TE OGH 1993/9/14 5Ob32/93

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Veröffentlicht am 14.09.1993
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Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Jensik als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Klinger, Dr.Schwarz, Dr.Floßmann und Dr.Rohrer als weitere Richter in der Rechtssache der Antragstellerin Ö***** registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, ***** S*****, B*****straße 57, vertreten durch Dr.Michael Wonisch, Rechtsanwalt in Salzburg, wider die Antragsgegner 1.) Wolfgang W*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W2), 2.) Magdalena S*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W8), 3.) Anton K*****, H*****straße 23 (W12), 4.) Silvia F*****, ***** G*****, H*****straße 23/2/13, 5.) Alois W*****, (W13), ***** S*****, W*****straße 91/11, 6.) Mag.Irmhild S*****, ***** S*****, F*****Straße 41 (W17), 7.) Gabriele H*****, ***** H*****, G*****weg 19 (W17), 8.) Regina L*****, ***** G*****, H*****straße 25 (W18), 9.) Rosa M*****, ***** G*****, H*****straße 25 (W19), 10.) Wolfgang W*****, ***** G*****, H*****straße 25 (W20), 11.) Robert A*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W23), 12.) Ivana O*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W27),

13.) Ferdinand S*****, ***** G*****, H*****straße 29 (W29), 14.) Monika K*****, ***** H*****, B*****straße 12 (W29), 15.) Peter O*****, ***** H*****, W*****straße 10 (W30), 16.) Günther A*****, ***** H*****, P*****weg 9 (W30), 17.) Maria G*****, ***** G*****, H*****straße 29 (W31), 18.) Daniela F*****, ***** G*****, H*****straße 29 (W32), 19.) Robert W*****, ***** B*****, B*****straße 71, (W32), 20.) Gertrude P*****, ***** W*****, T*****gasse 15 (W33),

21.) Therese P*****, ***** G*****, O*****straße 13 (W33), 22.) Peter S***** ***** G*****, H*****straße 29 (W34), 23.) Ludwig F*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W3), 24.) Gabriele F*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W3), 25.) Ernst M*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W24), 26.) Hermine M*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W24),

27.) Kurt A*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W21), 28.) Helga A*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W21), 29.) Werner M*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W11), 30.) Elfriede M*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W11), 31.) Franz R*****, ***** G*****,

H*****straße 23 (W15), 32.) Slobodanka R*****, ***** G*****,

H*****straße 23 (W15), 33.) Johann P*****, ***** G*****, H*****straße 25 (W16), 34.) Karin P*****, ***** G*****, H*****straße 25 (W16),

35.) Alfred G*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W5), 36.) Karin G*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W5), 37.) Gerhard A*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W6), 38.) Edith A*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W6), 39.) Franz B*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W9), 40.) Edith B*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W9), 41.) Stefan H*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W10), 42.) Friederike H*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W10), 43.) Dr.Hans Peter S*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W25), 44.) Christa S*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W25), 45.) Uta H*****, ***** G*****, Hauptstraße 21 (W7), 46.) Erwin F*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W14), 47.) Herbert G*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W4), 48.) Sonja G*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W4), 49.) Ivan D*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W22), 50.) Maria D*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W22), 51.) Dipl.Ing.Dr.Hubert K*****, ***** G*****, K*****Gasse 14/86 (W26), 52.) Martin K*****, ***** F*****, V***** 181 (W26), 53.) Barbara K*****, ***** F*****, V***** 181 (W26), 54.) Georg W*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W28), 55.) Erna W*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W28), 56.) Burkhart K*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W28), 57.) Brigitte K*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W28), 58.) Dagmar H*****, ***** S*****, M*****straße 74 (W1), wegen Feststellung der Angemessenheit des vereinbarten und begehrten Preises (§ 22 Abs 1 Z 6 WGG), infolge Revisionsrekurses der Antragstellerin gegen den Beschluß des Landesgerichtes Salzburg als Rekursgericht vom 17.Dezember 1992, GZ 22 R 652/92-6, womit der Beschluß des Bezirksgerichtes Salzburg vom 30.September 1992, GZ 18 Msch 24/92-3, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung folgenden35.) Alfred G*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W5), 36.) Karin G*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W5), 37.) Gerhard A*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W6), 38.) Edith A*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W6), 39.) Franz B*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W9), 40.) Edith B*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W9), 41.) Stefan H*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W10), 42.) Friederike H*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W10), 43.) Dr.Hans Peter S*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W25), 44.) Christa S*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W25), 45.) Uta H*****, ***** G*****, Hauptstraße 21 (W7), 46.) Erwin F*****, ***** G*****, H*****straße 23 (W14), 47.) Herbert G*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W4), 48.) Sonja G*****, ***** G*****, H*****straße 21 (W4), 49.) Ivan D*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W22), 50.) Maria D*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W22), 51.) Dipl.Ing.Dr.Hubert K*****, ***** G*****, K*****Gasse 14/86 (W26), 52.) Martin K*****, ***** F*****, V***** 181 (W26), 53.) Barbara K*****, ***** F*****, V***** 181 (W26), 54.) Georg W*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W28), 55.) Erna W*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W28), 56.) Burkhart K*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W28), 57.) Brigitte K*****, ***** G*****, H*****straße 27 (W28), 58.) Dagmar H*****, ***** S*****, M*****straße 74 (W1), wegen Feststellung der Angemessenheit des vereinbarten und begehrten Preises (Paragraph 22, Absatz eins, Ziffer 6, WGG), infolge Revisionsrekurses der Antragstellerin gegen den Beschluß des Landesgerichtes Salzburg als Rekursgericht vom 17.Dezember 1992, GZ 22 R 652/92-6, womit der Beschluß des Bezirksgerichtes Salzburg vom 30.September 1992, GZ 18 Msch 24/92-3, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

1.) Der Beschluß des Obersten Gerichshofes vom 27.4.1993, 5 Ob 32/93 (ON 10), mit dem der Revisionsrekurs der Antragstellerin als verspätet zurückgewiesen wurde, wird aufgehoben.

2.) Die Akten werden dem Rekursgericht mit dem Auftrag übermittelt, gemäß § 22 Abs 4 WGG iVm § 37 Abs 3 Z 16 MRG und §§ 526 Abs 3, 500 Abs 2 Z 1 und 3 ZPO auszusprechen,2.) Die Akten werden dem Rekursgericht mit dem Auftrag übermittelt, gemäß Paragraph 22, Absatz 4, WGG in Verbindung mit Paragraph 37, Absatz 3, Ziffer 16, MRG und Paragraphen 526, Absatz 3, 500, Absatz 2, Ziffer eins und 3 ZPO auszusprechen,

a) ob der Wert des Entscheidungsgegenstandes S 50.000,-- übersteigt;

b) ob der ordentliche Revisionsrekurs zulässig ist.

Text

Begründung:

1.) Zur Aufhebung des Zurückweisungsbeschlusses:

Bei der erstmaligen Vorlage des Revisionsrekurses mußte nach der Aktenlage davon ausgegangen werden, daß die Antragstellerin das Rechtsmittel am 4.2.1993 beim Erstgericht überreicht hatte. Ein Briefumschlag fehlte, ebenso der in § 108 Abs 3 Geo vorgeschriebene Vermerk über das Datum der Postaufgabe.Bei der erstmaligen Vorlage des Revisionsrekurses mußte nach der Aktenlage davon ausgegangen werden, daß die Antragstellerin das Rechtsmittel am 4.2.1993 beim Erstgericht überreicht hatte. Ein Briefumschlag fehlte, ebenso der in Paragraph 108, Absatz 3, Geo vorgeschriebene Vermerk über das Datum der Postaufgabe.

Nunmehr hat die Antragstellerin durch die Vorlage einer Fotokopie des Aufgabescheins nachgewiesen, den Revisionsrekurs bereits am 3.2.1993 zur Post gegeben zu haben. Entgegen der frühreren Annahme wurde daher die im konkreten Fall geltende (ab 21.1.1993 laufende) Rechtsmittelfrist des § 521 Abs 1 ZPO (iVm § 22 Abs 4 WGG und § 37 Abs 3 Z 16 MRG) gewahrt.Nunmehr hat die Antragstellerin durch die Vorlage einer Fotokopie des Aufgabescheins nachgewiesen, den Revisionsrekurs bereits am 3.2.1993 zur Post gegeben zu haben. Entgegen der frühreren Annahme wurde daher die im konkreten Fall geltende (ab 21.1.1993 laufende) Rechtsmittelfrist des Paragraph 521, Absatz eins, ZPO in Verbindung mit Paragraph 22, Absatz 4, WGG und Paragraph 37, Absatz 3, Ziffer 16, MRG) gewahrt.

Stellt sich die Annahme der Verspätung eines Rechtsmittels nachträglich als offenbar unrichtig heraus, dann ist dieser Fehler - auch vom Obersten Gerichtshof - in analoger Anwendung der §§ 419 Abs 1 und 522 Abs 1 ZPO durch die Aufhebung des rechtswidrigen Zurückweisungsbeschlusses zu korrigieren (3 Ob 618/53; SZ 60/192 ua; zuletzt 5 Ob 100/90). Der diesbezüglichen Anregung der Antragstellerin war daher nachzukommen.Stellt sich die Annahme der Verspätung eines Rechtsmittels nachträglich als offenbar unrichtig heraus, dann ist dieser Fehler - auch vom Obersten Gerichtshof - in analoger Anwendung der Paragraphen 419, Absatz eins und 522 Absatz eins, ZPO durch die Aufhebung des rechtswidrigen Zurückweisungsbeschlusses zu korrigieren (3 Ob 618/53; SZ 60/192 ua; zuletzt 5 Ob 100/90). Der diesbezüglichen Anregung der Antragstellerin war daher nachzukommen.

2.) Zu den Aussprüchen über den Wert des Entscheidungsgegenstandes und die Zulässigkeit des Revisionsrekurses:

Die Antragstellerin, eine gemeinnützige Bauvereinigung, die als Wohnungseigentumsorganisatorin das Bauvorhaben G***** II abwickelte und auf Grund der Endabrechnung vom November 1988 nunmehr Nachforderungen gegen die Käufer der Eigentumswohnungen geltend macht, stellte am 22.7.1992 beim Bezirksgericht Salzburg den Antrag, die Angemessenheit der begehrten und vereinbarten Preise auf Grund der (gleichzeitig vorgelegten) Endabrechnungen (Gesamtabrechnungen) der Häuser 1 bis 5 sowie der Einzelabrechnungen der Wohnungseigentumsobjekte W 1 bis W 34 gemäß § 22 Abs 1 Z 6 WGG im außerstreitigen Verfahren zu überprüfen.Die Antragstellerin, eine gemeinnützige Bauvereinigung, die als Wohnungseigentumsorganisatorin das Bauvorhaben G***** römisch zwei abwickelte und auf Grund der Endabrechnung vom November 1988 nunmehr Nachforderungen gegen die Käufer der Eigentumswohnungen geltend macht, stellte am 22.7.1992 beim Bezirksgericht Salzburg den Antrag, die Angemessenheit der begehrten und vereinbarten Preise auf Grund der (gleichzeitig vorgelegten) Endabrechnungen (Gesamtabrechnungen) der Häuser 1 bis 5 sowie der Einzelabrechnungen der Wohnungseigentumsobjekte W 1 bis W 34 gemäß Paragraph 22, Absatz eins, Ziffer 6, WGG im außerstreitigen Verfahren zu überprüfen.

Das Erstgericht wies diesen Sachantrag ab, ohne ihn überhaupt den Antragsgegnern zuzustellen. Es begründete seine Entscheidung im wesentlichen damit, daß die im außerstreitigen Verfahren vorzunehmende Überprüfung der Angemessenheit vereinbarter oder begehrter Preise und Entgelte für die Übertragung des Eigentums bzw. die Überlassung des Gebrauchs von Wohnungen oder Geschäftsräumen gemäß § 22 Abs 1 Z 6 WGG nur von den Wohnungseigentümern, Mietern oder sonstigen Nutzungsberechtigten, nicht jedoch von der gemeinnützigen Bauvereinigung verlangt werden könne. Mangels Antragsbefugnis sei daher die Anrufung des Außerstreitgerichtes durch die Antragstellerin unzulässig.Das Erstgericht wies diesen Sachantrag ab, ohne ihn überhaupt den Antragsgegnern zuzustellen. Es begründete seine Entscheidung im wesentlichen damit, daß die im außerstreitigen Verfahren vorzunehmende Überprüfung der Angemessenheit vereinbarter oder begehrter Preise und Entgelte für die Übertragung des Eigentums bzw. die Überlassung des Gebrauchs von Wohnungen oder Geschäftsräumen gemäß Paragraph 22, Absatz eins, Ziffer 6, WGG nur von den Wohnungseigentümern, Mietern oder sonstigen Nutzungsberechtigten, nicht jedoch von der gemeinnützigen Bauvereinigung verlangt werden könne. Mangels Antragsbefugnis sei daher die Anrufung des Außerstreitgerichtes durch die Antragstellerin unzulässig.

Das Rekursgericht bestätigte diese Entscheidung mit der Maßgabe, daß sie auf Zurückweisung des Sachantrages zu lauten habe. Die Antragslegitimation dessen, der ein Rechtsschutzbegehren geltend macht, gebe nämlich immer dann den Ausschlag für die Zulässigkeit eines bestimmten Verfahrens, wenn die Einleitung dieses Verfahrens von formalisierten Anträgen abhänge. Den Antrag einer gemeinnützigen Bauvereinigung, das von ihr errechnete und begehrte Entgelt (genau genommen die Richtigkeit ihrer Endabrechnung) im außerstreitigen Verfahren zu überprüfen, sehe jedoch - wie das Erstgericht richtig erkannte - § 22 Abs 1 Z 6 WGG (insbesondere im Hinblick auf die Regelung in § 22 Abs 2 WGG) nicht vor. Unabhängig davon sei die Zulässigkeit des außerstreitigen Rechtsweges für die Feststellung der Preisangemessenheit der verfahrensgegenständlichen Objekte schon deshalb zu verneinen, weil die Antragstellerin die in § 22 Abs 3 WGG für die außerstreitige Klärung aller mit den Baukosten im weiteren Sinn zusammenhängenden Fragen gesetzte Frist von 3 Jahren versäumt habe. Eine solche Fristversäumnis schließe die Geltendmachung von Ansprüchen, wie sie hier verfolgt werden, zwar nicht im streitigen Rechtsweg, wohl aber im außerstreitigen Verfahren aus.Das Rekursgericht bestätigte diese Entscheidung mit der Maßgabe, daß sie auf Zurückweisung des Sachantrages zu lauten habe. Die Antragslegitimation dessen, der ein Rechtsschutzbegehren geltend macht, gebe nämlich immer dann den Ausschlag für die Zulässigkeit eines bestimmten Verfahrens, wenn die Einleitung dieses Verfahrens von formalisierten Anträgen abhänge. Den Antrag einer gemeinnützigen Bauvereinigung, das von ihr errechnete und begehrte Entgelt (genau genommen die Richtigkeit ihrer Endabrechnung) im außerstreitigen Verfahren zu überprüfen, sehe jedoch - wie das Erstgericht richtig erkannte - Paragraph 22, Absatz eins, Ziffer 6, WGG (insbesondere im Hinblick auf die Regelung in Paragraph 22, Absatz 2, WGG) nicht vor. Unabhängig davon sei die Zulässigkeit des außerstreitigen Rechtsweges für die Feststellung der Preisangemessenheit der verfahrensgegenständlichen Objekte schon deshalb zu verneinen, weil die Antragstellerin die in Paragraph 22, Absatz 3, WGG für die außerstreitige Klärung aller mit den Baukosten im weiteren Sinn zusammenhängenden Fragen gesetzte Frist von 3 Jahren versäumt habe. Eine solche Fristversäumnis schließe die Geltendmachung von Ansprüchen, wie sie hier verfolgt werden, zwar nicht im streitigen Rechtsweg, wohl aber im außerstreitigen Verfahren aus.

Rechtliche Beurteilung

Die Entscheidung des Rekursgerichtes enthält den Ausspruch, daß der Revisionsrekurs gemäß § 528 Abs 2 Z 2 ZPO jedenfalls unzulässig sei. Diese Bestimmung komme zur Anwendung, weil über das Rechtsschutzbegehren der Antragstellerin nicht mit einem Sachbeschluß abgesprochen wurde.Die Entscheidung des Rekursgerichtes enthält den Ausspruch, daß der Revisionsrekurs gemäß Paragraph 528, Absatz 2, Ziffer 2, ZPO jedenfalls unzulässig sei. Diese Bestimmung komme zur Anwendung, weil über das Rechtsschutzbegehren der Antragstellerin nicht mit einem Sachbeschluß abgesprochen wurde.

Über den nunmehr vorliegenden "außerordentlichen" Revisionsrekurs der Antragstellerin, mit dem sie die Einleitung des außerstreitigen Verfahrens über ihren Sachantrag anstrebt, kann nicht entschieden werden, ehe nicht die Zulässigkeitsvoraussetzungen des § 528 Abs 1 und Abs 2 Z 1 ZPO (jeweils iVm § 22 Abs 4 WGG und § 37 Abs 3 Z 16 MRG) geklärt sind.Über den nunmehr vorliegenden "außerordentlichen" Revisionsrekurs der Antragstellerin, mit dem sie die Einleitung des außerstreitigen Verfahrens über ihren Sachantrag anstrebt, kann nicht entschieden werden, ehe nicht die Zulässigkeitsvoraussetzungen des Paragraph 528, Absatz eins und Absatz 2, Ziffer eins, ZPO (jeweils in Verbindung mit Paragraph 22, Absatz 4, WGG und Paragraph 37, Absatz 3, Ziffer 16, MRG) geklärt sind.

Da das Begehren der Antragstellerin bisher inhaltlich nicht geprüft wurde, ist dem Rekursgericht Recht zu geben, daß es im gegenständlichen Fall nicht um die Überprüfung eines Sachbeschlusses, sondern einer rein verfahrensrechtlichen Entscheidung geht (vgl 5 Ob 48/92; WoBl 1992, 123/90; 5 Ob 156/92; 5 Ob 157/92; s. auch die in diesem Verfahren ergangene Entscheidung des Obersten Gerichtshofes vom 27.4.1993). Das Rechtsmittelverfahren richtet sich daher gemäß § 22 Abs 4 WGG iVm § 37 Abs 3 Z 16 MRG ausschließlich nach den Bestimmungen der §§ 514 bis 528a ZPO.Da das Begehren der Antragstellerin bisher inhaltlich nicht geprüft wurde, ist dem Rekursgericht Recht zu geben, daß es im gegenständlichen Fall nicht um die Überprüfung eines Sachbeschlusses, sondern einer rein verfahrensrechtlichen Entscheidung geht vergleiche 5 Ob 48/92; WoBl 1992, 123/90; 5 Ob 156/92; 5 Ob 157/92; s. auch die in diesem Verfahren ergangene Entscheidung des Obersten Gerichtshofes vom 27.4.1993). Das Rechtsmittelverfahren richtet sich daher gemäß Paragraph 22, Absatz 4, WGG in Verbindung mit Paragraph 37, Absatz 3, Ziffer 16, MRG ausschließlich nach den Bestimmungen der Paragraphen 514 bis 528 a ZPO.

Nach diesen Bestimmungen kann jedoch von einem absoluten Rechtsmittelausschluß keine Rede sein. Auch wenn der Beschluß des Erstgerichtes zur Gänze bestätigt wurde, weil letztlich beide Instanzen die fehlende Erwähnung eines Entgelts-Überprüfungsantrages der gemeinnützigen Bauvereinigung im Katalog der außerstreitigen Angelegenheiten des Wohnungsgemeinnützigkeitsrechtes (§ 22 Abs 1 WGG) als Unzulässigkeit des außerstreitigen Rechtsweges für das gegenständliche Rechtsschutzbegehren gedeutet haben, liegt der in § 528 Abs 2 Z 2 ZPO normierte Ausnahmefall vor, daß das Begehren ohne Sachentscheidung aus formellen Gründen zurückgewiesen wurde. Die Zurückweisung eines Sachantrages ist nämlich der in § 528 Abs 2 Z 2 ZPO angesprochenen Verweigerung des Rechtsschutzes im Prozeß gleichzuhalten (5 Ob 1079/91). Die Bestätigung des Zurückweisungsbeschlusses durch das Rekursgericht macht ein weiteres Rechtsmittel daher nicht jedenfalls unzulässig.Nach diesen Bestimmungen kann jedoch von einem absoluten Rechtsmittelausschluß keine Rede sein. Auch wenn der Beschluß des Erstgerichtes zur Gänze bestätigt wurde, weil letztlich beide Instanzen die fehlende Erwähnung eines Entgelts-Überprüfungsantrages der gemeinnützigen Bauvereinigung im Katalog der außerstreitigen Angelegenheiten des Wohnungsgemeinnützigkeitsrechtes (Paragraph 22, Absatz eins, WGG) als Unzulässigkeit des außerstreitigen Rechtsweges für das gegenständliche Rechtsschutzbegehren gedeutet haben, liegt der in Paragraph 528, Absatz 2, Ziffer 2, ZPO normierte Ausnahmefall vor, daß das Begehren ohne Sachentscheidung aus formellen Gründen zurückgewiesen wurde. Die Zurückweisung eines Sachantrages ist nämlich der in Paragraph 528, Absatz 2, Ziffer 2, ZPO angesprochenen Verweigerung des Rechtsschutzes im Prozeß gleichzuhalten (5 Ob 1079/91). Die Bestätigung des Zurückweisungsbeschlusses durch das Rekursgericht macht ein weiteres Rechtsmittel daher nicht jedenfalls unzulässig.

Auch eine solche Entscheidung ist jedoch für den Obersten Gerichtshof unüberprüfbar, wenn der Wert des Entscheidungsgegenstandes S 50.000,-- nicht übersteigt (RZ 1991, 72/12; WoBl 1992, 123/90 ua). Selbst bei Erfüllung dieser Zulässigkeitsvoraussetzung müßte dann noch eine erhebliche Rechtsfrage iSd § 528 Abs 1 ZPO vorliegen, um den Obersten Gerichtshof anrufen zu können (WoBl 1991, 212/128 ua). Eine Ausnahme macht die Judikatur nur dann, wenn ein dem § 519 Abs 1 Z 1 ZPO vergleichbarer Fall vorliegt, das Rekursgericht also funktionell wie ein Berufungsgericht entscheidet und aus Anlaß eines Rekurses gegen eine Sachentscheidung einen Grund für die formelle Zurückweisung des Rechtsschutzbegehrens wahrnimmt (WoBl 1992, 150/108; WoBl 1993, 60/48; JusExtra 1274; zuletzt 5 Ob 23/93 und 5 Ob 31/93; vgl auch EvBl 1992/8). Da hier das Rekursgericht nicht mit der Überprüfung einer Sachentscheidung befaßt war, sondern über die bereits vom Erstgericht ausgesprochene formelle Zurückweisung eines Sachantrages (also einen rein verfahrensrechtlichen Beschluß) zu entscheiden hatte, sind die fehlenden Aussprüche über die Bewertung des Entscheidungsgegenstandes und die Zulässigkeit des (ordentlichen) Revisionsrekurses nachzuholen.Auch eine solche Entscheidung ist jedoch für den Obersten Gerichtshof unüberprüfbar, wenn der Wert des Entscheidungsgegenstandes S 50.000,-- nicht übersteigt (RZ 1991, 72/12; WoBl 1992, 123/90 ua). Selbst bei Erfüllung dieser Zulässigkeitsvoraussetzung müßte dann noch eine erhebliche Rechtsfrage iSd Paragraph 528, Absatz eins, ZPO vorliegen, um den Obersten Gerichtshof anrufen zu können (WoBl 1991, 212/128 ua). Eine Ausnahme macht die Judikatur nur dann, wenn ein dem Paragraph 519, Absatz eins, Ziffer eins, ZPO vergleichbarer Fall vorliegt, das Rekursgericht also funktionell wie ein Berufungsgericht entscheidet und aus Anlaß eines Rekurses gegen eine Sachentscheidung einen Grund für die formelle Zurückweisung des Rechtsschutzbegehrens wahrnimmt (WoBl 1992, 150/108; WoBl 1993, 60/48; JusExtra 1274; zuletzt 5 Ob 23/93 und 5 Ob 31/93; vergleiche auch EvBl 1992/8). Da hier das Rekursgericht nicht mit der Überprüfung einer Sachentscheidung befaßt war, sondern über die bereits vom Erstgericht ausgesprochene formelle Zurückweisung eines Sachantrages (also einen rein verfahrensrechtlichen Beschluß) zu entscheiden hatte, sind die fehlenden Aussprüche über die Bewertung des Entscheidungsgegenstandes und die Zulässigkeit des (ordentlichen) Revisionsrekurses nachzuholen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:0050OB00032.93.0914.000

Dokumentnummer

JJT_19930914_OGH0002_0050OB00032_9300000_000
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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