RS Vwgh 2013/1/24 2012/21/0230

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 24.01.2013
beobachten
merken

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

AsylG 2005 §10;
AsylG 2005 §27 Abs1 Z1;
AsylG 2005 §29 Abs3 Z4;
FrPolG 2005 §76 Abs1;
FrPolG 2005 §76 Abs2 Z2;
FrPolG 2005 §76 Abs2 Z4;
FrPolG 2005 §76 Abs2;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. AsylG 2005 § 10 heute
  2. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  3. AsylG 2005 § 10 gültig ab 01.11.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  5. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  6. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.07.2011 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  7. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2010 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  8. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  9. AsylG 2005 § 10 gültig von 09.11.2007 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 75/2007
  10. AsylG 2005 § 10 gültig von 01.01.2006 bis 08.11.2007
  1. AsylG 2005 § 29 heute
  2. AsylG 2005 § 29 gültig ab 01.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 53/2019
  3. AsylG 2005 § 29 gültig von 20.07.2015 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2015
  4. AsylG 2005 § 29 gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  5. AsylG 2005 § 29 gültig von 01.07.2011 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2011
  6. AsylG 2005 § 29 gültig von 01.01.2010 bis 30.06.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  7. AsylG 2005 § 29 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  8. AsylG 2005 § 29 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2008
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Dem "gestuften Regime" des § 76 Abs 2 FrPolG 2005 entsprechend kann in der Phase ab Einleitung des Ausweisungsverfahrens nicht mehr auf die Z 4 des § 76 Abs. 2 FrPolG 2005 zurückgegriffen werden (Hinweis E 30. August 2007, 2007/21/0043). Mit Blick auf das Fortschreiten des Asylverfahrens hätte die Behörde daher auf den Schubhafttatbestand des § 76 Abs. 2 Z 2 FrPolG 2005 abzustellen gehabt. Bereits im Zeitpunkt der Schubhaftverhängung galt infolge der an den Fremden ergangenen Mitteilung nach § 29 Abs. 3 Z 4 AsylG 2005 über die Vornahme von "Dublin-Konsultationen" von Gesetzes wegen nach § 27 Abs. 1 Z 1 AsylG 2005 ein Ausweisungsverfahren (mit dem Ziel der Erlassung einer Ausweisung nach § 10 AsylG 2005) als eingeleitet. Allein dadurch wurde der Fremde - im Hinblick darauf, dass die Z 2 quasi als "Verdichtung" der Z 4 zu verstehen ist - zwar nicht in Rechten verletzt (Hinweis E 30. August 2007, 2007/21/0043). Die Behörde hat aber das Vorliegen des für alle Schubhafttatbestände des § 76 Abs. 2 FrPolG 2005 erforderlichen Sicherungsbedarfs nicht ausreichend begründet. Dass der Fremde nach der Einreise nicht von sich aus Kontakt mit den Behörden aufgenommen, sondern den Antrag auf internationalen Schutz erst nach seiner Festnahme gestellt hat, kann zwar auf mangelnde Kooperationsbereitschaft bzw. eine erhöhte Gefahr des Untertauchens hindeuten. Sind aber seit der Einreise und Antragstellung bereits mehrere Wochen verstrichen, so ist in die Beurteilung auch das Verhalten während des in diesem Zeitraum fortschreitenden Asylverfahrens einzubeziehen. Dazu hat die Behörde - abgesehen von der Schilderung der am Abend vor der Inschubhaftnahme gezeigten Aggressionen des Fremden - keine Feststellungen getroffen; das aggressive Verhalten für sich allein kann nicht die Verhängung von Schubhaft rechtfertigen.Dem "gestuften Regime" des Paragraph 76, Absatz 2, FrPolG 2005 entsprechend kann in der Phase ab Einleitung des Ausweisungsverfahrens nicht mehr auf die Ziffer 4, des Paragraph 76, Absatz 2, FrPolG 2005 zurückgegriffen werden (Hinweis E 30. August 2007, 2007/21/0043). Mit Blick auf das Fortschreiten des Asylverfahrens hätte die Behörde daher auf den Schubhafttatbestand des Paragraph 76, Absatz 2, Ziffer 2, FrPolG 2005 abzustellen gehabt. Bereits im Zeitpunkt der Schubhaftverhängung galt infolge der an den Fremden ergangenen Mitteilung nach Paragraph 29, Absatz 3, Ziffer 4, AsylG 2005 über die Vornahme von "Dublin-Konsultationen" von Gesetzes wegen nach Paragraph 27, Absatz eins, Ziffer eins, AsylG 2005 ein Ausweisungsverfahren (mit dem Ziel der Erlassung einer Ausweisung nach Paragraph 10, AsylG 2005) als eingeleitet. Allein dadurch wurde der Fremde - im Hinblick darauf, dass die Ziffer 2, quasi als "Verdichtung" der Ziffer 4, zu verstehen ist - zwar nicht in Rechten verletzt (Hinweis E 30. August 2007, 2007/21/0043). Die Behörde hat aber das Vorliegen des für alle Schubhafttatbestände des Paragraph 76, Absatz 2, FrPolG 2005 erforderlichen Sicherungsbedarfs nicht ausreichend begründet. Dass der Fremde nach der Einreise nicht von sich aus Kontakt mit den Behörden aufgenommen, sondern den Antrag auf internationalen Schutz erst nach seiner Festnahme gestellt hat, kann zwar auf mangelnde Kooperationsbereitschaft bzw. eine erhöhte Gefahr des Untertauchens hindeuten. Sind aber seit der Einreise und Antragstellung bereits mehrere Wochen verstrichen, so ist in die Beurteilung auch das Verhalten während des in diesem Zeitraum fortschreitenden Asylverfahrens einzubeziehen. Dazu hat die Behörde - abgesehen von der Schilderung der am Abend vor der Inschubhaftnahme gezeigten Aggressionen des Fremden - keine Feststellungen getroffen; das aggressive Verhalten für sich allein kann nicht die Verhängung von Schubhaft rechtfertigen.

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012210230.X01

Im RIS seit

20.02.2013

Zuletzt aktualisiert am

01.04.2014
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten