RS OGH 2025/8/7 8Ob66/14k; 2Ob219/14s; 3Ob44/15i; 6Ob193/15y; 5Ob133/15t; 1Ob118/16h; 1Ob28/17z; 7Ob

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Veröffentlicht am 07.08.2025
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Rechtssatz

Bei einer fehlerhaften Anlageberatung tritt der (reale) Schaden des Anlegers bereits durch den Erwerb der nicht gewünschten Vermögenswerte ein. In diesem Fall gebührt dem Anleger grundsätzlich ein Anspruch auf „Naturalersatz“ in der Form, dass ihm Zug um Zug gegen Übertragung der Wertpapiere der zu deren Erwerb gezahlte Kaufpreis abzüglich erhaltener Zinsen bzw Dividenden zurückzuzahlen (Ankaufsfall) bzw der entgangene Verkaufserlös zu ersetzen ist (Verkaufsfall). Im Allgemeinen ist zudem die Entwicklung der gewünschten alternativen Veranlagung zu berücksichtigen. Der „Naturalersatz“ ist beim Anlegerschaden eine besondere Form des Geldersatzes. Eine Feststellungsklage des Anlegers ist dann zulässig, wenn dieser behauptet und nachweist, dass die „Naturalrestitution“ untunlich ist. Zusätzlich zu einem Leistungsbegehren in Form der „Naturalrestitution“ kommt ein Feststellungsbegehren insoweit in Betracht, als der Anleger behauptet und nachweist, dass ihm künftige, derzeit noch nicht bekannte Schäden entstehen können.

Entscheidungstexte

  • RS0129706">8 Ob 66/14k
    Entscheidungstext OGH 23.07.2014 8 Ob 66/14k
    Veröff: SZ 2014/70
  • RS0129706">2 Ob 219/14s
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 2 Ob 219/14s
    Ähnlich; Beisatz: Ein Feststellungsbegehren kommt zusätzlich zu einem Leistungsbegehren dann in Betracht, wenn behauptet und nachgewiesen wird, dass künftige, derzeit noch nicht bekannte Schäden entstehen können. (T1)
  • RS0129706">3 Ob 44/15i
    Entscheidungstext OGH 21.04.2015 3 Ob 44/15i
    Auch
  • RS0129706">6 Ob 193/15y
    Entscheidungstext OGH 26.11.2015 6 Ob 193/15y
    Auch; nur: Bei einer fehlerhaften Anlageberatung tritt der (reale) Schaden des Anlegers bereits durch den Erwerb der nicht gewünschten Vermögenswerte ein; dem Anleger gebührt dann grundsätzlich ein Anspruch auf Naturalersatz in der Form, dass ihm Zug um Zug gegen Übertragung der Wertpapiere der zu deren Erwerb gezahlte Kaufpreis zurückzuzahlen ist. (T2)
  • RS0129706">5 Ob 133/15t
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 5 Ob 133/15t
    Auch; nur T2
  • RS0129706">1 Ob 118/16h
    Entscheidungstext OGH 18.10.2016 1 Ob 118/16h
    Ähnlich nur T2
  • RS0129706">1 Ob 28/17z
    Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 28/17z
    nur: Bei einer fehlerhaften Anlageberatung tritt der (reale) Schaden des Anlegers bereits durch den Erwerb der nicht gewünschten Vermögenswerte ein. (T3)
  • RS0129706">7 Ob 36/17w
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 7 Ob 36/17w
    Vgl
  • RS0129706">7 Ob 83/17g
    Entscheidungstext OGH 14.06.2017 7 Ob 83/17g
    Auch
  • RS0129706">6 Ob 118/16w
    Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 118/16w
    Auch; nur T3
  • RS0129706">8 Ob 109/16m
    Entscheidungstext OGH 29.06.2017 8 Ob 109/16m
    Auch; nur T3
  • RS0129706">8 Ob 79/16z
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 8 Ob 79/16z
    Vgl auch; Beisatz: Es soll eine ungerechtfertigte Bereicherung des Geschädigten dadurch vermieden werden, dass er Zug um Zug gegen Ersatz der wegen Fehlberatung aufgewendeten Ankaufskosten oder des wegen Fehlberatung entgangenen Verkaufserlöses zur Übertragung des Finanzprodukts verpflichtet wird. Die „Naturalrestitution“ bzw der „Naturalersatz“ ist beim Anlegerschaden somit eine besondere (Berechnungs-)Form des Geldersatzes. (T4)
  • RS0129706">9 Ob 70/16h
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 Ob 70/16h
    Vgl auch; Beis wie T4
  • RS0129706">10 Ob 25/17z
    Entscheidungstext OGH 14.11.2017 10 Ob 25/17z
    Auch; nur T3
  • RS0129706">3 Ob 167/17f
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 167/17f
    nur T3
  • RS0129706">7 Ob 95/17x
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 95/17x
    Auch
  • RS0129706">1 Ob 208/17w
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 1 Ob 208/17w
    Auch; Beisatz: Die „Naturalrestitution“ bzw der „Naturalersatz“ ist beim Schaden durch Erwerb einer unerwünschten Anlage nur eine besondere Berechnungsform des Geldersatzes. (T5)
  • RS0129706">4 Ob 94/17b
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 94/17b
    Auch; Veröff: SZ 2018/23
  • RS0129706">9 Ob 81/17b
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 9 Ob 81/17b
    Auch; Beis wie T4
  • RS0129706">1 Ob 109/18p
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 1 Ob 109/18p
    Vgl auch; Beisatz: Bei einer Schädigung durch die wegen Hochwassergefahr rechtswidrige Baulandwidmung und Baubewilligung tritt der Primärschaden als realer Schaden mit dem Erwerb (und der Bebauung) der Liegenschaft ein und nicht erst mit dem Auftreten hochwasserbedingter Schäden. (T6)
  • RS0129706">7 Ob 196/17z
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 7 Ob 196/17z
    Auch; Beisatz: Solange noch Ansprüche des Versicherungsnehmers aus dem Lebensversicherungsvertrag dem Versicherer gegenüber bestehen können (etwa Rücktrittsrechte, laufende Ablebensversicherung), ist die Lage mit dem Anleger vergleichbar, der das nicht gewollte Finanzprodukt behalten hat. Es steht dem Versicherungsnehmer bloß ein Anspruch auf Naturalrestitution (§ 1323 ABGB) zu. Er hat daher Anspruch auf Rückzahlung der zum Erwerb aufgewendeten Beträge Zug um Zug gegen Übertragung der Rechte aus dem Lebensversicherungsvertrag. (T7)
  • RS0129706">9 Ob 94/18s
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 Ob 94/18s
    Vgl auch; nur T3
  • RS0129706">1 Ob 78/19f
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 1 Ob 78/19f
    Vgl; nur T3
  • RS0129706">7 Ob 106/19t
    Entscheidungstext OGH 16.12.2019 7 Ob 106/19t
  • RS0129706">1 Ob 159/19t
    Entscheidungstext OGH 01.04.2020 1 Ob 159/19t
    Beisatz: Hier: Veranlagungen in geschlossene Fonds (vgl 2 Ob 99/16x; 8 Ob 109/16m; 7 Ob 95/17x; 7 Ob 106/19t). (T8)
  • RS0129706">3 Ob 55/20i
    Entscheidungstext OGH 23.09.2020 3 Ob 55/20i
    Vgl
  • RS0129706">5 Ob 168/21y
    Entscheidungstext OGH 04.11.2021 5 Ob 168/21y
    Vgl; nur T3; Beisatz: Hier: Vertragswidrige Depotrealisierung. (T9)
  • RS0129706">10 Ob 2/23a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 25.04.2023 10 Ob 2/23a
    vgl; Beisatz: Hier: Ersatz für ein Fahrzeug, das mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgestattet ist, kann - wenn eine (geeignete) Beseitigung der unzulässigen Abschalteinrichtung durch Reparatur des Fahrzeugs nicht angeboten wird - in Form einer Erstattung des Kaufpreises gegen Übergabe des mit der unzulässigen Abschalteinrichtung versehenen Fahrzeugs (Zug-um-Zug-Abwicklung) verlangt werden. (T10)
  • RS0129706">6 Ob 133/23m
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 20.11.2023 6 Ob 133/23m
    Beisatz wie T10: Hier: Der Schaden tritt bereits durch den Kaufvertrag über das KFZ ein, es sei denn es wäre im konkreten Fall ein Schadenseintritt deshalb zu verneinen, weil das objektiven Verkehrserwartungen nicht genügende Fahrzeug dennoch konkret dem Wilen des Käufers entsprochen hätte (Verweis 10 Ob 27/23b Rz 26) (T11)
  • RS0129706">6 Ob 197/23y
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.12.2023 6 Ob 197/23y
    Beisatz wie T11
  • RS0129706">10 Ob 17/24h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 14.05.2024 10 Ob 17/24h
    vgl; Beisatz wie T1
  • RS0129706">10 Ob 7/25i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 18.03.2025 10 Ob 7/25i
    Beisatz nur wie T11
  • RS0129706">7 Ob 123/25a
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 07.08.2025 7 Ob 123/25a
    Beisatz nur wie T11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:RS0129706

Im RIS seit

05.11.2014

Zuletzt aktualisiert am

08.09.2025
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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