänner 2025 bzw. zuletzt ab Juli 2025 nicht mehr im Bundesgebiet auf.
Nach der zweiten Alternative des § 52 Abs. 6 FPG kann eine Rückkehrentscheidung erlassen werden, wenn die sofortige Ausreise aus dem Bundesgebiet aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erforderlich ist. Die Kriterien zur Beurteilung der Erforderlichkeit einer sofortigen Ausreise aus dem Bundesgebiet entsprechen dabei jenen des § 18 Abs. 2 BFA-VG (vgl. dazu VwGH vom 28.05.2020, Ra 2020/21/0128). Demnach genügt es in diesem Zusammenhang nicht, auf eine – die Aufenthaltsbeendigung als solche rechtfertigende – Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch den Fremden zu verweisen, sondern ist darüber hinaus darzutun, warum die Aufenthaltsbeendigung sofort – ohne Aufschub und unabhängig vom Ergebnis des Beschwerdeverfahrens – zu erfolgen hat. Dazu ist es nicht ausreichend, jene Überlegungen ins Treffen zu führen, die schon bei der Entscheidung über die Verhängung der aufenthaltsbeendenden Maßnahme selbst maßgeblich gewesen sind (vgl. VwGH vom 28.05.2020, Ra 2020/21/0128, mwN, insbesondere vom 03.07.2018, Ro 2018/21/0007, Rn. 11 zu § 52 Abs. 6 FPG).Nach der zweiten Alternative des Paragraph 52, Absatz 6, FPG kann eine Rückkehrentscheidung erlassen werden, wenn die sofortige Ausreise aus dem Bundesgebiet aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit erforderlich ist. Die Kriterien zur Beurteilung der Erforderlichkeit einer sofortigen Ausreise aus dem Bundesgebiet entsprechen dabei jenen des Paragraph 18, Absatz 2, BFA-VG vergleiche dazu VwGH vom 28.05.2020, Ra 2020/21/0128). Demnach genügt es in diesem Zusammenhang nicht, auf eine – die Aufenthaltsbeendigung als solche rechtfertigende – Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch den Fremden zu verweisen, sondern ist darüber hinaus darzutun, warum die Aufenthaltsbeendigung sofort – ohne Aufschub und unabhängig vom Ergebnis des Beschwerdeverfahrens – zu erfolgen hat. Dazu ist es nicht ausreichend, jene Überlegungen ins Treffen zu führen, die schon bei der Entscheidung über die Verhängung der aufenthaltsbeendenden Maßnahme selbst maßgeblich gewesen sind vergleiche VwGH vom 28.05.2020, Ra 2020/21/0128, mwN, insbesondere vom 03.07.2018, Ro 2018/21/0007, Rn. 11 zu Paragraph 52, Absatz 6, FPG).
Dabei kommt es iZm der zweiten Alternative des § 52 Abs. 6 FrPolG 2005 auf eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit iSd Art. 6 Abs. 2 der Rückführungs-RL (Richtlinie 2008/115/EG) an, also darauf, ob das persönliche Verhalten des betreffenden Drittstaatsangehörigen eine tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr darstellt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt (vgl. VwGH 27.8.2020, Ra 2020/21/0172). (vgl. VwGH 02.09.2021, Ra 2021/21/0103)Dabei kommt es iZm der zweiten Alternative des Paragraph 52, Absatz 6, FrPolG 2005 auf eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit iSd Artikel 6, Absatz 2, der Rückführungs-RL (Richtlinie 2008/115/EG) an, also darauf, ob das persönliche Verhalten des betreffenden Drittstaatsangehörigen eine tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr darstellt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt vergleiche VwGH 27.8.2020, Ra 2020/21/0172). vergleiche VwGH 02.09.2021, Ra 2021/21/0103)
Der dem § 67 Abs. 1 FrPolG 2005 ("tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt") entsprechende - Gefährdungsmaßstab nach § 52 Abs. 6 FrPolG 2005 erfordert einen höheren Gefährdungsgrad als § 53 Abs. 3 FrPolG 2005 ("schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit"). Stellen Verstöße, die nur eine Gefährdungsannahme iSd § 53 Abs. 2 FrPolG 2005 rechtfertigen, aber nicht einmal einen für die Bejahung einer Gefährdung nach § 53 Abs. 3 FrPolG 2005 ausreichenden Tatbestand dar, so gilt dies aufgrund der Abstufung der Gefährdungsmaßstäbe umso mehr für die Annahme einer Gefährdung iSd § 67 Abs. 1 bzw. § 52 Abs. 6 FrPolG 2005. (vgl. VwGH 02.09.2021, Ra 2021/21/0103)Der dem Paragraph 67, Absatz eins, FrPolG 2005 ("tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt") entsprechende - Gefährdungsmaßstab nach Paragraph 52, Absatz 6, FrPolG 2005 erfordert einen höheren Gefährdungsgrad als Paragraph 53, Absatz 3, FrPolG 2005 ("schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit"). Stellen Verstöße, die nur eine Gefährdungsannahme iSd Paragraph 53, Absatz 2, FrPolG 2005 rechtfertigen, aber nicht einmal einen für die Bejahung einer Gefährdung nach Paragraph 53, Absatz 3, FrPolG 2005 ausreichenden Tatbestand dar, so gilt dies aufgrund der Abstufung der Gefährdungsmaßstäbe umso mehr für die Annahme einer Gefährdung iSd Paragraph 67, Absatz eins, bzw. Paragraph 52, Absatz 6, FrPolG 2005. vergleiche VwGH 02.09.2021, Ra 2021/21/0103)
Der BF wurde – sofern aus dem Verwaltungsakt hervorgeht – bisher noch nie wegen unrechtmäßigen Aufenthalts im Bundesgebiet zur Anzeige gebracht oder deswegen bestraft. Er ist auch strafgerichtlich unbescholten. Er geht derzeit in Deutschland einer erlaubten Erwerbstätigkeit nach.
Wie von der NAG Behörde in ihrem Bescheid sowie in der Folge vom VwG in seinem Erkenntnis und vom BFA im angefochtenen Bescheid festgestellt wurde, ist der BF seinerzeit eine Aufenthaltsehe mit einer ungarische Staatsangehörigen eingegangen und hat unter Berufung auf dieselbe einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels gestellt. Der BF hat damit im Jahr 2018 im Grunde die Einreiseverbotsvoraussetzungen iSd § 53 Abs. 2 Z 8 FPG erfüllt. Der BF hat sich seinen Aufenthalt bzw. die Führung eines Privat- und Familienlebens im Bundesgebiet durch das Eingehen einer Aufenthaltsehe erschlichen. Wenn dem BF auch zu Beginn ein Aufenthaltstitel erteilt wurde, musste diesem klar gewesen sein, dass dieser nur aufgrund der von ihm gesetzten Täuschungsmaßnahme (Eingehen einer Aufenthaltsehe) zugesprochen wurde. Demzufolge war er sich der Unsicherheit bzw. Unrechtmäßigkeit seines Verbleibs im Bundesgebiet jedenfalls bewusst. Der BF versuchte, die österreichischen Behörde über Jahre hinweg über sein Aufenthaltsrecht zu täuschen. Auch die vom BF seit dem Jahr 2019 im Bundesgebiet ausgeübten Erwerbstätigkeiten stellen sich rückwirkend als unrechtmäßig dar. Dem BF musste spätestens im Oktober 2024 – im Zeitpunkt der Entscheidung des LVwG im NAG Verfahren betreffend die Wiederaufnahme der Verfahren – sein unrechtmäßiger Aufenthalt sowie seine unrechtmäßig ausgeübten Erwerbstätigkeiten bewusst sein und wäre er spätestens ab diesem Zeitpunkt zur Ausreise verpflichtet gewesen. Der BF verstieß in weiterer Folge jedoch erneut gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen, verblieb unrechtmäßig im Inland und ging einer unerlaubten Erwerbstätigkeit nach, obwohl er sich bewusst sein musste, über keinen Aufenthaltstitel mehr zu verfügen. Wie von der NAG Behörde in ihrem Bescheid sowie in der Folge vom VwG in seinem Erkenntnis und vom BFA im angefochtenen Bescheid festgestellt wurde, ist der BF seinerzeit eine Aufenthaltsehe mit einer ungarische Staatsangehörigen eingegangen und hat unter Berufung auf dieselbe einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels gestellt. Der BF hat damit im Jahr 2018 im Grunde die Einreiseverbotsvoraussetzungen iSd Paragraph 53, Absatz 2, Ziffer 8, FPG erfüllt. Der BF hat sich seinen Aufenthalt bzw. die Führung eines Privat- und Familienlebens im Bundesgebiet durch das Eingehen einer Aufenthaltsehe erschlichen. Wenn dem BF auch zu Beginn ein Aufenthaltstitel erteilt wurde, musste diesem klar gewesen sein, dass dieser nur aufgrund der von ihm gesetzten Täuschungsmaßnahme (Eingehen einer Aufenthaltsehe) zugesprochen wurde. Demzufolge war er sich der Unsicherheit bzw. Unrechtmäßigkeit seines Verbleibs im Bundesgebiet jedenfalls bewusst. Der BF versuchte, die österreichischen Behörde über Jahre hinweg über sein Aufenthaltsrecht zu täuschen. Auch die vom BF seit dem Jahr 2019 im Bundesgebiet ausgeübten Erwerbstätigkeiten stellen sich rückwirkend als unrechtmäßig dar. Dem BF musste spätestens im Oktober 2024 – im Zeitpunkt der Entscheidung des LVwG im NAG Verfahren betreffend die Wiederaufnahme der Verfahren – sein unrechtmäßiger Aufenthalt sowie seine unrechtmäßig ausgeübten Erwerbstätigkeiten bewusst sein und wäre er spätestens ab diesem Zeitpunkt zur Ausreise verpflichtet gewesen. Der BF verstieß in weiterer Folge jedoch erneut gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen, verblieb unrechtmäßig im Inland und ging einer unerlaubten Erwerbstätigkeit nach, obwohl er sich bewusst sein musste, über keinen Aufenthaltstitel mehr zu verfügen.
Das BFA stützte das Einreiseverbot im Spruch des angefochtenen Bescheides auf § 53 Abs. 2 Z 1 FPG (Bestrafung wegen einer Verwaltungsübertretung nach der StVO, des FSG, der GewO, des SPG, des MeldeG u.a.). Aus den Ausführungen in der rechtlichen Beurteilung des Bescheides ist ersichtlich, dass das BFA das Einreiseverbot auf die Z 7 (Ausübung einer unerlaubten Erwerbstätigkeit) sowie Z 8 (Eingehen einer Aufenthaltsehe) des § 53 Abs. 2 FPG stützt.Das BFA stützte das Einreiseverbot im Spruch des angefochtenen Bescheides auf Paragraph 53, Absatz 2, Ziffer eins, FPG (Bestrafung wegen einer Verwaltungsübertretung nach der StVO, des FSG, der GewO, des SPG, des MeldeG u.a.). Aus den Ausführungen in der rechtlichen Beurteilung des Bescheides ist ersichtlich, dass das BFA das Einreiseverbot auf die Ziffer 7, (Ausübung einer unerlaubten Erwerbstätigkeit) sowie Ziffer 8, (Eingehen einer Aufenthaltsehe) des Paragraph 53, Absatz 2, FPG stützt.
Soweit sich die belangte Behörde bei der Erlassung der Einreiseverbotes gegen den BF auf das Eingehen einer Aufenthaltsehe stützt, bestreitet das BVwG weder den festgestellten Sachverhalt noch den damit verbundenen Unrechtsgehalt. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Tat einige Jahre zurückliegt, sich der BF seither nichts mehr hat zuschulden kommen lassen und über ein ausgeprägtes Privat- und Familienleben im Bundesgebiet verfügt.
Entgegen den Ausführungen des BFA ist für das BVwG nicht ersichtlich, dass der BF wegen einer Verwaltungsübertretung iSd § 53 Abs. 2 Z 1 FPG bestraft worden wäre oder iSd § 53 Abs. 2 Z 7 FPG bei der Ausübung einer unerlaubten Erwerbstätigkeit betreten worden wäre.Entgegen den Ausführungen des BFA ist für das BVwG nicht ersichtlich, dass der BF wegen einer Verwaltungsübertretung iSd Paragraph 53, Absatz 2, Ziffer eins, FPG bestraft worden wäre oder iSd Paragraph 53, Absatz 2, Ziffer 7, FPG bei der Ausübung einer unerlaubten Erwerbstätigkeit betreten worden wäre.
Wie bereits ausgeführt, erfordert der im vorliegenden Fall anzuwendende – dem § 67 Abs. 1 FPG 2005 („tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt“) entsprechende – Gefährdungsmaßstab nach § 52 Abs. 6 FPG einen höheren Gefährdungsgrad als § 53 Abs. 3 FPG 2005 („schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit“). Stellen Verstöße wie der hier vorliegende, die nur eine Gefährdungsannahme iSd § 53 Abs. 2 FPG rechtfertigen, aber nicht einmal einen für die Bejahung einer Gefährdung nach § 53 Abs. 3 FPG 2005 ausreichenden Tatbestand dar, so gilt dies aufgrund der Abstufung der Gefährdungsmaßstäbe umso mehr für die Annahme einer Gefährdung iSd § 67 Abs. 1 bzw. § 52 Abs. 6 FPG. Wie bereits ausgeführt, erfordert der im vorliegenden Fall anzuwendende – dem Paragraph 67, Absatz eins, FPG 2005 („tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt“) entsprechende – Gefährdungsmaßstab nach Paragraph 52, Absatz 6, FPG einen höheren Gefährdungsgrad als Paragraph 53, Absatz 3, FPG 2005 („schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Ordnung oder Sicherheit“). Stellen Verstöße wie der hier vorliegende, die nur eine Gefährdungsannahme iSd Paragraph 53, Absatz 2, FPG rechtfertigen, aber nicht einmal einen für die Bejahung einer Gefährdung nach Paragraph 53, Absatz 3, FPG 2005 ausreichenden Tatbestand dar, so gilt dies aufgrund der Abstufung der Gefährdungsmaßstäbe umso mehr für die Annahme einer Gefährdung iSd Paragraph 67, Absatz eins, bzw. Paragraph 52, Absatz 6, FPG.
Demnach kann im gegenständlichen Fall keine tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr bzw. Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Sinne des § 52 Abs. 6 FPG gesehen werden, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt.Demnach kann im gegenständlichen Fall keine tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche Gefahr bzw. Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Sinne des Paragraph 52, Absatz 6, FPG gesehen werden, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt.
Die Voraussetzungen für die Erlassung einer Rückkehrentscheidung (in Verbindung mit einem Einreiseverbot) gemäß § 52 Abs. 6 zweite Alternative FPG liegen gegenständlich somit nicht vor. Die Voraussetzungen für die Erlassung einer Rückkehrentscheidung (in Verbindung mit einem Einreiseverbot) gemäß Paragraph 52, Absatz 6, zweite Alternative FPG liegen gegenständlich somit nicht vor.
Vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung kann im gegenständlichen Fall somit nicht erkannt werden, dass eine sofortige Ausreise des BF und damit die sofortige Erlassung einer Rückkehrentscheidung nach § 52 Abs. 1 FPG iVm § 52 Abs. 6 FPG erforderlich gewesen wäre.Vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung kann im gegenständlichen Fall somit nicht erkannt werden, dass eine sofortige Ausreise des BF und damit die sofortige Erlassung einer Rückkehrentscheidung nach Paragraph 52, Absatz eins, FPG in Verbindung mit Paragraph 52, Absatz 6, FPG erforderlich gewesen wäre.
Die gegenständlich gegen den BF erlassene Rückkehrentscheidung samt den darauf aufbauenden Aussprüchen über die Zulässigkeit der Abschiebung in den Kosovo sowie insbesondere auch das gegen den BF erlassene Einreiseverbot erweisen sich daher als rechtswidrig.
Es war daher spruchgemäß zu entscheiden und der angefochtene Bescheid im Ergebnis ersatzlos zu beheben.
Zu Spruchteil B): Unzulässigkeit der Revision:
Gemäß § 25a Abs. 1 des Verwaltungsgerichtshofgesetzes 1985 (VwGG), BGBl. Nr. 10/1985 idgF, hat das Verwaltungsgericht im Spruch seines Erkenntnisses oder Beschlusses auszusprechen, ob die Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG zulässig ist. Der Ausspruch ist kurz zu begründen.Gemäß Paragraph 25 a, Absatz eins, des Verwaltungsgerichtshofgesetzes 1985 (VwGG), Bundesgesetzblatt Nr. 10 aus 1985, idgF, hat das Verwaltungsgericht im Spruch seines Erkenntnisses oder Beschlusses auszusprechen, ob die Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG zulässig ist. Der Ausspruch ist kurz zu begründen.
Die Revision gegen die gegenständliche Entscheidung ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig, weil die Entscheidung nicht von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Weder weicht die gegenständliche Entscheidung von der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ab, noch fehlt es an einer Rechtsprechung; weiters ist die vorliegende Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes auch nicht als uneinheitlich zu beurteilen. Auch liegen keine sonstigen Hinweise auf eine grundsätzliche Bedeutung der zu lösenden Rechtsfrage vor. Konkrete Rechtsfragen grundsätzlicher Bedeutung sind weder in der gegenständlichen Beschwerde vorgebracht worden noch im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht hervorgekommen.Die Revision gegen die gegenständliche Entscheidung ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig, weil die Entscheidung nicht von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Weder weicht die gegenständliche Entscheidung von der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ab, noch fehlt es an einer Rechtsprechung; weiters ist die vorliegende Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes auch nicht als uneinheitlich zu beurteilen. Auch liegen keine sonstigen Hinweise auf eine grundsätzliche Bedeutung der zu lösenden Rechtsfrage vor. Konkrete Rechtsfragen grundsätzlicher Bedeutung sind weder in der gegenständlichen Beschwerde vorgebracht worden noch im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht hervorgekommen.
Die oben in der rechtlichen Beurteilung angeführte Judikatur des VwGH ist zwar zu früheren Rechtslagen ergangen, sie ist jedoch nach Ansicht des erkennenden Gerichts auf die inhaltlich meist völlig gleichlautenden Bestimmungen der nunmehr geltenden Rechtslage unverändert übertragbar.
Schlagworte
Behebung der Entscheidung Einreiseverbot Interessenabwägung Kassation mangelnde Beschwer öffentliche Interessen Privat- und Familienleben real risk reale Gefahr RückkehrentscheidungEuropean Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:BVWG:2026:G307.2324841.1.00Im RIS seit
08.06.2026Zuletzt aktualisiert am
08.06.2026