Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Spenling als Vorsitzenden und durch den Hofrat Hon.-Prof. Dr. Kuras, die Hofrätin Dr. Tarmann-Prentner, sowie die Hofräte Mag. Ziegelbauer und Dr. Brenn als weitere Richter in der Insolvenzsache der früheren Gemeinschuldnerin S***** Gesellschaft m.b.H., *****, über den außerordentlichen Revisionsrekurs der Antragsteller 1.) F***** B*****, 2.) R***** G*****, 3.) Mag. E***** F*****, 4.) E***** H*****, 5.) W***** H*****, 6.) H***** H*****, 7.) G***** H*****, 8.) Ing. B***** H*****, 9.) Dr. H***** J*****, 10.) M***** J*****, 11.) M***** K*****, 12.) P***** K*****, 13.) H***** K*****, 14.) H***** L*****, 15.) G***** M*****, 16.) L***** M*****, 17.) Ing. W***** M*****, 18.) K***** P*****, 19.) Dr. O***** P*****, 20.) R***** S*****, 21.) A***** S*****, 22.) P***** S*****, 23.) W***** S*****, 24.) H***** U*****, 25.) Dr. E***** V*****, 26.) HR Mag. H***** W*****, 27.) DI M***** Z*****, alle vertreten durch Dr. Hans-Otto Schmidt, Rechtsanwalt in Wien, gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Graz als Rekursgericht vom 21. Juli 2011, GZ 3 R 120/11h-63, mit dem der Rekurs der Antragsteller gegen den Beschluss des Landesgerichts Klagenfurt vom 15. Juni 2011, GZ 41 S 60/00x-60, zurückgewiesen wurde, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Der außerordentliche Revisionsrekurs wird gemäß § 252 IO iVm § 526 Abs 2 Satz 1 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 528 Abs 1 ZPO zurückgewiesen (§ 528a iVm § 510 Abs 3 ZPO).Der außerordentliche Revisionsrekurs wird gemäß Paragraph 252, IO in Verbindung mit Paragraph 526, Absatz 2, Satz 1 ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 528, Absatz eins, ZPO zurückgewiesen (Paragraph 528 a, in Verbindung mit Paragraph 510, Absatz 3, ZPO).
Begründung:
Rechtliche Beurteilung
1. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Gemeinschuldnerin wurde vor dem 30. 6. 2010 eröffnet. Die Rechtsmittelwerber präzisierten bereits im Rekursverfahren, dass ihr am 14. 6. 2011 beim Erstgericht eingelangter Antrag auf „Wiedereröffnung des Konkursverfahrens“ nicht als Antrag auf Wiederaufnahme des Konkursverfahrens iSd §§ 159 [richtig: § 158 Abs 2] oder 212 IO, sondern ausdrücklich als Antrag auf Einleitung eines Nachtragsverteilungsverfahrens gemäß § 138 Abs 2 IO (richtig: KO, § 273 Abs 1 IO) zu verstehen ist.1. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Gemeinschuldnerin wurde vor dem 30. 6. 2010 eröffnet. Die Rechtsmittelwerber präzisierten bereits im Rekursverfahren, dass ihr am 14. 6. 2011 beim Erstgericht eingelangter Antrag auf „Wiedereröffnung des Konkursverfahrens“ nicht als Antrag auf Wiederaufnahme des Konkursverfahrens iSd Paragraphen 159, [richtig: Paragraph 158, Absatz 2 ], oder 212 IO, sondern ausdrücklich als Antrag auf Einleitung eines Nachtragsverteilungsverfahrens gemäß Paragraph 138, Absatz 2, IO (richtig: KO, Paragraph 273, Absatz eins, IO) zu verstehen ist.
2. Nach ständiger Rechtsprechung ist im Konkursverfahren grundsätzlich jeder zum Rekurs befugt, der sich in seinem Recht gekränkt zu sein erachtet. Voraussetzung der Rekurslegitimation ist, dass der Rekurswerber in seinem Recht verletzt sein kann; ein bloß wirtschaftliches Interesse genügt nicht (RIS-Justiz RS0065135). Der Oberste Gerichtshof hat auch bereits die Antrags- und Rechtsmittellegitimation von Konkursgläubigern im Nachtragsverteilungsverfahren ausdrücklich bejaht (8 Ob 240/02f; vgl auch 8 Ob 56/10h).2. Nach ständiger Rechtsprechung ist im Konkursverfahren grundsätzlich jeder zum Rekurs befugt, der sich in seinem Recht gekränkt zu sein erachtet. Voraussetzung der Rekurslegitimation ist, dass der Rekurswerber in seinem Recht verletzt sein kann; ein bloß wirtschaftliches Interesse genügt nicht (RIS-Justiz RS0065135). Der Oberste Gerichtshof hat auch bereits die Antrags- und Rechtsmittellegitimation von Konkursgläubigern im Nachtragsverteilungsverfahren ausdrücklich bejaht (8 Ob 240/02f; vergleiche auch 8 Ob 56/10h).
3. Die Antragsteller gestehen jedoch ausdrücklich zu, dass sie infolge eines konkursgerichtlich genehmigten Vergleichs mit der Haftpflichtversicherung der Gemeinschuldnerin ihre Forderungsanmeldungen mit Zustimmung des Masseverwalters noch vor Aufhebung des Konkurses zurückgezogen und damit auf ihren Teilnahmeanspruch am Konkurs verzichtet haben (RIS-Justiz RS0065478; G. Kodek in Bartsch/Pollak/Schuhmacher4 IV § 102 Rz 81 mwH). Vor diesem Hintergrund ist aber die rechtliche Beurteilung des Rekursgerichts, dass die Kläger nicht mehr Konkursgläubiger, und damit auch nicht mehr iSd § 138 Abs 2 KO antrags- oder rekurslegitimiert sind, jedenfalls vertretbar. Mit ihrer Behauptung, dass sie arglistig über die Grundlagen des Vergleichs getäuscht worden seien, sodass dieser anfechtbar und die Zurücknahme der Forderungsanmeldungen hinfällig sei, zeigen die Revisionsrekurswerber schon deshalb keine erhebliche Rechtsfrage auf, weil sie in ihrem Rechtsmittel gar nicht behaupten, dass eine solche Vergleichsanfechtung schon erfolgt wäre, sodass sie selbst von der nach wie vor bestehenden Wirksamkeit der Zurücknahme ihrer Forderungsanmeldungen ausgehen. Die weiteren im Revisionsrekurs aufgestellten Behauptungen, dass der Masseverwalter ein rechtliches Interesse an einer Vergleichsanfechtung haben könnte und dass das Erstgericht von Amts wegen ein Verfahren gemäß § 138 Abs 2 KO einzuleiten gehabt hätte, berühren vor diesem Hintergrund allenfalls ein wirtschaftliches Interesse der Revisionsrekurswerber, nicht aber deren Rechtsposition.3. Die Antragsteller gestehen jedoch ausdrücklich zu, dass sie infolge eines konkursgerichtlich genehmigten Vergleichs mit der Haftpflichtversicherung der Gemeinschuldnerin ihre Forderungsanmeldungen mit Zustimmung des Masseverwalters noch vor Aufhebung des Konkurses zurückgezogen und damit auf ihren Teilnahmeanspruch am Konkurs verzichtet haben (RIS-Justiz RS0065478; G. Kodek in Bartsch/Pollak/Schuhmacher4 römisch vier Paragraph 102, Rz 81 mwH). Vor diesem Hintergrund ist aber die rechtliche Beurteilung des Rekursgerichts, dass die Kläger nicht mehr Konkursgläubiger, und damit auch nicht mehr iSd Paragraph 138, Absatz 2, KO antrags- oder rekurslegitimiert sind, jedenfalls vertretbar. Mit ihrer Behauptung, dass sie arglistig über die Grundlagen des Vergleichs getäuscht worden seien, sodass dieser anfechtbar und die Zurücknahme der Forderungsanmeldungen hinfällig sei, zeigen die Revisionsrekurswerber schon deshalb keine erhebliche Rechtsfrage auf, weil sie in ihrem Rechtsmittel gar nicht behaupten, dass eine solche Vergleichsanfechtung schon erfolgt wäre, sodass sie selbst von der nach wie vor bestehenden Wirksamkeit der Zurücknahme ihrer Forderungsanmeldungen ausgehen. Die weiteren im Revisionsrekurs aufgestellten Behauptungen, dass der Masseverwalter ein rechtliches Interesse an einer Vergleichsanfechtung haben könnte und dass das Erstgericht von Amts wegen ein Verfahren gemäß Paragraph 138, Absatz 2, KO einzuleiten gehabt hätte, berühren vor diesem Hintergrund allenfalls ein wirtschaftliches Interesse der Revisionsrekurswerber, nicht aber deren Rechtsposition.
Schlagworte
Gruppe: Konkursrecht,AusgleichsrechtTextnummer
E98854European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2011:0080OB00083.11F.0929.000Im RIS seit
15.11.2011Zuletzt aktualisiert am
05.09.2012