RS OGH 2021/12/22 3Ob17/10m; 1Ob98/12m; 4Ob38/13m; 2Ob194/14i; 5Ob121/15b; 3Ob257/15p; 5Ob187/16k; 4

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 22.12.2021
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Norm

AußStrG 2005 §141
ZPO §219
  1. ZPO § 219 heute
  2. ZPO § 219 gültig ab 01.05.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  3. ZPO § 219 gültig von 25.05.2018 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2018
  4. ZPO § 219 gültig von 01.01.2005 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/2004
  5. ZPO § 219 gültig von 30.12.1993 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 940/1993
  6. ZPO § 219 gültig von 01.01.1898 bis 29.12.1993

Rechtssatz

Der Erbe des Betroffenen hat nach der maßgeblichen Rechtsnorm des § 219 Abs 1 ZPO iVm § 22 AußStrG, dem § 141 AußStrG nicht entgegen steht, ein Recht auf Akteneinsicht in den Sachwalterschaftsakt, soweit dieser Einkommens- und Vermögensangelegenheiten betrifft.Der Erbe des Betroffenen hat nach der maßgeblichen Rechtsnorm des Paragraph 219, Absatz eins, ZPO in Verbindung mit Paragraph 22, AußStrG, dem Paragraph 141, AußStrG nicht entgegen steht, ein Recht auf Akteneinsicht in den Sachwalterschaftsakt, soweit dieser Einkommens- und Vermögensangelegenheiten betrifft.

Entscheidungstexte

  • RS0125886">3 Ob 17/10m
    Entscheidungstext OGH 28.04.2010 3 Ob 17/10m
  • RS0125886">1 Ob 98/12m
    Entscheidungstext OGH 01.08.2012 1 Ob 98/12m
    Auch
  • RS0125886">4 Ob 38/13m
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 38/13m
    Vgl auch; Beisatz: Auch ein (sonst) als „rechtlich“ zu wertendes Interesse an der Beschaffung von Beweismitteln für eine Testamentsanfechtung verschafft dem Erben nicht das Recht zur Einsicht in Aktenteile des Sachwalteraktes, die sich auf den Geisteszustand des Betroffenen beziehen. (T1)
  • RS0125886">2 Ob 194/14i
    Entscheidungstext OGH 08.06.2015 2 Ob 194/14i
    Vgl; Beisatz: Werden (aber) in einem Verlassenschaftsverfahren einander widersprechende Erbantrittserklärungen abgegeben, ohne dass ein Einigungsversuch durch den Gerichtskommissär gemäß § 160 AußStrG gelingt, und ist daher das Verfahren in das Stadium der Entscheidung über das Erbrecht eingetreten, erscheint es auch unter dem Gesichtspunkt des Zwecks des Sachwalterschaftsverfahrens sinnvoll, in bestimmt und einzeln oder zumindest nach Gattungsmerkmalen zu bezeichnende (zB den Gesundheitszustand des Erblassers betreffende), relevante Teile des Sachwalterschaftsakts Einsicht zu gewähren. Um dem besonderen Schutzgedanken des Sachwalterschaftsverfahrens Rechnung zu tragen, ist aber zu verlangen, dass jeweils konkret dargelegt wird, warum die jeweiligen Aktenteile geeignet sind, die Erforschung des wahren letzten Willens des Erblassers substantiell zu verbessern. Damit soll letztlich sichergestellt werden, dass bei der Entscheidung über das Erbrecht sämtliche relevanten Erkenntnisquellen genutzt werden, die den wahren Willen des Erblassers zutage fördern können. (T2); Veröff: SZ 2015/54
  • RS0125886">5 Ob 121/15b
    Entscheidungstext OGH 14.07.2015 5 Ob 121/15b
    Vgl auch; Beisatz: § 141 AußStrG steht in seinem unmittelbaren Anwendungsbereich dem Begehren eines Dritten auf Akteneinsicht in einem Sachwalterschaftsverfahren auch dann entgegen, wenn er ein berechtigtes (rechtliches) Interesse daran geltend machen kann. (T3)
  • RS0125886">3 Ob 257/15p
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 3 Ob 257/15p
    Auch; Beis wie T3
  • RS0125886">5 Ob 187/16k
    Entscheidungstext OGH 25.10.2016 5 Ob 187/16k
    Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Auf eine Stellung als (hier: Allein)Erbe und Rechtsnachfolger einer Betroffenen als Partei des Sachwalterschaftsverfahrens kann sich ein Erbe nur in Bezug auf jene Teile des Sachwalterschaftsakts berufen, die vermögensrechtliche Belange betreffen. Nur insofern tritt er in die Rechte der Betroffenen ein. In Bezug auf die Einsicht in jene Aktenbestandteile, die sich auf den höchstpersönlichen Lebensbereich der Betroffenen beziehen, ist er wie jeder andere verfahrensfremde Dritte zu behandeln. (T4)
  • RS0125886">4 Ob 238/17d
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 4 Ob 238/17d
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Kann auch gewährt werden, wenn der Verstorbene potentielle Nachlassgegenstände zu Lebzeiten verschleudert und konkret dargetan wird, dass die Handlungen seinem wahren Willen widersprechen. (T5)
  • RS0125886">9 Ob 66/17x
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 9 Ob 66/17x
    Auch; Beis wie T3
  • RS0125886">9 Ob 34/18t
    Entscheidungstext OGH 17.05.2018 9 Ob 34/18t
    Auch; Beisatz: Einer von zumindest zwei (bloß) erbantrittserklärten Erben hat jedenfalls gegen den ausdrücklichen Willen eines anderen erbantrittserklärten Erben kein Akteneinsichtsrecht nach § 141 AußStrG bezüglich der Einkommens- und Vermögensangelegenheiten. (T6)
  • RS0125886">2 Ob 93/19v
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 2 Ob 93/19v
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3
  • RS0125886">7 Ob 211/20k
    Entscheidungstext OGH 17.12.2020 7 Ob 211/20k
    Vgl; Beis wie T3
  • RS0125886">3 Ob 87/21x
    Entscheidungstext OGH 24.06.2021 3 Ob 87/21x
    vgl; Beisatz ähnlich wie T5
    Anm: Veröff: SZ 2021/65
  • RS0125886">1 Ob 208/21a
    Entscheidungstext OGH 16.11.2021 1 Ob 208/21a
    Vgl; Beis wie T3
  • RS0125886">6 Ob 205/21x
    Entscheidungstext OGH 22.12.2021 6 Ob 205/21x
    Vgl; Beisatz: Hier: § 141 Abs 1 AußStrG idF 2. ErwSchG; Keine Akteneinsicht für potentielle Erben, die keine Erbantrittserklärung abgegeben haben. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:RS0125886

Im RIS seit

08.07.2010

Zuletzt aktualisiert am

11.05.2023
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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