RS Vwgh 2024/4/23 Ra 2024/12/0035

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 23.04.2024
beobachten
merken

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3L E05200510
E6J
L22003 Landesbedienstete Niederösterreich
L24009 Gemeindebedienstete Wien
001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §8
B-VG Art133 Abs4
DO Wr 1994
DO Wr 1994 §18a Abs1 Z5
DO Wr 1994 §67c
EURallg
LandesGleichbehandlungsG NÖ 1997 §5 Abs7
LandesGleichbehandlungsG NÖ 1997 §5 Abs8
LandesGleichbehandlungsG Wr 1996
LandesGleichbehandlungsG Wr 1996 §14 Abs2
VwGG §34 Abs1
VwGVG 2014 §17
VwRallg
32000L0078 Gleichbehandlungs-RL Beschäftigung Beruf
32000L0078 Gleichbehandlungs-RL Beschäftigung Beruf Art17
61995CJ0180 Draehmpaehl VORAB
62006CJ0460 Paquay VORAB
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Rechtssatz

§ 5 Abs. 7 und 8 NÖ LandesGleichbehandlungsG 1997 gewährt bei Unterbleiben des beruflichen Aufstiegs wegen einer Diskriminierung durch den Dienstgeber in Übereinstimmung mit Art. 17 GleichbehandlungsRL und der Rsp. des EuGH (EuGH 11.10.2007, C-460/06, Paquay; EuGH 22.4.1997, C-180/95, Draehmpaehl) lediglich einen Schadenersatzanspruch. Aus der (insofern auf Art. 17 GleichbehandlungsRL übertragbare) Rsp. des EuGH (EuGH 11.10.2007, C-460/06, Paquay; 22.4.1997, C-180/95, Draehmpaehl) geht hervor, dass das Unionsrecht den Mitgliedstaaten keine bestimmte Maßnahme im Fall einer Verletzung des Diskriminierungsverbots vorschreibt, sondern ihnen nach Maßgabe der unterschiedlichen denkbaren Sachverhalte die Freiheit der Wahl unter den verschiedenen zur Verwirklichung des Ziels der GleichbehandlungsRL geeigneten Lösungen belässt. Diese Rsp. ist auf die - im vorliegenden Revisionsfall heranzuziehenden - Rechtsvorschriften (§ 67c Wr DO 1994 iVm § 14 Abs. 2 Wr LandesGleichbehandlungsG 1996) übertragbar. Damit ist weder aus der GleichbehandlungsRL noch aus dem damit in Übereinstimmung normierten Gesetz ein Recht auf Ernennung bzw. Beförderung abzuleiten. Folglich hätte selbst dann, wenn die Nichternennung des Beamten (hier: das Unterbleiben einer "Höherreihung" zu einem früheren, vom Beamten gewünschten Zeitpunkt) als unzulässige Diskriminierung zu qualifizieren wäre, dies gemäß der GleichbehandlungsRL und nach den Regelungen der Wr DO 1994 und des Wr LandesGleichbehandlungsG 1996 lediglich dazu führen können, dass bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen dem Beamten ein Schadenersatzanspruch zugestanden wäre. Eine Ernennung bzw. Höherreihung (hier: zu einem früheren Zeitpunkt) hätte aber deshalb nicht zu erfolgen gehabt (VwGH 18.7.2023, Ra 2021/12/0066; VwGH 27.5.2020, Ra 2019/12/0055).Paragraph 5, Absatz 7 und 8 NÖ LandesGleichbehandlungsG 1997 gewährt bei Unterbleiben des beruflichen Aufstiegs wegen einer Diskriminierung durch den Dienstgeber in Übereinstimmung mit Artikel 17, GleichbehandlungsRL und der Rsp. des EuGH (EuGH 11.10.2007, C-460/06, Paquay; EuGH 22.4.1997, C-180/95, Draehmpaehl) lediglich einen Schadenersatzanspruch. Aus der (insofern auf Artikel 17, GleichbehandlungsRL übertragbare) Rsp. des EuGH (EuGH 11.10.2007, C-460/06, Paquay; 22.4.1997, C-180/95, Draehmpaehl) geht hervor, dass das Unionsrecht den Mitgliedstaaten keine bestimmte Maßnahme im Fall einer Verletzung des Diskriminierungsverbots vorschreibt, sondern ihnen nach Maßgabe der unterschiedlichen denkbaren Sachverhalte die Freiheit der Wahl unter den verschiedenen zur Verwirklichung des Ziels der GleichbehandlungsRL geeigneten Lösungen belässt. Diese Rsp. ist auf die - im vorliegenden Revisionsfall heranzuziehenden - Rechtsvorschriften (Paragraph 67 c, Wr DO 1994 in Verbindung mit Paragraph 14, Absatz 2, Wr LandesGleichbehandlungsG 1996) übertragbar. Damit ist weder aus der GleichbehandlungsRL noch aus dem damit in Übereinstimmung normierten Gesetz ein Recht auf Ernennung bzw. Beförderung abzuleiten. Folglich hätte selbst dann, wenn die Nichternennung des Beamten (hier: das Unterbleiben einer "Höherreihung" zu einem früheren, vom Beamten gewünschten Zeitpunkt) als unzulässige Diskriminierung zu qualifizieren wäre, dies gemäß der GleichbehandlungsRL und nach den Regelungen der Wr DO 1994 und des Wr LandesGleichbehandlungsG 1996 lediglich dazu führen können, dass bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen dem Beamten ein Schadenersatzanspruch zugestanden wäre. Eine Ernennung bzw. Höherreihung (hier: zu einem früheren Zeitpunkt) hätte aber deshalb nicht zu erfolgen gehabt (VwGH 18.7.2023, Ra 2021/12/0066; VwGH 27.5.2020, Ra 2019/12/0055).

Gerichtsentscheidung

EuGH 61995CJ0180 Draehmpaehl VORAB
EUGH 62006CJ0460 Paquay VORAB

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Richtlinie richtlinienkonforme Auslegung des innerstaatlichen Rechts EURallg4/3 Individuelle Normen und Parteienrechte Rechtsanspruch Antragsrecht Anfechtungsrecht VwRallg9/2 Parteibegriff Parteistellung strittige Rechtsnachfolger Zustellung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2024:RA2024120035.L02

Im RIS seit

21.05.2024

Zuletzt aktualisiert am

28.05.2024
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten