RS OGH 2024/1/11 5Ob623/83 (5Ob624/83; 5Ob625/83); 6Ob813/83; 6Ob779/83; 8Ob550/85; 8Ob67/85; 14ObA5

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Veröffentlicht am 11.01.2024
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Rechtssatz

Im Hinblick auf den das Stellvertretungsrecht beherrschenden Offenlegungsgrundsatz bedarf es in jedem Einzelfall, in dem ein ausdrückliches Handeln in fremdem Namen nicht vorliegt, sorgfältiger Prüfung, wie der Dritte - von seinem Erkenntnishorizont aus gesehen - das Auftreten des Handelnden verstehen musste; im Zweifel ist ein Eigengeschäft des Handelnden anzunehmen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 623/83
    Entscheidungstext OGH 21.06.1983 5 Ob 623/83
  • RS0019516">6 Ob 813/83
    Entscheidungstext OGH 19.01.1984 6 Ob 813/83
    Veröff: SZ 57/12 = RdW 1984,309 = JBl 1985,105
  • RS0019516">6 Ob 779/83
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 6 Ob 779/83
    nur: Im Zweifel ist ein Eigengeschäft des Handelnden anzunehmen. (T1)
    Veröff: RdW 1985,337
  • RS0019516">8 Ob 550/85
    Entscheidungstext OGH 24.10.1985 8 Ob 550/85
  • RS0019516">8 Ob 67/85
    Entscheidungstext OGH 19.03.1986 8 Ob 67/85
  • RS0019516">14 ObA 53/87
    Entscheidungstext OGH 17.06.1987 14 ObA 53/87
    Vgl
  • RS0019516">8 Ob 570/89
    Entscheidungstext OGH 27.09.1990 8 Ob 570/89
    Veröff: ImmZ 1991,256
  • RS0019516">8 Ob 587/92
    Entscheidungstext OGH 31.08.1992 8 Ob 587/92
    nur T1
  • RS0019516">3 Ob 120/95
    Entscheidungstext OGH 08.11.1995 3 Ob 120/95
    nur T1
  • RS0019516">10 Ob 528/94
    Entscheidungstext OGH 09.04.1996 10 Ob 528/94
    Veröff: SZ 69/86
  • RS0019516">3 Ob 2033/96h
    Entscheidungstext OGH 30.10.1996 3 Ob 2033/96h
    Auch
  • RS0019516">2 Ob 2354/96g
    Entscheidungstext OGH 31.10.1996 2 Ob 2354/96g
    nur T1
  • RS0019516">10 Ob 2119/96g
    Entscheidungstext OGH 22.10.1996 10 Ob 2119/96g
    Auch
  • RS0019516">10 Ob 347/97w
    Entscheidungstext OGH 13.01.1998 10 Ob 347/97w
    Vgl auch
  • RS0019516">7 Ob 362/97d
    Entscheidungstext OGH 26.03.1998 7 Ob 362/97d
    Vgl
  • RS0019516">1 Ob 363/98h
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 363/98h
    Vgl; nur T1
  • 7 Ob 212/98x
    Entscheidungstext OGH 29.04.1999 7 Ob 212/98x
    nur T1
  • RS0019516">1 Ob 72/01x
    Entscheidungstext OGH 24.04.2001 1 Ob 72/01x
    nur T1; Beisatz: Im Stellvertretungsrecht ist nach objektiven Kriterien zu beurteilen, ob es für den Vertragspartner erkennbar ist, dass sein Ansprechpartner für einen Dritten handeln will. (T2)
    Beisatz: Für die Beurteilung, wer für wen handelte, besteht kein Ermessensspielraum. (T3)
  • RS0019516">1 Ob 258/01z
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 1 Ob 258/01z
    nur T1
  • RS0019516">4 Ob 6/02i
    Entscheidungstext OGH 05.11.2002 4 Ob 6/02i
    Beisatz: Einer Offenlegung, nicht im eigenen, sondern in fremdem Namen handeln zu wollen, bedarf es jedoch nicht, wenn dem anderen Teil das Handeln in fremdem Namen zumindest aus den Umständen erkennbar ist. Die Umstände, auf die eine Erkennbarkeit gestützt werden könnte, sind nach der Verkehrssitte zu bewerten. Stets kommt es hiebei auf den Erkenntnishorizont des Dritten an. Der Offenlegungsgrundsatz verlangt nicht die Nennung des Namens des Vertretenen durch den Vertreter. Es genügt, wenn sich der Dritte jederzeit danach erkundigen oder darüber informieren kann. Die Person des Vertretenen kann sich auch aus den Umständen ergeben. (T4)
    Veröff: SZ 2002/145
  • RS0019516">3 Ob 279/02d
    Entscheidungstext OGH 21.08.2003 3 Ob 279/02d
    Beis wie T2; Beisatz: Wer einen Vertrag als Vertreter eines anderen abschließt, muss dies seinem Vertragspartner gegenüber eindeutig und unmissverständlich zum Ausdruck bringen, insbesondere dann, wenn der Wille des Handelnden zur Vertretung nicht bereits aus den Umständen klar erkennbar ist. (T5)
  • RS0019516">5 Ob 272/03s
    Entscheidungstext OGH 25.11.2003 5 Ob 272/03s
    nur T1
  • RS0019516">6 Ob 195/05b
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 195/05b
    Beisatz: Der Offenlegungsgrundsatz verlangt jedoch nicht die Nennung des Namens des Geschäftsherrn durch den Vertreter. Hier: Die Revisionswerberin übergeht das grundsätzlich bestehende Indiz, dass ein Architekt gewöhnlich auf fremde Rechnung handelt und Aufträge erteilt. (T6)
  • RS0019516">6 Ob 69/04x
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 69/04x
    Auch; Beisatz: Der Offenlegungsgrundsatz verlangt nicht die Nennung des Namens des Geschäftsherrn durch den Vertreter; es genügt, wenn sich der dritte Kontrahent jederzeit danach erkundigen oder darüber informieren kann. (T7)
    Beisatz: Selbst wenn ein ausdrücklicher Hinweis, dass im Fernsehen Tiere eines Vereins präsentiert werden, fehlte, ist für einen durchschnittlichen und an einem der präsentierten Tiere interessierten Zuschauer bei der Präsentation in der Sendung und dem daran anschließenden Vertragsabschluss über die Unterbringung eines Tieres erkennbar, dass der Moderator im Namen des Überlassers des jeweiligen Tieres (Verein) und nicht im Namen des Produzenten der Sendung handelte. (T8)
  • RS0019516">4 Ob 251/06z
    Entscheidungstext OGH 16.01.2007 4 Ob 251/06z
    Beisatz: Nach der Lehre vom objektiven Empfängerhorizont ist maßgebend, wen der Kunde für seinen Vertragspartner halten musste. (T9)
    Beisatz: Hier: Beförderungsvertrag mit Seilbahnunternehmen im Kartenverbund. (T10)
    Veröff: SZ 2007/1
  • RS0019516">4 Ob 151/07w
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 151/07w
    Beis wie T9
  • RS0019516">2 Ob 105/08t
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 105/08t
    Vgl; nur: Im Hinblick auf den das Stellvertretungsrecht beherrschenden Offenlegungsgrundsatz bedarf es in jedem Einzelfall, in dem ein ausdrückliches Handeln in fremdem Namen nicht vorliegt, sorgfältiger Prüfung, wie der Dritte - von seinem Erkenntnishorizont aus gesehen - das Auftreten des Handelnden verstehen musste. (T11)
    Beis auch wie T4 nur: Stets kommt es hiebei auf den Erkenntnishorizont des Dritten an. (T12)
    Beisatz: Hier: Frage zwischen welchen Personen mangels Offenlegung eines Auftrags- und Bevollmächtigungsverhältnisses eine Treuhandvereinbarung zustande gekommen ist. (T13)
  • RS0019516">8 Ob 22/11k
    Entscheidungstext OGH 22.03.2011 8 Ob 22/11k
    nur T11
  • RS0019516">1 Ob 257/11t
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 1 Ob 257/11t
    Auch
  • RS0019516">5 Ob 14/13i
    Entscheidungstext OGH 28.08.2013 5 Ob 14/13i
    Auch; nur T11
  • RS0019516">5 Ob 147/13y
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 5 Ob 147/13y
    Vgl auch; Beisatz: Fehlende Behauptungen zum Offenlegungsgrundsatz. (T14)
  • RS0019516">9 Ob 84/14i
    Entscheidungstext OGH 25.02.2015 9 Ob 84/14i
  • RS0019516">2 Ob 236/14s
    Entscheidungstext OGH 08.06.2015 2 Ob 236/14s
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Es reicht grundsätzlich weder für die Offenlegung der Vollmacht noch für die (objektive) Erkennbarkeit eines Vertretungsverhältnisses aus, wenn der Vertragspartner den Wunsch äußert, dass die Rechnung an einen anderen gesendet werden soll. (T15)
  • RS0019516">10 Ob 62/15p
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 10 Ob 62/15p
    Auch
  • RS0019516">2 Ob 55/16a
    Entscheidungstext OGH 05.08.2016 2 Ob 55/16a
    Auch; nur T1; Beisatz: Das Stellvertretungsrecht ist vom Offenlegungsgrundsatz beherrscht. (T16)
  • RS0019516">7 Ob 106/17i
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 106/17i
    Auch
  • RS0019516">7 Ob 196/17z
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 7 Ob 196/17z
    Auch
  • RS0019516">6 Ob 237/20a
    Entscheidungstext OGH 17.12.2020 6 Ob 237/20a
    Vgl
  • RS0019516">8 Ob 114/20b
    Entscheidungstext OGH 23.02.2021 8 Ob 114/20b
    Vgl; Beisatz: Hier: Wenn ein ausdrückliches Handeln im fremden Namen nicht vorliegt, bedarf es in jedem Einzelfall der sorgfältigen Prüfung, wie der Dritte – von seinem Erkenntnishorizont aus gesehen – das Auftreten des Handelnden verstehen musste. Die Beurteilung der Erkennbarkeit hat nach objektiven Kriterien zu erfolgen. Maßgeblich ist auch hier die Vertrauenstheorie. (T17)
  • RS0019516">5 Ob 150/21a
    Entscheidungstext OGH 21.03.2022 5 Ob 150/21a
    Beis wie T17
  • RS0019516">9 Ob 90/22h
    Entscheidungstext OGH 24.11.2022 9 Ob 90/22h
    Vgl; nur T11
  • RS0019516">4 Ob 20/22b
    Entscheidungstext OGH 22.11.2022 4 Ob 20/22b
    Vgl; nur T1; Beisatz: Hier: Die Förderung fremden Wettbewerbs ist keine typische Aufgabe eines GmbH-Geschäftsführers. Mangels weiterer Anhaltspunkte zu Vorteilen für die Beklagte oder für ein tatsächliches Handeln im Namen der Beklagten ist daher davon auszugehen, dass der Geschäftsführer als natürliche Person und nicht als Organ der Beklagten handelte. (T18)
  • RS0019516">5 Ob 199/23k
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 11.01.2024 5 Ob 199/23k
    Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0019516

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.01.2024
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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