RS Vwgh 2013/10/17 2013/21/0121

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 17.10.2013
beobachten
merken

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3R E19103000
10/07 Verwaltungsgerichtshof
41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

32003R0343 Dublin-II Art2 litd;
32003R0343 Dublin-II Art3 Abs1;
32003R1560 Dublin-II DV Art7 Abs1;
AsylG 2005 §2 Abs1 Z14;
AsylG 2005 §5 Abs1;
EURallg;
FrPolG 2005 §76 Abs1;
FrPolG 2005 §76 Abs2;
FrPolG 2005 §76 Abs2a;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. AsylG 2005 § 2 heute
  2. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.07.2021 bis 23.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 69/2020
  3. AsylG 2005 § 2 gültig ab 24.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2020
  4. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.09.2018 bis 23.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2018
  5. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.11.2017 bis 31.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  6. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  7. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.06.2016 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2016
  8. AsylG 2005 § 2 gültig von 20.07.2015 bis 31.05.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2015
  9. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2013
  10. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  11. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  12. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  13. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  14. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  15. AsylG 2005 § 2 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2008
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Ein Fremder hat ungeachtet der Zurückweisung seines Antrages auf internationalen Schutz gemäß § 5 Abs. 1 AsylG 2005, weiterhin als "Asylwerber" iSd Art. 2 lit. d der Dublin II-Verordnung - diese Bestimmung versteht unter dem "Antragsteller" bzw. "Asylwerber" einen Drittstaatsangehörigern, der einen Asylantrag eingereicht hat, über den noch nicht endgültig entschieden worden ist - zu gelten. Daraus ist jedoch nicht abzuleiten, dass ihm auch aus innerstaatlicher Sicht "Asylwerbereigenschaft" zukommen müsste. In diesem Zusammenhang ist eine vom Wortlaut der innerstaatlichen Regelung des § 2 Abs. 1 Z 14 AsylG 2005 (iVm § 76 Abs. 2/Abs. 2a FrPolG 2005) abweichende, zur Übereinstimmung mit dem Begriff des "Asylwerbers" iSd Art. 2 lit. d der Dublin II-Verordnung führende Auslegung nicht geboten. In der Konstellation, dass der vom Fremden gestellte Antrag auf internationalen Schutz noch nicht inhaltlich geprüft worden ist, ist ausschlaggebend, dass das in Österreich geführte Verfahren zur Bestimmung des zur Asylantragsprüfung zuständigen Staates nach der Dublin II-Verordnung rechtskräftig beendet war. Eine Verpflichtung zur weiteren Prüfung des vom Fremden gestellten Antrages auf internationalen Schutz besteht auch unionsrechtlich nicht, sondern - sollte keine freiwillige Ausreise des Fremden in den anderen Mitgliedstaat erfolgen - nur (noch) die Verpflichtung zur Überstellung in den für diese weitere Prüfung zuständigen Mitgliedstaat. Von daher gibt es auch keinen Grund, den Fremden in diesem Stadium auch innerstaatlich als "Asylwerber" oder als Fremden, der einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, zu behandeln und nur unter den Bedingungen des § 76 Abs. 2 oder Abs. 2a FrPolG 2005, die von einem (in Österreich) noch nicht rechtskräftig beendeten Asylverfahren ausgehen, in Schubhaft nehmen zu dürfen. Daraus folgt, dass die BH als Rechtsgrundlage für die Schubhaft gegen den Fremden zu Recht § 76 Abs 1 FrPolG 2005 herangezogen hat.Ein Fremder hat ungeachtet der Zurückweisung seines Antrages auf internationalen Schutz gemäß Paragraph 5, Absatz eins, AsylG 2005, weiterhin als "Asylwerber" iSd Artikel 2, Litera d, der Dublin II-Verordnung - diese Bestimmung versteht unter dem "Antragsteller" bzw. "Asylwerber" einen Drittstaatsangehörigern, der einen Asylantrag eingereicht hat, über den noch nicht endgültig entschieden worden ist - zu gelten. Daraus ist jedoch nicht abzuleiten, dass ihm auch aus innerstaatlicher Sicht "Asylwerbereigenschaft" zukommen müsste. In diesem Zusammenhang ist eine vom Wortlaut der innerstaatlichen Regelung des Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 14, AsylG 2005 in Verbindung mit Paragraph 76, Absatz 2 /, A, b, s, 2a FrPolG 2005) abweichende, zur Übereinstimmung mit dem Begriff des "Asylwerbers" iSd Artikel 2, Litera d, der Dublin II-Verordnung führende Auslegung nicht geboten. In der Konstellation, dass der vom Fremden gestellte Antrag auf internationalen Schutz noch nicht inhaltlich geprüft worden ist, ist ausschlaggebend, dass das in Österreich geführte Verfahren zur Bestimmung des zur Asylantragsprüfung zuständigen Staates nach der Dublin II-Verordnung rechtskräftig beendet war. Eine Verpflichtung zur weiteren Prüfung des vom Fremden gestellten Antrages auf internationalen Schutz besteht auch unionsrechtlich nicht, sondern - sollte keine freiwillige Ausreise des Fremden in den anderen Mitgliedstaat erfolgen - nur (noch) die Verpflichtung zur Überstellung in den für diese weitere Prüfung zuständigen Mitgliedstaat. Von daher gibt es auch keinen Grund, den Fremden in diesem Stadium auch innerstaatlich als "Asylwerber" oder als Fremden, der einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, zu behandeln und nur unter den Bedingungen des Paragraph 76, Absatz 2, oder Absatz 2 a, FrPolG 2005, die von einem (in Österreich) noch nicht rechtskräftig beendeten Asylverfahren ausgehen, in Schubhaft nehmen zu dürfen. Daraus folgt, dass die BH als Rechtsgrundlage für die Schubhaft gegen den Fremden zu Recht Paragraph 76, Absatz eins, FrPolG 2005 herangezogen hat.

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete Gemeinschaftsrecht Verordnung unmittelbare Anwendung EURallg5/1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2013210121.X04

Im RIS seit

25.11.2013

Zuletzt aktualisiert am

21.08.2018
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten