RS OGH 2017/9/6 12Os48/08p, 12Os83/08k (12Os107/08i), 14Os155/08p, 12Os73/08i, 14Os57/09b, 11Os116/0

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 15.05.2008
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Norm

SMG §28a Abs2 Z3
SMG §28a Abs4 Z3
  1. SMG § 28a heute
  2. SMG § 28a gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  1. SMG § 28a heute
  2. SMG § 28a gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007

Rechtssatz

Sobald der Täter mehr als das Fünfzehnfache der Grenzmenge im Sinn des § 28b SMG in Verkehr setzt und damit über den im Qualifikationstatbestand zum Ausdruck gebrachten Grundsatz der Zusammenrechnung das Verbrechen nach § 28a Abs 2 Z 3 SMG verwirklicht, entfällt eine weitere gedankliche Abtrennung von Suchtgiftquanten, weil bezüglich dieser Qualifikation keine gewerbsmäßige Begehung vorgesehen ist. Gleiches gilt nach § 28a Abs 4 Z 3 SMG bei Überschreiten des Fünfundzwanzigfachen der Grenzmenge.Sobald der Täter mehr als das Fünfzehnfache der Grenzmenge im Sinn des Paragraph 28 b, SMG in Verkehr setzt und damit über den im Qualifikationstatbestand zum Ausdruck gebrachten Grundsatz der Zusammenrechnung das Verbrechen nach Paragraph 28 a, Absatz 2, Ziffer 3, SMG verwirklicht, entfällt eine weitere gedankliche Abtrennung von Suchtgiftquanten, weil bezüglich dieser Qualifikation keine gewerbsmäßige Begehung vorgesehen ist. Gleiches gilt nach Paragraph 28 a, Absatz 4, Ziffer 3, SMG bei Überschreiten des Fünfundzwanzigfachen der Grenzmenge.

Entscheidungstexte

  • RS0123912">12 Os 48/08p
    Entscheidungstext OGH 15.05.2008 12 Os 48/08p
  • RS0123912">12 Os 83/08k
    Entscheidungstext OGH 22.08.2008 12 Os 83/08k
    Vgl; Beisatz: Die Annahme der erst mit der SMG-Novelle 2007 eingeführten Qualifikation der Überschreitung des Fünfzehnfachen der Grenzmenge nach § 28a Abs 2 Z 3 SMG und damit die darauf basierende, gegenüber dem Grunddelikt des vor Inkrafttreten des § 28a Abs 1 SMG in Geltung gewesenen § 28 Abs 2 SMG aF höhere Strafdrohung auf ein Tatverhalten, welches vor Inkrafttreten dieser neuen Bestimmung lag, widerspricht dem verfassungsgesetzlich vorgegebenen (Art 7 Abs 1 MRK) Rückwirkungsverbot des § 1 Abs 1 StGB. (T1)
  • RS0123912">14 Os 155/08p
    Entscheidungstext OGH 16.12.2008 14 Os 155/08p
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Im Tatzeitpunkt wies das SMG einen der (erst mit 1. 1. 2008 in Kraft getretenen) Mengenqualifikation des § 28a Abs 2 Z 3 SMG nF entsprechenden strafsatzändernden Erschwerungsumstand noch nicht auf. Diese Qualifikation kann daher als Vergleichsbasis schon mit Blick auf den ersten Satz des § 61 StGB nicht herangezogen werden. (T2)
    Beisatz: § 61 StGB kann nur dann zum Zug kommen, wenn sowohl alte als auch neue Rechtslage das inkriminierte Verhalten unter Strafe stellen bzw - wie im vorliegend zu entscheidenden Fall - sich inhaltlich jeweils überdeckende Qualifikationen vorsehen, also gewissermaßen eine Schnittmenge aufweisen. (T3)
    Beisatz: Eine nach altem Recht vorgegebene und nach den Urteilsannahmen auch erfüllte Gewerbsmäßigkeitsqualifikation - welche allerdings nach neuem Recht für sich allein noch keine Strafsatzänderung bewirkt - mit einer völlig andere Sachverhaltselemente voraussetzenden Mengenqualifikation, welche im Tatzeitpunkt noch keine Geltung hatte, kann nicht verglichen werden. (T4)
  • RS0123912">12 Os 73/08i
    Entscheidungstext OGH 19.06.2008 12 Os 73/08i
    Auch
  • RS0123912">14 Os 57/09b
    Entscheidungstext OGH 21.07.2009 14 Os 57/09b
    Vgl; Beis wie T1
  • RS0123912">11 Os 116/09g
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 11 Os 116/09g
    Vgl auch
  • RS0123912">12 Os 160/11p
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 12 Os 160/11p
    Vgl auch; Beisatz: Die mit der SMG-Novelle 2007 geschaffene Qualifikation des § 28 Abs 2 Z 3 SMG ist auf vor ihrem Inkrafttreten (am 1. Jänner 2008, BGBl I 2007/110 Z 30) gesetztes Verhalten nicht anzuwenden. (T5)
  • RS0123912">11 Os 104/12x
    Entscheidungstext OGH 09.10.2012 11 Os 104/12x
    Auch
  • RS0123912">14 Os 123/13i
    Entscheidungstext OGH 05.11.2013 14 Os 123/13i
    Vgl; Ähnlich Beis wie T1
  • RS0123912">14 Os 125/13h
    Entscheidungstext OGH 28.01.2014 14 Os 125/13h
    Vgl; Beisatz: Hier: Verfehlte Annahme von Verbrechen des Suchtgifthandels nach § 28a Abs 1 fünfter Fall, Abs 2 Z 1, Abs 4 Z 3 SMG und nach § 28a Abs 1 fünfter Fall Abs 2 Z 3 SMG. (T6)
  • RS0123912">11 Os 12/14w
    Entscheidungstext OGH 08.04.2014 11 Os 12/14w
    Vgl
  • RS0123912">11 Os 5/16v
    Entscheidungstext OGH 10.05.2016 11 Os 5/16v
    Auch
  • RS0123912">14 Os 25/17h
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 25/17h
    Auch
  • RS0123912">12 Os 20/17h
    Entscheidungstext OGH 22.06.2017 12 Os 20/17h
    Auch
  • RS0123912">13 Os 50/16a
    Entscheidungstext OGH 16.12.2016 13 Os 50/16a
    Auch
  • RS0123912">13 Os 78/17w
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 78/17w
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123912

Im RIS seit

14.06.2008

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2017
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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