RS OGH 1983/11/29 7Ob744/83, 2Ob602/84, 3Ob577/85, 8Ob528/85, 6Ob701/86, 7Ob526/89, 7Ob662/89, 8Ob62

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 29.11.1983
beobachten
merken

Norm

IO §66
KO §30
KO §31
KO §66
KO aF §68
KO §69

Rechtssatz

Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn der Schuldner objektiv generell mangels bereiter Mittel nicht nur vorübergehend außerstande ist, fällige Geldforderungen regelmäßig zu erfüllen. Symptome der Zahlungsunfähigkeit sind zB Nichtleistung nach Verurteilung in mehreren Verfahren, nach fruchtlosen Mahnungen, ergebnislosen Exekutionen, sowie Tilgung immer nur der dringlichsten Verbindlichkeiten.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 744/83
    Entscheidungstext OGH 29.11.1983 7 Ob 744/83
    Veröff: RdW 1984,141
  • 2 Ob 602/84
    Entscheidungstext OGH 30.10.1984 2 Ob 602/84
    Vgl auch
  • 3 Ob 577/85
    Entscheidungstext OGH 26.06.1985 3 Ob 577/85
    Auch
  • 8 Ob 528/85
    Entscheidungstext OGH 11.12.1985 8 Ob 528/85
    Auch; Veröff: SZ 58/205
  • 6 Ob 701/86
    Entscheidungstext OGH 15.10.1987 6 Ob 701/86
    Veröff: SZ 60/207
  • 7 Ob 526/89
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 7 Ob 526/89
    nur: Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn der Schuldner objektiv generell mangels bereiter Mittel nicht nur vorübergehend außerstande ist, fällige Geldforderungen regelmäßig zu erfüllen. (T1); Beisatz: Zahlungsunfähigkeit ist auch dann anzunehmen, wenn nicht nur eine zeitlich befristete Zahlungsstockung oder die Zurückhaltung einzelner Schulden aus einem bestimmten Grund vorliegt, sondern der Schuldner in Wahrheit nicht in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten grundsätzlich seinen Verpflichtungen entsprechend regelmäßig zu befriedigen. Fallweise oder punktuelle Befriedigung nach der Methode "Loch auf, Loch zu" können nicht die Annahme der Zahlungsunfähigkeit verhindern. (T2) Veröff: ÖBA 1989,922
  • 7 Ob 662/89
    Entscheidungstext OGH 30.11.1989 7 Ob 662/89
    Auch; Veröff: JBl 1990,728 = ÖBA 1990,469
  • 8 Ob 624/88
    Entscheidungstext OGH 28.06.1990 8 Ob 624/88
    nur T1; Beisatz: Künftig fällige Verbindlichkeiten sind nicht zu berücksichtigen. (T3) Veröff: SZ 63/124 = GesRZ 1990,162 = ecolex 1990,675 = ÖBA 1990,946 = WBl 1990,348 (Dollinger)
  • 8 Ob 516/91
    Entscheidungstext OGH 15.10.1992 8 Ob 516/91
    nur T1; Beis wie T3; Veröff: ÖBA 1993,415
  • 8 Ob 87/02f
    Entscheidungstext OGH 07.11.2002 8 Ob 87/02f
    Vgl auch; Beisatz: Zahlungsunfähigkeit bedeutet, dass der Schuldner mangels parater Zahlungsmittel nicht in der Lage ist, seine fälligen Schulden zu bezahlen und sich die erforderlichen Zahlungsmittel voraussichtlich auch nicht alsbald beschaffen kann. (T4); Beisatz: Allein der Umstand, dass der Schuldner nicht Willens ist, eine bestimmte Verpflichtung zu erfüllen, genügt nicht. (T5)
  • 10 Ob 90/04i
    Entscheidungstext OGH 18.02.2005 10 Ob 90/04i
    Auch; Beisatz: Zahlungsunfähigkeit ist dann anzunehmen, wenn der Schuldner seine Verbindlichkeiten nicht in „angemessener" Frist bezahlen kann. (T6); Beisatz: Zur Abgrenzung zwischen Zahlungsstockung und Zahlungsunfähigkeit (Ablehnung der Ansicht von Dellinger in Konecny/Schubert, Kommentar zu den Insolvenzgesetzen § 66 KO Rz 42 ff, insb 49). (T7)
  • 4 Ob 93/06i
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 93/06i
  • 1 Ob 134/07y
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 1 Ob 134/07y
    Auch; Beisatz: Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Schuldner nicht im Stande ist, alle fälligen Schulden bei redlicher wirtschaftlicher Gebarung in angemessener Frist zu begleichen. (T8); Beisatz: Der Begriff der Zahlungsunfähigkeit wird sowohl im § 69 KO als auch im § 159 StGB gleich ausgelegt. (T9); Veröff: SZ 2007/162
  • 3 Ob 99/10w
    Entscheidungstext OGH 19.01.2011 3 Ob 99/10w
    Auch; Beisatz: Zahlungsunfähigkeit iSd § 66 KO liegt vor, wenn der Schuldner mehr als 5 % aller fälligen Schulden nicht begleichen kann. (T10);
    Bem: Mit ausführlicher Auseinandersetzung zu den Begriffen der Zahlungsunfähigkeit und Zahlungsstockung und deren Verhältnis zueinander unter Einschluss von Fragen der Beweislast. (T11);
    Veröff: SZ 2011/2
  • 8 Ob 118/11b
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 8 Ob 118/11b
    Auch; nur T1; Beis wie T4
  • 2 Ob 117/12p
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 2 Ob 117/12p
    Auch; nur T1; Auch Beis wie T4; Auch Beis wie T10
  • 9 ObA 138/12b
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 9 ObA 138/12b
    Auch; nur T1; Beis wie T4
  • 8 Ob 5/19x
    Entscheidungstext OGH 25.01.2019 8 Ob 5/19x
    Vgl auch; Beisatz: Das Vorhandensein eines nicht entsprechend rasch realisier- oder belastbaren Liegenschaftsbesitzes hat für die Frage des Vorliegens einer Zahlungsunfähigkeit keine entscheidende Bedeutung. (T12)
  • 8 Ob 17/20p
    Entscheidungstext OGH 24.04.2020 8 Ob 17/20p
    Beisatz: Eine allfällige Uneinigkeit der gesamtvertretungsbefugten Liquidatoren stellt die Zahlungsunfähigkeit nicht her. (T13)
    Beisatz: Hier: Zahlungsunfähigkeit verneint, weil zu Gunsten der Liquidationsmasse hinterlegte Beträge in ausreichender Höhe vorhanden waren, über die die Liquidatoren jederzeit und frei verfügen könnten. (T14)
  • 15 Os 81/21g
    Entscheidungstext OGH 01.12.2021 15 Os 81/21g
    Vgl
  • 8 Ob 127/21s
    Entscheidungstext OGH 29.11.2021 8 Ob 127/21s
    Vgl; Beisatz: Hier: Die Methode „Loch auf, Loch zu“ ist unzulässig. (T15)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0064528

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.03.2022
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten