RS Vfgh 2011/2/28 B1645/10

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 28.02.2011
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Index

L6 Land- und Forstwirtschaft
L6650 Flurverfassung

Norm

B-VG Art7 Abs1 / Gesetz
B-VG Art7 Abs1 / Verwaltungsakt
B-VG Art12 Abs1 Z3
B-VG Art120a, Art120c
B-VG Art144 Abs1 / Legitimation
StGG Art5
EMRK Art6 Abs1 / Verfahrensgarantien
Tir FlVLG 1996 §33 Abs2 litc, Abs5, Abs6, §34 Abs1, §35 Abs7, §36 Abs2, §37 Abs6, Abs7, Abs8
VfGG §87 Abs2
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 12 heute
  2. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 12 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  5. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 12 gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  7. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  9. B-VG Art. 12 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  10. B-VG Art. 12 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  11. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  12. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1961 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  13. B-VG Art. 12 gültig von 17.12.1958 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 271/1958
  14. B-VG Art. 12 gültig von 31.12.1954 bis 16.12.1958 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1954
  15. B-VG Art. 12 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 12 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 120a heute
  2. B-VG Art. 120a gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 87 heute
  2. VfGG § 87 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VfGG § 87 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2013
  4. VfGG § 87 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VfGG § 87 gültig von 01.01.2004 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. VfGG § 87 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1984

Leitsatz

Keine Verletzung verfassungsgesetzlich gewährleisteter Rechte durch Abweisung der Berufung einer Gemeindegutsagrargemeinschaft gegen die Aufhebung verschiedener Beschlüsse durch die Agrarbehörde erster Instanz mangels Beiziehung eines Gemeindevertreters; keine verfassungswidrige Bevorzugung der Gemeinde als Mitglied der Agrargemeinschaft durch Bestimmungen des Tiroler Flurverfassungslandesgesetzes betreffend die Organe der Agrargemeinschaften und die Einräumung bestimmter Rechte der Gemeinde bei Entscheidungen über den Substanzwert

Rechtssatz

Zurückweisung der Beschwerde, soweit sie sich gegen den der Berufung Folge gebenden Teil des angefochtenen Bescheides des Landesagrarsenates richtet, mangels Beschwer.

Bescheidmäßige Feststellung des Vorliegens atypischen Gemeindegutes keine Voraussetzung für die Anwendung der Bestimmungen des Tir FlVLG 1996 idF LGBl 7/2010; nur deklarative Wirkung eines Feststellungsbescheides gem §33 Abs6 leg cit.Bescheidmäßige Feststellung des Vorliegens atypischen Gemeindegutes keine Voraussetzung für die Anwendung der Bestimmungen des Tir FlVLG 1996 in der Fassung Landesgesetzblatt 7 aus 2010,; nur deklarative Wirkung eines Feststellungsbescheides gem §33 Abs6 leg cit.

Bindungswirkung der Vorentscheidung VfSlg 18446/2008 hinsichtlich der Behandlung der beschwerdeführenden Agrargemeinschaft als "Gemeindegutsagrargemeinschaft".

Keine Änderung der maßgeblichen Rechtslage durch die Novelle LGBl 7/2010 (siehe auch E v 10.12.10, B639/10 ua: Identität des im Erk VfSlg 18446/2008 definierten Begriffes des Gemeindegutes mit jenem des §33 Abs2 litc Z2 Tir FlVLG 1996 idF LGBl 7/2010).Keine Änderung der maßgeblichen Rechtslage durch die Novelle Landesgesetzblatt 7 aus 2010, (siehe auch E v 10.12.10, B639/10 ua: Identität des im Erk VfSlg 18446/2008 definierten Begriffes des Gemeindegutes mit jenem des §33 Abs2 litc Z2 Tir FlVLG 1996 in der Fassung Landesgesetzblatt 7 aus 2010,).

Keine Änderung der Sachlage; Bindungswirkung durch die bloße Behauptung von Feststellungsmängeln nicht durchbrochen; ansonsten Unvereinbarkeit mit §87 Abs2 VfGG und mit der Funktion der Verfassungsgerichtsbarkeit im System des rechtsstaatlichen Grundprinzips der österreichischen Bundesverfassung.

Keine Bedenken gegen §33 Abs2 litc Z2 sowie gegen §33 Abs5 Tir FlVLG 1996 idF LGBl 7/2010 (betr den Substanzwert).Keine Bedenken gegen §33 Abs2 litc Z2 sowie gegen §33 Abs5 Tir FlVLG 1996 in der Fassung Landesgesetzblatt 7 aus 2010, (betr den Substanzwert).

Keine unsachliche Bevorzugung der Gemeinde als Mitglied der Agrargemeinschaft durch §35 Abs7 leg cit, Einräumung eines Zustimmungsrechtes der Gemeinde bei Entscheidungen über den Substanzwert sachlich gerechtfertigt.

Keine Bedenken auch unter dem Blickwinkel der Eigentumsgarantie. Der Anspruch der Gemeinde auf den Substanzwert des Gemeindegutes stellt eine durch die Eigentumsgarantie geschützte Rechtsposition dar, die auch das subjektive Recht der umfassenden Dispositionsbefugnis über alle vom Eigentumsschutz erfassten Rechte gewährleistet. Es ist daher verfassungsrechtlich geboten, den Anspruch der Gemeinde auf den Substanzwert des Gemeindegutes - hier im Wege der Einräumung von Zustimmungs- und Einwirkungsrechten - zu wahren, weil ansonsten der Gemeinde die Ausübung ihrer Eigentümerbefugnisse verfassungswidrig vorenthalten werden würde.

Keine Kompetenzwidrigkeit des §35 Abs7 leg cit. Angelegenheiten der Regulierung von Agrargemeinschaften vom Kompetenztatbestand "Bodenreform" des Art12 Abs1 Z3 B-VG umfasst; ebenso Regelungen über die Modalitäten der Willensbildung innerhalb der Agrargemeinschaft.

Kein Widerspruch zu Art120a ff B-VG betr Selbstverwaltungskörper. Agrargemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gesetzlich festgelegtem Mitgliederkreis, Aufsicht durch die Agrarbehörde, Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben infolge gesetzlicher Übertragung. Kein Verstoß des §35 Abs7 Satz 1 und 2 gegen Art120c Abs1 B-VG betr die Organkreation nach demokratischen Grundsätzen.

Gemeinde als Mitglied der Agrargemeinschaft gem §34 Abs1 Tir FlVLG. Unbedenklichkeit der Regelung über die Beiziehung eines Vertreters der Gemeinde zur Vollversammlung und zum Ausschuss; keine Vorschrift über die Organbildung.

Weiters keine unsachliche Bevorzugung der Gemeinde durch das Einsichts- und Entnahmerecht gem §36 Abs2 Tir FlVLG; getrennte Rechnungskreise nicht unsachlich; Kontrollrechte als notwendige Ergänzung des Anspruches der Gemeinde auf den Substanzwert.

Keine Unsachlichkeit der Regelungen der Aufsicht über die Agrargemeinschaften (Aufhebung rechtswidriger Beschlüsse), insbesondere dort, wo die rechtlichen Interessen der Gemeinde besonders betroffen sind, und die Zuerkennung einer Parteistellung an die Gemeinde gem §37 Abs6, Abs7 und Abs8 leg cit.

Keine Verletzung der Verfahrensgarantien des Art6 EMRK; keine Bedenken gegen die Unabhängigkeit der Landesagrarsenate; Anrufung auch des Verwaltungsgerichtshofes zulässig.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Bodenreform, Flurverfassung, Agrarbehörden, Bindung (der Verwaltungsbehörden an VfGH), Selbstverwaltung, Kompetenz Bund - Länder Bodenreform, Aufsichtsrecht, Parteistellung, VfGH / Legitimation, Feststellungsbescheid, Rechtsstaatsprinzip

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:2011:B1645.2010

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2012
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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