RS OGH 2025/1/22 13Os83/08t; 14Os46/09k (14Os47/09g); 13Os39/09y; 13Os2/14i; 11Os56/20z; 14Os48/21x

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 27.08.2008
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Norm

MRK Art6 I
MRK Art8 IV3m
StPO §5 Abs1 B
StPO §89 Abs4 B
StPO §107 Abs4
StPO §159 Abs3
  1. StPO § 89 heute
  2. StPO § 89 gültig ab 01.01.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  3. StPO § 89 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 89 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  5. StPO § 89 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.2007
  1. StPO § 159 heute
  2. StPO § 159 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  3. StPO § 159 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StPO § 159 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StPO § 159 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Auch die Annahme eines aus § 5 Abs 1 StPO abzuleitenden Analogieverbots für Grundrechtseingriffe stünde der Vorführung ohne ausdrückliche gesetzliche Regelung gewonnener Beweise so lange nicht entgegen, als nicht just in der Vorführung ein Grundrechtseingriff lag. Vielmehr zeigt ein Umkehrschluss aus §§ 89 Abs 4, 159 Abs 3 letzter Satz StPO, dass die StPO - ganz im Sinn der Intention des historischen Gesetzgebers (vgl 25 BlgNR 22. GP 31) - eine Verwendungsverbotskonsequenz nur in Ausnahmefällen verlangt. Aus § 107 Abs 4 StPO folgt keine Vernichtungskonsequenz für unzulässig erhobene Beweise.Auch die Annahme eines aus Paragraph 5, Absatz eins, StPO abzuleitenden Analogieverbots für Grundrechtseingriffe stünde der Vorführung ohne ausdrückliche gesetzliche Regelung gewonnener Beweise so lange nicht entgegen, als nicht just in der Vorführung ein Grundrechtseingriff lag. Vielmehr zeigt ein Umkehrschluss aus Paragraphen 89, Absatz 4, 159, Absatz 3, letzter Satz StPO, dass die StPO - ganz im Sinn der Intention des historischen Gesetzgebers vergleiche 25 BlgNR 22. Gesetzgebungsperiode 31) - eine Verwendungsverbotskonsequenz nur in Ausnahmefällen verlangt. Aus Paragraph 107, Absatz 4, StPO folgt keine Vernichtungskonsequenz für unzulässig erhobene Beweise.

Entscheidungstexte

  • RS0124162">13 Os 83/08t
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 27.08.2008 13 Os 83/08t
  • RS0124162">14 Os 46/09k
    Entscheidungstext OGH 21.07.2009 14 Os 46/09k
    Vgl; Beisatz: Aus der Verletzung eines Beweiserhebungsverbots im Ermittlungsverfahren folgt keineswegs ohne weiteres ein Verbot der Vorführung des so erlangten Beweismittels in der Hauptverhandlung (WK-StPO § 281 Rz 65 ff, 337 f, insb 368; zum Grundrechtsschutz Dritter: WK-StPO § 281 Rz 176, 357). (T1)
    Beisatz: Hier hat das Oberlandesgericht zu Unrecht die Rückgabe der als Beweismittel gegen die Beschuldigten (§ 48 Abs 2 StPO) in der Hauptverhandlung in Frage kommenden Fotos angeordnet. (T2)
  • RS0124162">13 Os 39/09y
    Entscheidungstext OGH 27.08.2009 13 Os 39/09y
    Auch
  • RS0124162">13 Os 2/14i
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 2/14i
    Vgl
  • RS0124162">11 Os 56/20z
    Entscheidungstext OGH 13.10.2020 11 Os 56/20z
    Vgl; Beisatz: Für den Gegenstand des Ermittlungsverfahrens erhebliche Tatsachen sind – selbst wenn sie rechtswidrig ermittelt wurden – aktenmäßig festzuhalten, sofern das Gesetz nicht eine auf diese Rechtswidrigkeit bezogene besondere Anordnung zur Vernichtung (§ 89 Abs 4, § 123 Abs 3, § 124 Abs 4, § 139 Abs 4, § 142 Abs 5, § 143 Abs 1, § 159 Abs 3 StPO) oder zur getrennten Aufbewahrung oder Ausfolgung (§ 112 Abs 1, Abs 2 StPO) trifft. Aus der Verletzung eines Beweiserhebungsverbots im Ermittlungsverfahren folgt keineswegs zwingend ein Beweisverwertungsverbot. (T3)
  • RS0124162">14 Os 48/21x
    Entscheidungstext OGH 16.11.2021 14 Os 48/21x
    Vgl
  • RS0124162">14 Os 14/24a
    Entscheidungstext OGH 05.11.2024 14 Os 14/24a
    vgl
  • RS0124162">15 Os 129/24w
    Entscheidungstext OGH 22.01.2025 15 Os 129/24w
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124162

Im RIS seit

26.09.2008

Zuletzt aktualisiert am

25.04.2025
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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