RS OGH 2017/6/27 14Bkd7/08, 14Bkd1/09, 4Bkd4/08, 16Bkd12/09, 22Os1/14h, 22Ds3/17m

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 26.01.2009
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Norm

DSt 1990 §3
RAO §37 Abs1 Z2b
RL-BA 1977 §9b
  1. RAO § 37 heute
  2. RAO § 37 gültig ab 30.07.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2020
  3. RAO § 37 gültig von 25.05.2018 bis 29.07.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2018
  4. RAO § 37 gültig von 01.01.2017 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2017
  5. RAO § 37 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 141/2009
  6. RAO § 37 gültig von 31.12.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 1/2009
  7. RAO § 37 gültig von 01.01.2008 bis 30.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2007
  8. RAO § 37 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2005
  9. RAO § 37 gültig von 29.10.2003 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2003
  10. RAO § 37 gültig von 01.06.1999 bis 28.10.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/1999

Rechtssatz

Nur geringfügiges Verschulden eines Rechtsanwalts, der entgegen den Regelungen zur Übernahme und Durchführung von Treuhandschaften (§ 37 Abs 1 Z 2b RAO und § 9b Abs 3, Abs 4 RL-BA) eine Treuhandschaft übernommen, ordnungsgemäß abgewickelt und seinen Rechtsstandpunkt damit begründet hatte, dass die Verpflichtung zum Beitritt zum Treuhandverband dem verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Freiheit der Erwerbstätigkeit gemäß Art 6 StGG widerspreche, weil der Verfassungsgerichtshof in der Folge diese Bedenken teilte. Mit Urteil vom 4. Dezember 2008, G 15/08-12, hob der Verfassungsgerichtshof nämlich § 37 Abs 1 Z 2b RAO als verfassungswidrig auf. § 9b RL-BA und das Statut der Treuhand-Revision der Rechtsanwaltskammer Niederösterreich wurden als gesetzwidrig aufgehoben. Die Aufhebungen treten jeweils mit 31. Dezember 2009 in Kraft. Ausdrücklich dekretierte er, dass § 37 Abs 1 Z 2b RAO in Widerspruch zu Art 18 B-VG stehe. Es erfolgte daher ein Freispruch des Disziplinarbeschuldigten nach § 3 DSt 1990.Nur geringfügiges Verschulden eines Rechtsanwalts, der entgegen den Regelungen zur Übernahme und Durchführung von Treuhandschaften (Paragraph 37, Absatz eins, Ziffer 2 b, RAO und Paragraph 9 b, Absatz 3,, Absatz 4, RL-BA) eine Treuhandschaft übernommen, ordnungsgemäß abgewickelt und seinen Rechtsstandpunkt damit begründet hatte, dass die Verpflichtung zum Beitritt zum Treuhandverband dem verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Freiheit der Erwerbstätigkeit gemäß Artikel 6, StGG widerspreche, weil der Verfassungsgerichtshof in der Folge diese Bedenken teilte. Mit Urteil vom 4. Dezember 2008, G 15/08-12, hob der Verfassungsgerichtshof nämlich Paragraph 37, Absatz eins, Ziffer 2 b, RAO als verfassungswidrig auf. Paragraph 9 b, RL-BA und das Statut der Treuhand-Revision der Rechtsanwaltskammer Niederösterreich wurden als gesetzwidrig aufgehoben. Die Aufhebungen treten jeweils mit 31. Dezember 2009 in Kraft. Ausdrücklich dekretierte er, dass Paragraph 37, Absatz eins, Ziffer 2 b, RAO in Widerspruch zu Artikel 18, B-VG stehe. Es erfolgte daher ein Freispruch des Disziplinarbeschuldigten nach Paragraph 3, DSt 1990.

Entscheidungstexte

  • 14 Bkd 7/08
    Entscheidungstext OGH 26.01.2009 14 Bkd 7/08
  • 14 Bkd 1/09
    Entscheidungstext OGH 25.05.2009 14 Bkd 1/09
    Auch
  • 4 Bkd 4/08
    Entscheidungstext OGH 08.06.2009 4 Bkd 4/08
    Auch
  • 16 Bkd 12/09
    Entscheidungstext OGH 05.07.2010 16 Bkd 12/09
    Vgl auch; Beisatz: Außergewöhnlichen Begleitumständen („reine Formalfehler“ bzw „geringe Formverstöße“) kommt auch bei der Abwicklung von Treuhandgeschäften, deren absolut korrekte und stringente Durchführung im besonderen Standesinteresse liegt, bei der Strafbemessung nach § 16 Abs 6 DSt und damit der Wahl einer der nach § 16 Abs 1 DSt vorgesehenen Strafarten Bedeutung zu. Es kann sogar die Anwendung des § 3 DSt geboten sein. (T1)
  • RS0124433">22 Os 1/14h
    Entscheidungstext OGH 11.11.2014 22 Os 1/14h
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • RS0124433">22 Ds 3/17m
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 22 Ds 3/17m
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0124433

Im RIS seit

25.02.2009

Zuletzt aktualisiert am

10.08.2017
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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