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E000 EU- Recht allgemein;Norm
11992E030 EGV Art30;Beachte
Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 2001/07/0012 2001/07/0015 2001/07/0014 2001/07/0013Betreff
Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Graf und die Hofräte Dr. Bumberger, Dr. Beck, Dr. Hinterwirth und Dr. Enzenhofer als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Chlup, über die Beschwerden der A Reisebüro-Handelsgesellschaft m.b.H Nfg. N in H, vertreten durch Dr. Stephan Probst, Rechtsanwalt in 1010 Wien, Esslinggasse 9, gegen die Bescheide des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 1. jeweils vom 28. April 1999, Zlen. 69.102/87-VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0011), 69.102/88- VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0012), 69.102/89-VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0013), 69.102/90-VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0014) und 69.102/91-VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0015), sowie 2. vom 13. Dezember 2001, Zl. 12.407/62-I A 2/01 (prot. zu Zl. 2002/07/0010), jeweils betreffend Zulassung nach § 11 Pflanzenschutzmittelgesetz 1997, zu Recht erkannt:Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Graf und die Hofräte Dr. Bumberger, Dr. Beck, Dr. Hinterwirth und Dr. Enzenhofer als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Chlup, über die Beschwerden der A Reisebüro-Handelsgesellschaft m.b.H Nfg. N in H, vertreten durch Dr. Stephan Probst, Rechtsanwalt in 1010 Wien, Esslinggasse 9, gegen die Bescheide des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 1. jeweils vom 28. April 1999, Zlen. 69.102/87-VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0011), 69.102/88- VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0012), 69.102/89-VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0013), 69.102/90-VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0014) und 69.102/91-VI/C9/98 (prot. zu Zl. 2001/07/0015), sowie 2. vom 13. Dezember 2001, Zl. 12.407/62-I A 2/01 (prot. zu Zl. 2002/07/0010), jeweils betreffend Zulassung nach Paragraph 11, Pflanzenschutzmittelgesetz 1997, zu Recht erkannt:
Spruch
Die angefochtenen Bescheide werden wegen Rechtswidrigkeit ihres Inhaltes aufgehoben.
Der Bund hat der beschwerdeführenden Partei Aufwendungen in der Höhe von EUR 2.344,08 binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.
Das Mehrbegehren wird abgewiesen.
Begründung
Mit den angefochtenen Bescheiden wies die belangte Behörde Berufungen der beschwerdeführenden Partei gegen Bescheide des Bundesamtes und Forschungszentrums für Landwirtschaft, mit denen verschiedene Anträge auf vereinfachte Zulassung von Pflanzenschutzmitteln nach § 11 des Pflanzenschutzmittelgesetzes 1997, BGBl. I Nr. 60 (kurz: PMG 1997), abgewiesen wurden, gemäß § 66 Abs. 4 AVG ab.Mit den angefochtenen Bescheiden wies die belangte Behörde Berufungen der beschwerdeführenden Partei gegen Bescheide des Bundesamtes und Forschungszentrums für Landwirtschaft, mit denen verschiedene Anträge auf vereinfachte Zulassung von Pflanzenschutzmitteln nach Paragraph 11, des Pflanzenschutzmittelgesetzes 1997, Bundesgesetzblatt , I Nr. 60 (kurz: PMG 1997), abgewiesen wurden, gemäß Paragraph 66, Absatz 4, AVG ab.
Begründet wurden diese Abweisungen im Wesentlichen damit, dass die Pflanzenschutzmittel nicht vom "selben Hersteller" stammten (betr. die zu den hg. Zlen. 2001/07/0011 bis 0015 prot. Verfahren) bzw. keine Identität des Herstellers bestehe (betr. das zu hg. Zl. 2002/07/0010 prot. Verfahren), weshalb schon aus diesem Grund die Anträge abzuweisen gewesen seien.
Hinsichtlich des Pflanzenschutzmittels Phytocap (betr. das zu hg. Zl. 2001/07/0011 prot. Verfahrens) führte die belangte Behörde ergänzend aus, es betrage nach dem Bescheid des Bundesamtes und Forschungszentrum für Landwirtschaft der Wirkstoffgehalt des in Österreich bereits zugelassenen Pflanzenschutzmittels 750 g Captan/kg, der Wirkstoffgehalt des zur Zulassung beantragten Pflanzenschutzmittels jedoch 800 g Captan/kg. Statt eines wasserdispergierbaren Pulvers liege ein wasserdispergierbares Granulat vor. Das beantragte Pflanzenschutzmittel zeige bei der chemisch-physikalischen Analyse Unterschiedlichkeiten in den Spektren der Fourier-Transform-Infrarot-Spektroskopie auf. Da seitens der beschwerdeführenden Partei kein Vorbringen auf gleicher fachlicher Ebene erfolgt sei, bestehe für die belangte Behörde kein Anlass, an diesen Angaben des Bundesamtes und Forschungszentrums für Landwirtschaft zu zweifeln.
Gegen die zu den hg. Zlen. 2001/07/0011 bis 0015 angefochtenen Bescheide erhob die beschwerdeführende Partei zunächst Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof, welcher die Behandlung derselben mit Beschluss vom 28. November 2000, B 982- 986/99-14, ablehnte und dem Verwaltungsgerichtshof gemäß Art. 144 Abs. 3 B-VG abtrat.Gegen die zu den hg. Zlen. 2001/07/0011 bis 0015 angefochtenen Bescheide erhob die beschwerdeführende Partei zunächst Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof, welcher die Behandlung derselben mit Beschluss vom 28. November 2000, B 982- 986/99-14, ablehnte und dem Verwaltungsgerichtshof gemäß Artikel 144, Absatz 3, B-VG abtrat.
Gegen den zu hg. Zl. 2002/07/0010 angefochtenen Bescheid erhob die beschwerdeführende Partei unmittelbar Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof.
Der Verwaltungsgerichtshof hat die Beschwerden wegen ihres persönlichen und sachlichen Zusammenhanges zur gemeinsamen Beratung und Beschlussfassung verbunden und darüber erwogen:
§ 11 Pflanzenschutzmittelgesetz 1997 (PMG), BGBl. I Nr. 60, in der für den zu hg. Zl. 2002/07/0010 anhängigen Beschwerdefall maßgeblichen Fassung des Agrarrechtsänderungsgesetzes 2000, BGBl. I Nr. 39/2000, lautet: Paragraph 11, Pflanzenschutzmittelgesetz 1997 (PMG), BGBl. römisch eins Nr. 60, in der für den zu hg. Zl. 2002/07/0010 anhängigen Beschwerdefall maßgeblichen Fassung des Agrarrechtsänderungsgesetzes 2000, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 39 aus 2000,, lautet:
1. mit einem im Inland bereits - ausgenommen nach § 13 - zugelassenen Pflanzenschutzmittel identisch sind und 1. mit einem im Inland bereits - ausgenommen nach Paragraph 13, - zugelassenen Pflanzenschutzmittel identisch sind und
2. in anderen Staaten, die Vertragsparteien des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum sind, zugelassen sind,
bedarf einer vereinfachten Zulassung durch das Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft.
1. insofern denselben Ursprung wie das bereits zugelassene Pflanzenschutzmittel hat, als es von demselben Unternehmen oder einem verbundenen Unternehmen oder in Lizenz nach derselben Formel hergestellt wurde,
2. die gleichen Wirkstoffe mit annähernd gleichem Wirkungsgrad und mit entsprechendem Mindestreinheitsgrad enthält und
3. ansonsten mit diesem in Beschaffenheit und Zusammensetzung - abgesehen von offensichtlich für die Gesundheit von Mensch und Tier oder für die Umwelt oder für die Landwirtschaft unbedenklichen Abweichungen - sowie Kennzeichnung - ausgenommen Handelsbezeichnung und Zulassungsinhaber - und Eignung der Verpackung (§ 21) übereinstimmt. 3. ansonsten mit diesem in Beschaffenheit und Zusammensetzung - abgesehen von offensichtlich für die Gesundheit von Mensch und Tier oder für die Umwelt oder für die Landwirtschaft unbedenklichen Abweichungen - sowie Kennzeichnung - ausgenommen Handelsbezeichnung und Zulassungsinhaber - und Eignung der Verpackung (Paragraph 21,) übereinstimmt.
Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft kann, insbesondere zur Umsetzung von Rechtsvorschriften der Europäischen Gemeinschaft, durch Verordnung Vorschriften über Einzelheiten hinsichtlich des Vorliegens der Identität eines Pflanzenschutzmittels mit einem bereits zugelassenen Pflanzenschutzmittel, insbesondere hinsichtlich Pflanzenverträglichkeit und Bekämpfung von Schadorganismen und in Bezug auf Generika, festlegen."
§ 11 leg. cit. in der bis zum Inkrafttreten der vorzitierten Novelle am 8. Juli 2000 geltenden Stammfassung hatte folgenden Wortlaut: Paragraph 11, leg. cit. in der bis zum Inkrafttreten der vorzitierten Novelle am 8. Juli 2000 geltenden Stammfassung hatte folgenden Wortlaut:
1. mit einem im Inland bereits - ausgenommen nach § 13 - zugelassenen Pflanzenschutzmittel identisch sind und 1. mit einem im Inland bereits - ausgenommen nach Paragraph 13, - zugelassenen Pflanzenschutzmittel identisch sind und
2. in anderen Staaten, die Vertragsparteien des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum sind, hergestellt werden oder zugelassen sind, bedarf einer vereinfachten Zulassung durch das Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft.
Gerichtsentscheidung
EuGH 61977J0106 Simmenthal 2 VORABSchlagworte
Gemeinschaftsrecht Auslegung Allgemein EURallg3 Gemeinschaftsrecht Anwendungsvorrang, partielle Nichtanwendung von innerstaatlichem Recht EURallg1European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:VWGH:2005:2001070011.X00Im RIS seit
01.06.2005Zuletzt aktualisiert am
07.12.2011