RS Vwgh 2011/10/20 2009/21/0248

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Veröffentlicht am 20.10.2011
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren
41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

AsylG 2005 §2 Abs1 Z14;
AVG §67a Abs1;
B-VG Art129a Abs1 Z2;
FrPolG 2005 §120;
FrPolG 2005 §39 Abs1 Z1;
FrPolG 2005 §39 Abs3 Z1;
VwGG §42 Abs2 Z1;
VwRallg;
  1. AsylG 2005 § 2 heute
  2. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.07.2021 bis 23.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 69/2020
  3. AsylG 2005 § 2 gültig ab 24.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2020
  4. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.09.2018 bis 23.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2018
  5. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.11.2017 bis 31.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  6. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  7. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.06.2016 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2016
  8. AsylG 2005 § 2 gültig von 20.07.2015 bis 31.05.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2015
  9. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2013
  10. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  11. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  12. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  13. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  14. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  15. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2008
  1. AVG § 67a gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. AVG § 67a gültig von 01.01.2003 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2002
  3. AVG § 67a gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  4. AVG § 67a gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. AVG § 67a gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 51/2012
  2. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  3. B-VG Art. 129a gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Der auf das Betreten bei einer Verwaltungsübertretung nach § 120 FrPolG 2005 auf frischer Tat abstellende Tatbestand des § 39 Abs. 1 Z 1 FrPolG 2005 ist auf Asylwerber - diese Eigenschaft kommt einem Fremden während der offenen Frist zur Einbringung eines Rechtsmittels gegen den Bescheid des Bundesasylamtes weiter zu (siehe § 2 Abs. 1 Z 14 AsylG 2005) - nicht anwendbar (vgl. ErlRV 952 BlgNR 22. GP 91 f). Kommt die Behörde zu dem Ergebnis, dass die bekämpfte Maßnahme (Festnahme und Anhaltung) zwar nicht auf § 39 Abs. 1 Z. 1 FrPolG 2005 gestützt werden kann, da der Fremde als Asylwerber anzusehen ist und kommt ungeachtet dessen zum Ergebnis, dass die bekämpften Maßnahmen gerechtfertigt gewesen seien, weil sie in § 39 Abs. 3 Z 1 FrPolG 2005 ihre gesetzliche Deckung fänden, so hätte der UVS die bekämpften Maßnahmen für rechtswidrig erklären müssen, da die auf eine untaugliche Grundlage gestützte Festnahme und Anhaltung nicht dadurch zu einer rechtmäßigen Maßnahme wird, dass eine andere (aber nicht herangezogene) Rechtsgrundlage zur Verfügung gestanden wäre (vgl. E 19. Mai 2011, 2009/21/0214, 0224).Der auf das Betreten bei einer Verwaltungsübertretung nach Paragraph 120, FrPolG 2005 auf frischer Tat abstellende Tatbestand des Paragraph 39, Absatz eins, Ziffer eins, FrPolG 2005 ist auf Asylwerber - diese Eigenschaft kommt einem Fremden während der offenen Frist zur Einbringung eines Rechtsmittels gegen den Bescheid des Bundesasylamtes weiter zu (siehe Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 14, AsylG 2005) - nicht anwendbar vergleiche ErlRV 952 BlgNR 22. Gesetzgebungsperiode 91 f). Kommt die Behörde zu dem Ergebnis, dass die bekämpfte Maßnahme (Festnahme und Anhaltung) zwar nicht auf Paragraph 39, Absatz eins, Ziffer eins, FrPolG 2005 gestützt werden kann, da der Fremde als Asylwerber anzusehen ist und kommt ungeachtet dessen zum Ergebnis, dass die bekämpften Maßnahmen gerechtfertigt gewesen seien, weil sie in Paragraph 39, Absatz 3, Ziffer eins, FrPolG 2005 ihre gesetzliche Deckung fänden, so hätte der UVS die bekämpften Maßnahmen für rechtswidrig erklären müssen, da die auf eine untaugliche Grundlage gestützte Festnahme und Anhaltung nicht dadurch zu einer rechtmäßigen Maßnahme wird, dass eine andere (aber nicht herangezogene) Rechtsgrundlage zur Verfügung gestanden wäre vergleiche E 19. Mai 2011, 2009/21/0214, 0224).

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2009210248.X01

Im RIS seit

15.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

13.01.2012
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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