TE Dok 2019/11/23 101 Ds 4/18m

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Veröffentlicht am 23.11.2019
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Norm

BDG 1979 §46
BDG 1979 §43
  1. BDG 1979 § 43 heute
  2. BDG 1979 § 43 gültig ab 10.10.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 143/2024
  3. BDG 1979 § 43 gültig von 31.12.2009 bis 09.10.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2009
  4. BDG 1979 § 43 gültig von 29.05.2002 bis 30.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2002
  5. BDG 1979 § 43 gültig von 01.07.1997 bis 28.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/1997
  6. BDG 1979 § 43 gültig von 01.01.1980 bis 30.06.1997

Schlagworte

Amtsverschwiegenheit, Dienstpflichtverletzung

Text

Disziplinarerkenntnis

BESCHEID

Die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz hat durch EOStA Hofrat Dr. Harald SALZMANN als Vorsitzenden sowie die weiteren Mitglieder des Disziplinarsenates RidLGSt Wien Dr. Gerhard POHNERT und FOI Franz GSCHIEL, in Gegenwart des Richters des Bezirksgerichtes Mag. Lukas BIRICZ als Schriftführer, in der Disziplinarsache gegen Oberrevidentin *** ***, Diplomrechtspflegerin beim Bezirksgericht ***, in Anwesenheit des Leitenden Staatsanwalts Mag. Andreas SACHS als Disziplinaranwalt, der Beschuldigten und ihres Verteidigers Dr. Walter SUPPAN, Rechtsanwalt in ***, am 22. Oktober 2019 nach nichtöffentlicher Verhandlung beschlossen:

Oberrevidentin *** *** ist schuldig, sie hat am *** in ***als Beamtin ein ihr ausschließlich kraft ihres Amtes anvertrautes Geheimnis, nämlich die Tatsache, dass die Kindesmutter *** *** im von ihr als Diplomrechtspflegerin des Bezirksgerichtes ***zu bearbeitenden Verfahren AZ *** Pu ***/*** (Pflegschaftssache betreffend den mj *** ***) für das minderjährige Kind einen Antrag auf rückwirkende Unterhaltsneufestsetzung eingebracht hat, in einem persönlichen Gespräch gegenüber der Lebensgefährtin des Kindesvaters *** ***, *** ***, geoffenbart, wobei sie sich das Einkommen des Kindesvaters bestätigen ließ und weiters sinngemäß äußerte, er (gemeint: *** ***) nehme sich besser einen Rechtsanwalt, weil dies teuer werden würde, wobei die Geheimhaltung zur Vorbereitung einer Entscheidung und im überwiegenden Interesse der Parteien des Verfahrens AZ *** Pu ***/*** des Bezirksgerichtes ***geboten war.

Sie hat hiedurch gegen die Pflicht zur Wahrung der Amtsverschwiegenheit gemäß

§ 46 Abs. 1 BDG 1979 sowie gegen die Pflicht nach § 43 Abs. 1 BDG 1979, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft, engagiert und unparteiisch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, gegen ihre Dienstpflicht nach § 43 Abs. 2 BDG 1979, in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, sowie gegen die Bestimmung des § 52 Abs. 2 dritter Satz Geschäftsordnung für die Gerichte I. und II. Instanz (Geo), wonach Äußerungen über den vermutlichen Ausgang einer Sache außerhalb der Verhandlung verboten sind, verstoßen und damit schuldhaft eine Dienstpflichtverletzung nach § 91 BDG 1979 begangen.Paragraph 46, Absatz eins, BDG 1979 sowie gegen die Pflicht nach Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft, engagiert und unparteiisch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen, gegen ihre Dienstpflicht nach Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979, in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt, sowie gegen die Bestimmung des Paragraph 52, Absatz 2, dritter Satz Geschäftsordnung für die Gerichte römisch eins. und römisch zwei. Instanz (Geo), wonach Äußerungen über den vermutlichen Ausgang einer Sache außerhalb der Verhandlung verboten sind, verstoßen und damit schuldhaft eine Dienstpflichtverletzung nach Paragraph 91, BDG 1979 begangen.

Hiefür wird über Oberrevidentin *** *** gemäß § 92 Abs. 1 Z 1BDG 1979 die Disziplinarstrafe des Verweises verhängt.Hiefür wird über Oberrevidentin *** *** gemäß Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer eins B, D, G, 1979 die Disziplinarstrafe des Verweises verhängt.

Die Disziplinarbeschuldigte ist gemäß § 117 Abs. 2 BDG 1979 überdies schuldig, die mit 100,-- Euro (in Worten: Euro einhundert/00) festgesetzten Kosten des Disziplinarverfahrens zu tragen.Die Disziplinarbeschuldigte ist gemäß Paragraph 117, Absatz 2, BDG 1979 überdies schuldig, die mit 100,-- Euro (in Worten: Euro einhundert/00) festgesetzten Kosten des Disziplinarverfahrens zu tragen.

Begründung:

Zur Person:

Die am *** geborene Oberrevidentin *** *** ist verheiratet und sorgepflichtig für eine im Jahr *** geborene Tochter. Sie bezieht ein monatliches Einkommen in Höhe von *** Euro netto und hat Rückzahlungsverpflichtungen für ein Darlehen in Höhe von derzeit noch aushaftenden *** Euro. Am *** wurde sie als Vertragsbedienstete in den Justizdienst aufgenommen. Mit Wirksamkeit vom *** wurde sie auf eine Planstelle des Allgemeinen Verwaltungsdienstes in der Grundlaufbahn der Verwendungsgruppe *** (***) beim Bezirksgericht ***ernannt. Der Bundesminister für Justiz beurkundete am ***, GZ BMJ-***/000*-III */***, dass sie die Befähigung zur Besorgung der in den §§ 16, 18, 19 und 20 Rechtspflegergesetz angeführten Geschäfte der Gerichtsbarkeit in Verlassenschaftssachen, Kindschafts- und Sachwalterschaftsangelegenheiten sowie Angelegenheiten des Gerichtserlages und der Einziehung gerichtlicher Verwahrnisse erlangt hat. Mit *** nahm sie die Tätigkeit als Diplomrechtspflegerin auf. Mit Wirksamkeit vom *** wurde sie auf eine Planstelle des Allgemeinen Verwaltungsdienstes in der Verwendungsgruppe A2, Funktionsgruppe 4, beim Bezirksgericht ***ernannt. Oberrevidentin *** *** wird aktuell mit 100 Prozent ihrer Arbeitskapazität als Außerstreitrechtspflegerin verwendet. Die am *** geborene Oberrevidentin *** *** ist verheiratet und sorgepflichtig für eine im Jahr *** geborene Tochter. Sie bezieht ein monatliches Einkommen in Höhe von *** Euro netto und hat Rückzahlungsverpflichtungen für ein Darlehen in Höhe von derzeit noch aushaftenden *** Euro. Am *** wurde sie als Vertragsbedienstete in den Justizdienst aufgenommen. Mit Wirksamkeit vom *** wurde sie auf eine Planstelle des Allgemeinen Verwaltungsdienstes in der Grundlaufbahn der Verwendungsgruppe *** (***) beim Bezirksgericht ***ernannt. Der Bundesminister für Justiz beurkundete am ***, GZ BMJ-***/000*-III */***, dass sie die Befähigung zur Besorgung der in den Paragraphen 16, 18, 19 und 20 Rechtspflegergesetz angeführten Geschäfte der Gerichtsbarkeit in Verlassenschaftssachen, Kindschafts- und Sachwalterschaftsangelegenheiten sowie Angelegenheiten des Gerichtserlages und der Einziehung gerichtlicher Verwahrnisse erlangt hat. Mit *** nahm sie die Tätigkeit als Diplomrechtspflegerin auf. Mit Wirksamkeit vom *** wurde sie auf eine Planstelle des Allgemeinen Verwaltungsdienstes in der Verwendungsgruppe A2, Funktionsgruppe 4, beim Bezirksgericht ***ernannt. Oberrevidentin *** *** wird aktuell mit 100 Prozent ihrer Arbeitskapazität als Außerstreitrechtspflegerin verwendet.

Zur Sache:

Am *** sprach *** *** in Begleitung seiner Lebensgefährtin *** *** beim Bezirksgericht ***vor und beantragte im Verfahren AZ *** Pu ***/*** (Pflegschaftssache betreffend den mj *** ***) die Einstellung des von ihm als Vater monatlich zu leistenden Kindesunterhalts ab ***. Dieser Antrag wurde vom Diplomrechtspfleger ADir. *** *** im Rahmen des Amtstages – vertretungsweise - aufgenommen. In der Folge wurde dieser Antrag *** *** als Mutter des mj *** *** zur Äußerung zugestellt.

Am *** besuchte *** *** den Amtstag beim Bezirksgericht ***. Die zur Führung des Verfahrens AZ *** Pu ***/*** zuständige Oberrevidentin *** *** nahm mit *** *** ein Protokoll auf, wonach die Kindesmutter dem Antrag des Kindesvaters auf Einstellung der Unterhaltszahlungen entgegentrat und überdies die rückwirkende Erhöhung des vom Vater zu leistenden monatlichen Kindesunterhalts ab *** beantragte. Bei dieser Vorsprache erfuhr Oberrevidentin *** ***, dass zwischen *** *** und *** *** eine Lebensgemeinschaft besteht. Dieser Antrag wurde dem Kindesvater durch Hinterlegung zugestellt und von ihm am *** bei der Post behoben.

Am *** besuchte Oberrevidentin *** *** in Begleitung ihres Ehemannes in eigener Sache das Jugendamt ***. Im Stiegenhaus begegnete sie *** ***, die beim Jugendamt als Sozialarbeiterin beschäftigt ist. Oberrevidentin *** *** und *** *** kennen einander privat seit Mitte der neunziger Jahre. Zwischen den beiden Damen entwickelte sich ein Gespräch, im Zuge dessen Oberrevidentin *** *** gegenüber *** *** sinngemäß äußerte: „Die Ex deines Freundes war bei mir und hat einen Unterhaltsantrag gestellt. Für deinen Freund ist es besser wenn er einen Anwalt aufnimmt, weil das wird sauteuer werden. Da *** (gemeint: Diplomrechtspfleger ADir. *** ***) hat deinem Freund mit seinem (Unterhalts-) Herabsetzungsantrag a festes Ei gelegt“. Erst durch diese Äußerung erfuhr *** *** davon, dass *** *** für den mj *** *** einen Antrag auf Erhöhung des vom Vater (*** ***) zu zahlenden monatlichen Unterhaltsbetrages gestellt hatte.

Über diese Begegnung und die Äußerungen von Oberrevidentin *** *** berichtete *** *** dem *** ***. Dieser beschwerte sich mit Schriftsatz vom *** über Oberrevidentin *** *** und stellte gegen sie einen Ablehnungsantrag. Das Verhalten der Rechtspflegerin verletze sowohl den Datenschutz als auch die Amtsverschwiegenheit und sei überdies ein Ausdruck von Parteilichkeit.

Nach Einholung einer schriftlichen Stellungnahme von Oberrevidentin *** ***, in der sie im Wesentlichen bestätigte, *** *** über das Unterhaltsverfahren und den von der Kindesmutter (namens des mj *** ***) gestellten Antrag erzählt sowie auf Nachfrage der *** *** auch die Rechtslage erläutert zu haben, gab die Vorsteherin des Bezirksgerichtes ***mit Beschluss vom ***, GZ *** Nc ***/***, dem Ablehnungsantrag statt und wies die Pflegschaftssache AZ *** Pu ***/*** der nach der Geschäftsverteilung vorgesehenen ersten Vertreterin zur weiteren Bearbeitung zu. In ihrer Begründung hielt die Gerichtsvorsteherin fest, dass Oberrevidentin *** *** mit einer unbeteiligten Dritten (*** *** als Lebensgefährtin einer Verfahrenspartei) – noch bevor dem Vater und Partei des Verfahrens der Antrag der Mutter zugestellt worden war – ein Gespräch über die von ihr zu entscheidenden Anträge geführt habe, wobei sie auch Details des Vorbringens und ihre Rechtsansicht angesprochen habe.

Auf Grund einer vom Präsidenten des Oberlandesgerichtes *** erstatteten Strafanzeige wurde zu AZ *** St ***/*** der Staatsanwaltschaft *** ein Ermittlungsverfahren gegen Oberrevidentin *** *** wegen des Verdachts der Verletzung des Amtsgeheimnisses gemäß § 310 Abs. 1 StGB geführt. Dieses Verfahren wurde am *** gemäß § 190 Z 2 StPO eingestellt. In ihrer Einstellungsbegründung bejahte die Staatsanwaltschaft *** die Erfüllung des objektiven Tatbestands des § 310 Abs 1 StGB durch Oberrevidentin *** ***, verneinte aber die subjektive Tatseite.Auf Grund einer vom Präsidenten des Oberlandesgerichtes *** erstatteten Strafanzeige wurde zu AZ *** St ***/*** der Staatsanwaltschaft *** ein Ermittlungsverfahren gegen Oberrevidentin *** *** wegen des Verdachts der Verletzung des Amtsgeheimnisses gemäß Paragraph 310, Absatz eins, StGB geführt. Dieses Verfahren wurde am *** gemäß Paragraph 190, Ziffer 2, StPO eingestellt. In ihrer Einstellungsbegründung bejahte die Staatsanwaltschaft *** die Erfüllung des objektiven Tatbestands des Paragraph 310, Absatz eins, StGB durch Oberrevidentin *** ***, verneinte aber die subjektive Tatseite.

Oberrevidentin *** *** war bei ihren Äußerungen gegenüber *** *** am *** bewusst, dass ihre Gesprächspartnerin nicht Partei des Verfahrens AZ *** Pu ***/*** des Bezirksgerichts ***war. Dessen ungeachtet hielt sie es ernstlich für möglich und fand sich damit ab, ihr ausschließlich aus ihrer amtlichen Tätigkeit als Diplomrechtspflegerin bekanntgewordene Tatsachen, deren Geheimhaltung zur Vorbereitung einer Entscheidung oder im überwiegenden Interesse der Parteien, insbesondere des mj *** *** und seiner Mutter *** *** geboten war, gegenüber einer außenstehenden Personen zu offenbaren.

Beweiswürdigung

Die Feststellungen zur Person und zu den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Disziplinarbeschuldigten beruhen auf den Angaben in der Disziplinaranzeige des Präsidenten des Oberlandesgerichtes ***, der eingeholten Bezugsauskunft ON *** sowie auf den eigenen unbedenklichen Angaben der Beschuldigten. Der Geschehensablauf und die disziplinarrechtlich relevanten Äußerungen konnten anhand der Beweisergebnisse des durchgeführten Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft *** sowie der Verantwortung der Beschuldigten in der mündlichen Disziplinarverhandlung festgestellt werden. Schon in ihrer eigenen schriftlichen Stellungnahme vom *** (zum Ablehnungsantrag des *** ***) räumte Oberrevidentin *** *** ein, dass sie *** *** bei der Begegnung am *** von dem Gegenantrag der *** *** erzählt und ihr in weiterer Folge auf ihre Nachfrage Sachverhalt und Rechtslage erläutert habe (ON *** Seite ***). Diese Darstellung hielt sie bei ihrer (ersten) Beschuldigtenvernehmung vor der Kriminalpolizei am *** aufrecht (ON *** Seite *** im Ermittlungsakt AZ *** St ***/***der Staatsanwaltschaft ***).

Die Zeugin *** *** bestätigte die Darstellung im Ablehnungsantrag des *** *** bei ihrer ersten Zeugenvernehmung am *** vor der Kriminalpolizei (ON *** Seite *** im Ermittlungsakt der Staatsanwaltschaft ***). Bei ihrer zweiten Zeugenvernehmung am *** konnte sie sich zwar nicht mehr an den genauen Wortlaut des Gesprächs vom *** erinnern, wies aber lebensnah und glaubhaft darauf hin, nicht von sich aus Oberrevidentin *** *** auf den Unterhaltsakt angesprochen zu haben, weil sie (***) zum damaligen Zeitpunkt keine Kenntnis von der Vorsprache der *** *** und deren „Gegenantrag“ gehabt habe (ON ***Seite *** im Ermittlungsakt der Staatsanwaltschaft ***).

Die Feststellungen zur subjektiven Tatseite konnten aus dem äußeren Geschehensablauf abgeleitet werden und beruhen zudem auf dem Umstand, dass der Disziplinarbeschuldigten die mangelnde Rechtmäßigkeit ihres Verhaltens bekannt sein musste.

In rechtlicher Hinsicht folgt daraus:

Die Beamtin ist über alle ihr ausschließlich aus ihrer amtlichen Tätigkeit bekanntgewordenen Tatsachen, deren Geheimhaltung im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit, der umfassenden Landesverteidigung, auswärtigen Beziehungen, im wirtschaftlichen Interesse einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, zur Vorbereitung einer Entscheidung oder im überwiegenden Interesse der Parteien geboten ist, gegenüber jedermann, der sie über solche Tatsachen nicht eine amtliche Mitteilung zu machen hat, zur Verschwiegenheit verpflichtet (Amtsverschwiegenheit; § 46 Abs. 1 BDG 1979).Die Beamtin ist über alle ihr ausschließlich aus ihrer amtlichen Tätigkeit bekanntgewordenen Tatsachen, deren Geheimhaltung im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit, der umfassenden Landesverteidigung, auswärtigen Beziehungen, im wirtschaftlichen Interesse einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, zur Vorbereitung einer Entscheidung oder im überwiegenden Interesse der Parteien geboten ist, gegenüber jedermann, der sie über solche Tatsachen nicht eine amtliche Mitteilung zu machen hat, zur Verschwiegenheit verpflichtet (Amtsverschwiegenheit; Paragraph 46, Absatz eins, BDG 1979).

Gemäß § 43 Abs. 1 BDG 1979 ist die Beamtin verpflichtet, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft, engagiert und unparteiisch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen. Nach § 43 Abs. 2 BDG 1979 hat die Beamtin überdies in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt. Gemäß Paragraph 43, Absatz eins, BDG 1979 ist die Beamtin verpflichtet, ihre dienstlichen Aufgaben unter Beachtung der geltenden Rechtsordnung treu, gewissenhaft, engagiert und unparteiisch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aus eigenem zu besorgen. Nach Paragraph 43, Absatz 2, BDG 1979 hat die Beamtin überdies in ihrem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung ihrer dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt.

Wenn schon im dienstlichen Verkehr mit Parteien Äußerungen über den vermutlichen Ausgang einer Sache außerhalb der Verhandlung verboten sind (§ 52 Abs. 2 dritter Satz Geo), muss dies für den Verkehr der im Einzelfall zuständigen Diplomrechtspflegerin mit unbeteiligten Dritten umso mehr gelten.Wenn schon im dienstlichen Verkehr mit Parteien Äußerungen über den vermutlichen Ausgang einer Sache außerhalb der Verhandlung verboten sind (Paragraph 52, Absatz 2, dritter Satz Geo), muss dies für den Verkehr der im Einzelfall zuständigen Diplomrechtspflegerin mit unbeteiligten Dritten umso mehr gelten.

Das festgestellte Verhalten von Oberrevidentin *** *** begründet eine schuldhafte Dienstpflichtverletzung im Sinne des § 91 BDG 1979. Zudem ist eine solche Vorgangsweise objektiv geeignet, das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben zu erschüttern. Fallaktuell musste die Vorsteherin des Bezirksgerichts ***einem Ablehnungsantrag des *** *** gegen Oberrevidentin *** förmlich Folge geben und die konkrete Pflegschaftssache der nach der Geschäftsverteilung zuständigen ersten Vertreterin zuweisen. Selbst bei Annahme des Bestehens einer Postvollmacht auf Seiten von *** *** (für an *** *** adressierte Briefsendungen) wären die Äußerungen gegenüber der am Unterhaltsverfahren nicht beteiligten *** *** nicht gerechtfertigt.Das festgestellte Verhalten von Oberrevidentin *** *** begründet eine schuldhafte Dienstpflichtverletzung im Sinne des Paragraph 91, BDG 1979. Zudem ist eine solche Vorgangsweise objektiv geeignet, das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben zu erschüttern. Fallaktuell musste die Vorsteherin des Bezirksgerichts ***einem Ablehnungsantrag des *** *** gegen Oberrevidentin *** förmlich Folge geben und die konkrete Pflegschaftssache der nach der Geschäftsverteilung zuständigen ersten Vertreterin zuweisen. Selbst bei Annahme des Bestehens einer Postvollmacht auf Seiten von *** *** (für an *** *** adressierte Briefsendungen) wären die Äußerungen gegenüber der am Unterhaltsverfahren nicht beteiligten *** *** nicht gerechtfertigt.

Gemäß § 93 Abs. 1 BDG 1979 ist die Schwere der Dienstpflichtverletzung das Maß für die Höhe der Strafe. Dabei ist jedoch darauf Rücksicht zu nehmen, inwieweit die beabsichtigte Strafhöhe erforderlich ist, um den Beamten von der Begehung weiterer Dienstpflichtverletzungen abzuhalten. Die nach dem Strafgesetzbuch für die Strafbemessung maßgebenden Gründe sind dem Sinne nach zu berücksichtigen. Weiters ist auf die persönlichen Verhältnisse und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Beamten Bedacht zu nehmen.Gemäß Paragraph 93, Absatz eins, BDG 1979 ist die Schwere der Dienstpflichtverletzung das Maß für die Höhe der Strafe. Dabei ist jedoch darauf Rücksicht zu nehmen, inwieweit die beabsichtigte Strafhöhe erforderlich ist, um den Beamten von der Begehung weiterer Dienstpflichtverletzungen abzuhalten. Die nach dem Strafgesetzbuch für die Strafbemessung maßgebenden Gründe sind dem Sinne nach zu berücksichtigen. Weiters ist auf die persönlichen Verhältnisse und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Beamten Bedacht zu nehmen.

Nach den Ergebnissen des abgeführten Disziplinarverfahrens ist bei dem Oberrevidentin *** *** zur Last liegenden Disziplinarvergehen weder von geringer Schuld noch von unbedeutenden Folgen der Tat auszugehen. Bei Beurteilung der Schwere der Dienstpflichtverletzung sind die konkreten Tatumstände zu berücksichtigen. Der Disziplinarbeschuldigten ist zuzugestehen, dass sie im Hinblick auf die Berufstätigkeit des *** *** in Übersee auf eine möglichst rasche Erledigung der Unterhaltssache hinwirken wollte, solange sich der Kindesvater noch im Inland aufhielt. Ungeachtet dieser (dienstlichen) Motivation war ihr Verhalten gegenüber *** *** aber geeignet, gerade das von § 46 Abs. 1 BDG 1979 geschützte Interesse des mj *** *** an der Wahrung der Amtsverschwiegenheit sowie das Ansehen des Beamtentums in der Öffentlichkeit zu schädigen, weil es Zweifel an der sachlichen Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben durch die Beschuldigte weckt. Nach den Ergebnissen des abgeführten Disziplinarverfahrens ist bei dem Oberrevidentin *** *** zur Last liegenden Disziplinarvergehen weder von geringer Schuld noch von unbedeutenden Folgen der Tat auszugehen. Bei Beurteilung der Schwere der Dienstpflichtverletzung sind die konkreten Tatumstände zu berücksichtigen. Der Disziplinarbeschuldigten ist zuzugestehen, dass sie im Hinblick auf die Berufstätigkeit des *** *** in Übersee auf eine möglichst rasche Erledigung der Unterhaltssache hinwirken wollte, solange sich der Kindesvater noch im Inland aufhielt. Ungeachtet dieser (dienstlichen) Motivation war ihr Verhalten gegenüber *** *** aber geeignet, gerade das von Paragraph 46, Absatz eins, BDG 1979 geschützte Interesse des mj *** *** an der Wahrung der Amtsverschwiegenheit sowie das Ansehen des Beamtentums in der Öffentlichkeit zu schädigen, weil es Zweifel an der sachlichen Wahrnehmung der dienstlichen Aufgaben durch die Beschuldigte weckt.

Bei der Strafbemessung ist als erschwerend nichts, als mildernd hingegen die bisherige disziplinarrechtliche Unbescholtenheit und die geständige Verantwortung zu werten. Vor diesem Hintergrund kann spezial- und generalpräventiv mit der Disziplinarstrafe des Verweises gemäß § 92 Abs. 1 Z 1 BDG 1979 das Auslangen gefunden werden.Bei der Strafbemessung ist als erschwerend nichts, als mildernd hingegen die bisherige disziplinarrechtliche Unbescholtenheit und die geständige Verantwortung zu werten. Vor diesem Hintergrund kann spezial- und generalpräventiv mit der Disziplinarstrafe des Verweises gemäß Paragraph 92, Absatz eins, Ziffer eins, BDG 1979 das Auslangen gefunden werden.

Die Kostenentscheidung ist Folge der Sachentscheidung und gründet sich auf die Bestimmung des § 117 Abs. 2 BDG 1979.Die Kostenentscheidung ist Folge der Sachentscheidung und gründet sich auf die Bestimmung des Paragraph 117, Absatz 2, BDG 1979.

Rechtsmittelbelehrung:

Auf Grund des von der Beschuldigten nach mündlicher Verkündung des Disziplinarerkenntnisses und nach Rücksprache mit ihrem Verteidiger erklärten Rechtsmittelverzichts kommt ihr ein Rechtsmittel nicht zu.

Der Disziplinaranwalt kann gegen diesen Bescheid binnen vier Wochen nach seiner Zustellung schriftlich Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erheben. Die Postaufgabe der Beschwerde an die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz innerhalb von vier Wochen nach Zustellung des Bescheides gilt als rechtzeitig. Die Beschwerde kann auch in jeder anderen technisch möglichen Weise eingebracht werden. Die Einbringung mit E-Mail ist jedoch nur insoweit zulässig, als für den elektronischen Verkehr zwischen der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz und den Parteien nicht besondere Übermittlungsformen vorgesehen bzw. etwaige technische Voraussetzungen oder organisatorische Beschränkungen des elektronischen Verkehrs im Internet bekannt gemacht sind (§ 13 Abs. 2 AVG).Der Disziplinaranwalt kann gegen diesen Bescheid binnen vier Wochen nach seiner Zustellung schriftlich Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erheben. Die Postaufgabe der Beschwerde an die Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz innerhalb von vier Wochen nach Zustellung des Bescheides gilt als rechtzeitig. Die Beschwerde kann auch in jeder anderen technisch möglichen Weise eingebracht werden. Die Einbringung mit E-Mail ist jedoch nur insoweit zulässig, als für den elektronischen Verkehr zwischen der Disziplinarkommission beim Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz und den Parteien nicht besondere Übermittlungsformen vorgesehen bzw. etwaige technische Voraussetzungen oder organisatorische Beschränkungen des elektronischen Verkehrs im Internet bekannt gemacht sind (Paragraph 13, Absatz 2, AVG).

Die Beschwerde hat gemäß § 9 Abs. 1 VwGVG zu enthalten:Die Beschwerde hat gemäß Paragraph 9, Absatz eins, VwGVG zu enthalten:

1. die Bezeichnung des angefochtenen Bescheides,

2. die Bezeichnung der belangten Behörde,

3. die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt,

4. das Begehren und

5. die Angaben, die erforderlich sind, um zu beurteilen, ob die Beschwerde rechtzeitig eingebracht ist.

Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde hat gemäß § 13 Abs. 1 VwGVG aufschiebende Wirkung. Diese kann jedoch ausgeschlossen werden, wenn nach Abwägung der berührten öffentlichen Interessen und Interessen anderer Parteien der vorzeitige Vollzug des angefochtenen Bescheides oder die Ausübung der durch den angefochtenen Bescheid eingeräumten Berechtigung wegen Gefahr in Verzug dringend geboten ist (§ 13 Abs. 2 VwGVG).Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde hat gemäß Paragraph 13, Absatz eins, VwGVG aufschiebende Wirkung. Diese kann jedoch ausgeschlossen werden, wenn nach Abwägung der berührten öffentlichen Interessen und Interessen anderer Parteien der vorzeitige Vollzug des angefochtenen Bescheides oder die Ausübung der durch den angefochtenen Bescheid eingeräumten Berechtigung wegen Gefahr in Verzug dringend geboten ist (Paragraph 13, Absatz 2, VwGVG).

Zuletzt aktualisiert am

02.12.2019
Quelle: Disziplinarkommissionen, Disziplinaroberkommission, Berufungskommission Dok, https://www.ris.bka.gv.at/Dok
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