RS Vwgh 2022/12/21 Ra 2022/22/0131

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Veröffentlicht am 21.12.2022
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Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren
41/02 Passrecht Fremdenrecht
60/04 Arbeitsrecht allgemein
62 Arbeitsmarktverwaltung

Norm

AuslBG §12b
AuslBG §20d Abs1
NAG 2005 §28 Abs6
NAG 2005 §41
NAG 2005 §41 Abs2 Z2
NAG 2005 §41 Abs4
VwGG §42 Abs2 Z1
VwGVG 2014 §27
VwGVG 2014 §28
VwRallg
  1. AuslBG § 12b heute
  2. AuslBG § 12b gültig ab 01.10.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2022
  3. AuslBG § 12b gültig von 01.01.2019 bis 30.09.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2018
  4. AuslBG § 12b gültig von 01.01.2019 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 1/2018
  5. AuslBG § 12b gültig von 01.10.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 66/2017
  6. AuslBG § 12b gültig von 01.07.2011 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 25/2011
  1. AuslBG § 20d heute
  2. AuslBG § 20d gültig ab 01.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2025
  3. AuslBG § 20d gültig von 01.10.2022 bis 30.11.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/2022
  4. AuslBG § 20d gültig von 01.01.2019 bis 30.09.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2018
  5. AuslBG § 20d gültig von 01.10.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 66/2017
  6. AuslBG § 20d gültig von 01.01.2014 bis 30.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 72/2013
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Ein VwG ist nicht an die Mitteilung des AMS gebunden. Die Anordnung des § 28 Abs. 6 NAG 2005, wonach Aufenthaltstitel (u.a.) gemäß § 41 NAG 2005 zu entziehen sind, wenn die regionale Geschäftsstelle des AMS der Behörde mitteilt, dass die Voraussetzungen (u.a.) gemäß § 12b AuslBG nicht länger vorliegen, bedeutet nicht, dass die Mitteilung der regionalen Geschäftsstelle des AMS im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht entkräftet oder widerlegt werden könnte. Vielmehr ist die in § 28 Abs. 6 NAG 2005 getroffene Anordnung schon aus rechtsstaatlichen Gründen verfassungskonform dahin zu verstehen, dass die inhaltliche Richtigkeit dieser Mitteilung der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle uneingeschränkt unterliegt (vgl. VfGH 24.11.2017, E 2936/2016; VfGH 22.9.2017, E 503/2016; 12.10.1995, G 65/95 u.a. [VfSlg. 14.318]; VwGH 9.7.2009, 2009/22/0189; 29.6.2020, Ra 2017/22/0001). Somit ist die dem VwG obliegende Kontrolle auch nicht auf eine "Grobprüfung" auf "offenkundige rechtliche Unrichtigkeiten" beschränkt. Im Übrigen ist kein Grund ersichtlich, weshalb der Gesetzgeber im Fall des Nichtvorliegens der Voraussetzungen gemäß § 12b AuslBG die Erlassung eines (vor dem VwG bekämpfbaren) die Zulassung als sonstige Schlüsselkraft versagenden Bescheides durch die zuständige regionale Geschäftsstelle des AMS (und die anschließende Einstellung des Verfahrens vor der Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde) vorsieht (vgl. § 20d Abs. 1 letzter Satz AuslBG; § 41 Abs. 4 NAG 2005), hingegen als Grundlage für die Erlassung eines (quasi als "contrarius actus" zur Erteilung eines Aufenthaltstitels gemäß § 41 Abs. 2 Z 2 NAG 2005 konzipierten) Entziehungsbescheides gemäß § 28 Abs. 6 NAG 2005 eine der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle entzogene Mitteilung der regionalen Geschäftsstelle des AMS genügen lassen sollte.Ein VwG ist nicht an die Mitteilung des AMS gebunden. Die Anordnung des Paragraph 28, Absatz 6, NAG 2005, wonach Aufenthaltstitel (u.a.) gemäß Paragraph 41, NAG 2005 zu entziehen sind, wenn die regionale Geschäftsstelle des AMS der Behörde mitteilt, dass die Voraussetzungen (u.a.) gemäß Paragraph 12 b, AuslBG nicht länger vorliegen, bedeutet nicht, dass die Mitteilung der regionalen Geschäftsstelle des AMS im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht entkräftet oder widerlegt werden könnte. Vielmehr ist die in Paragraph 28, Absatz 6, NAG 2005 getroffene Anordnung schon aus rechtsstaatlichen Gründen verfassungskonform dahin zu verstehen, dass die inhaltliche Richtigkeit dieser Mitteilung der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle uneingeschränkt unterliegt vergleiche VfGH 24.11.2017, E 2936/2016; VfGH 22.9.2017, E 503/2016; 12.10.1995, G 65/95 u.a. [VfSlg. 14.318]; VwGH 9.7.2009, 2009/22/0189; 29.6.2020, Ra 2017/22/0001). Somit ist die dem VwG obliegende Kontrolle auch nicht auf eine "Grobprüfung" auf "offenkundige rechtliche Unrichtigkeiten" beschränkt. Im Übrigen ist kein Grund ersichtlich, weshalb der Gesetzgeber im Fall des Nichtvorliegens der Voraussetzungen gemäß Paragraph 12 b, AuslBG die Erlassung eines (vor dem VwG bekämpfbaren) die Zulassung als sonstige Schlüsselkraft versagenden Bescheides durch die zuständige regionale Geschäftsstelle des AMS (und die anschließende Einstellung des Verfahrens vor der Niederlassungs- und Aufenthaltsbehörde) vorsieht vergleiche Paragraph 20 d, Absatz eins, letzter Satz AuslBG; Paragraph 41, Absatz 4, NAG 2005), hingegen als Grundlage für die Erlassung eines (quasi als "contrarius actus" zur Erteilung eines Aufenthaltstitels gemäß Paragraph 41, Absatz 2, Ziffer 2, NAG 2005 konzipierten) Entziehungsbescheides gemäß Paragraph 28, Absatz 6, NAG 2005 eine der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle entzogene Mitteilung der regionalen Geschäftsstelle des AMS genügen lassen sollte.

Schlagworte

Auslegung Gesetzeskonforme Auslegung von Verordnungen Verfassungskonforme Auslegung von Gesetzen VwRallg3/3 Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2022:RA2022220131.L01

Im RIS seit

01.02.2023

Zuletzt aktualisiert am

22.02.2023
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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