RS OGH 2000/3/14 7Ob657/84, 5Ob53/84, 1Ob633/85, 2Ob670/84, 5Ob107/85, 5Ob112/85, 5Ob113/85, 5Ob22/8

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 29.11.1984
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Norm

MG §16
MRG §16
MRG §43
  1. MRG § 16 heute
  2. MRG § 16 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2025
  3. MRG § 16 gültig von 01.04.2025 bis 30.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2021
  4. MRG § 16 gültig von 19.03.2025 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 12/2025
  5. MRG § 16 gültig von 31.12.2023 bis 18.03.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 176/2023
  6. MRG § 16 gültig von 01.04.2021 bis 30.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2021
  7. MRG § 16 gültig von 01.01.2015 bis 31.03.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2014
  8. MRG § 16 gültig von 01.10.2006 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 124/2006
  9. MRG § 16 gültig von 01.01.2002 bis 30.09.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2001
  10. MRG § 16 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  11. MRG § 16 gültig von 01.07.2000 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 36/2000
  12. MRG § 16 gültig von 01.03.1997 bis 30.06.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/1997
  13. MRG § 16 gültig von 01.03.1994 bis 28.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 800/1993
  14. MRG § 16 gültig von 01.01.1986 bis 28.02.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 559/1985

Rechtssatz

Nach ständiger Rechtsprechung sind freie Mietzinsvereinbarungen nach Wegfall eines seinerzeit gegen sie gerichteten Verbotes dann zulässig, wenn das gesetzliche Verbot nur die Zeit des Vertragsabschlusses erfasste. Die Vertragsklausel, dass nach einem eventuellen Außerkrafttreten des MG der ortsübliche Mietzins zu errichten ist, ist deshalb nicht ungültig. Die Höhe des zu zahlenden Zinses musste, damit diese Vereinbarung dem Erfordernis des § 1094 ABGB entspricht, nicht unmittelbar bestimmt werden, vielmehr genügte es, dass der Vertrag hinreichende Anhaltspunkte liefert, die die Höhe des Zinses unter Heranziehung gesetzlicher Auslegungsregeln nach der Verkehrssitte und dispositiven Gesetzesnormen bestimmen, ohne dass es einer neuerlichen Willenseinigung der Vertragsparteien bedarf und ohne dass die Zinsfestsetzung dem freien Belieben eines Vertragsteiles überlassen bleibt. Es muss also ein angemessener Mietzins in Beziehung auf Vergleichsobjekte oder ein volkswirtschaftlich gerechtfertigter, ortsüblicher oder ein sonst gesetzlich zulässiger höchster Mietzins sein; seine objektive Bestimmbarkeit genügt demnach.Nach ständiger Rechtsprechung sind freie Mietzinsvereinbarungen nach Wegfall eines seinerzeit gegen sie gerichteten Verbotes dann zulässig, wenn das gesetzliche Verbot nur die Zeit des Vertragsabschlusses erfasste. Die Vertragsklausel, dass nach einem eventuellen Außerkrafttreten des MG der ortsübliche Mietzins zu errichten ist, ist deshalb nicht ungültig. Die Höhe des zu zahlenden Zinses musste, damit diese Vereinbarung dem Erfordernis des Paragraph 1094, ABGB entspricht, nicht unmittelbar bestimmt werden, vielmehr genügte es, dass der Vertrag hinreichende Anhaltspunkte liefert, die die Höhe des Zinses unter Heranziehung gesetzlicher Auslegungsregeln nach der Verkehrssitte und dispositiven Gesetzesnormen bestimmen, ohne dass es einer neuerlichen Willenseinigung der Vertragsparteien bedarf und ohne dass die Zinsfestsetzung dem freien Belieben eines Vertragsteiles überlassen bleibt. Es muss also ein angemessener Mietzins in Beziehung auf Vergleichsobjekte oder ein volkswirtschaftlich gerechtfertigter, ortsüblicher oder ein sonst gesetzlich zulässiger höchster Mietzins sein; seine objektive Bestimmbarkeit genügt demnach.

Entscheidungstexte

  • RS0067979">7 Ob 657/84
    Entscheidungstext OGH 29.11.1984 7 Ob 657/84
    Veröff: ImmZ 1985,70 = MietSlg XXXVI/46 = RdW 1985,75 (Iro,71)
  • RS0067979">5 Ob 53/84
    Entscheidungstext OGH 04.12.1984 5 Ob 53/84
    Veröff: JBl 1985,293 = ImmZ 1985,72
  • RS0067979">1 Ob 633/85
    Entscheidungstext OGH 16.09.1985 1 Ob 633/85
    Veröff: JBl 1986,38 (ablehnend Hanel) = MietSlg XXXVII/36
  • RS0067979">2 Ob 670/84
    Entscheidungstext OGH 12.11.1985 2 Ob 670/84
  • RS0067979">5 Ob 107/85
    Entscheidungstext OGH 17.12.1985 5 Ob 107/85
    Gegenteilig; Beisatz: Die Vertragsklausel, daß "nach Abänderung der gesetzlichen Vorschriften über die Mietzinsbildung ein zu vereinbarender Mietzins zu bezahlen sei", ist mangels Bestimmbarkeit nicht rechtswirksam. (T1) Veröff: EvBl 1986/26 S 108
  • RS0067979">5 Ob 112/85
    Entscheidungstext OGH 11.02.1986 5 Ob 112/85
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Geschäftsräume (T2) Veröff: JBl 1986,255 (zustimmend Hanel)
  • RS0067979">5 Ob 113/85
    Entscheidungstext OGH 11.02.1986 5 Ob 113/85
    Vgl aber; Beis wie T1
  • RS0067979">5 Ob 22/86
    Entscheidungstext OGH 11.03.1986 5 Ob 22/86
    Vgl aber; Veröff: RdW 1986,142
  • RS0067979">5 Ob 24/86
    Entscheidungstext OGH 18.03.1986 5 Ob 24/86
    Vgl; Beis wie T1; Veröff: RdW 1986,142
  • RS0067979">5 Ob 48/86
    Entscheidungstext OGH 08.04.1986 5 Ob 48/86
    Vgl; Beis wie T1
  • RS0067979">5 Ob 15/86
    Entscheidungstext OGH 11.03.1986 5 Ob 15/86
    Vgl aber; Beis wie T1
  • RS0067979">5 Ob 42/86
    Entscheidungstext OGH 08.04.1986 5 Ob 42/86
    Vgl aber
  • RS0067979">5 Ob 51/86
    Entscheidungstext OGH 15.04.1986 5 Ob 51/86
    Vgl aber
  • RS0067979">5 Ob 60/86
    Entscheidungstext OGH 29.04.1986 5 Ob 60/86
    Vgl; Beis wie T1
  • RS0067979">5 Ob 139/86
    Entscheidungstext OGH 16.09.1986 5 Ob 139/86
    Vgl aber; Beis wie T1
  • RS0067979">5 Ob 27/89
    Entscheidungstext OGH 11.04.1989 5 Ob 27/89
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Rechtsunwirksame Vereinbarung in einem vor dem 01.01.1982 geschlossenen Vertrag, daß ab 01.08.1986 der für das Bestandobjekt "geltende gesetzliche Hauptmietzins als vereinbart gelte, mindestens jedoch S 1000,--" mangels Bestimmbarkeit. (T3) Veröff: WoBl 1990,10 (Würth) = MietSlg XLI/17
  • RS0067979">4 Ob 238/99z
    Entscheidungstext OGH 14.09.1999 4 Ob 238/99z
    Vgl aber; Beisatz: Die Anwendung der Judikatur zum alten Mietrecht nach dem MG, wonach bei gesetzlich geregeltem Mietzins die Bestimmbarkeit bejaht werden könne, scheitert daran, daß nach dem neuen Mietrecht des MRG sowohl Kategoriemietzinse als auch angemessene Mietzinse vereinbart werden können und demnach nicht klargestellt wird, welches Bestimmungskriterium zur Anwendung kommen soll, wenn nicht bloß eines dieser Kriterien allein in Betracht kommt. (T4)
  • RS0067979">5 Ob 2/00f
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 5 Ob 2/00f
    Vgl auch; nur: Die Höhe des zu zahlenden Zinses mußte, damit diese Vereinbarung dem Erfordernis des § 1094 ABGB entspricht, nicht unmittelbar bestimmt werden, vielmehr genügte es, daß der Vertrag hinreichende Anhaltspunkte liefert, die die Höhe des Zinses unter Heranziehung gesetzlicher Auslegungsregeln nach der Verkehrssitte und dispositiven Gesetzesnormen bestimmen, ohne daß es einer neuerlichen Willenseinigung der Vertragsparteien bedarf und ohne daß die Zinsfestsetzung dem freien Belieben eines Vertragsteiles überlassen bleibt. Es muß also ein angemessener Mietzins in Beziehung auf Vergleichsobjekte oder ein volkswirtschaftlich gerechtfertigter, ortsüblicher oder ein sonst gesetzlich zulässiger höchster Mietzins sein; seine objektive Bestimmbarkeit genügt demnach. (T5) Beisatz: Die Vereinbarung des nach § 16 Abs 1 MRG angemessenen Mietzinses genügt den Bestimmtheitserfordernissen. (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0067979

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

05.06.2018
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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