RS OGH 2004/1/27 14Os129/03, 15Os64/05h, 12Os117/05f, 14Os74/07z, 13Os109/07i (13Os110/07m), 15Os130

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Veröffentlicht am 27.01.2004
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Rechtssatz

Ein erfolgreich geltend gemachter Feststellungsmangel berechtigt den Obersten Gerichtshof zu einer Entscheidung in der Sache selbst (§ 288 Abs 2 Z 3 erster Satz StPO), wenn dieser eine sogenannte prozessuale Tatsache betrifft. Die Frage der Verjährung betrifft kein prozessuales Verfolgungshindernis, vielmehr einen materiellen Strafaufhebungsgrund, sodass eine Entscheidung in der Sache selbst grundsätzlich ausscheidet. Der Oberste Gerichtshof sieht jedoch von einer Verweisung an die erste Instanz - aus prozessökonomischen Gründen - ab, wenn die vermisste Feststellung auch in einem weiteren Rechtsgang nicht zu erwarten ist.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 129/03
    Entscheidungstext OGH 27.01.2004 14 Os 129/03
  • 15 Os 64/05h
    Entscheidungstext OGH 28.06.2005 15 Os 64/05h
    Auch
  • 12 Os 117/05f
    Entscheidungstext OGH 17.11.2005 12 Os 117/05f
    Vgl auch; nur: Die Frage der Verjährung betrifft kein prozessuales Verfolgungshindernis, vielmehr einen materiellen Strafaufhebungsgrund, sodass eine Entscheidung in der Sache selbst grundsätzlich ausscheidet. Der Oberste Gerichtshof sieht jedoch von einer Verweisung an die erste Instanz - aus prozessökonomischen Gründen - ab, wenn die vermisste Feststellung auch in einem weiteren Rechtsgang nicht zu erwarten ist. (T1)
  • 14 Os 74/07z
    Entscheidungstext OGH 28.08.2007 14 Os 74/07z
    Auch; nur T1
  • 13 Os 109/07i
    Entscheidungstext OGH 07.11.2007 13 Os 109/07i
    Vgl auch; nur: Ein erfolgreich geltend gemachter Feststellungsmangel berechtigt den Obersten Gerichtshof zu einer Entscheidung in der Sache selbst (§ 288 Abs 2 Z 3 erster Satz StPO), wenn dieser eine sogenannte prozessuale Tatsache betrifft. (T2)
    Beisatz: Wenn die für die Feststellungen über prozessuale Tatsachen notwendigen Beweismittel in der Hauptverhandlung vorgekommen sind, kann der Oberste Gerichtshof aus den Akten eigenständige Feststellungen treffen und aufgrund dieser in der Sache selbst entscheiden (WK-StPO § 288 Rz 40 ff). (T3)
    Beisatz: Verletzung des Grundsatzes der Spezialität der Auslieferung - prozessuales Verfolgungshindernis. (T4)
  • 15 Os 130/07t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 15 Os 130/07t
    Vgl auch
  • 11 Os 6/08d
    Entscheidungstext OGH 26.02.2008 11 Os 6/08d
    Vgl auch; Beisatz: Weil die Frage der Verjährung kein prozessuales Verfolgungshindernis betrifft, sondern einen materiellen Strafaufhebungsgrund (WK-StPO § 281 Rz 619 ff; WK-StGB - 2 Vorbem §§ 57-60 Rz 1), scheidet eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in der Sache selbst bei nicht ausreichender Feststellungsbasis an sich aus. Da die Ergänzung aktuell fehlender Feststellungen (hier zu sonstigen fristverlängernden Umständen im Sinne des § 58 StGB) nach der Aktenlage auch in einem weiteren Rechtsgang nicht zu erwarten ist, war aus prozessökonomischen Erwägungen von einer Verweisung an die erste Instanz abzusehen und in der Sache selbst zu entscheiden (WK-StPO § 288 Rz 24; WK-StGB - 2 § 57 Rz 19). (T5)
  • 12 Os 92/08h
    Entscheidungstext OGH 17.07.2008 12 Os 92/08h
    Vgl; Beisatz: Hier: Verfolgungsverjährung nach Schweizer Strafrecht als Tatortrecht (österreichischer Täter und österreichisches Opfer mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland). Eine § 58 Abs 2 StGB korrespondierende Bestimmung kannte und kennt das Schweizer Strafrecht nicht. Zwar betrifft der Entfall der Strafbarkeit nach § 65 Abs 4 StGB kein prozessuales Verfolgungshindernis, sondern einen materiellen Strafaufhebungsgrund, sodass eine Entscheidung durch den Obersten Gerichtshof in der Sache selbst bei nicht ausreichender Feststellungsbasis ausscheidet. Doch kann er auch in diesem Fall - ebenso wie bei der Frage der Verjährung nach österreichischem Recht - aus prozessökonomischen Erwägungen von einer Verweisung an die erste Instanz absehen, wenn - wie hier - die vermissten Feststellungen nach der Aktenlage auch in einem weiteren Rechtsgang nicht zu erwarten sind. (T6)
  • 11 Os 138/08s
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 11 Os 138/08s
  • 15 Os 80/09t
    Entscheidungstext OGH 24.06.2009 15 Os 80/09t
    Auch; nur T1
  • 12 Os 29/09w
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 12 Os 29/09w
    Beisatz: Da nach der Aktenlage und dem aktuellen Stand des Registers Verfahrensautomation Justiz auch in einem erneuerten Rechtsgang der Verjährung entgegenstehende Konstatierungen nicht zu erwarten sind, war aus prozessökonomischen Gründen von der Rückverweisung an die Tatsacheninstanz abzusehen, in der Sache selbst zu entscheiden und insoweit mit einem Freispruch vorzugehen. (T7)
  • 13 Os 19/08f
    Entscheidungstext OGH 15.10.2009 13 Os 19/08f
    Auch; Beisatz: Hier: Sperrwirkung nach Art 54 SDÜ. (T8)
  • 12 Os 6/10i
    Entscheidungstext OGH 08.04.2010 12 Os 6/10i
    Vgl
  • 15 Os 163/10z
    Entscheidungstext OGH 19.01.2011 15 Os 163/10z
    Vgl auch
  • 12 Os 210/10i
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 12 Os 210/10i
    nur T1; Beis wie T7
  • 15 Os 9/12f
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 9/12f
    Ähnlich
  • 11 Os 121/11w
    Entscheidungstext OGH 24.05.2012 11 Os 121/11w
    Vgl auch
  • 13 Os 163/11m
    Entscheidungstext OGH 10.05.2012 13 Os 163/11m
    Vgl auch
  • 15 Os 160/12m
    Entscheidungstext OGH 16.01.2013 15 Os 160/12m
    Auch; Beis wie T5
  • 14 Os 41/13f
    Entscheidungstext OGH 09.04.2013 14 Os 41/13f
    Auch
  • 15 Os 173/13z
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 15 Os 173/13z
    Beis wie T5
  • 17 Os 28/13s
    Entscheidungstext OGH 12.05.2014 17 Os 28/13s
    Auch; Beis wie T7
  • 15 Os 82/14v
    Entscheidungstext OGH 27.08.2014 15 Os 82/14v
    Auch; nur T2
  • 12 Os 164/14f
    Entscheidungstext OGH 15.01.2015 12 Os 164/14f
    Auch; Beisatz: Verlust des Verfolgungsrechts durch Versäumung der Fallfrist des § 263 Abs 4 StPO. (T8)
  • 17 Os 53/14v
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 17 Os 53/14v
    Auch; Beisatz: Hier: Fehlende Feststellungen zum Vorsatz. (T9)
  • 14 Os 23/15m
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 14 Os 23/15m
    Auch; nur T1
  • 11 Os 21/15w
    Entscheidungstext OGH 02.06.2015 11 Os 21/15w
    Auch; Beisatz: Hier: Rechtsfehler mangels Feststellungen zur angenommenen Qualifikation nach § 147 Abs 3 StGB. (T10)
  • 12 Os 63/15d
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 12 Os 63/15d
    Auch; Beisatz: Die Staatsanwaltschaft trifft keine Obliegenheit zum Hinweis auf Indizien für die Feststellung der fehlenden Sachverhaltselemente. (T11)
  • 12 Os 115/15a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 12 Os 115/15a
    Auch
  • 14 Os 49/15k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 14 Os 49/15k
    Auch
  • 11 Os 23/16s
    Entscheidungstext OGH 10.05.2016 11 Os 23/16s
    Auch
  • 14 Os 20/16x
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 14 Os 20/16x
    Auch
  • 12 Os 32/16x
    Entscheidungstext OGH 12.05.2016 12 Os 32/16x
    Auch; Beis wie T11
  • 17 Os 14/16m
    Entscheidungstext OGH 06.12.2016 17 Os 14/16m
    Vgl auch
  • 15 Os 135/16s
    Entscheidungstext OGH 18.01.2017 15 Os 135/16s
    Auch
  • 15 Os 1/17m
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 15 Os 1/17m
    Auch
  • 17 Os 5/17i
    Entscheidungstext OGH 12.06.2017 17 Os 5/17i
    Auch
  • 17 Os 12/17v
    Entscheidungstext OGH 25.09.2017 17 Os 12/17v
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0118545

Im RIS seit

26.02.2004

Zuletzt aktualisiert am

31.10.2017
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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