RS OGH 1989/3/16 13Os19/89, 13Os169/99, 13Os53/02, 14Os49/04 (14Os50/04), 14Os3/05f, 14Os37/05f, 15O

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 16.03.1989
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Norm

StGB §28 A
StGB §57 Abs1
StGB §57 Abs2
StGB §57 Abs3
StGB §58 Abs1
StGB §58 Abs2
StGB §58 Abs3 Z2
StPO §34 Abs2 A
StPO §92 Abs1
StPO §207 Abs2 Z2
StPO §260 Abs1 Z1
StPO §262
StPO §267 A

Rechtssatz

Begriff der Tat in §§ 28, 57 Abs 2, 58 Abs 3 Z 2 StGB, §§ 207 Abs 2 Z 2, 260 Abs 1 Z 1, 262, 267 StPO. Der Begriff Tat im § 58 StGB ist bedeutungsgleich mit jenem in § 28 StGB, §§ 207 Abs 2 Z 2 Ende, 260 Abs 1 Z 1, 262 Ende, 267 StPO. Es ist darunter jenes physische Verhalten zu verstehen, das (nach Ansicht des Anklägers) juristisch eine "strafbare Handlung" (vgl § 28 StGB, § 260 Abs 1 Z 2 StPO), dh einen strafgesetzlichen Tatbestand (objektiv eingegrenzt auf "Tatbild" im § 58 Abs 1 StGB) begründet und dergestalt als historischer Sachverhalt vom Verfolgungsantrag umfaßt wird.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 19/89
    Entscheidungstext OGH 16.03.1989 13 Os 19/89
    Veröff: EvBl 1989/140 S 563 = SSt 60/18
  • 13 Os 169/99
    Entscheidungstext OGH 07.06.2000 13 Os 169/99
    Auch; Beisatz: Nach dem Gesetzeswortlaut des § 57 StGB verjähren nicht strafbare Handlungen (als rechtliche Kategorie), welche durch eine Tat (ein tatsächliches, historisches Geschehen) begründet werden (§ 260 Abs 1 Z 2 StPO), vielmehr die Strafbarkeit der Tat. Auch der Text des § 57 Abs 2 StGB spricht ausdrücklich von der Strafbarkeit von Taten und § 57 Abs 3 StGB von der Strafbarkeit von Handlungen (demnach Taten, nicht ,strafbaren Handlungen"), welche ihrerseits mit bestimmten Strafen bedroht sind. Im ersten Satz des § 57 Abs 1 StGB wird solcherart auf die Begehung einer strafbaren Handlung, die mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht ist, abgestellt, wogegen § 58 StGB ohnehin konsequent stets auf ein historisches Geschehen abhebt (,Tätigkeit" in Abs 1, ,Begehen" der strafbaren Handlung und ,Tat" in Abs 2). (T1)
  • 13 Os 53/02
    Entscheidungstext OGH 29.05.2002 13 Os 53/02
    Vgl; Beisatz: Der Begriff "Tat" bezeichnet den historischen Sachverhalt, der darauf hin geprüft wird, ob er der gesetzlichen Kategorie (zumindest) einer strafbaren Handlung, also eines tatbestandsmäßigen, rechtswidrigen und schuldhaften Verhaltens, das auch allfälligen zusätzlichen Voraussetzungen für die Strafbarkeit genügt, subsumiert werden kann. (T2)
  • 14 Os 49/04
    Entscheidungstext OGH 05.05.2004 14 Os 49/04
    Vgl; Beisatz: Der Begehung einer (gerichtlich) strafbaren Handlung verdächtig ist, wem zur Last liegt, eine oder mehrere Taten gesetzt zu haben, welche einer oder mehreren strafbaren Handlungen (rechtlichen Kategorien) subsumierbar sind. (T3)
  • 14 Os 3/05f
    Entscheidungstext OGH 10.05.2005 14 Os 3/05f
    Vgl; Beis wie T1 nur: Nach dem Gesetzeswortlaut des § 57 StGB verjähren nicht strafbare Handlungen (als rechtliche Kategorie), welche durch eine Tat (ein tatsächliches, historisches Geschehen) begründet werden (§ 260 Abs 1 Z 2 StPO), vielmehr die Strafbarkeit der Tat. (T4)
  • 14 Os 37/05f
    Entscheidungstext OGH 10.05.2005 14 Os 37/05f
    Vgl; Beisatz: Hier: Mit dem Begriff der strafbaren Handlung des §92 Abs1 StPO sind so wie im Fall des §34 Abs2 StPO nicht rechtliche Kategorien, vielmehr Taten (historische Geschehen in der Außenwelt) gemeint. (T5)
  • 15 Os 52/13f
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 15 Os 52/13f
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T4
  • 14 Os 3/18z
    Entscheidungstext OGH 10.04.2018 14 Os 3/18z
    Vgl
  • 12 Os 136/18v
    Entscheidungstext OGH 06.12.2018 12 Os 136/18v
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0090571

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.01.2019
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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