RS OGH 2023/10/19 7Ob155/57; 7Ob624/79; 5Ob753/81; 1Ob785/82; 6Ob603/85; 8Ob505/90; 6Ob1671/95; 1Ob1

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Veröffentlicht am 03.04.1957
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Norm

ABGB §904 IV
IO §210 Abs1 Z8
  1. IO § 210 heute
  2. IO § 210 gültig ab 17.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2021
  3. IO § 210 gültig von 01.08.2017 bis 16.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2017
  4. IO § 210 gültig von 01.07.2010 bis 31.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2010
  5. IO § 210 gültig von 01.01.1995 bis 30.06.2010 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 974/1993

Rechtssatz

Die Zahlung nach Tunlichkeit und Möglichkeit stellt es dem Schuldner keineswegs anheim, nach Belieben zu zahlen. Es ist den Schuldner jedenfalls eine ihrer körperlichen und geistigen Beschaffenheit entsprechende Beschäftigung zuzumuten, um sich die Mittel für die Rückzahlung eines Darlehens zu beschaffen. Bei der Festsetzung der Erfüllungszeit sind die Interessen beider Parteien zu berücksichtigen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 155/57
    Entscheidungstext OGH 03.04.1957 7 Ob 155/57
    Veröff: EvBl 1957/319 S 494
  • 7 Ob 624/79
    Entscheidungstext OGH 03.05.1979 7 Ob 624/79
    nur: Bei der Festsetzung der Erfüllungszeit sind die Interessen beider Parteien zu berücksichtigen. (T1)
  • 5 Ob 753/81
    Entscheidungstext OGH 12.01.1981 5 Ob 753/81
    nur T1; Beisatz: Letzten Endes wird im Falle des § 904 Satz 3 ABGB bei der Festsetzung nach Billigkeit gar nicht über die Tunlichkeit und Möglichkeit der Leistung entscheiden, die Leistung muss irgendwie ermöglicht werden, weil sie der Schuldner versprochen hat. (T2)
  • RS0017626">1 Ob 785/82
    Entscheidungstext OGH 23.02.1983 1 Ob 785/82
    Auch; nur T1; Beisatz: Bei erheblichen Liquidationsschwierigkeiten ist eine Fälligstellung abzulehnen. (T3) Veröff: SZ 56/30 = EvBl 1983/133 S 472
  • RS0017626">6 Ob 603/85
    Entscheidungstext OGH 11.07.1985 6 Ob 603/85
    nur T1
  • RS0017626">8 Ob 505/90
    Entscheidungstext OGH 12.02.1991 8 Ob 505/90
    nur T1; Beisatz: Keinesfalls wäre es zu rechtfertigen, die gerichtliche Festsetzung des Fälligkeitszeitpunktes allein an den finanziellen Möglichkeiten der Beklagten auszurichten. (T4) Veröff: NZ 1992,58 (Hofmeister)
  • RS0017626">6 Ob 1671/95
    Entscheidungstext OGH 25.10.1995 6 Ob 1671/95
    Auch; nur T1; Beis wie T3
  • RS0017626">1 Ob 160/07x
    Entscheidungstext OGH 18.12.2007 1 Ob 160/07x
    Vgl auch
  • RS0017626">8 Ob 83/23y
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.10.2023 8 Ob 83/23y
    vgl; Beisatz: Der Richter hat bei § 904 Satz 3 ABGB den Fälligkeitszeitpunkt nicht allein an den finanziellen Möglichkeiten des Schuldners auszurichten, sondern eine Billigkeitsentscheidung zu treffen, bei der er die Interessen beider Vertragsparteien berücksichtigt; so muss er ins Kalkül ziehen, ob und inwieweit es dem Schuldner zumutbar ist, durch Aufnahme einer Beschäftigung sich die zur Erfüllung notwendigen Mittel zu beschaffen. (T5)
    Beisatz: Hier: Verletzung der Obliegenheit nach § 210 Abs 1 Z 8 IO verneint. (T6)
    Beisatz: Durch § 904 Satz 3 ABGB ist gesichert, dass der Schuldner nicht zu ihm nicht möglichen Rückzahlungen durch richterliche Fälligstellung verpflichtet werden kann. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0017626

Im RIS seit

03.04.1957

Zuletzt aktualisiert am

14.12.2023
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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