RS OGH 2023/9/27 5Ob322/59; 5Ob568/59; 5Ob235/60; 6Ob251/61; 5Ob180/63; 5Ob376/63; 8Ob335/64; 2Ob121

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 07.10.1959
beobachten
merken

Rechtssatz

Der Rechtssatz, dass jeder Verstoß gegen die Unmittelbarkeit von Amts wegen wahrzunehmen sei und daher einer Rüge nicht bedürfe, lässt sich in dieser Allgemeinheit aus dem Gesetz nicht ableiten. Die Verlesung von Aussagen, die nicht vom erkennenden Richter aufgenommen wurden, bildet dann keinen Verfahrensmangel, wenn sie nicht gerügt und auch ein Antrag auf Wiederholung der Beweisaufnahme vor dem erkennenden Richter nicht gestellt wurde. Die Parteien können auf die Befolgung des Grundsatzes, dass die Beweise von dem Richter aufzunehmen sind, der die Entscheidung fällt, wirksam verzichten. (Ausdrückliche Ablehnung von 2 Ob 748/52 und 6 Ob 23/59).

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 322/59
    Entscheidungstext OGH 07.10.1959 5 Ob 322/59
    Veröff: JBl 1960,195
  • 5 Ob 568/59
    Entscheidungstext OGH 02.12.1959 5 Ob 568/59
  • 5 Ob 235/60
    Entscheidungstext OGH 07.09.1960 5 Ob 235/60
  • 6 Ob 251/61
    Entscheidungstext OGH 05.07.1961 6 Ob 251/61
  • 5 Ob 180/63
    Entscheidungstext OGH 14.06.1963 5 Ob 180/63
  • 5 Ob 376/63
    Entscheidungstext OGH 19.12.1963 5 Ob 376/63
    Beisatz: Beweiswiederholung durch Verlesung von Aussagen mit Zustimmung der Parteien. (T1)
  • 8 Ob 335/64
    Entscheidungstext OGH 18.11.1964 8 Ob 335/64
    Veröff: EvBl 1965/188 S 270
  • 2 Ob 121/66
    Entscheidungstext OGH 16.05.1966 2 Ob 121/66
  • 5 Ob 121/67
    Entscheidungstext OGH 21.06.1967 5 Ob 121/67
    Beis wie T1; Veröff: EFSlg 9005
  • 4 Ob 49/70
    Entscheidungstext OGH 02.02.1971 4 Ob 49/70
  • 7 Ob 9/72
    Entscheidungstext OGH 02.02.1972 7 Ob 9/72
    Beisatz: Hier: Verlesung eines in einem anderen Verfahren erstatteten Sachverständigengutachtens. (T2)
  • 6 Ob 34/72
    Entscheidungstext OGH 17.02.1972 6 Ob 34/72
    Auch
  • 5 Ob 298/74
    Entscheidungstext OGH 18.02.1975 5 Ob 298/74
    Beis wie T1
  • 5 Ob 31/75
    Entscheidungstext OGH 25.03.1975 5 Ob 31/75
    nur: Die Parteien können auf die Befolgung des Grundsatzes, daß die Beweise von dem Richter aufzunehmen sind, der die Entscheidung fällt, wirksam verzichten. (T3) Beisatz: Hier: Verlesung eines im Entmündigungsverfahren erstatteten Gutachtens. (T4)
  • 8 Ob 8/78
    Entscheidungstext OGH 15.02.1978 8 Ob 8/78
    Auch; nur T3
  • RS0037410">1 Ob 772/78
    Entscheidungstext OGH 10.01.1979 1 Ob 772/78
  • 2 Ob 564/78
    Entscheidungstext OGH 03.04.1979 2 Ob 564/78
    nur T3
  • 6 Ob 635/79
    Entscheidungstext OGH 11.07.1979 6 Ob 635/79
    Auch; Beisatz: Ausdrückliches Einverständnis der Parteien mit der Verlesung der Aussagen der in erster Instanz vernommenen Zeugen durch das Berufungsgericht. (T5)
  • 8 Ob 198/79
    Entscheidungstext OGH 22.11.1979 8 Ob 198/79
    nur: Der Rechtssatz, daß jeder Verstoß gegen die Unmittelbarkeit von Amts wegen wahrzunehmen sei und daher einer Rüge nicht bedürfe, läßt sich in dieser Allgemeinheit aus dem Gesetz nicht ableiten. (T6); Beis wie T5
  • 1 Ob 632/80
    Entscheidungstext OGH 18.06.1980 1 Ob 632/80
    nur T3
  • RS0037410">8 Ob 578/93
    Entscheidungstext OGH 14.10.1993 8 Ob 578/93
    Auch; nur T6
  • RS0037410">9 ObA 63/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.09.2023 9 ObA 63/23i
    vgl; Beisatz: Die Verlesung von Aussagen, die nicht vom erkennenden Richter aufgenommen wurden, bildet einen Verfahrensmangel, der nur dann im Rechtsmittel mit Erfolg geltend gemacht werden kann, wenn er bereits in der mündlichen Verhandlung gemäß § 196 ZPO gerügt (und ein entsprechender Antrag auf Beweisaufnahme vor dem erkennenden Richter gestellt) worden ist. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1959:RS0037410

Im RIS seit

07.10.1959

Zuletzt aktualisiert am

24.10.2023
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten