Norm
BDG 1979 §43Schlagworte
DienstpflichtverletzungText
DISZIPLINARERKENNTNIS
Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz hat durch RidOLG Mag. Marc Koller als Senatsvorsitzenden und die weiteren Mitglieder des Disziplinarsenats OStA Mag. Rüdiger Zentner und CI Christian Kircher in der Disziplinarsache gegen Insp. ***, stellvertretender Betriebsleiter - Betrieb KFZ in der ***, am 15. April 2015 in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen:
Das Disziplinarverfahren gegen Insp. *** wegen der in der Disziplinaranzeige vom **. Juli *** geschilderten Sachverhalte wird gemäß § 123 Abs 1 iVm § 118 Abs 1 Z 2 BDG 1979 eingestellt.Das Disziplinarverfahren gegen Insp. *** wegen der in der Disziplinaranzeige vom **. Juli *** geschilderten Sachverhalte wird gemäß Paragraph 123, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 eingestellt.
BEGRÜNDUNG:
Der am *** in *** geborene *** trat am ***. Jänner *** seinen Dienst in der *** an und wurde mit **. August *** in die *** versetzt. Seit **. August *** ist er mit dem Arbeitsplatz "Stellvertreter Betriebsleiter - Betrieb KFZ" betraut.
Die *** erstattete mit Schreiben vom **. Juli ***, eingelangt bei der Disziplinarkommission am **. Juli ***, gegen *** Disziplinaranzeige. Diese wurde dem Disziplinarbeschuldigten am ***. Juli *** zugestellt (ON 3) und nahm er dazu Stellung (ON 4). Dem Dienststellenausschuss wurde am **. Juli *** schriftlich mitgeteilt, dass eine Disziplinaranzeige erstattet worden ist.
Inhaltlich der Disziplinaranzeige werden dem Disziplinarbeschuldigten als Verstöße gegen § 43 Abs 1 und 2 BDG 1979 zu beurteilende Verhaltensweisen in Ansehung des Untersuchungshäftlings *** zur Last gelegt. Konkret soll demnach Insp. *** im April bzw. Mai *** ***, HNR ***, im Zuge seiner Tätigkeit als Justizwachebeamter in der *** mehrfach beschimpft, die Treppe hinuntergestoßen und diesen genötigt haben, von diesem Vorfall nichts zu erzählen, da ansonsten etwas passiere, sowie am *** die Kaffeetasse aus der Hand geschlagen haben, wodurch dieser verletzt worden sei.Inhaltlich der Disziplinaranzeige werden dem Disziplinarbeschuldigten als Verstöße gegen Paragraph 43, Absatz eins und 2 BDG 1979 zu beurteilende Verhaltensweisen in Ansehung des Untersuchungshäftlings *** zur Last gelegt. Konkret soll demnach Insp. *** im April bzw. Mai *** ***, HNR ***, im Zuge seiner Tätigkeit als Justizwachebeamter in der *** mehrfach beschimpft, die Treppe hinuntergestoßen und diesen genötigt haben, von diesem Vorfall nichts zu erzählen, da ansonsten etwas passiere, sowie am *** die Kaffeetasse aus der Hand geschlagen haben, wodurch dieser verletzt worden sei.
Bei der *** behängte zu ** St *** seit **. April *** wegen §§ 83 Abs 1, 84 Abs 1; 15 Abs 1, 105 Abs 1; 202 Abs 1 iVm § 313 StGB ein Strafverfahren gegen den Disziplinarbeschuldigten. Gegenstand dieses Verfahrens waren unter anderem die in der Disziplinaranzeige angeführten Vorwürfe.Bei der *** behängte zu ** St *** seit **. April *** wegen Paragraphen 83, Absatz eins, 84, Absatz eins,; 15 Absatz eins, 105, Absatz eins,; 202 Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 313, StGB ein Strafverfahren gegen den Disziplinarbeschuldigten. Gegenstand dieses Verfahrens waren unter anderem die in der Disziplinaranzeige angeführten Vorwürfe.
Nach Durchführung umfangreicher Erhebungen wurde dieses Ermittlungsverfahren am 8.1.2015 gemäß § 190 Z 2 StPO mit nachstehender Begründung eingestellt:Nach Durchführung umfangreicher Erhebungen wurde dieses Ermittlungsverfahren am 8.1.2015 gemäß Paragraph 190, Ziffer 2, StPO mit nachstehender Begründung eingestellt:
„In Würdigung der vorliegenden Beweise ist gegen den Justizwachebeamten Insp. *** aufgrund der angeführten zahlreichen Ungereimtheiten in den Angaben des Anzeigers ***, die teilweise auch in krassem Widerspruch zu den glaubwürdigen Angaben der einvernommenen Zeugen stehen, ein Tatverdacht mitnichten zu führen.“ (AS 5 in ON 1 in 5 St 68/14i)
Gegenstand des Ermittlungsverfahren ** St *** war zunächst ein von der *** übermittelter Aktenvermerk vom **. Juni ***, wonach *** bei der täglichen Wundversorgung in der Krankenabteilung vorgebracht habe, dass ihm von einem Beamten beide Beine mit heißem Kaffee übergossen worden seien. Er habe jedoch den Namen des Beamten nicht nennen wollen und vorgebracht, dass er bei Schwester *** bezüglich dieser Verletzungen falsche Angaben gemacht habe.
Mit Schreiben vom **. Juli *** erstattete *** bei der *** Anzeige wegen schwerer Körperverletzung gegen den Disziplinarbeschuldigten, zumal dieser – zusammengefasst - bereits am ersten Tag seiner Haft zu ihm gesagt habe "Sie sehen aus wie eine Missgeburt" und ihn ein paar Wochen später die Treppen in der *** hinuntergeworfen habe, weil er sich über die Benützung des Fahrstuhls aufgeregt habe. *** brachte weiters vor, dass er dabei sogleich aus dem Mund geblutet habe und dauere dieser Zustand an. Weiters habe Insp. *** damals geäußert, wenn *** den Vorfall melde, werde es ihm schlecht ergehen.
*** behauptete in diesem Schreiben weiters, dass ihn ein Justizwachebeamte in seinem Haftraum aufgeweckt und geäußert habe, er solle die Strafanzeige gegen *** zurückziehen. Als *** äußerte, er werde dies nicht tun, habe ihn der Justizwachebeamte über der Hose mit Kaffee beschüttet und dabei gesagt, er werde noch sehen, wie es ihm in der Haft ergehe. Dabei habe *** Verletzungen an den Beinen erlitten.
In einem weiteren, mit **. Juli *** datierten Schreiben an die *** (ON ** in ** St ***) erstattete *** weiters Anzeige gegen Insp. ***, zumal dieser, als er sich in der Krankenstation befunden habe, in den Haftraum gekommen sei und ihn gefragt habe, ob er gegen ihn Anzeige erstattet habe. *** habe dies verneint, worauf *** gesagt habe, das bleibe auch so. In weiterer Folge habe ihn *** aufgefordert sich auszuziehen, damit er seinen mit Brandwunden versehenen Körper filmen könne. Als *** dieser Aufforderung nicht nachgekommen sei, habe ihm *** eine Ohrfeige versetzt und sodann, als er sich letztlich komplett entkleidet habe, zusammengefasst aufgefordert, an sich selbst einen Handverkehr durchzuführen und ihn dabei gefilmt.
Nachstehend werden die Angaben der im staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren einvernommenen Personen dargestellt:
Insp. *** verantwortete sich am *** im Ermittlungsverfahren in seiner Beschuldigteneinvernahme leugnend und gab dieser zusammengefasst an, dass die Vorwürfe des *** nicht der Wahrheit entsprächen, fern der Realität und absurd seien. Den von *** behaupteten Sturz habe es nicht gegeben. Die erste Begegnung mit *** habe zwischen **. März und **. März *** stattgefunden, im Zuge derer *** ihn aufgefordert habe, ihn als Chef oder Besitzer eines *** in *** entsprechend zu behandeln. *** habe *** darauf hingewiesen, dass es Spielregeln in Form einer Hausordnung gebe, an die sich alle halten müssten.
Zu den angeblichen Beschimpfungen im Zuge der Aufnahme äußerte sich Insp. *** ebenfalls leugnend und gab er an, für die Aufnahme seien eigene Beamte zuständig, er sei nie in der Aufnahme. Ob er damals *** von der Aufnahme abgeholt habe, wisse er nicht mehr. Er habe selbst, als *** in die Justizanstalt gekommen sei, angeregt, dass dieser aufgrund seiner Verbrennungen eine Liftfahrerlaubnis erhalte.
Es habe zwar am **. Juni *** eine Begegnung mit *** vor dem Haftraum *** gegeben, zumal er zuvor gehört habe, dass *** ihn der Nötigung bezichtige. Er sei dabei allein zu *** gegangen, habe aber mit Insp. ***, der Dienst gehabt habe, Blickkontakt gehalten und *** aufgefordert, den Haftraum kurz zu verlassen. Vor dem Haftraum sei es zum Gespräch gekommen und *** habe *** konfrontiert, dass er gehört habe, dass ihn dieser absichtlich die Stiegen steigen lasse, anstatt mit dem Lift zu fahren. *** habe geäußert, dass dies nicht stimme und er kein Problem mit ihm habe. Das gesamte Gespräch habe zwei Minuten gedauert und sei von Insp. *** beobachtet worden.
Auch der Vorwurf bezüglich der Videoaufzeichnungen in der Krankenabteilung sei nicht richtig.
*** gab zusammengefasst am **. August an, dass er seit **. März *** in Haft sei. Aufgrund eines am **. März *** stattgefundenen Autounfalls seien 75 % seiner Haut verbrannt. Er habe sich einer Vielzahl von Operationen unterzogen, zum Zeitpunkt, als er in die Justizanstalt eingeliefert worden sei, habe er keine offenen Wunden gehabt.
Schon am **. März in der Ankleidekammer habe der Disziplinarbeschuldigte geäußert: "Seit wann werden Missgeburten in die JA aufgenommen?".
Aufgrund seiner Verletzungen dürfe er den Fahrstuhl benützen, wobei dies Insp. *** missfallen habe, zumal er ausschließlich wegen *** den Fahrstuhl benutzen musste. Etwa 14 Tage nach der Einlieferung habe *** daher geäußert, dass sie dieses Mal das Treppenhaus nehmen würden. Als *** erwiderte, dass dies die Ärztin verboten habe, habe ihm *** einen Schubs gegeben, woraufhin er 12 Treppenstufen hinuntergefallen sei. Er habe sich dabei das rechte Bein aufgeschürft und am Auge verletzt; auch sei die Brille kaputt gegangen. Weiters habe er sofort aus dem Mund geblutet und *** geäußert, dass er bloß die "Schnauze" halten solle.
Zwei bis drei Tage später sei *** in die Krankenabteilung gegangen. Er habe deswegen gewartet, bis *** einen freien Tag hatte, und er hätte sich auch nicht gemeldet, wenn es ihm gesundheitlich besser gegangen wäre. Da er aber wieder Blut gespuckt habe, sei er in die Krankenstation gegangen und habe er am gleichen Tag dem Leiter der Justizanstalt einen Brief geschrieben und Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft erstattet. Diese Schreiben seien jedoch nie bestimmungsgemäß angekommen. Er habe dann alles der Krankenschwester gemeldet und diese habe auch gesagt, es könne sich nur um Insp. *** handeln. Aufgrund der Verletzungen sowie des Blutspuckens sei er dann für zwei Wochen stationär in die Krankenabteilung gekommen und sei er seit dem Sturz auf dem rechten Auge blind.
Etwa vier Wochen nach dem Vorfall, sohin im Mai, habe es ein Gespräch mit dem Leiter der Justizanstalt gegeben. Dabei seien dessen zwei Stellvertreter anwesend gewesen. Das Gespräch habe am Flur in Anwesenheit zweier weiterer Justizwachebeamten stattgefunden. Zum Anstaltsleiter habe *** gesagt, dass er den Namen des Täters nur unter vier Augen nennen werde. Den Krankenschwestern habe er den Namen zuvor genannt, weil diese einer Schweigepflicht unterliegen würden. Der Anstaltsleiter habe dann sofort gesagt "Lassen Sie mich raten, Herr *** war's". *** habe lediglich genickt.
Am **. Juni *** sei ein unbekannter Beamter in den Haftraum gekommen und habe ihm schöne Grüße von Herrn *** ausgerichtet, welcher mitbekommen habe, dass er Strafanzeige erstattet habe. Der Beamte habe ihn aufgefordert, die Anzeige zurückzuziehen. *** habe gesagt, dass er das nicht machen werde, woraufhin der Beamte die heiße Tasse Kaffee über den Tisch gekippt habe und der Kaffee ihm über die Beine gelaufen sei. Im Bereich der Knie und des linken Schienbeins habe er Wunden davongetragen. Auf Vorhalt, dass er gegenüber einer Krankenschwester angegeben habe, dass der Treppensturz selbst verschuldet sei, gab *** an, dass er dies nie gesagt habe.
Zum angezeigten Vorfall hinsichtlich der Videoaufzeichnungen gab *** an, dass er dies schon der Staatsanwaltschaft geschrieben habe und weitere Aussagen nicht tätigen möchte.
Der Zeuge ***, Justizwachebeamter, gab an, dass er Abteilungskommandant in der Station ***, und Insp. *** bei ihm eingeteilt sei. *** habe um Vorführung zum Anstaltsleiter gebeten und angeführt, dass er gegen einen Beamten Anzeige erstatten möchte. *** sei daraufhin zu ihm gegangen und habe *** aufgefordert, den Namen des Beamten zu nennen. *** sei dieser Aufforderung nicht nachgekommen, habe lediglich geäußert, dass er über die Treppe gestoßen worden sei, was aber schon länger zurück liege. *** habe den Namen nicht genannt, aber den Verursacher beschrieben und geäußert, es handle sich um keinen Beamten, der ständig auf der Abteilung ** sei, sondern nur am Wochenende dort Dienst versehe. Weiters habe *** gesagt, dass der Täter ** Meter groß und muskulös sei. Dies treffe ebenso wenig auf *** zu wie der Umstand, dass der angebliche Täter lediglich am Wochenende Dienst versehe.
Er selbst habe bei *** keine Verletzungen außer den bekannten Verbrennungsnarben festgestellt.
Richtig sei, dass *** veranlasst habe, dass die Liftfahrbewilligung für *** in der Station aufliege.
Der Leiter der ***, ***, gab bei seiner zeugenschaftlichen Einvernahme am **. September ** an, dass es am **. Juni ein Gespräch mit ** gegeben habe. Dabei seien ***, *** sowie ein Mitarbeiter des Sozialen Dienstes anwesend gewesen. *** habe dabei vorgebracht, dass er von einem Mitarbeiter der Justizanstalt beschimpft und vor einiger Zeit über eine Treppe gestoßen worden sei. Den Namen des Mitarbeiters habe er nicht nennen wollen. Auch im am selben Tag übermittelten Schreiben des *** sei kein Name ersichtlich gewesen, weshalb er am **. Juni *** ersucht habe, ein Gespräch mit *** zu führen und den Namen des beschuldigten Beamten zu erfragen. *** habe ihm dann mitgeteilt, dass es sich um Insp. *** handle, und einen zweiter Brief des *** übermittelt. Beide Briefe seien der Polizei übergeben worden. Die Behauptung von ***, dass er mit diesem unter vier Augen gesprochen habe, sei jedenfalls unrichtig.
***, Stellvertreter des Justizwachekommandanten, gab als Zeuge vernommen am **. September *** an, dass er vom Anstaltsleiter am **. Juni *** den Auftrag erhalten habe, mit *** zu sprechen, um den Namen des Beamten, welcher *** die Treppe hinuntergestoßen haben soll, zu erfragen. Er sei zu *** in die Abteilung ** gegangen und habe dort mit *** alleine gesprochen. *** habe ihm dann den Namen *** genannt. Dies habe *** sodann dem Anstaltsleiter weitergemeldet. Den von *** zitierten Satz "Lassen Sie mich mal raten, Herr *** wars", habe er nicht gesagt. *** habe den Namen *** von sich aus geäußert.
Am selben Tag habe es um 10.40 Uhr ein neuerliches Gespräch zwischen ihm und *** gegeben, bei dem dieser erzählt habe, dass ihn *** zwischenzeitig aufgesucht und bedroht hätte. *** habe jedoch bei dieser Begegnung nichts davon erzählt, dass ihm jemand Kaffee über die Beine geleert habe. Man habe äußerlich auch davon nichts gesehen und das Verhalten des *** habe nicht darauf hingedeutet, dass dieser Schmerzen habe.
***, Justizwachebeamter, gab am **. September *** an, dass er gemeinsam mit dem Disziplinarbeschuldigten öfters Dienst versehe. *** habe von der von *** behaupteten Nötigung durch ihn erfahren, zumal er diese in einem Gespräch zweier Krankenschwestern mitgehört habe.
Nachdem er Insp. *** davon erzählt habe, habe dieser gesagt, dass er zu *** gehe, um mit ihm zu reden. *** habe ihm davon abgeraten, *** sei jedoch trotzdem zu *** gegangen. *** sei während dieser Zeit in der Koje geblieben, welche ungefähr 15 - 20 Meter vom Haftraum des *** entfernt gewesen sei. Er habe freie Sicht gehabt, zumal es ein gerader Gang sei. *** habe den Haftraum aufgesperrt und *** diesen verlassen. Die beiden haben sich auf dem Gang unterhalten, wobei es sich um eine normale ruhige Unterhaltung gehandelt habe. Den Inhalt des Gesprächs habe er jedoch nicht verstanden. *** habe nach dem Gespräch zu ihm gesagt, dass *** geäußert habe, es handle sich alles um ein Missverständnis und es sei alles in Ordnung. Etwa eine halbe Stunde nach diesem Gespräch sei *** wieder zu *** gekommen und dieser habe wieder angegeben, von *** bedroht worden zu sein, woraufhin *** die Verlegung des *** angeordnet habe. Frische Verletzungen habe *** bei *** nie feststellen können.
Dass am 26.6.2014 ein abteilungsfremder Beamter *** in dessen Haftraum aufgesucht habe, könne er ausschließen.
*** gab am **. September *** an, dass er beim Gespräch zwischen dem Anstaltsleiter und *** dabei gewesen sei. Bei diesem habe *** angegeben, von einem Beamten über die Stiege gestoßen worden zu sein, er habe jedoch gesagt, dass es sich um keinen Beamten der Ebene * sondern um einen Beamten der Ebene * handle. Einen Namen habe er dabei nicht genannt.
***, Krankenschwester in der ***, gab am ***. Juli *** an, dass *** am **. Juni *** auf die Krankenstation verlegt worden sei. Am nächsten Vormittag habe sie seinen Verband gewechselt, da habe er nur eine Wunde am Schienbein gehabt. Am Samstag seien ihr am Schienbein und an den Knien neue Wunden aufgefallen und *** habe über Nachfragen geäußert, dass kein Fremdverschulden vorliege, er sei in der Nacht gestürzt. Zumal *** aufgrund seiner großflächigen Verbrennungen an eingeschränkter Bewegungsfähigkeit leide, hätten die Verletzungen zum geschilderten Sturzgeschehen gepasst. Erst am Montag darauf habe sie von ***, ebenfalls Krankenschwester, gehört, dass *** geäußert habe, dass er ihr gegenüber nicht die Wahrheit gesagt habe, zumal er ihr nicht vertraue.
Der Disziplinaranzeige wurde auch die in der Justizanstalt geführte Krankengeschichte des *** angeschlossen (AS 21ff in ON 1). Dieser sind eine Vielzahl von Terminen *** auf der Krankenstation zu entnehmen. Soweit für das Verfahren relevant, suchte er am **. April *** aufgrund eines Sturzes auf die rechte Hand die Krankenstation auf, wobei als Befund keine knöchernen Verletzungen diagnostiziert wurden. Am **. Mai *** gab er an, seit drei Tagen an Hämoptyse und an Hämatochezie zu leiden. Auch am **. Mai *** gab er an, dass er erneut viel Blut gespuckt habe. Am **. Mai *** findet sich der Vermerk, dass nach wie vor keine Ursache für das Blutspucken herausgefunden worden sei.
Offenbar erstmals am **. Juni *** gab *** im Zuge der Untersuchung an, dass er seit ca. einer Woche an einer Sehstörung am rechten Auge leide.
Am **. Juni *** findet sich die Anmerkung, dass *** angibt, im Bad ausgerutscht zu sein und sich beim Knie und beim Schienbein links angeschlagen zu haben. Es werden zwei leichte oberflächliche Abschürfungen diagnostiziert.
Am **. Juni *** gab *** an, dass er vor einiger Zeit von einem Beamten die Treppe heruntergestoßen worden sei und er seitdem eine offene Stelle an der rechten Tibia habe.
Am **. Juni gab *** an, dass er in der Nacht gestürzt sei, er habe offene Stellen an den Knien und Unterschenkeln links. Ein Fremdverschulden wird nicht angegeben.
Am **. Juni wird vermerkt, dass *** erklärte, gegenüber Schwester *** falsche Angaben gemacht zu haben und am Freitag, **. Juni *** habe ihn ein Beamter mit heißem Kaffee an den Beinen übergossen.
In seiner Stellungnahme vom 9.9.2014 (ON 4) bestreitet der Disziplinarbeschuldigte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und verweist auf seine Angaben im obigen Ermittlungsverfahren.
Der Disziplinaranwalt machte von der ihm eingeräumten Möglichkeit zur Stellungnahme zu einem mit Blick insbesondere auf die Begründung der Einstellung des gegen die Disziplinarbeschuldigte geführten Ermittlungsverfahrens zu erwägenden und vom Disziplinarbeschuldigten auch beantragten (AS 5 in ON 6) Vorgehen in Richtung § 118 Abs 1 Z 1 und 2 BDG 1979 nicht Gebrauch, beantragte auch keine weiterführenden Erhebungsschritte bzw. Beweisaufnahmen (ON 11).Der Disziplinaranwalt machte von der ihm eingeräumten Möglichkeit zur Stellungnahme zu einem mit Blick insbesondere auf die Begründung der Einstellung des gegen die Disziplinarbeschuldigte geführten Ermittlungsverfahrens zu erwägenden und vom Disziplinarbeschuldigten auch beantragten (AS 5 in ON 6) Vorgehen in Richtung Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer eins und 2 BDG 1979 nicht Gebrauch, beantragte auch keine weiterführenden Erhebungsschritte bzw. Beweisaufnahmen (ON 11).
Von der Disziplinarkommission wurde im Hinblick auf die obigen ausführlichen Depositionen des Disziplinarbeschuldigten von der Einholung weiterer Stellungnahmen desselben abgesehen. Weitere Erhebungen sind aufgrund der umfangreichen Ermittlungen im Strafverfahren nicht erforderlich und auch nicht zielführend.
Nach den Ergebnissen des Ermittlungsverfahrens zu ** St *** der ***, insbesondere den darin enthaltenen Angaben des Disziplinarbeschuldigten und den damit in Einklang stehenden, konsistenten Zeugeneinvernahmen können – auch und gerade mit Blick auf das in sich und zu den anderen Beweisergebnissen völlig widersprüchliche, das Übergießen mit Kaffee im Übrigen ohnedies nicht dem Disziplinarbeschuldigten zuordnende Aussageverhalten *** - die gegen Insp.**** erhobenen Vorwürfe, im April bzw. Mai *** ***, HNR ***, im Zuge seiner Tätigkeit als Justizwachebeamter in der *** mehrfach beschimpft, die Treppe hinuntergestoßen und diesen genötigt zu haben, von diesem Vorfall nichts zu erzählen, da ansonsten etwas passiere, sowie am *** die Kaffeetasse aus der Hand geschlagen zu haben, wodurch dieser verletzt worden sei, und dadurch gegen seine Dienstpflichten nach § 43 Abs 1 BDG 1979, seine dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, sowie nach § 43 Abs 2 BDG 1979 in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Verhalten der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit iSd § 91 BDG 1979 schuldhaft seine Dienstpflichten verletzt zu haben, nicht verifiziert und keine entsprechenden Feststellungen getroffen werden. In diesem Zusammenhang exemplarisch hervorzuheben bleiben unerklärliche, nicht auflösbare Divergenzen zwischen obig dargestellten Aufzeichungen der Krankenabteilung in der Justizanstalt und den Angaben *** nicht zuletzt in Ansehung behaupteter Tatzeiten, -modalitäten und -folgen. *** gab an, ca. drei Tage nach dem Treppensturz, sohin Anfang April wegen des Blutspuckens die Krankenstation aufgesucht zu haben. Ein Hinweis auf eine solche Erkrankung ergibt sich jedoch in der Krankengeschichte erstmals mit ***. Im Widerspruch zur Behauptung ***, er sei seit dem Treppensturz auf einem Auge blind, steht auch die Eintragung vom ***, wonach er angab, seit einer Woche an Sehstörungen zu leiden. Auf die Einschätzung des Disziplinarbeschuldigten als für seinen humanen Umgang mit Häftlingen bekannten, über keinerlei Aggressions- bzw. Gewaltpotential verfügenden und äußerst gewissenhaften, pflichtbewussten Justizwachebeamten durch den Anstaltsleiter der *** (AS 4 in ON 3) sei ebenso verwiesen.Nach den Ergebnissen des Ermittlungsverfahrens zu ** St *** der ***, insbesondere den darin enthaltenen Angaben des Disziplinarbeschuldigten und den damit in Einklang stehenden, konsistenten Zeugeneinvernahmen können – auch und gerade mit Blick auf das in sich und zu den anderen Beweisergebnissen völlig widersprüchliche, das Übergießen mit Kaffee im Übrigen ohnedies nicht dem Disziplinarbeschuldigten zuordnende Aussageverhalten *** - die gegen Insp.**** erhobenen Vorwürfe, im April bzw. Mai *** ***, HNR ***, im Zuge seiner Tätigkeit als Justizwachebeamter in der *** mehrfach beschimpft, die Treppe hinuntergestoßen und diesen genötigt zu haben, von diesem Vorfall nichts zu erzählen, da ansonsten etwas passiere, sowie am *** die Kaffeetasse aus der Hand geschlagen zu haben, wodurch dieser verletzt worden sei, und dadurch gegen seine Dienstpflichten nach Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979, seine dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft und unparteiisch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, sowie nach Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Verhalten der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, verstoßen und damit iSd Paragraph 91, BDG 1979 schuldhaft seine Dienstpflichten verletzt zu haben, nicht verifiziert und keine entsprechenden Feststellungen getroffen werden. In diesem Zusammenhang exemplarisch hervorzuheben bleiben unerklärliche, nicht auflösbare Divergenzen zwischen obig dargestellten Aufzeichungen der Krankenabteilung in der Justizanstalt und den Angaben *** nicht zuletzt in Ansehung behaupteter Tatzeiten, -modalitäten und -folgen. *** gab an, ca. drei Tage nach dem Treppensturz, sohin Anfang April wegen des Blutspuckens die Krankenstation aufgesucht zu haben. Ein Hinweis auf eine solche Erkrankung ergibt sich jedoch in der Krankengeschichte erstmals mit ***. Im Widerspruch zur Behauptung ***, er sei seit dem Treppensturz auf einem Auge blind, steht auch die Eintragung vom ***, wonach er angab, seit einer Woche an Sehstörungen zu leiden. Auf die Einschätzung des Disziplinarbeschuldigten als für seinen humanen Umgang mit Häftlingen bekannten, über keinerlei Aggressions- bzw. Gewaltpotential verfügenden und äußerst gewissenhaften, pflichtbewussten Justizwachebeamten durch den Anstaltsleiter der *** (AS 4 in ON 3) sei ebenso verwiesen.
Eine schuldhafte Verletzung der in Rede stehenden Dienstpflichten im Sinne des § 91 BDG 1979 war somit nicht feststellbar und konnten die dem Disziplinarbeschuldigtem zur Last gelegten Dienstpflichtverletzungen nicht erwiesen werden, weshalb gemäß § 118 Abs 1 Z 2 BDG 1979 das Disziplinarverfahren einzustellen war.Eine schuldhafte Verletzung der in Rede stehenden Dienstpflichten im Sinne des Paragraph 91, BDG 1979 war somit nicht feststellbar und konnten die dem Disziplinarbeschuldigtem zur Last gelegten Dienstpflichtverletzungen nicht erwiesen werden, weshalb gemäß Paragraph 118, Absatz eins, Ziffer 2, BDG 1979 das Disziplinarverfahren einzustellen war.
RECHTSMITTELBELEHRUNG:
Gegen diesen Bescheid ist das Rechtsmittel der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig. Die Beschwerde ist innerhalb von vier Wochen ab Zustellung bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Die Beschwerde hat zu enthalten
- die Bezeichnung des angefochtenen Bescheids
- die Bezeichnung der belangten Behörde (jene Behörde, die den Bescheid erlassen hat),
- die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt oder die Erklärung über den Umfang der Anfechtung,
- das Begehren und
- jene Angaben, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht ist.
Zuletzt aktualisiert am
07.07.2015