RS OGH 2017/8/23 15Os7/17v (15Os69/17m;15Os73/17z;15Os74/17x)

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 23.08.2017
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Norm

StPO §49 Z10
StPO §71 Abs5
StPO §121 Abs2
StPO §210 Abs2
StPO §210 Abs3
StPO §254 Abs2
MRK Art6 Abs1
MRK Art8
  1. StPO § 49 heute
  2. StPO § 49 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 49 gültig von 01.01.2021 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  4. StPO § 49 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2016
  5. StPO § 49 gültig von 01.06.2009 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  6. StPO § 49 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  7. StPO § 49 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  8. StPO § 49 gültig von 01.01.1994 bis 28.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  9. StPO § 49 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993
  1. StPO § 71 heute
  2. StPO § 71 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 71 gültig von 17.02.2024 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 182/2023
  4. StPO § 71 gültig von 01.01.2021 bis 16.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  5. StPO § 71 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  6. StPO § 71 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  7. StPO § 71 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993
  1. StPO § 210 heute
  2. StPO § 210 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  3. StPO § 210 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 210 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  5. StPO § 210 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993
  1. StPO § 210 heute
  2. StPO § 210 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  3. StPO § 210 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 210 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  5. StPO § 210 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993

Rechtssatz

Eine Durchsuchung von Orten und Gegenständen ist nicht parteiöffentlich. Nur dem von der Durchsuchung Betroffenen (Inhaber der Räumlichkeit) oder/und den weiteren in § 121 Abs 2 StPO genannten Personen (im Ermittlungsverfahren auch der Staatsanwaltschaft als dessen Leiterin), nicht aber dem Privatankläger oder anderen Beteiligten des (Haupt?)Verfahrens kommt in dieser jeweiligen Funktion ein Recht auf Anwesenheit zu.Eine Durchsuchung von Orten und Gegenständen ist nicht parteiöffentlich. Nur dem von der Durchsuchung Betroffenen (Inhaber der Räumlichkeit) oder/und den weiteren in Paragraph 121, Absatz 2, StPO genannten Personen (im Ermittlungsverfahren auch der Staatsanwaltschaft als dessen Leiterin), nicht aber dem Privatankläger oder anderen Beteiligten des (Haupt?)Verfahrens kommt in dieser jeweiligen Funktion ein Recht auf Anwesenheit zu.

Entscheidungstexte

  • RS0131616">15 Os 7/17v
    Entscheidungstext OGH 23.08.2017 15 Os 7/17v
    Beisatz: Diese Sicht ergibt sich aus dem Fehlen einer ausdrücklichen gesetzlichen Norm und der Problematik des durch ein solches Recht bewirkten Eingriffs in die Privatsphäre des Betroffenen (Art 8 MRK) und der Verfahrensverzögerung (Art 6 Abs 1 MRK). (T1)
    Beisatz: Dem Privatankläger kommen nur jene Rechte zu, die der Staatsanwaltschaft im Hauptverfahren zustehen. (T2)
    Beisatz: Parteiöffentlichkeit im Hauptverfahren darf aufgrund des Prinzips der Waffengleichheit nicht einseitig gewährt werden. Ein (bloß) aus anderer Stellung als der eines Beteiligten resultierendes Anwesenheitsrecht (§ 121 Abs 2 StPO) bewirkt jedoch keine Einseitigkeit. (T3)
    Beisatz: Im Hauptverfahren ist außerhalb der Hauptverhandlung nur ein vom Vorsitzenden allein oder einem Beisitzer vorgenommener Augenschein parteiöffentlich, während dies für sonstige Beiweisaufnahmen oder solche vorbereitende/sichernde Zwangsmaßnahmen nicht gilt. (T4)
    Beisatz: Defiziten der Rechtsverfolgung bei einer von der Kriminalpolizei in Abwesenheit des Privatanklägers durchgeführten Durchsuchung (zB wenn es um die Sicherstellung ausgekundschafteter Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse geht) kann durch entsprechend genaue Determinierung des Durchsuchungsantrags, erforderlichenfalls auch durch Beiziehung eines im Rahmen der Durchsuchung Befund aufnehmenden Sachverständigen Rechnung getragen werden. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2017:RS0131616

Im RIS seit

04.10.2017

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2017
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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