RS OGH 1979/3/13 11Os14/79, 14Os2/06k

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 13.03.1979
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Norm

StGB §223 Abs1
StGB §223 Abs2

Rechtssatz

Überlassung der falschen Urkunde durch den Fälscher an einen Dritten zu tatbildlichem Gebrauch ist als (nach Abs 1) "vorbestrafte Nachtat" straflos.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 14/79
    Entscheidungstext OGH 13.03.1979 11 Os 14/79
    Veröff: EvBl 1979/210 S 524
  • 14 Os 2/06k
    Entscheidungstext OGH 17.02.2006 14 Os 2/06k
    Auch; Beisatz: Dass der Fälscher, welcher einem Dritten den Gebrauch am Tatobjekt ermöglicht, nicht als Beteiligter nach §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 223 Abs 2 StGB haftet, sondern nur nach § 223 Abs 1 StGB, birgt keine Inkonsequenz zur stillschweigenden Subsidiarität der Fälschung einer Urkunde bei nachfolgendem Gebrauch derselben durch den Fälscher selbst, weil bei wertender Betrachtung die vollendete eigene Straftat im Verhältnis zur Beteiligung an der (Verwertungs-)Tat eines Dritten vorgeht (Schwerpunkttheorie). (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0095799

Dokumentnummer

JJR_19790313_OGH0002_0110OS00014_7900000_002
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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