RS OGH 2024/6/19 14Os134/97; 13Os97/00; 15Os131/01; 15Os50/03; 14Os57/03; 12Os39/04; 13Os14/05s; 15O

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 01.10.1997
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Norm

StGB §21
StGB §23
StPO §180 Abs2 Z3 lita
  1. StGB § 23 heute
  2. StGB § 23 gültig ab 01.03.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  3. StGB § 23 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2007
  4. StGB § 23 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/1997
  5. StGB § 23 gültig von 01.01.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 599/1988
  1. StPO § 180 heute
  2. StPO § 180 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  3. StPO § 180 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  4. StPO § 180 gültig von 01.01.1998 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/1997
  5. StPO § 180 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  6. StPO § 180 gültig von 01.01.1994 bis 28.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  7. StPO § 180 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

"Schwere Folgen"

Der Begriff der "schweren Folgen" im § 180 Abs 2 Z 3 lit a StPO ist mit jenem der §§ 21 und 23 StGB ident; er umfasst nicht nur die tatbestandsmäßigen Folgen, sondern darüber hinaus alle konkreten Tatauswirkungen in der gesellschaftlichen Wirklichkeit, sohin auch Art, Ausmaß und Wichtigkeit aller effektiven Nachteile sowohl für den betroffenen Einzelnen als auch für die Gesellschaft im Ganzen, ferner die Eignung, umfangreiche und kostspielige Abwehrmaßnahmen auszulösen und weitreichende Beunruhigung und Besorgnisse herbeizuführen; auch der erhebliche soziale Störwert ist zu berücksichtigen (12 Os 34/96, 14 Os 186/93, 10 Os 56/76; Leukauf/Steininger Komm3 § 21 RN 13 f).Der Begriff der "schweren Folgen" im Paragraph 180, Absatz 2, Ziffer 3, Litera a, StPO ist mit jenem der Paragraphen 21 und 23 StGB ident; er umfasst nicht nur die tatbestandsmäßigen Folgen, sondern darüber hinaus alle konkreten Tatauswirkungen in der gesellschaftlichen Wirklichkeit, sohin auch Art, Ausmaß und Wichtigkeit aller effektiven Nachteile sowohl für den betroffenen Einzelnen als auch für die Gesellschaft im Ganzen, ferner die Eignung, umfangreiche und kostspielige Abwehrmaßnahmen auszulösen und weitreichende Beunruhigung und Besorgnisse herbeizuführen; auch der erhebliche soziale Störwert ist zu berücksichtigen (12 Os 34/96, 14 Os 186/93, 10 Os 56/76; Leukauf/Steininger Komm3 Paragraph 21, RN 13 f).

Entscheidungstexte

  • RS0108487">14 Os 134/97
    Entscheidungstext OGH 01.10.1997 14 Os 134/97
  • RS0108487">13 Os 97/00
    Entscheidungstext OGH 13.09.2000 13 Os 97/00
    Auch; Beisatz: Schwere Folgen müssen nicht strafrechtlicher Art sein, sondern können auch sozialer Art sein. Dass der Tod eines Menschen - wenn auch fahrlässig herbeigeführt - immer eine schwere Folge darstellt, ist wohl nicht zu bezweifeln. (T1)
  • RS0108487">15 Os 131/01
    Entscheidungstext OGH 20.09.2001 15 Os 131/01
    Vgl auch
  • RS0108487">15 Os 50/03
    Entscheidungstext OGH 10.04.2003 15 Os 50/03
  • RS0108487">14 Os 57/03
    Entscheidungstext OGH 23.04.2003 14 Os 57/03
    nur: Der Begriff der "schweren Folgen" im § 180 Abs 2 Z 3 lit a StPO umfasst nicht nur die tatbestandsmäßigen Folgen, sondern darüber hinaus alle konkreten Tatauswirkungen in der gesellschaftlichen Wirklichkeit, sohin auch Art, Ausmaß und Wichtigkeit aller effektiven Nachteile für die Gesellschaft im Ganzen, ferner die Eignung, umfangreiche und kostspielige Abwehrmaßnahmen auszulösen und weitreichende Beunruhigung und Besorgnisse herbeizuführen. (T2)
  • RS0108487">12 Os 39/04
    Entscheidungstext OGH 22.04.2004 12 Os 39/04
  • RS0108487">13 Os 14/05s
    Entscheidungstext OGH 02.03.2005 13 Os 14/05s
  • RS0108487">15 Os 89/05k
    Entscheidungstext OGH 01.09.2005 15 Os 89/05k
  • RS0108487">11 Os 9/06t
    Entscheidungstext OGH 14.03.2006 11 Os 9/06t
    nur: Der Begriff der "schweren Folgen" im § 21 StGB umfasst nicht nur die tatbestandsmäßigen Folgen, sondern darüber hinaus alle konkreten Tatauswirkungen in der gesellschaftlichen Wirklichkeit, sohin auch Art, Ausmaß und Wichtigkeit aller effektiven Nachteile sowohl für den betroffenen Einzelnen als auch für die Gesellschaft im Ganzen, ferner die Eignung, umfangreiche und kostspielige Abwehrmaßnahmen auszulösen und weitreichende Beunruhigung und Besorgnisse herbeizuführen; auch der soziale Störwert ist zu berücksichtigen. (T3)
  • RS0108487">12 Os 49/06g
    Entscheidungstext OGH 01.06.2006 12 Os 49/06g
    Beisatz: Dem Misslingen der gewollten Tatvollendung kommt bei Prüfung der schweren Tatfolgen keine ausschlaggebende Bedeutung zu. (T4)
  • RS0108487">11 Os 88/07m
    Entscheidungstext OGH 03.08.2007 11 Os 88/07m
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Aufgrund der Verwirklichung der Raubqualifikation „unter Verwendung einer Waffe" in beiden nunmehr verfahrensaktuellen Fällen ist die daraus abgeleitete Befürchtung der Begehung gleichartiger Straftaten mit jedenfalls schweren Folgen im Sinn des Z 3 lit a des § 180 Abs 2 StPO nicht zu beanstanden. (T5)
  • RS0108487">13 Os 62/07b
    Entscheidungstext OGH 01.08.2007 13 Os 62/07b
    Vgl auch; Beisatz: Die Bedrohung von Familienangehörigen mit dem Tod entspricht der von § 21 StGB angesprochenen Sozialschädlichkeit. (T6)
  • RS0108487">13 Os 120/08h
    Entscheidungstext OGH 01.10.2008 13 Os 120/08h
    Auch; Beis ähnlich wie T3
  • RS0108487">11 Os 75/10d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2010 11 Os 75/10d
    nur T3
  • RS0108487">11 Os 108/13m
    Entscheidungstext OGH 20.08.2013 11 Os 108/13m
  • RS0108487">12 Os 10/15k
    Entscheidungstext OGH 05.03.2015 12 Os 10/15k
    Vgl; Beisatz: Als Prognosetat kommen auch Fahrlässigkeitsdelikte in Betracht. (T7)
  • RS0108487">15 Os 69/19i
    Entscheidungstext OGH 17.10.2019 15 Os 69/19i
    Beisatz: Hier: Leugnung des Holocausts gegenüber einem begrenzten Adressatenkreis aus Behörden. (T8)
  • RS0108487">14 Os 90/20x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2020 14 Os 90/20x
    Vgl
  • RS0108487">14 Os 138/21g
    Entscheidungstext OGH 22.02.2022 14 Os 138/21g
  • RS0108487">15 Os 34/22x
    Entscheidungstext OGH 27.04.2022 15 Os 34/22x
    Vgl
  • RS0108487">14 Os 37/24h
    Entscheidungstext OGH 19.06.2024 14 Os 37/24h
    vgl; Beisatz: Die (rechtliche) Beurteilung der Tatfolgen als schwer ist auch dann anhand der tatbestandsmäßigen Folgen und der konkreten Tatauswirkungen in der gesellschaftlichen Wirklichkeit vorzunehmen, wenn sich die Prognose auf Taten im Sinn des § 21 Abs 3 zweiter Satz StGB bezieht. (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108487

Im RIS seit

31.10.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2024
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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