RS Vfgh 2002/6/29 G11/02 - G318/02

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 29.06.2002
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Index

32 Steuerrecht
32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
BAO §184
EStG 1988 §45
EStG 1988 §121 Abs5 idF BGBl I 142/2000
EStG 1988 §121 Abs5 idF BGBl I 59/2001
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. EStG 1988 § 45 heute
  2. EStG 1988 § 45 gültig ab 15.08.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  3. EStG 1988 § 45 gültig von 21.03.2013 bis 14.08.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 53/2013
  4. EStG 1988 § 45 gültig von 01.04.2012 bis 20.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2012
  5. EStG 1988 § 45 gültig von 02.08.2011 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2011
  6. EStG 1988 § 45 gültig von 02.08.2011 bis 01.08.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2011
  7. EStG 1988 § 45 gültig von 28.10.2005 bis 01.08.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2005
  8. EStG 1988 § 45 gültig von 21.08.2003 bis 27.10.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  9. EStG 1988 § 45 gültig von 05.10.2002 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2002
  10. EStG 1988 § 45 gültig von 27.06.2001 bis 04.10.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  11. EStG 1988 § 45 gültig von 27.08.1994 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 680/1994
  12. EStG 1988 § 45 gültig von 01.12.1993 bis 26.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  13. EStG 1988 § 45 gültig von 21.04.1993 bis 30.11.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 253/1993
  14. EStG 1988 § 45 gültig von 01.07.1990 bis 20.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 281/1990
  15. EStG 1988 § 45 gültig von 30.07.1988 bis 30.06.1990
  1. EStG 1988 § 121 heute
  2. EStG 1988 § 121 gültig ab 24.01.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2003
  3. EStG 1988 § 121 gültig von 27.06.2001 bis 23.01.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  4. EStG 1988 § 121 gültig von 30.12.2000 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  5. EStG 1988 § 121 gültig von 29.11.1997 bis 29.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/1997
  6. EStG 1988 § 121 gültig von 01.05.1996 bis 28.11.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. EStG 1988 § 121 gültig von 05.05.1995 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1995
  8. EStG 1988 § 121 gültig von 30.07.1988 bis 04.05.1995
  1. EStG 1988 § 121 heute
  2. EStG 1988 § 121 gültig ab 24.01.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2003
  3. EStG 1988 § 121 gültig von 27.06.2001 bis 23.01.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  4. EStG 1988 § 121 gültig von 30.12.2000 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  5. EStG 1988 § 121 gültig von 29.11.1997 bis 29.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/1997
  6. EStG 1988 § 121 gültig von 01.05.1996 bis 28.11.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. EStG 1988 § 121 gültig von 05.05.1995 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1995
  8. EStG 1988 § 121 gültig von 30.07.1988 bis 04.05.1995

Leitsatz

Keine sachliche Rechtfertigung der Erhöhung der Einkommensteuervorauszahlung für bestimmte Kalenderjahre aufgrund unsachlicher Typisierung infolge fehlender Differenzierung zwischen verschiedenen Einkunftsarten; keine Sanierung durch individuelle Herabsetzungsmöglichkeit

Rechtssatz

Die Ziffern 2 und 3 des §121 Abs5 EStG 1988 idF BGBl I 142/2000 waren verfassungswidrig.Die Ziffern 2 und 3 des §121 Abs5 EStG 1988 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 142 aus 2000, waren verfassungswidrig.

Die in Prüfung gezogene Regelung des §121 Abs5 Z2 EStG 1988 (mit der die Z3 leg.cit. in untrennbarem Zusammenhang steht) führt wegen der fehlenden Differenzierung zwischen verschiedenen Einkunftsarten zu einer unsachlichen Typisierung bei der Festsetzung erhöhter Vorauszahlungen.

Anhebung grundsätzlich gerechtfertigt, um eine zeitnahe Steuerentrichtung zu erreichen.

Eine Veränderung der geschuldeten Steuerbeträge ist dann nur zulässig, wenn sich dafür im Rechts- oder im Tatsachenbereich hinreichende Gründe finden und die vorgenommene Erhöhung diesen Gründen entspricht.

Die Regelung über die Vorauszahlungserhöhung hat sich an den geschätzten Aufkommenseffekten der mit dem BudgetbegleitG 2001 getroffenen Steuermaßnahmen orientiert.

Die praktische Bedeutung des Investitionsfreibetrages ist im Bereich der typischerweise auf persönlichem Arbeitseinsatz beruhenden Einkünfte aus selbständiger Arbeit offensichtlich viel geringer als im Bereich der typischerweise (auch) auf Sachkapitaleinsatz beruhenden gewerblichen Einkünfte.

Der Gerichtshof vermag nicht zu erkennen, warum es im Zeitalter der EDV-unterstützten Erstellung von Steuerbescheiden unmöglich sein sollte, bei einer pauschalen Anhebung der Vorauszahlungen die Zusammensetzung des Einkommens (d.h. die "Betroffenheit" der einzelnen Einkunftsarten von den beschlossenen Erhöhungsmaßnahmen) zu berücksichtigen und eine dementsprechend differenzierende Regelung zu treffen.

Der Gerichtshof bezweifelt auch nicht, daß es im Zusammenhang mit Schätzungen nach §184 BAO zu Unschärfen kommen kann, die gewichtiger sind als diejenigen, die im Zusammenhang mit der Regelung des §121 Abs5 Z2 EStG 1988 auftauchen können. Dessen ungeachtet geht der Gesetzgeber auch in diesem Zusammenhang nur dann sachlich - und somit verfassungsrechtlich unbedenklich - vor, wenn er versucht, der Wirklichkeit so nahe wie möglich zu kommen.

Die Unsachlichkeit einer solchen Regelung kann auch nicht durch die Einräumung einer individuellen Herabsetzungsmöglichkeit "saniert" werden.

Ebenso zur Aufhebung der Z2 und Z3 des §121 Abs5 EStG 1988 idF BGBl I 59/2001: E v 26.11.02, G318/02.Ebenso zur Aufhebung der Z2 und Z3 des §121 Abs5 EStG 1988 in der Fassung BGBl römisch eins 59/2001: E v 26.11.02, G318/02.

(Anlaßfall zu G11/02: E v 29.06.02, B1363/01; Quasi-Anlaßfälle: E v 29.06.02, B1396/01, und B1379/01 - Aufhebung der angefochtenen Bescheide; Anlaßfall und Quasi-Anlaßfälle zu G318/02: E v 26.11.02, B990/02 und B458/02, sowie E v 11.12.02, B450/02).

Entscheidungstexte

Schlagworte

Einkommensteuer, Vorauszahlungen, Finanzverfahren, Schätzung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2002:G11.2002

Dokumentnummer

JFR_09979371_02G00011_01
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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