RS OGH 1964/7/29 6Ob147/64, 5Ob32/65, 5Ob159/65, 8Ob23/66, 6Ob290/67, 5Ob195/69, 6Ob535/76, 3Ob631/7

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Veröffentlicht am 29.07.1964
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Rechtssatz

Eine Widersetzlichkeit gegen die Ausübung einer Dienstbarkeit liegt nur dann vor, wenn sich der verpflichtete Teil der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzt. Er kann sich aber nicht einer nicht in Anspruch genommenen Dienstbarkeit im Sinne des § 1488 ABGB widersetzen. Die Frist der dreijährigen Freiheitsersitzung nach § 1488 ABGB beginnt mit dem Zeitpunkt der Widersetzlichkeit gegen die tatsächliche Ausübung der Dienstbarkeit zu laufen, während die dreißigjährige bzw vierzigjährige Verjährungsfrist nach §§ 1479, 1485 ABGB mit dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, an welchem eine an sich mögliche Ausübung der Dienstbarkeit unterlassen wird (§ 1478 ABGB).

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 147/64
    Entscheidungstext OGH 29.07.1964 6 Ob 147/64
    Veröff: SZ 37/107 = RZ 1964,219
  • 5 Ob 32/65
    Entscheidungstext OGH 06.07.1965 5 Ob 32/65
  • 5 Ob 159/65
    Entscheidungstext OGH 22.12.1965 5 Ob 159/65
    Veröff: RZ 1966,88 = LwBetr 1967,12
  • 8 Ob 23/66
    Entscheidungstext OGH 08.02.1966 8 Ob 23/66
    Beisatz: Widersetzlichkeit im Sinne des § 1488 ABGB gegen das Recht, Lüftungsschächte auf dem dienenden Grundstück zu öffnen, setzt Kenntnis vom Verschließen der Lüftungsöffnungen voraus. (T1)
    Veröff: EvBl 1966/218 S 266
  • 6 Ob 290/67
    Entscheidungstext OGH 22.11.1967 6 Ob 290/67
    nur: Eine Widersetzlichkeit gegen die Ausübung einer Dienstbarkeit liegt nur dann vor, wenn sich der verpflichtete Teil der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzt. Er kann sich aber nicht einer nicht in Anspruch genommenen Dienstbarkeit im Sinne des § 1488 ABGB widersetzen. (T2)
    Beisatz: Vermietung einer Servitutswohnung als Widersetzlichkeit. (T3)
    Veröff: MietSlg 19024
  • 5 Ob 195/69
    Entscheidungstext OGH 01.10.1969 5 Ob 195/69
    nur T2
  • 6 Ob 535/76
    Entscheidungstext OGH 01.04.1976 6 Ob 535/76
    nur T2
  • 3 Ob 631/79
    Entscheidungstext OGH 21.01.1981 3 Ob 631/79
    Vgl; nur T2; Beisatz: Voraussetzung der Verjährung ist, dass der Berechtigte die Ausübung der Servitut in Kenntnis der Widersetzlichkeit des verpflichteten Teiles unterlässt. (T4)
    Veröff: JBl 1982,32 (Anmerkung von Iro)
  • 2 Ob 632/87
    Entscheidungstext OGH 15.03.1988 2 Ob 632/87
    Vgl aber; nur T2; Beis wie T4
  • 4 Ob 501/89
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 501/89
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 1579/92
    Entscheidungstext OGH 25.06.1992 7 Ob 1579/92
    nur T2
  • 4 Ob 562/94
    Entscheidungstext OGH 19.09.1994 4 Ob 562/94
    nur T2
  • 1 Ob 25/95
    Entscheidungstext OGH 23.06.1995 1 Ob 25/95
    Vgl; Beisatz: Beginn der Verjährungsfrist erst mit Kenntnis des Servitutsberechtigten vom Hindernis (hier: Verrohrung eines Baches). (T5)
  • 4 Ob 2310/96a
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 4 Ob 2310/96a
    Auch; nur: Die dreißigjährige bzw vierzigjährige Verjährungsfrist nach §§ 1479, 1485 ABGB mit dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, an welchem eine an sich mögliche Ausübung der Dienstbarkeit unterlassen wird (§ 1478 ABGB). (T6)
    Beisatz: Bei fortdauernden Servituten ist die letzte Ausübungshandlung entscheidend. (T7)
  • 1 Ob 404/97m
    Entscheidungstext OGH 24.03.1998 1 Ob 404/97m
    Vgl auch; Beisatz: Die Verjährungsfrist beginnt, wenn die an sich mögliche Rechtsausübung unterbleibt, mit dem Beginn der Ausübungsmöglichkeit, sonst mit der letzten Ausübungshandlung. (T8)
  • 2 Ob 248/01m
    Entscheidungstext OGH 18.10.2001 2 Ob 248/01m
    Auch
  • 1 Ob 25/13b
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 1 Ob 25/13b
    Vgl aber
  • 8 Ob 19/13x
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 8 Ob 19/13x
    Auch; Beisatz: Die kurze Verjährungsfrist des § 1488 ABGB gilt auch nur, wenn sich der verpflichtete Teil der Ausübung des Rechts widersetzt, was bei einer nicht in Anspruch genommenen Servitut ausgeschlossen ist. (T9)
  • 2 Ob 97/13y
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 97/13y
    Vgl aber; Beisatz: Dass sich der Verpflichtete der tatsächlichen Ausübung der Dienstbarkeit widersetzen müsse (vgl RIS?Justiz RS0034271; RS0034394), ist nach der neueren Judikatur nicht mehr erforderlich. (T10)
    Beisatz: Es genügt vielmehr, dass der Dienstbarkeitsberechtigte das Hindernis, das die Ausübung seiner Dienstbarkeit unmöglich macht oder doch beeinträchtigt, bei gewöhnlicher Sorgfalt hätte wahrnehmen können. (T11)
  • 8 Ob 103/13z
    Entscheidungstext OGH 28.10.2013 8 Ob 103/13z
    Beis wie T4
  • 4 Ob 190/13i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 190/13i
    Vgl auch
  • 5 Ob 30/14v
    Entscheidungstext OGH 04.09.2014 5 Ob 30/14v
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 10 Ob 78/14i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 10 Ob 78/14i
    Vgl aber; Beis wie T10
  • 5 Ob 74/15s
    Entscheidungstext OGH 19.06.2015 5 Ob 74/15s
    Vgl auch; Beisatz: Ein letztlich erfolglos gebliebenes Widerstreben des Verpflichteten führt nicht zum Rechtsverlust. (T12)
  • 9 Ob 40/15w
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 Ob 40/15w
    Vgl auch; Beis wie T4; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 8 Ob 122/15x
    Entscheidungstext OGH 19.02.2016 8 Ob 122/15x
    Vgl aber; Beis wie T10; Beis wie T11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1964:RS0034271

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.03.2016
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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