Norm
AVG 1991 §74 Abs1Rechtssatz
Es besteht im Verfahren vor dem Bundesvergabeamt keine
Anwaltspflicht. Es gilt der Grundsatz des § 74 Abs 1 AVG 1991, dass
jede Verfahrenspartei ihre Kosten selbst zu tragen hat
(BVA 15. 10. 2008, N/0117-BVA/13/2008-39). Es besteht keine andere
Norm, nach der dem Bundesvergabeamt die Zuständigkeit zukäme, über
den Ersatz anderer Kosten als der Pauschalgebühren zu entscheiden,
etwa die Kosten der anwaltlichen Vertretung. Ein solcher Antrag ist
unzulässig und daher zurückzuweisen (zB BVA 22. 12. 2008,
N/0147-BVA/10/2008-39, RPA-Slg 2009/6 = ZVB 2009/20 [Hackl] =
ZVB-LSK 2009/17 = ZVB-LSK 2009/18; 5. 3. 2010,
N/0131-BVA/14/2009-35, RPA-Slg 2010/10 = RPA-Slg 2010/9 = ZVB-LSK
2010/58 = ZVB-LSK 2010/59).
Die Kosten anwaltlicher Vertretung in einem Nachprüfungsverfahren zur Nichtigerklärung einer Entscheidung des Auftraggebers können jedoch in einem Zivilverfahren als selbständiger Anspruch eingeklagt werden (OGH 10. 5. 2005, 1 Ob 85/05i, Schadenersatz vor
Zuschlagserteilung in Wien, ecolex 2005/396 = RPA 2005, 328 [Katary]
= RPA-Slg 2006/11; 14. 9. 2006, 6 Ob 85/06b, Jus-Extra OGH-Z 4262).
Entscheidungstexte
Schlagworte
Kostenersatz; Anwltskosten;Zuletzt aktualisiert am
20.05.2011