RS OGH 1980/6/17 10Os16/80, 12Os26/81, 12Os127/81, 11Os11/82, 9Os4/82, 10Os18/84, 10Os38/84, 9Os192/

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 17.06.1980
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Norm

StPO §313
StPO §314 Abs1
StPO §345 Abs1 Z6

Rechtssatz

"Vorgebracht" im Sinn des § 314 Abs 1 StPO ist eine für die Unterstellung der Tat unter ein weniger strenges Strafgesetz maßgebende Tatsache nicht nur, wenn sie in der Hauptverhandlung geradezu (konkret) "behauptet" wird, sondern auch dann, wenn sie sich aus den darin vorgeführten Beweismitteln immerhin mittelbar ergibt, sohin erschlossen werden kann. Bei solchen Beweismitteln, die neben der ihnen von der Anklagebehörde beigemessenen auch noch eine für den Angeklagten günstigere, zur Unterstellung seiner Tat unter ein milderes Strafgesetz führende, logisch und empirisch nicht ganz von der Hand zu weisende andere Deutung zulassen, ist demnach die Stellung einer entsprechenden (Eventualfrage) Frage jedenfalls indiziert.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 16/80
    Entscheidungstext OGH 17.06.1980 10 Os 16/80
    Veröff: SSt 51/29 = EvBl 1980/222 S 668
  • 12 Os 26/81
    Entscheidungstext OGH 25.06.1981 12 Os 26/81
    Ähnlich
  • 12 Os 127/81
    Entscheidungstext OGH 10.09.1981 12 Os 127/81
    Vgl auch; nur: "Vorgebracht" im Sinn des § 314 Abs 1 StPO ist eine für die Unterstellung der Tat unter ein weniger strenges Strafgesetz maßgebende Tatsache nicht nur, wenn sie in der Hauptverhandlung geradezu (konkret) "behauptet" wird, sondern auch dann, wenn sie sich aus den darin vorgeführten Beweismitteln immerhin mittelbar ergibt, sohin erschlossen werden kann. (T1)
  • 11 Os 11/82
    Entscheidungstext OGH 15.03.1982 11 Os 11/82
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Hier: Zu § 313 StPO. (T2)
  • 9 Os 4/82
    Entscheidungstext OGH 23.03.1982 9 Os 4/82
    Vgl auch; nur T1
  • 10 Os 18/84
    Entscheidungstext OGH 03.02.1984 10 Os 18/84
    nur T1
  • 10 Os 38/84
    Entscheidungstext OGH 11.04.1984 10 Os 38/84
    Vgl auch
  • 9 Os 192/83
    Entscheidungstext OGH 07.05.1984 9 Os 192/83
    Vgl auch; Veröff: SSt 55/21
  • 13 Os 177/84
    Entscheidungstext OGH 20.12.1984 13 Os 177/84
    Vgl; Beisatz: Das Vorbringen muss aber so konkret sein, dass bei Beachtung der objektivierten Tatelemente die gewünschte Deutung des Geschehens logisch und empirisch naheliegend ist. (T3)
  • 9 Os 7/85
    Entscheidungstext OGH 23.01.1985 9 Os 7/85
    Auch; nur T1
  • 11 Os 160/85
    Entscheidungstext OGH 22.10.1985 11 Os 160/85
    nur T1
  • 11 Os 95/86
    Entscheidungstext OGH 27.06.1986 11 Os 95/86
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Ein den Gerichtshof zur Stellung einer Zusatzfrage beziehungsweise einer Eventualfrage verpflichtendes Tatsachenvorbringen kann sich sowohl aus der Verantwortung des Angeklagten als auch aus sonstigen in der Hauptverhandlung im Rahmen des Beweisverfahrens hervorgekommenen Umständen ergeben. (T4)
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch; nur T1
  • 14 Os 75/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 14 Os 75/89
    nur T1
  • 15 Os 111/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 15 Os 111/89
    Vgl auch
  • 14 Os 105/89
    Entscheidungstext OGH 08.11.1989 14 Os 105/89
    nur T1; Veröff: SSt 60/71 = JBl 1990,262
  • 14 Os 180/93
    Entscheidungstext OGH 21.12.1993 14 Os 180/93
    nur T1
  • 13 Os 3/94
    Entscheidungstext OGH 02.03.1994 13 Os 3/94
    nur T1
  • 13 Os 88/95
    Entscheidungstext OGH 20.09.1995 13 Os 88/95
    Vgl auch
  • 12 Os 101/97
    Entscheidungstext OGH 16.10.1997 12 Os 101/97
    Vgl auch; nur T1
  • 14 Os 13/02
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 14 Os 13/02
    nur T1
  • 14 Os 108/02
    Entscheidungstext OGH 29.10.2002 14 Os 108/02
    nur T1; Beisatz: Es geht dabei um das Vorkommen einer erheblichen Tatsache in der Hauptverhandlung, einer Tatsache also, die, wäre sie im schöffengerichtlichen Verfahren vorgekommen, bei sonstiger Nichtigkeit aus § 281 Abs 1 Z 5 zweiter Fall erörterungsbedürftig gewesen wäre (WK-StPO § 345 Rz 42). (T5); Beisatz: Hier: Die - von einer Zeugin zum Teil bestätigte - Verantwortung des Angeklagten in der Hauptverhandlung in Richtung seines Bemühens unmittelbar nach Eintritt der (letztlich tödlichen) Schussverletzung des Opfers, dieses am Leben zu erhalten, rückt neben dem von der Anklage umfassten Tötungsvorsatz auch einen bloßen Verletzungsvorsatz in den näheren Bereich des Möglichen. Damit wäre aber den Geschworenen ein Fragenschema zu unterbreiten gewesen, das zusätzlich zu der gestellten Hauptfrage nach Mord und der Eventualfrage in Richtung fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen auch die Eventualfragen in Richtung Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (§ 86 StGB) sowie nach absichtlicher schwerer Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (§ 87 Abs 1 und Abs 2 zweiter Fall StGB) enthalten hätte. (T6)
  • 14 Os 149/02
    Entscheidungstext OGH 28.01.2003 14 Os 149/02
    Vgl auch; nur T1; Beis ähnlich T4; Beis wie T5
  • 14 Os 63/03
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 14 Os 63/03
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis ähnlich T5
  • 12 Os 109/04
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 12 Os 109/04
    nur: "Vorgebracht" ist eine Tatsache nicht nur, wenn sie in der Hauptverhandlung geradezu (konkret) "behauptet" wird, sondern auch dann, wenn sie aus den darin vorgeführten Beweismitteln erschlossen werden kann. (T7)
  • 13 Os 83/05p
    Entscheidungstext OGH 28.09.2005 13 Os 83/05p
    Vgl
  • 14 Os 108/05x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2005 14 Os 108/05x
    nur T1
  • 12 Os 54/06t
    Entscheidungstext OGH 27.07.2006 12 Os 54/06t
    Vgl auch; Beisatz: Die in der Hauptverhandlung verlesenen Aussagen vor der Sicherheitsbehörde und dem Untersuchungsrichter sind in die Betrachtung einzubeziehen. (T8)
  • 13 Os 76/06k
    Entscheidungstext OGH 23.08.2006 13 Os 76/06k
    Vgl auch; Beis wie T5; Beisatz: Die Erörterungsbedürftigkeit bestimmt sich unter dem Gesichtspunkt einer für den Prozessstandpunkt des Beschwerdeführers günstigeren Fallgestaltung. (T9)
  • 13 Os 137/06f
    Entscheidungstext OGH 24.01.2007 13 Os 137/06f
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 13 Os 6/19k
    Entscheidungstext OGH 24.04.2019 13 Os 6/19k
    Vgl auch; Beisatz: Zu den Kriterien der prozessordnungskonformen Darstellung der Fragenrüge (§ 345 Abs 1 Z 6 StPO) zählt auch das Erfordernis, dass der Schluss vom angesprochenen Verfahrensergebnis (§ 258 Abs 1 StPO iVm § 302 Abs 1 StPO) auf die begehrte Fragestellung den Gesetzen logischen Denkens und grundlegenden Erfahrungssätzen entsprechen muss. (T10)
  • 13 Os 93/20f
    Entscheidungstext OGH 09.12.2020 13 Os 93/20f
    Vgl aber; Beis wie T10
  • 11 Os 90/21a
    Entscheidungstext OGH 14.09.2021 11 Os 90/21a
    Vgl; Beis wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0100930

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2021
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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