RS OGH 2024/9/3 14Os143/09z; 14Os79/12t; 15Os1/13f; 14Os115/16t; 11Os7/17i; 13Os55/17p; 12Os86/17i;

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Veröffentlicht am 03.09.2024
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Norm

StGB §153
  1. StGB § 153 heute
  2. StGB § 153 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 153 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  4. StGB § 153 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  5. StGB § 153 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  6. StGB § 153 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Bei wirtschaftlich unvertretbaren Investitions- und Risikogeschäften tritt der strafrechtlich relevante Schaden im Zeitpunkt des Geldabflusses aus der Sphäre des Machtgebers ein, womit (bei auch darauf gerichtetem Vorsatz) die Untreue vollendet ist. Die wirtschaftliche Vertretbarkeit von Kreditvergaben hängt von der nach der Bonität des Schuldners zu beurteilenden Einbringlichkeit des Rückzahlungsanspruchs im Zeitpunkt der Kreditschuldentstehung ab, für sonstige Investitions- und Risikogeschäfte ist insoweit in erster Linie das – vom Machthaber auf der Basis der einschlägigen Normen (vor allem § 27 Abs 1 und § 39 Abs 1 BWG) zu garantierende – Vorhandensein eines angemessenen Risikoausgleichs und ausreichender Sicherheiten maßgebend.Bei wirtschaftlich unvertretbaren Investitions- und Risikogeschäften tritt der strafrechtlich relevante Schaden im Zeitpunkt des Geldabflusses aus der Sphäre des Machtgebers ein, womit (bei auch darauf gerichtetem Vorsatz) die Untreue vollendet ist. Die wirtschaftliche Vertretbarkeit von Kreditvergaben hängt von der nach der Bonität des Schuldners zu beurteilenden Einbringlichkeit des Rückzahlungsanspruchs im Zeitpunkt der Kreditschuldentstehung ab, für sonstige Investitions- und Risikogeschäfte ist insoweit in erster Linie das – vom Machthaber auf der Basis der einschlägigen Normen (vor allem Paragraph 27, Absatz eins und Paragraph 39, Absatz eins, BWG) zu garantierende – Vorhandensein eines angemessenen Risikoausgleichs und ausreichender Sicherheiten maßgebend.

Entscheidungstexte

  • RS0126620">14 Os 143/09z
    Entscheidungstext OGH 23.12.2010 14 Os 143/09z
  • RS0126620">14 Os 79/12t
    Entscheidungstext OGH 05.03.2013 14 Os 79/12t
    Vgl auch
  • RS0126620">15 Os 1/13f
    Entscheidungstext OGH 22.05.2013 15 Os 1/13f
    Auch
  • RS0126620">14 Os 115/16t
    Entscheidungstext OGH 24.01.2017 14 Os 115/16t
    Auch
  • RS0126620">11 Os 7/17i
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 11 Os 7/17i
    Auch; Beisatz: Die wirtschaftlich unvertretbare Einräumung einer Bankgarantie bedeutet noch keinen effektiven Vermögensabfluss. (T1)
  • RS0126620">13 Os 55/17p
    Entscheidungstext OGH 11.10.2017 13 Os 55/17p
    Auch; Beisatz: Da der Kreditvertrag seit dem Inkrafttreten des DaKRÄG BGBl I 2010/28 (nicht mehr als Realvertrag, sondern) als Konsensualvertrag konzipiert ist, entsteht die Verbindlichkeit auch bei solchen Verträgen nunmehr schon im Abschlusszeitpunkt. (T2)
  • 12 Os 86/17i
    Entscheidungstext OGH 04.03.2018 12 Os 86/17i
    Beis wie T2
  • RS0126620">12 Os 34/18v
    Entscheidungstext OGH 12.09.2019 12 Os 34/18v
    Vgl
  • RS0126620">14 Os 130/23h
    Entscheidungstext OGH 03.09.2024 14 Os 130/23h
    vgl; Beisatz: Hier: Beauftragung einer Bankgarantie zugunsten eines zahlungsunfähigen Unternehmens durch den Geschäftsführer einer GmbH. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:RS0126620

Im RIS seit

04.05.2011

Zuletzt aktualisiert am

28.11.2024
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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