RS OGH 1988/3/15 15Os17/88, 14Os127/90

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 15.03.1988
beobachten
merken

Norm

FinStrG §55
FinStrG §57
FinStrG §115
MRK Art6 Abs2 III

Rechtssatz

Die Unschuldsvermutung des Art 6 Abs 2 MRK schließt es aus, die Frage nach der Verwirklichung des objektiven Straftatbestandes mit einem bloßen Verweis auf einen in Rechtskraft erwachsenen Abgabenbescheid zu beantworten, die darin getroffenen Feststellungen ohne eigene Prüfung zu übernehmen und der Entscheidung zugrundezulegen. Es verstößt gegen elementare Grundsätze eines rechtsstaatlichen Verfahrens, einen im Abgabenverfahren (zudem einer anderen Person gegenüber) ergangenen Eingangsabgabenbescheid als für das Finanzstrafverfahren präjudiziell zu qualifizieren. VwGH vom 19.01.1984, 83/16/0024; Veröff: JBl 1985,379

Entscheidungstexte

  • 15 Os 17/88
    Entscheidungstext OGH 15.03.1988 15 Os 17/88
    Vgl; Beisatz: Die Entscheidungen des VwGH, VwGHSlg 5836 F (verstärkter Senat) und JBl 1985,379 betrafen keine der im § 55 FinStrG genannten Abgaben. (T1)
  • 14 Os 127/90
    Entscheidungstext OGH 21.11.1991 14 Os 127/90
    Vgl auch; Verstärkter Senat; Beisatz: Keine Bindungswirkung von Abgabenbescheiden. (T2) Veröff: EvBl 1992/26 S 93 = JBl 1992,656 (zustimmend Seiler) = RZ 1993/47 S 142

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0074740

Dokumentnummer

JJR_19880315_OGH0002_0150OS00017_8800000_001
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten