Norm
BDG 1979 §43Schlagworte
DienstpflichtverletzungText
DISZIPLINARERKENNTNIS
Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, hat durch den Vorsitzenden Vizepräsident des Oberlandesgerichtes Dr. Haidacher sowie die weiteren Mitglieder Richter des Oberlandesgerichtes Mag. Ohrnhofer und ADir. RegRat Scheucher in der Disziplinarsache gegen FOI i.R. *** *** nach der am 20.Jänner 2015 in Anwesenheit des Disziplinaranwaltes Dr. Kirschenhofer und der Schriftführerin Richteramtsanwärterin Mag. Rohr jedoch in Abwesenheit des Disziplinarbeschuldigten FOI i.R. *** *** durchgeführten mündlichen Verhandlung zu Recht erkannt:
FOI i.R. *** *** ist schuldig,
er hat von *** bis *** in *** und anderen Orten Österreichs Nachgenannte in einer Weise, die geeignet ist, sie in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, dadurch widerrechtlich beharrlich verfolgt, dass er eine länger Zeit hindurch fortgesetzt den Kontakt zu ihnen herstellte, und zwar
1. Judith *** und Wolfgang *** durch Übersendung einer Vielzahl von Briefen mit beleidigendem und obszönem Inhalt an deren Wohnadresse und Arbeitsplatz, sohin unter Verwendung eines sonstigen Kommunikationsmittels (§ 107a Abs 2 Z 2 zweiter Fall StGB);1. Judith *** und Wolfgang *** durch Übersendung einer Vielzahl von Briefen mit beleidigendem und obszönem Inhalt an deren Wohnadresse und Arbeitsplatz, sohin unter Verwendung eines sonstigen Kommunikationsmittels (Paragraph 107 a, Absatz 2, Ziffer 2, zweiter Fall StGB);
2. Judith *** durch unzählige Anrufe auf ihrem Mobiltelefon, dies vorwiegend in den frühen Morgenstunden, sohin im Wege einer Telekommunikation (§ 107a Abs 2 Z 2 erster Fall StGB)2. Judith *** durch unzählige Anrufe auf ihrem Mobiltelefon, dies vorwiegend in den frühen Morgenstunden, sohin im Wege einer Telekommunikation (Paragraph 107 a, Absatz 2, Ziffer 2, erster Fall StGB)
3. in *** den Gabor *** dazu zu bestimmen versucht, dass dieser die Judith *** in einer Weise, die geeignet ist, sie in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, durch wiederholte Anrufe mit verstellter Stimme auf das Mobiltelefon widerrechtlich beharrlich verfolgt, mithin im Wege einer Telekommunikation Kontakt zu ihr hergestellt, indem er ihn zu den Telefonanrufen aufforderte,
und hiedurch jeweils das Vergehen der beharrlichen Verfolgung nach § 107a Abs 1 StGB, zu 3. in Verbindung mit § 15 StGB als Beteiligter nach § 12 zweiter Fall StGB begangen und dadurch auch gegen die allgemeinen Dienstpflichten des § 43 Abs 2 BDG 1979, wonach der Beamte in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen hat, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstliche Aufgabe erhalten bleibt, verstoßen und hiedurch schuldhaft Dienstpflichtverletzungen gemäß § 91 BDG 1979 begangen.und hiedurch jeweils das Vergehen der beharrlichen Verfolgung nach Paragraph 107 a, Absatz eins, StGB, zu 3. in Verbindung mit Paragraph 15, StGB als Beteiligter nach Paragraph 12, zweiter Fall StGB begangen und dadurch auch gegen die allgemeinen Dienstpflichten des Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979, wonach der Beamte in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen hat, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstliche Aufgabe erhalten bleibt, verstoßen und hiedurch schuldhaft Dienstpflichtverletzungen gemäß Paragraph 91, BDG 1979 begangen.
Er wird hiefür gemäß § 126 Abs 2 BDG 1979 in Verbindung mit § 134 Z 2 BDG 1979 zu einer Geldstrafe in der Höhe von drei Ruhebezügen verurteilt.Er wird hiefür gemäß Paragraph 126, Absatz 2, BDG 1979 in Verbindung mit Paragraph 134, Ziffer 2, BDG 1979 zu einer Geldstrafe in der Höhe von drei Ruhebezügen verurteilt.
Der Disziplinarbeschuldigte hat gemäß § 117 Abs 2 BDG 1979 die Verfahrenskosten zu ersetzen.Der Disziplinarbeschuldigte hat gemäß Paragraph 117, Absatz 2, BDG 1979 die Verfahrenskosten zu ersetzen.
BEGRÜNDUNG:
Der am *** geborene Disziplinarbeschuldigte FOI *** *** befindet sich seit *** im Ruhestand.
Über den genannten Disziplinarbeschuldigten wurde bereits im Verfahren *** Ds ***/*** der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, wegen Verstoßes gegen § 43 Abs 2 BDG 1979 (unberechtigte VJ- und ZMR-Abfragen, unter anderem zu den den Anfragekriterien „***“, „*** Judith“) gemäß § 92 Abs 1 Z 3 BDG 1979 eine Geldstrafe von 3 ½ Monatsbezügen verhängt (Einleitungsbeschluss vom ***, rechtskräftig erledigt mit Erkenntnis der Disziplinaroberkommission beim Bundeskanzleramt vom *** - siehe den angeschlossenen zitierten Ds-Akt, insbesondere ON ***, ***, ***).Über den genannten Disziplinarbeschuldigten wurde bereits im Verfahren *** Ds ***/*** der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, wegen Verstoßes gegen Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 (unberechtigte VJ- und ZMR-Abfragen, unter anderem zu den den Anfragekriterien „***“, „*** Judith“) gemäß Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer 3, BDG 1979 eine Geldstrafe von 3 ½ Monatsbezügen verhängt (Einleitungsbeschluss vom ***, rechtskräftig erledigt mit Erkenntnis der Disziplinaroberkommission beim Bundeskanzleramt vom *** - siehe den angeschlossenen zitierten Ds-Akt, insbesondere ON ***, ***, ***).
Der Präsident des Oberlandesgerichtes *** erstattete am *** (erneut) Disziplinaranzeige gegen FOI *** *** unter Hinweis auf das (nicht rechtskräftige) Urteil des Landesgerichtes ***, *** Hv ***/***, vom ***, mit dem FOI *** *** wegen der Vergehen der beharrlichen Verfolgung nach § 107a Abs 1 StGB und der versuchten beharrlichen Verfolgung nach den §§ 15, 107a Abs 1 StGB als Beteiligter nach § 12 zweiter Fall StGB zu einer – (zu ergänzen:) unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehenen – Freiheitsstrafe in der Dauer von fünf Monaten sowie zu einer Geldstrafe in der Höhe von 120 Tagessätzen, á EUR 30,00, insgesamt EUR 3.600,00, im Nichteinbringlichkeitsfall 60 Tage Ersatzfreiheitsstrafe, verurteilt wurde. Aus Anlass der Verurteilung wurde von einem Widerruf der mit Urteil des Landesgerichtes *** vom ***, *** Hv ***/***, gewährten bedingten Nachsicht der Strafe abgesehen und die Probezeit auf fünf Jahre verlängert.Der Präsident des Oberlandesgerichtes *** erstattete am *** (erneut) Disziplinaranzeige gegen FOI *** *** unter Hinweis auf das (nicht rechtskräftige) Urteil des Landesgerichtes ***, *** Hv ***/***, vom ***, mit dem FOI *** *** wegen der Vergehen der beharrlichen Verfolgung nach Paragraph 107 a, Absatz eins, StGB und der versuchten beharrlichen Verfolgung nach den Paragraphen 15, 107 a, Absatz eins, StGB als Beteiligter nach Paragraph 12, zweiter Fall StGB zu einer – (zu ergänzen:) unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehenen – Freiheitsstrafe in der Dauer von fünf Monaten sowie zu einer Geldstrafe in der Höhe von 120 Tagessätzen, á EUR 30,00, insgesamt EUR 3.600,00, im Nichteinbringlichkeitsfall 60 Tage Ersatzfreiheitsstrafe, verurteilt wurde. Aus Anlass der Verurteilung wurde von einem Widerruf der mit Urteil des Landesgerichtes *** vom ***, *** Hv ***/***, gewährten bedingten Nachsicht der Strafe abgesehen und die Probezeit auf fünf Jahre verlängert.
Zufolge des Schuldspruches dieses Urteils, das auch eine Verurteilung des Mitangeklagten Gabor *** enthält, hat – soweit hier relevant – *** *** von *** bis ***, in *** und anderen Orten Österreichs Nachgenannte in einer Weise, die
geeignet ist, sie in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, dadurch widerrechtlich beharrlich verfolgt, dass er eine länger Zeit hindurch fortgesetzt den Kontakt zu ihnen herstellte, und zwar
1. Judith *** und Wolfgang *** durch Übersendung einer Vielzahl von Briefen mit beleidigendem und obszönem Inhalt an deren Wohnadresse und Arbeitsplatz, sohin unter Verwendung eines sonstigen Kommunikationsmittels (§ 107a Abs 2 Z 2 zweiter Fall StGB);1. Judith *** und Wolfgang *** durch Übersendung einer Vielzahl von Briefen mit beleidigendem und obszönem Inhalt an deren Wohnadresse und Arbeitsplatz, sohin unter Verwendung eines sonstigen Kommunikationsmittels (Paragraph 107 a, Absatz 2, Ziffer 2, zweiter Fall StGB);
2. Judith *** durch unzählige Anrufe auf ihrem Mobiltelefon, dies vorwiegend in den frühen Morgenstunden, sohin im Wege einer Telekommunikation (§ 107a Abs 2 Z 2 erster Fall StGB)2. Judith *** durch unzählige Anrufe auf ihrem Mobiltelefon, dies vorwiegend in den frühen Morgenstunden, sohin im Wege einer Telekommunikation (Paragraph 107 a, Absatz 2, Ziffer 2, erster Fall StGB)
3. in *** den Gabor *** dazu zu bestimmen versucht, dass dieser die Judith *** in einer Weise, die geeignet ist, sie in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, durch wiederholte Anrufe mit verstellter Stimme auf das Mobiltelefon widerrechtlich beharrlich verfolgt, mithin im Wege einer Telekommunikation Kontakt zu ihr hergestellt, indem er ihn zu den Telefonanrufen aufforderte.
In diesem erstinstanzlichen Urteil wurden zur Sache folgende (wörtlich wiedergegebene) Feststellungen getroffen:
„Der Erstangeklagte und Judith *** waren gemeinsam in der Konkursabteilung des Landesgerichtes *** beschäftigt. In der Zeit zwischen *** bis *** hatte *** mit dem Erstangeklagten eine Beziehung. Nach einer von ihr gegen *** erstatteten Anzeige wegen eines mutmaßlichen sexuellen Missbrauches ihrer Pflegetochter beendete Judith *** die Beziehung zu den Genannten und versuchte danach jeden Kontakt – auch in beruflicher Sicht – mit ihm zu vermeiden. *** ließ sie jedoch nicht in Ruhe und versuchte auch am Arbeitsplatz mit ihr Kontakt aufzunehmen.
Am *** erhielten die leiblichen Eltern der Pflegetochter der Judith *** den ersten anonymen Brief. Danach folgten Briefe an Judith *** und Wolfgang ***; aber auch Leopoldine ***, die Ex-Frau des Wolfgang ***, Anke ***, die minderjährige Tochter von Wolfgang ***, und Herbert ***, der Ex-Mann der Judith ***, erhielten anonyme Briefe, die alle der Angeklagte *** verfasste und versendete. Trotz des geführten Ermittlungsverfahrens bei der *** setzte er seine Tathandlungen fort und versendete auch nach seiner Beschuldigtenvernehmung (***) im Zeitraum *** bis *** Briefe. Zuerst waren diese Briefe maschinengeschrieben, ab circa *** waren sie handschriftlich abgefasst, wobei der Erstangeklagte eine Vielzahl von Briefen bzw. Kuverts sowohl von bislang unbekannt gebliebenen Tätern als auch vom Zweitangeklagten schreiben ließ. Intensiv begann die Belastung von Judith *** und Wolfgang *** durch die Briefe zu werden, als Judith *** im *** zu Wolfgang *** nach *** zog.
Der Zweitangeklagte *** ist *** bei der *** in ***, wo er den Erstangeklagten *** kennenlernte und in der Folge ins Gespräch kam. Der Angeklagte *** erzählte dem Zweitangeklagten in der Folge auch von seinen Beziehungsproblemen mit Judith ***. Der Angeklagte *** bot ihm seine Hilfe an. Daraufhin ersuchte der Erstangeklagte den Zweitangeklagten für ihn Kuverts zu beschriften und Texte auf seine Ansage hin zu schreiben, weil Judith *** die Schrift des Angeklagten *** nicht erkennen würde. Der Zweitangeklagte folgte diesen Anweisungen und schrieb auch in der Zeit zwischen *** bis *** eine nicht mehr exakt feststellbare, jedoch mindestens zwölf derartige Briefe und beschriftete eine ebenfalls nicht mehr exakt feststellbare Anzahl, jedoch mindestens 19 Kuverts. Die Kuverts adressierte er entweder an Judith *** oder Wolfgang ***. Versendet wurden die Briefe vom Erstangeklagten selbst.
Der Angeklagte *** schrieb auf Anweisung des Angeklagten *** direkt auf der *** in *** Briefe mit beispielsweise folgenden Texten: „*** organisiert alles! 2- 3x ist Sagi in *** und lässt sich ficken. Wo bist Du??? Dieses Geld was Sie vorher verdient verspielt Sie dann im Casino! Diese Frau ist spiel und sexsüchtig! Wie kannst Du sowas ertragen? Ficken, Casinospiel und lügen!“; … „Sexstrolch ***! Lass *** in Ruhe, denn Sie erzählt alles in der Schule Diese Spiele sind verboten, und wir melden es dem Jugendamt!“ ….; …. „*** erzählt in der Schule und in der Öffentlichkeit das Sie vom *** „genötigt“ und missbraucht wird. Jugendamt und Gericht wird verständigt *** Kinder und Mütter haben das bestätigt!“.
Sämtliche Briefe enthielten beleidigenden bzw. obszönen Inhalt.
Teilweise kopierte der Angeklagte *** auch Zettel, die der Angeklagte *** mit einem von ihm vorgegebenen Text beschriftet hatte, z.B. „***, so verdient man schnell Geld. Bald machen wir wieder Urlaub, mobiler Sex – günstig“.
Den letzten anonymen Brief versendete der Erstangeklagte an Judith *** und Wolfgang *** im ***.
Der Angeklagte *** forderte zudem den Zweitangeklagten an der *** in *** auf, die 0650-Handynummer der Judith *** anzurufen und sich mit verstellter Stimme ihr gegenüber auf die Annonce in der Zeitung zu beziehen, damit sie in ihrer Lebensführung unzumutbar beeinträchtigt wird. Es sollte der Eindruck entstehen, Judith *** ginge auf den Strich. Der Angeklagte *** kam dieser Aufforderung nicht nach.
Der Angeklagte *** rief in diesem Zeitraum auch selbst Judith *** circa zwei bis drei mal pro Woche, auf ihrem Mobiltelefon an, wobei er öffentliche Münzfernsprecher in *** und *** benutzte. Diese Anrufe fanden meistens in der Früh zwischen *** und *** statt, wobei sich der Erstangeklagte nicht meldete, sondern wieder auflegte, nachdem er Judith *** aufgeweckt hatte. Judith *** hatte zuerst eine 0676-Nummer, die sie wegen der für sie nervlich belastenden Anrufe des Angeklagten *** wechselte. Aber auch bei ihrer 0650-Nummer hörten die anonymen Anrufe durch den Angeklagten *** nicht auf.
Zur Verschleierung seiner Tathandlung versandte sich der Erstangeklagte ebenfalls Briefe an seine Arbeitsadresse.
Judith *** wurde durch die Anrufe und Briefe des Angeklagten *** in ihrer Lebensführung unzumutbar beeinträchtigt und befindet sich nach wie vor in psychologischer Behandlung. Sie befand sich längere Zeit immer wieder in Krankenstand, kündigte letztlich ihre Arbeit und ist jetzt arbeitslos.
Wolfgang *** schaffte es zwar bei seinem Umfeld klarzustellen, dass die in den Briefen erhobenen Vorwürfe aus der Luft gegriffen seien, nichtsdestotrotz stellten die Briefe auch für ihn eine erhebliche Belastung dar und beeinträchtigten insbesondere die Beziehung zu Judith ***.
Der Angeklagte *** hielt es ernstlich für möglich und fand sich damit ab, dass er durch die Übersendung einer Vielzahl von Briefen mit beleidigendem und obszönem Inhalt an die Wohnadresse bzw den Arbeitsplatz von Judith *** und Wolfgang *** sowie durch unzählige Anrufe bei Judith *** in den frühen Morgenstunden sie in einer Weise, die geeignet ist, sie in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, beharrlich verfolgte.
Der Angeklagte *** wollte auch durch seine diesbezüglichen mehrfachen Aufforderungen, den Angeklagten *** dazu veranlassen, selbst durch wiederholte Anrufe bei Judith *** diese in einer Weise, die geeignet ist, sie in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, beharrlich zu verfolgen.
Der Angeklagte *** hielt es ebenfalls ernstlich für möglich und fand sich damit ab, dass er durch das Beschriften der Kuverts und Verfassen der Briefe an Wolfgang *** und Judith *** auf Ansage des Angeklagten *** hin, dazu beitrug, dass dieser zu den beiden in einer Weise, die geeignet ist, sie in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, unter Verwendung eines sonstigen Kommunikationsmittels Kontakt zu ihnen herstellte.“
Bei der erstinstanzlichen Strafbemessung wurde das Zusammentreffen mehrerer Vergehen und der lange Deliktszeitraum erschwerend gewertet, mildernd wurde kein Umstand berücksichtigt.
Von der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, 2 Ds 5/14, wurde entsprechend der zitierten Disziplinaranzeige in Ansehung der verurteilungsgegenständlichen Sachverhalte am *** ein Einleitungsbeschluss gemäß § 123 Abs 1 BDG 1979 gefasst, der unangefochten in Rechtskraft erwuchs (ON ***).Von der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz, Senat 2, 2 Ds 5/14, wurde entsprechend der zitierten Disziplinaranzeige in Ansehung der verurteilungsgegenständlichen Sachverhalte am *** ein Einleitungsbeschluss gemäß Paragraph 123, Absatz eins, BDG 1979 gefasst, der unangefochten in Rechtskraft erwuchs (ON ***).
Mit Urteil des Oberlandesgerichtes *** vom ***, *** Bs ***/***, wurde sowohl der Berufung des Angeklagten *** *** als auch dessen Beschwerde (in Bezug auf die oben angeführte Probezeitverlängerung) nicht Folge gegeben (ON ***, AS ***). Zur Strafzumessung wurde darin ausgeführt, dass die im Übrigen richtig angeführten besonderen Strafzumessungsgründe zum Nachteil des Berufungswerbers dahin zu ergänzen sind, dass ihm der Umstand, dass er die schuldspruchgegenständlichen Tathandlungen unmittelbar nach seiner Vernehmung im seiner Vorverurteilung zugrundeliegenden Ermittlungsverfahren der *** auch wegen § 107a Abs 1 StGB am *** begonnen und während dieses Verfahrens fortsetzte sowie die Anstiftung des Zweitangeklagten (Gabor ***) zusätzlich erschwerend anzulasten sind.Mit Urteil des Oberlandesgerichtes *** vom ***, *** Bs ***/***, wurde sowohl der Berufung des Angeklagten *** *** als auch dessen Beschwerde (in Bezug auf die oben angeführte Probezeitverlängerung) nicht Folge gegeben (ON ***, AS ***). Zur Strafzumessung wurde darin ausgeführt, dass die im Übrigen richtig angeführten besonderen Strafzumessungsgründe zum Nachteil des Berufungswerbers dahin zu ergänzen sind, dass ihm der Umstand, dass er die schuldspruchgegenständlichen Tathandlungen unmittelbar nach seiner Vernehmung im seiner Vorverurteilung zugrundeliegenden Ermittlungsverfahren der *** auch wegen Paragraph 107 a, Absatz eins, StGB am *** begonnen und während dieses Verfahrens fortsetzte sowie die Anstiftung des Zweitangeklagten (Gabor ***) zusätzlich erschwerend anzulasten sind.
In formeller Hinsicht ist vorweg darauf hinzuweisen, dass die Disziplinarverhandlung in Abwesenheit des Disziplinarbeschuldigten, der bereits zu der seinerzeit für *** anberaumten Verhandlung nicht erschienen war und unmittelbar davor aufgrund nicht näher genannter gesundheitlicher Probleme ausdrücklich eine Verlegung auf *** beantragt hatte (ON ***), wobei er auch nunmehr kurz vor der Verhandlung unter Hinweis auf solche (ohne diese zu belegen oder eine Verhandlungsunfähigkeit konkret zu behaupten) nicht erschien (ON ***), durchgeführt wurde, wobei er jeweils (ON ***) auf die in § 125a Abs 1 BDG1979 normierte Säumnisfolge hingewiesen wurde.In formeller Hinsicht ist vorweg darauf hinzuweisen, dass die Disziplinarverhandlung in Abwesenheit des Disziplinarbeschuldigten, der bereits zu der seinerzeit für *** anberaumten Verhandlung nicht erschienen war und unmittelbar davor aufgrund nicht näher genannter gesundheitlicher Probleme ausdrücklich eine Verlegung auf *** beantragt hatte (ON ***), wobei er auch nunmehr kurz vor der Verhandlung unter Hinweis auf solche (ohne diese zu belegen oder eine Verhandlungsunfähigkeit konkret zu behaupten) nicht erschien (ON ***), durchgeführt wurde, wobei er jeweils (ON ***) auf die in Paragraph 125 a, Absatz eins, BDG1979 normierte Säumnisfolge hingewiesen wurde.
Da eine rechtskräftige strafgerichtliche Verurteilung vorliegt, bedurfte es in der Disziplinarverhandlung auch keiner Beweisaufnahme und somit auch keiner Befassung des Disziplinarbeschuldigten iSd § 125a Abs 4 BDG 1979, wobei vorliegend im Hinblick auf die rechtskräftige Verurteilung von der Durchführung einer mündlichen Verhandlung ungeachtet eines Parteienantrags sogar Abstand genommen hätte werden können (§ 125a Abs 2 BDG 1979).Da eine rechtskräftige strafgerichtliche Verurteilung vorliegt, bedurfte es in der Disziplinarverhandlung auch keiner Beweisaufnahme und somit auch keiner Befassung des Disziplinarbeschuldigten iSd Paragraph 125 a, Absatz 4, BDG 1979, wobei vorliegend im Hinblick auf die rechtskräftige Verurteilung von der Durchführung einer mündlichen Verhandlung ungeachtet eines Parteienantrags sogar Abstand genommen hätte werden können (Paragraph 125 a, Absatz 2, BDG 1979).
Der Schuldspruch stützt sich auf das – bindende – rechtskräftige Strafurteil, wobei in Ansehung des Tatzeitraumes zu berücksichtigen war, dass sich der Disziplinarbeschuldigte seit *** im Ruhestand befindet. Da die in § 43 BDG 1979 normierten Verpflichtungen einen Beamten in Ruhestand nicht treffen (zu den Pflichten des Beamten des Ruhestandes siehe § 61 BDG 1979), war die Disziplinarverurteilung (nur) bis *** vorzunehmen.Der Schuldspruch stützt sich auf das – bindende – rechtskräftige Strafurteil, wobei in Ansehung des Tatzeitraumes zu berücksichtigen war, dass sich der Disziplinarbeschuldigte seit *** im Ruhestand befindet. Da die in Paragraph 43, BDG 1979 normierten Verpflichtungen einen Beamten in Ruhestand nicht treffen (zu den Pflichten des Beamten des Ruhestandes siehe Paragraph 61, BDG 1979), war die Disziplinarverurteilung (nur) bis *** vorzunehmen.
Durch das vom Schuldspruch umfasste Verhalten hat der Disziplinarbeschuldigte gegen seine Verpflichtungen verstoßen, in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt (§ 43 Abs 2 BDG 1979) und hiedurch gemäß § 91 BDG 1979 schuldhaft seine Dienstpflichten verletzt, wobei er auch als Beamter des Ruhestandes nach § 133 BDG 1979 wegen – soweit hier relevant – einer im Dienststand begangenen Dienstpflichtverletzung nach den Bestimmungen des BDG 1979 zur Verantwortung zu ziehen ist.Durch das vom Schuldspruch umfasste Verhalten hat der Disziplinarbeschuldigte gegen seine Verpflichtungen verstoßen, in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt (Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979) und hiedurch gemäß Paragraph 91, BDG 1979 schuldhaft seine Dienstpflichten verletzt, wobei er auch als Beamter des Ruhestandes nach Paragraph 133, BDG 1979 wegen – soweit hier relevant – einer im Dienststand begangenen Dienstpflichtverletzung nach den Bestimmungen des BDG 1979 zur Verantwortung zu ziehen ist.
Bei der Strafbemessung war nichts als mildernd zu berücksichtigen, erschwerend waren demgegenüber insbesondere die einschlägige disziplinäre Vorverurteilung sowie die vielfachen - teils sogar während des gegen ihn anhängigen, eingangs genannten Disziplinarverfahrens begangenen - Dienstpflichtverletzungen im Zeitraum von *** bis *** zu werten.
Die gegenständlich zu beurteilenden, dem § 43 Abs 2 BDG 1979 unterfallenden Verhaltensweisen sind in Anbetracht der Intensität und ihrer Auswirkungen als derart schwerwiegend anzusehen, dass sie geeignet sind, das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben eines Beamten massiv zu erschüttern, sodass ein – erheblicher – disziplinärer Überhang (§ 95 Abs 1 BDG 1979; vgl die Rechtsprechungsnachweise bei Kucsko-Stadlmayer, Das Disziplinarrecht der Beamten4 S 60) gegeben und die zusätzliche disziplinäre Bestrafung – auch unter Berücksichtigung der zwischenzeitig erfolgten Ruhestandsversetzung (vgl dazu VwGH 92/09/0014, 2002/09/0145 uva) – notwendig ist.Die gegenständlich zu beurteilenden, dem Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 unterfallenden Verhaltensweisen sind in Anbetracht der Intensität und ihrer Auswirkungen als derart schwerwiegend anzusehen, dass sie geeignet sind, das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben eines Beamten massiv zu erschüttern, sodass ein – erheblicher – disziplinärer Überhang (Paragraph 95, Absatz eins, BDG 1979; vergleiche die Rechtsprechungsnachweise bei Kucsko-Stadlmayer, Das Disziplinarrecht der Beamten4 S 60) gegeben und die zusätzliche disziplinäre Bestrafung – auch unter Berücksichtigung der zwischenzeitig erfolgten Ruhestandsversetzung vergleiche dazu VwGH 92/09/0014, 2002/09/0145 uva) – notwendig ist.
Beim gegenständlichen Strafzumessungssachverhalt war über den Disziplinarbeschuldigten gemäß § 126 Abs 2 BDG 1979 in Verbindung mit § 134 Z 2 BDG 1979 eine – unter Bedachtnahme auf die zwischenzeitig erfolgte Ruhestandsversetzung – tat- und schuldangemessene Geldstrafe in der Höhe von drei Ruhebezügen zu verhängen.Beim gegenständlichen Strafzumessungssachverhalt war über den Disziplinarbeschuldigten gemäß Paragraph 126, Absatz 2, BDG 1979 in Verbindung mit Paragraph 134, Ziffer 2, BDG 1979 eine – unter Bedachtnahme auf die zwischenzeitig erfolgte Ruhestandsversetzung – tat- und schuldangemessene Geldstrafe in der Höhe von drei Ruhebezügen zu verhängen.
Die Verpflichtung des Disziplinarbeschuldigten zum Ersatz der Verfahrenskosten gründet sich auf § 117 Abs 2 BDG 1979.Die Verpflichtung des Disziplinarbeschuldigten zum Ersatz der Verfahrenskosten gründet sich auf Paragraph 117, Absatz 2, BDG 1979.
RECHTSMITTELBELEHRUNG:
Gegen dieses Disziplinarerkenntnis (Bescheid) ist gemäß Art 130 Abs. 1 Z 1, 132 Abs 1 Z 1, Abs 5 (iVm § 103 Abs 4 Z 1 BDG 1979) B-VG eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig.Gegen dieses Disziplinarerkenntnis (Bescheid) ist gemäß Artikel 130, Absatz eins, Ziffer eins, 132, Absatz eins, Ziffer eins,, Absatz 5, in Verbindung mit Paragraph 103, Absatz 4, Ziffer eins, BDG 1979) B-VG eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig.
Die Beschwerde ist binnen vier Wochen (§ 7 Abs 4 VwGVG) nach Zustellung des Bescheides schriftlich, telegrafisch oder fernschriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Die Beschwerde hat folgende Punkte zu enthalten (§ 9 Abs. 1 VwGVG):Die Beschwerde ist binnen vier Wochen (Paragraph 7, Absatz 4, VwGVG) nach Zustellung des Bescheides schriftlich, telegrafisch oder fernschriftlich bei der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Justiz einzubringen. Die Beschwerde hat folgende Punkte zu enthalten (Paragraph 9, Absatz eins, VwGVG):
1. die Bezeichnung des angefochtenen Bescheides,
2. die Bezeichnung der belangten Behörde,
3. die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt,
4. das Begehren und
5. die Angaben, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht
ist.
Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde gemäß Art. 130 Abs. 1 Z 1 B-VG hat – sofern eine solche nicht ausgeschlossen wird (§ 13 Abs. 2 VwGVG) – aufschiebende Wirkung (§ 13 Abs. 1 VwGVG).Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde gemäß Artikel 130, Absatz eins, Ziffer eins, B-VG hat – sofern eine solche nicht ausgeschlossen wird (Paragraph 13, Absatz 2, VwGVG) – aufschiebende Wirkung (Paragraph 13, Absatz eins, VwGVG).
Zuletzt aktualisiert am
18.11.2016